Fehlgeschlagene Botoxinjektion

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Fehlgeschlagene Botoxinjektion

Beitrag #1 von david777 » 16 Aug 2013 17:04


Hallo,

Meine Beschwerden sind folgende: ständiger Harndrang (Miktion immer ~100ml) ohne ungewollten Urinverlust (ca 15 Toilettengänge täglich). Abgeschwächter Urinstrahl, Restharn dennoch immer ~50 ml.

Diagnose: Harndrangsymptomatik, funktionelle Blasenentleerungsstörung bei muskulärer Blasenhalshypertrophie

Therapien ohne Erfolg: Botox Blasenhals, sämtliche Medikamente (Tamsulosin, Spaxmex, Pollstimol, Amitryptylin usw...), EMDA

Aufgrund meines jungen Alters (20) wollte man die Blasenhalsinzision möglichst vermeiden und nocheinmal das Botox versuchen, diesmal nicht nur in den Blasenhals (50 IE), sondern auch in Blase (100 IE).


Am Montag (15 Uhr) war die OP, Dienstag mittag wurde ich entlassen und Dienstag abend konnte ich schon kaum mehr Wasserlassen. Es war im Prinzip gar kein Harnstrahl mehr verhanden, ich musste es viel mehr etappenweise rauspressen. Seither sind 4 Tage vergangen und meine Beschwerden sind unverändert. Ständig sehr starker Harndrang sowie Druck auf der Blase, Wasserlassen kaum möglich. Restharn an zwei Tagen messen lassen, jeweils ~100 ml.


Nun meine Fragen:

Ist es nicht merkwürdig, dass die Beschwerden direkt 30 Stunden nach Eingriff eingetreten sind und seither aber konstant geblieben sind ? Sollte Botox nicht eigentlich frühstens nach 3 Tagen wirken ?

Man könnte meinen, dass das Botox meine Blase gelähmt hat und ich sie deshalb nicht mehr entleeren kann. Aber wenn das zutrifft, dann dürfte ich doch zumindest nicht diesen ständig starken Harndrang und Druck auf der Blase verspüren (auch nach bestmöglicher Entleerung) ?

Ich möchte mich nur hier schonmal erkundigen, weil ich erst Montag einen neuen Termin in der Klinik habe. Ich bin über jede Antwort sehr dankbar.
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david777
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Beitrag #2 von Helmut » 17 Aug 2013 13:54


Hallo David,

der Eintritt der Wirkung von Botox ist bei jedem etwas unterschiedlich, da reicht die Spanne von 1 bis 5 Tagen, wobei die meisten etwa nach dem zweiten oder dritten Tag die Wirkung merken.

Deiner Beschreibung nach scheint es dass deine Blase mehr als gewünscht in ihrer Funktion gedämpft wurde, das muss aber der Urologe prüfen. Im schlimmsten Fall musst du jetzt für die nächsten Monate deine Blase per ISK entleeren, also mehrmals am Tag mit dem Katheter bis die Wirkung vom Botox nachlässt. Etwas seltsam ist dein Harndrang, der sollte mit Botox schon weniger sein, wobei das aber auch von deinem Blasenvolumen abhängt.

Auf alle Fälle solltest du dem Urologen ganz genau deine Empfindungen schildern um die Ursache dafür zu finden. Vermutlich wird er dann nochmal eine Urodynamik machen damit ein Vergleich zu vor der Botoxbehandlung da ist.

Gruß Helmut
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Re: Fehlgeschlagene Botoxinjektion

Beitrag #3 von Wanted » 13 Okt 2014 13:33


Aufgrund meines jungen Alters (20) wollte man die Blasenhalsinzision möglichst vermeiden und nocheinmal das Botox versuchen, diesmal nicht nur in den Blasenhals (50 IE), sondern auch in Blase (100 IE).Aufgrund meines jungen Alters (20) wollte man die Blasenhalsinzision möglichst vermeiden und nocheinmal das Botox versuchen, diesmal nicht nur in den Blasenhals (50 IE), sondern auch in Blase (100 IE).
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Re: Fehlgeschlagene Botoxinjektion

Beitrag #4 von Helmut » 13 Okt 2014 15:20


Hallo Wanted,

hat dein Arzt wirklich gesagt, dass bei dir eine Blasenhalsinzision möglichst vermieden werden soll?

Die Blasenhalsinzision wird eher bei jüngeren Männern bevorzugt, da hier das Risiko der retrograden Ejakulation, also das Abfliessen des Samens in die Blase beim Samenerguss geringer ist, als zum Beispiel bei der Resektion (Hobelung) des Blasenhalses. Ob da Botox wirklich was bringt, ist hier noch die Frage.

Wäre schön von dir, wenn du noch ein paar Zeiten zur Ursache deiner Beschwerden schreibst und auch die genaue Bezeichnung deiner Erkrankung.

Gruß Helmut
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