Diagnose "Blasenüberaktivität"... Oxymedin bei 4-Jähriger...

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Diagnose "Blasenüberaktivität"... Oxymedin bei 4-Jähriger...

Beitrag #1 von Mamalina » 29 Mär 2011 22:36


Hallo!
Unsere Tochter, viereinhalb Jahre alt war bereits mit zwei Jahren und fünf Monaten ohne Windel. Aus eigenem Willen. Im Januar letzten Jahres schlief sie dann auch ohne Windel und auch das klappte bestens.
Bis etwa Mai/Juni letzten Jahres. Anfangs machte sie tagsüber ab und zu mal ein bisschen in die Hose, dann auch zwei bis dreimal die Woche ganz und seit Herbst auch nachts. Nicht immer aber immer öfter. Wir gingen zum Kinderarzt. Dieser untersuchte den Urin und machte einen Ultraschall. Keine Auffälligkeiten. Ich sollte mal abwarten... Das machte ich. Doch es wurde nicht besser und nicht schlechter. Also holte ich mir eine Überweisung in die Uniklinik. Ich meine... ich wusste auch nicht mehr ob ich schimpfen sollte, weil sie vielleicht einfach nicht zur Toilette gehen wollte vor lauter spielen oder ob sie ein organisches Leiden hat. Und da ich grundsätzlich nicht gerne schimpfe... Wie auch immer waren wir in der Klinik. Beim ersten Termin haben wir Urin abgegeben und ein Miktionsprotokoll mitgenommen. Das haben wir am Wochenende ausgefüllt und heute mit in die Klinik gebracht. Der Doc meinte, dass eine Blasenüberaktivität vorliegen würde und verschrieb uns das Medikament "OXYMEDIN 5mg". Sagte jedoch gleich dazu, dass es einige Nebenwirkungen geben würde. Naja... Ich habe jetzt im Internet folgendes im Beipackzettel von OXYMEDIN gelesen: "Kinder unter fünf Jahren dürfen den Wirkstoff nicht einnehmen."
Somit ist die Sache für mich erledigt. Sie ist doch erst vier! Und mit einem Gewicht von 16kg auch wie eine vierjährige zu behandeln!
Kennt denn jemand alternative, gerne pflanzliche, homöopathische Mittel? Oxymedin wirkt krampflösend... Über Kürbissamen habe ich gelesen, dass Kinder unter 12 Jahren diese nicht einnehmen dürfen.
Unsere Tochter ist so ein liebes, aufgewecktes Mädchen und ich möchte ihr so gern helfen. Sie hat jetzt schon Angst, dass ihre Freunde im Kindergarten merken könnten, dass sie oft ein paar Tropfen und manchmal auch ganz in die Hose macht... Ich versuche ihr das auszureden und dass sie sich keine Sorgen darüber machen müsse und so weiter. Inzwischen geht sie immer ungerner in den KiGa. Langsam weiss ich nicht mehr was ich ihr sagen soll. Eine Windel möchte sie auf gar keinen Fall anziehen und dass sie normal ist und das jedem Kind passiert glaubt sie irgendwie auch nicht mehr...
Hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann.
Grüße
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Mamalina
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Art der Inkontinenz: Blasenüberaktivität meiner Tochter

Beitrag #2 von Brandy » 30 Mär 2011 17:20


Hallo Mamalina!

Bei Kindern mit überaktiver Blase wird meines Wissens gern der Wirkstoff Oxybutynin verschrieben. (Da ich in Österreich lebe, möche ich keine Namen von Medikamenten nennen, denn die gleichen Medikamente können in Deutschland ganz anders heißen.) Dass es bei dieser Gruppe von Medikamenten zu Nebenwirkungen kommt, ist leider sehr häufig.

Es gibt da einige Medikamente auf dem Markt. Die Frage ist nur die, ob sie für Kinder zugelassen sind.

Alles Gute!

Brandy
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Brandy
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Beitrag #3 von Helmut60 » 30 Mär 2011 20:16


Hallo Mamalina,

da Kinder in vielen Bereichen Medikamte brauchen und bekommen, die für sie nicht zugelassen sind, sie ihnen aber dennoch helfen, solltest du deine Bedenken mit dem Arzt besprechen. Wenn es nichts anders für solche Fälle gibt, ist ein Versuch mit so einem Medikament immer noch besser, als durch das einnässen größere psychische Problem beim Kind zu bekommen.

Zum Thema Windeln würde ich sagen, das "eine kranke Blase bzw. Schließmuskel" Windeln genau so braucht, wie ein blutender Finger ein Pflaster. Je eher man ein Pflaster drauf tut... um so eher werden passende Windeln... oder auch Slipeinlagen... zu denen man als Eltern dann genau so stehe kann wiem zu einem Pflaster an einem Finger... dabei helfen das Leben mit so einem Problem so angenehm und unauffällig wie möglich zu machen.

Es wird auch helfen, das ganze wegen möglichen psychischer Folgen oder auch Ursachen.. mal einem Kinderpsychologen zu besprechen.

:-) Helmut
Vater einer 28 J. alten, schwerst mehrfach behinderten Tochter, die schon immer Windeln braucht, jetzt wg. Problemen mit der Blase, zum Schutz der Nieren aber auch mit ableitenden Hilfsmitteln, zur Zeit ISK, versorgt werden muß.
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