Problem mit TVT Band(resten)

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Problem mit TVT Band(resten)

Beitrag #1 von katweasel » 20 Nov 2014 20:39


Hallo zusammen,
ich bin neu hier, aber froh endlich ein Forum wie dieses gefunden zu haben. Tut mir leid, wenn mein Beitrag den Rahmen sprengt, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Seit 2006 leide ich an einer Harninkontinenz. Das war und ist mir sehr peinlich. Ich brauchte mehr als 2 Jahre bis ich mich das erste Mal traute, mit einem Arzt darüber zu reden. Nach 2 Anläufen habe ich dann einen Arzt gefunden, der bei mir eine Senkung der Gebärmutter diagnostizierte, die auf meine Blase drücken würde. So wurde mir dann im Sommer 2008 meine Gebärmutter entfernt. Meine Blasenprobleme wurden allerdings nicht besser.
So bekam ich Tabletten, die aber leider auch nicht den gewünschten Erfolg brachten. Mein Frauenarzt riet mir dann zu einem TVT-Band, dass mir ambulant Ende 2009 eingesetzt wurde. Damit begann dann allerdings, ohne dass ich es geahnt hätte, leider mein eigentlicher Leidensweg.
Der Operateur hatte mich im Vorfeld darauf hingewiesen, dass ich nach der OP Schmerzen in den Beinen haben könnte, halt wie ein starker Muskelkater. De facto hatte ich nach dem Einsetzen des Bandes schlimmere Schmerzen als nach der Gebärmutterentfernung. Ich dachte aber, das müsse so sein. Bei den Nachuntersuchungen wurde jeweils eine Sonographie gemacht und meine Schmerzen als normale Begleiterscheinung der OP abgetan.
Die Monate vergingen, meine Schmerzen in den Beinen und das ebenfalls auftretende innerliche Jucken an Beckenknochen und Schambeinknochen wurden schlimmer. Ich fand aber leider keinen Arzt, der mir glaubte, dass meine Probleme mit diesem Band zusammenhingen. Stattdessen wurde ich vom Frauenarzt an die Orthopädie weiterverwiesen. 3 Orthopäden habe ich in den folgenden Jahren aufgesucht. Keiner zog auch nur in Erwägung, dass mein Problem von dem Band kommen könnte. Ich bekam Akupunktur, unzählige Schmerzspritzen, sollte weiterhin fleißig Ibuprofen schlucken, man machte eine ergebnislose Osteoporosemessung, ich wurde geröntgt, kam ins MRT, wurde an einen Venenarzt verwiesen, bekam Kompressionsstrümpfe und zu guter Letzt noch eine Arthroskopie. Nichts half, keiner glaubte mir.
Mir ging es immer schlechter. Jeder Schritt war schmerzhaft, normale Spaziergänge waren für mich qualvoller als davor eine 30-km- Wanderung. Jeder Gang, jeder Schritt eine Qual. An Fahrradfahren war gar nicht zu denken. Ich konnte mich weder vom Boden abstoßen, noch hatte ich die Kraft in den Beinen, aufs Fahrrad zu steigen. Knien ging gar nicht mehr, Kniebeugen ebenfalls nicht. Es fühlte sich so an, als hätte mir jemand auf beiden Seiten der Beine mehrere Nerven oder Sehnen zu stramm angezogen. Ich war noch nicht mal 50 und stand bereits auf dem Abstellgleis.
Im Sommer 2012 fand ich dann endlich einen Arzt, der mir glaubte. Er erklärte mir aber gleich, dass das mit dem Herausnehmen des Bandes nach mehr als 2 ½ Jahren nicht so einfach sei. Das Material des Bandes sei so konzipiert, dass es mit dem Körpergewebe verwachsen würde. Er schickte mich daher zu einem Spezialisten, der sich das Ganze mal ansehen sollte.
Der Spezialist stellte fest, dass das Band zu fest angebracht wurde. Endlich im Dezember 2012 wurde das Band herausgenommen. Direkt nah der OP merkte ich eine Veränderung. Ich konnte meine Füße wieder bewegen, ohne dass sich alles zusammenkrampfte. Die Ärzte im Krankenhaus erklärten mir, das Band habe festgesessen wie eine gespannte Gitarrenseite. Allerdings sagten sie mir auch gleich, dass sie bei dieser Operation das mit dem Körpergewebe verwachsene Material nicht vollständig entfernen konnten.
Ich war zunächst begeistert, dass es mir besser ging. Ich konnte wieder gehen, ohne dass mir jeder Schritt wehtat. Ein Kollege hat mich an meinem ersten Arbeitstag sofort angesprochen, dass mein Gang ganz anders sei als vorher.
Meine Euphorie sich dann jedoch mehr und mehr gelegt. Klar, geht es mir besser als vorher, aber Knien, Beine anziehen und somit auch Schuhe und Strümpfe anziehen klappt nur, wenn ich den Fuß mit einem Handtuch hochziehe und ihn auf eine Treppenstufe stelle und das ist weiterhin sehr schmerzhaft. Das innerliche Jucken an den Knochen hat überhaupt nie aufgehört. Ich habe mir eine sogenannte Jogamatte mit richtig harten Spitzen besorgt und setze mich darauf, in der Hoffnung, dass dieses schreckliche Jucken irgendwann mal aufhört. Mein Frauenarzt hat mir eine kortisonhaltige Salbe verordnet, weil er mir nicht glaubt, dass dieses Jucken von innen von dem Rest dieser Bänder herrührt.
Mittlerweile bin ich verzweifelt. Keiner hilft mir weiter. Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Bin ich denn der einzige Mensch im ganzen Land, der diese Probleme hat? Kann mir irgendjemand einen Tipp geben, an wen ich mich wenden kann, damit ich nachweisen kann, dass meine Probleme von diesem Band kommen? Ich fühle mich als Hypochonder abgestempelt. Aber ich bin überhaupt kein Typ, der zu Ärzten rennt. Vielleicht ist das mein Problem, dass ich zu wenig insistiere. Muss ich denn erst bei einem Arzt zusammenbrechen, bevor man mich ernst nimmt und merkt, dass ich einfach nicht mehr kann. Ich erwarte keine Wunder und ich will auch niemanden zur Rechenschaft ziehen. Ich möchte einfach nur ein wenig Lebensqualität ohne ständige Schmerzen. Ist denn das zu viel verlangt?
Ich hoffe sehr, dass irgendjemand hier mir weiterhelfen kann. Danke!
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katweasel
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Re: Problem mit TVT Band(resten)

Beitrag #2 von Powerfix » 20 Nov 2014 22:23


Hallo Katweasel
Erst einmal herzlich willkommen.
Poooh du hast ja schon einiges mitgemacht. Ich wünsche das dir einige hier im Forum Ratschläge geben können und mit dir Erfahrung austauschen.
Alles Gute
powerfix
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Powerfix
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