Zwei Ärzte, zwei Meinungen

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Zwei Ärzte, zwei Meinungen

Beitrag #1 von Gabi » 06 Aug 2011 15:50


Hallo

Wegen anhaltender schwerer HWI´s habe ich mir endlich einen Urol. in meiner Nähe gesucht. Während der Antibiotika-Therapie hatte ich zweimal Rückfälle, deshalb legte er mir einen DK.
Drei Tage ging es mir gut, und ich fand es toll und viel bequemer als den ISK. Dann aber kam die Hölle....., nach wenigen Schritten bekam ich heftige Krämpfe und ich konnte oft nur gebückt laufen. ----wie halten das die Anderen nur aus?------- Zufällig hatte ich auch meinen Kontrolltermin beim Neurourol. Seine Meinung: der DK muss rauss, er sollte nicht länger als 75 Std. liegen. Meine Schmerzen kommen ganz klar von den vielen, langen Entzündungen der Blase und der Schleimhaut. Der Ballon des Kath. reizt zusätzlich.
Der heimische Urol. war aber nicht dafür, er möchte, dass sich das alles erstmal beruhigt und nicht durch das ISK neu gereizt und wieder Keime eingeschleppt werden. War für mich auch einleuchtend. Wer hat nun recht? Ich habe es noch mal probiert, aber am nächsten Tag, zufällig
in der Urol. Praxis ging ich während einem Krampf auf´s WC und traute meinen Augen nicht. Der ganze Blaseninhalt war rot wie Traubensaft. Der Arzt nicht mehr in der Praxis und nur telef. erreichbar. Der DK kam dann doch raus. Die Schmerzen waren sofort weg. Die A.-Therapie ist nun abgeschlossen und ich endlich keimfrei. Ich habe aber eine sch----Angst, wieder mit dem ISK zu beginnen. Die Blutungsursache weiß ich noch nicht, der Doc ist in Urlaub.
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Gabi
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Beitrag #2 von nirak » 07 Aug 2011 22:28


Hallo Gaby,
das Problem mit den 2 Meinungen habe ich auch oft. 2 Ärzte und jeder meint er hat die beste Idee. Ich versuche mich dann erstmal zu informieren, nicht gleich ja zu sagen und am Ende siegt mein Bauchgefühl und die Meinung, die mir einleuchtender erklärt wurde.
Hast Du wieder mit ISK begonnen? Muss auch ISK machen seit 7 Wochen und habe auch schon eine Nierenbeckenentzündung, sehr schmerzhaft hinter mir.
Ich wünsche Dir alles Gute und keine HWI.
Liebe GRüße nirakl
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nirak
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Beitrag #3 von Gabi » 08 Aug 2011 11:56


Hallo Nirak

Danke, für deine schnelle Antwort. Das ist echt nervig, wenn man nicht weiß was man machen soll. Für ein reifliches überlegen blieb mir keine Zeit, da ich ja ständig (seit Januar) immer diese Keime hatte. Es war ein Gemisch von drei diversen Bakterien. Ein Erreger war dabei, der auf alle
Antibiotikas, die man schlucken kann, resistent war. Dieser Urologe machte mir auch ziemlich deutlich klar, dass bald nichts mehr zu Machen sei, und es bald keine Mittel mehr gäbe. Das glaube ich ihm auch, da es mit der Resistenz ziemlich schnell ging, was heute noch half, war morgen schon nicht mehr wirksam. Deshalb hatte ich auch Angst und wollte die Keime endlich weg haben.
Ich habe mit dem ISK noch nicht begonnen. Ich habe zwei Impfungen (Strovac) erhalten. In zwei Wochen kriege ich die 3.Spritze, dann wäre die Impfung zunächst abgeschlossen und ich hoffe, es haben sich dann Antikörper gebildet. Ich werde dann mit dem ISK wieder anfangen, denn die große Restmenge muss ja raus.
Dir wünsche ich, dass du deine Nierenbeckenentzündung gut ausheilst und so schnell keine Infektionen auftreten.
Viele Grüße
Gabi
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wie geht`s?

Beitrag #4 von monile » 24 Aug 2011 18:18


Hallo Gabi

habe vor kurzem deine Einträge gelesen, wie geht`s ddir jetzt? Hast du wieder mit dem ISK begonnen?
Das mit dem Dauerkatheter klingt irgendwie logisch und doch wieder nicht, wäre ein Bauchdeckenkatheter nicht die bessere Lösung, wenn man nicht ISK machen soll. Ich kenne jemanden der so was hat, weil sie immer Fieberblasen vom ISK bekommt.
Wie ich schon früher öfter geschrieben habe bin ich auch immer wieder mit HWI gebeutelt, vielleicht wäre eine Phase mit Antibiotika zur Prophylaxe eine Idee.
Jeder Arzt hat da eine andere Meinung,aber was du durchmachen musst ist kann für den Körper auch nicht gut sein.

Ich wünsche dir von Herzen alles alles Gute und Gesundheit

monile
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Beitrag #5 von Gabi » 24 Aug 2011 21:53


Hallo Monile

Danke für deine guten Wünsche. Ich habe seit Juli keinen HWI mehr gehabt und habe mich für eine Impfung (Strovac) entschlossen, ob sie aber wirkt ist fraglich, da die Bakterien sich sehr schnell an die neuen Begebenheiten anpassen. Aber ich versuche alles, was helfen könnte. Die Impfung ist auch nicht ganz billig. Gestern hatte ich die letzte Spritze. Mit dem ISK soll ich sofort wieder anfangen, da die Restharnmenge wieder sehr hoch war. Eine Antibiotika Prophyla. habe ich auch schon versucht, bei einem Mittel bekam ich Probleme mit der Lunge und beim Anderen sind die Bakt. schon wieder resistent geworden. Ich habe nun eine riesen Angst, wenn ich wieder ISK mache.
Ich wünsche Dir alles Gute

Gabi
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Beitrag #6 von Gabi » 03 Sep 2011 11:25


Hallo

Es ist doch verflixt, nach einem Tag ISK schon wieder einen HWI. Meine Impfung hat folgl. nichts gebracht. Ich weiß nicht mehr, was ich machen könnte, so kann`s doch nicht weitergehen.
Ich frage mich, ob es überhaupt was bringt. Ich weiß, meine Nieren sind in Gefahr, aber das ist irgendwann --s p ä t e r -- der HWI ist -j e t z t --. Und keine Lösung in Sicht.

Grüße
Gabi
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Beitrag #7 von hajoe » 03 Sep 2011 20:56


Hallo Gabi,
Ich weiss, bei einem Mann ist das Urin-Ablass System anders als bei Frauen. Ich will deshalb nur ganz unvoreingenommen über meine letzten 8 Monate berichten. Nur Tatsachen und keine Ratschläge geben.

Schon seit 10 Jahren trage ich Windeln weil ich inkontinent bin.

Am 3.Januar musste ich notfallmässig meinen Skilanglauf Urlaub abbrechen. Konnte nur noch mühsam und mit grossen Schmerzen urinieren. Nach 300 km Autofahrt war ich zuause und am nächsten Morgen bei meiner Hausärztin. Urinproben im Labor ergaben eine bakterielle Blaseninfektion. Sofort für 7 Tage Antibiotika verschrieben. Nach einer Woche Laborbefund: keine Bakterien mehr und Urin klar. Keine Schmerzen mehr beim Urinieren (in die Windeln). Noch für weitere 10 Tage Medikament verschrieben, was erinnnere ich mich nicht mehr.

Ende Februar neuer Schmerzanfall, urinieren schmerzt. Hausärztin verweist mich zu eiinem Urologen. Ergebnis, wiederum bakterielle Blaseninfektion. Ultraschall ergibt keinen Befund, Prostata sei zwar einwenig vergrösser aber für einen Mann in meinem Alter kein Problem. Für einen Monat Antibiotika. Alle 10 Tage Urinprobe. Nach einem Monat alles gut. Urologe hat auf eine vorgesehene Blasenspiegelung vezichtet, ich sei ja voll gesund und er wolle mich nicht plagen Die Inkontinenz toleriert er und will nichts dagegen tun (ich bin 85 Jahre alt). Wenn mich die Windeln weiterhin nicht beeinträchtigen so sei das auch gut.

Jeder Leser und auch Du Gabi kannst Dir selber Gedanken machen.

Wir haben jetzt den 3. September und ich fühle mich gesund, unternehmungslusig und leistungsfähig.

Herzliche Grüsse
Hansjörg
Auch mit Inkontinenzkann man leben!
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Beitrag #8 von Gabi » 05 Sep 2011 20:16


Hallo Hansjörg

Das ist schön, und ich freue mich für dich, dass es dir bis heute gut geht. Mein Problem ist nicht nur gelegentl. ein HWI der mit Antibiotika zu behandeln ist. Ich wäre froh, wenn ich ein paar Monate Ruhe hätte. Wie ich oft in meinen Beiträgen geschrieben habe, mache ich seit 7 Jahren ISK. Seit dem habe ich nur Probleme (mit Spastiken und HWI). Im August 2010 hatte ich eine Infekt. mit Klebsiellen, die sowieso schwer auszurotten sind. Ich bekam dann bis Nov. Antibiotika, das die Lunge schädigte, die Bakt. aber noch da waren.
Als das endlich bekämpft war hatte ich zwei Monate Pause. Seit Januar ging´s wieder los. Verschiedene Keime, die nur mit Infusionen zu behandeln waren. Ich habe praktisch eine Infektion nach der anderen mit zum Teil beinahe resistenten Keimen. Die Zahl der geeigneten Medikamente wird immer geringer. Das ständige Einnehmen der Mittel belasten Magen, Darm und Leber. Was ist, wenn nichts mehr hilft.
Ich verstehe nicht, was die Leser und ich mir für Gedanken machen sollen. Etwa, du hast das Glück und schon lange keine Infektion mehr und ich warte noch darauf.
Ich wünsche dir, dass dein Urologe mit deiner Gesundheit weiter so zufrieden ist und es noch lange so bleibt

Gabi
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Beitrag #9 von Sebald » 06 Sep 2011 08:35


Hallo Gabi,

die Gedanken, die Hansjörg gemacht sehen will, gehen wohl in die Richtung, daß es überhaupt nichts ausmacht, Windeln zu tragen.

Daß läßt sich bei einer komlexen neurogenen Entleerungsstörung und wenn man unter 85 (Glückwunsch!) natürlich nicht ganz einfach übernehmen.

Ich habe jetzt auch keine nahfristig verbessernden Ideen. Aber: Könnte Dir eventuell eine Neurokakralstimulation (= Blasenschrittmacher) helfen? Wurde die mal angedacht?

Beste Grüße trotz allem & gute Besserung,
Sebald
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Beitrag #10 von Struppi » 06 Sep 2011 16:39


Hallo Gabi,

was evtl. auch noch helfen könnte - falls Du das nicht schon ausprobiert hast - sind Katheter von einem anderen Hersteller. Zum Beispiel hatte ich mit Lofric-Produkten häufiger Reizungen bis zu Spastiken des Sphinkter, offenbar habe ich das verwendete Gleitmittel u. die Position der Augen nicht so gut tolleriert. Mit Coloplast habe ich das Problem nicht, bei einem Freund ist es aber genau umgekehrt. Er kam mit Coloplast nicht klar, ist mit Lofric total happy. Ausprobieren lohnt sich also.

Gruß und gute Besserung

Hannes
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