Weiss jemand Rat bei Überlaufinkontinenz?

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Weiss jemand Rat bei Überlaufinkontinenz?

Beitrag #1 von ThomasF » 04 Feb 2005 20:38


Guten Tag.

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Problem in dieses Forum gehört, möchte es aber dennoch schildern, in der Hoffnung, dass vielleicht jemand die Symptome kennt und mir weiterhelfen kann.

Seit Ende 2002 habe ich in unregelmässigen Abständen Probleme beim Wasserlassen. Obwohl ich Harndrag habe, will sich die Blase einfach nicht entleeren. Ich spüre zwar, wie sich die Blasenwandmuskulatur zusammenzieht, der Schliessmuskel bleibt aber geschlossen als ob er verkrampft ist. Das ist etwa das Gefühl, wie wenn man den Harn gewaltsam zurückhalten muss. Ich empfinde dabei einen grossen, schmerzhaften Druck auf den Schliessmuskel, und kann die Blockade nur teilweise durch mehrere Minuten körperliche Entspannung lösen. Dann kann ich die Blase zumindest teilweise entleeren, so dass mir das eine gewisse Erleichterung bringt. Da die Blase dabei aber nie ganz leer wird, wiederholt sich das gleiche Spiel regelmässig nach ein bis zwei Stunden. Das dauert zwischen ein, zwei Tagen und maximal zwei Wochen an, und danach bin ich dann wieder mehrere Wochen völlig beschwerdefrei. Die häufigen Toilettengänge sind dabei schon lästig genug, aber das grössere Problem ist, dass sich die Blockade zwischendurch immer mal wieder von selbst löst und dann der genau umgekehrte Effekt eintritt. Das kündigt sich zunächst durch nachlassenden Harndrang und später durch leichtes Tröpfeln an. Einige Minuten nach dem Tröpfeln entleert sich jedoch die Blase völlig unkontrolliert. Am Tage bleibt mir dabei immer noch genug Zeit, um zur Toilette zu gehen. Nachts jedoch, wenn ich durch die häufigen Toilettengänge sowieso nicht richtig schlafen kann, führt das Nachlassen des Harndranges meist zum lang ersehnten Tiefschlaf. Und die Folge davon ist dann sehr häufig ein nasses Bett.
Mein Hausärztin hat mich schon zu zwei unterschiedlichen Urologen überwiesen. Nach eingehenden und langwierigen Untersuchungen mit Blasenspiegelungen, Kontrastaufnahmen, Flow-Messungen und etlichen Ultraschalldiagnosen konnten sie aber auch nur eine erhöhte Restharnmenge, aber keine organischen Ursachen feststellen. Danach musste ich mehrmals zu einem Neurologen und einem Psychologen, um ggf. eine Ursache im Nervensystem zu finden, aber auch dort war die Diagnose negativ.
Nun sind die Untersuchungen seit fast einem Jahr abgeschlossen und ich weiss nicht mehr, was ich noch machen soll. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass mich die Ärzte als "hoffnugslosen Fall" betrachten und keine weiteren Untersuchungen machen wollen oder können. Ich habe als Einziges die Diagnose "sporadische Überlaufinkontinenz als Folge einer erhöhten Restharnmenge", aber keine Erkenntnisse über die Ursache der Harnverhaltungen, geschweige denn ein Mittel dagegen.
Gegen das nächtliche Einnässen hat mir meine Ärztin nun auch noch Windeln verordnet, aber die möchte ich nicht verwenden, weil ich die Gefahr sehe, mich daran zu gewöhnen, und dann ständig darauf angewiesen zu sein.
Ich will noch erwähnen, dass ich vor etwa 5 Jahren Nierensteine hatte, die aber ohne ärztlichen Eingriff herausgespült wurden. Laut Urologen hat meine Harnverhaltung jedoch nichts mit den Steinen zu tun.

Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir Hinweise zu den Ursachen geben oder andere Untersuchungsmöglichkeiten empfehlen?
Ich bin für jeden Tipp dankbar, auch wenn er nur mittelbar etwas damit zu tun hat.

Mit freundlichen Grüssen

- Thomas
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ThomasF
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Beitrag #2 von Helmut » 05 Feb 2005 13:58


Hallo Thomas,

deiner Beschreibung nach zu urteilen könnte es sich um eine neurologische Ursache handeln. Die Symptome einer Überlaufinkontinenz lassen sich sehr gut mit einer urodynamischen Untersuchung belegen, auch dein Restharn deutet darauf hin. Da bei einer Überlaufinkontinenz das Zusammenspiel von Blasenmuskel und Schließmuskel nicht stimmt, müßte es sehr gut auf den Meßprotokoll der Urodynamik zu sehen sein.

Neurologisch könnte eine Abklärung der Ursache mit Hilfe einer Elektromyographie (EMG) geschehen. Hast du außer den Problemen mit der Blase noch weitere Beeinträchtigungen wie zum Beispiel immer wieder auftretendes Kribbeln in den Beinen, Taubheitsgefühle der Zehen, Rückenschmerzen, .... Das könnte dann auf eine Erkrankung im Bereich der Wirbelsäule hindeuten und müßte mit Hilfe eines CT's abgeklärt werden.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #3 von ThomasF » 05 Feb 2005 19:22


Hallo Helmut,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
All diese Untersuchungen habe ich schon teils mehrfach über mich ergehen lassen müssen. Die Urodynamik hat auch zweifelsfrei ergeben, dass der Miktionsdruck in Ordnung ist, aber der Schliessmuskel einfach nicht öffnet. Und bei den insgesamt drei EMG's und zwei CT's wurden überhaupt keine Auffälligkeiten festgestellt. Ansonsten bin ich ja auch kerngesund und die Harnverhaltungen treten auch nur sporatisch auf, was natürlich die Diagnose erschwert.
Die Ärzte heben die Hände weil scheinbar keine Ursache für die Blockade des Schliessmuskels zu finden ist. Und das beunruhigt mich, weil ich glaube, dass sich das Problem, ohne Behandlung der Ursachen vermutlich noch verschlimmern wird.
Aber selbst wenn keine Ursache gefunden werden kann, würde mir ja schon eine Behandlung der Symptome genügen, so dass ich diese Blockaden irgendwie lösen könnte. Denn dann hätte ich auch nicht mehr mit den Folgen des Restharns zu kämpfen. Meine Hausärztin hat auch schon in einigen akuten Fällen meine Blase mit einem Katheter entleert. Das war natürlich sehr erleichternd, ist jedoch allein schon wegen der Infektionsgefahr im Alltag unbrauchbar, und an einen Dauerkatheter möchte ich gar nicht erst denken. Ich habe es auch schon mit Yoga und homöopathischen Mitteln versucht, allerdings ohne Erfolg.
Gibt's denn nichts zum Schlucken, Einreiben, oder von mir aus auch Spritzen, was einfach den Schliessmuskel entspannt?

Gruss Thomas
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Beitrag #4 von Jens Schriever » 05 Feb 2005 20:46


Hallo Thomas

Du kannst Dir von Deinen Urologen oder Hausarzt Einmal-Katheter aufschreiben lassen.
Das selber Kathetersieren (ISK) läst sich leicht erlernen und ist bei geschickter Handhabung nicht sehr gefährlich.ISK können schon Kinder erlernen.
Bei einen ständigen Restharngehalt von mehr als 100 ml sollte sowieso mehrmals am Tag Kathetersiert werden, weil durch die Bakterien die sich bilden eine erhöhte Infektionsgefahr besteht. Es kann bei einen Harnverhalt und ständigen hohen Restharngehaltes zu Nierenschäden kommen.
Spreche doch mal mit Deinen Arzt darüber.
Er wird Dir das Kathetersieren zeigen und erlernen. Ich selber verwende einen Katheter mit Auffangbeutel (Acteen Set von B Braun).
Bei einen Harnverhalt ist das meist die einzige Möglichkeit.
Ich hoffe, ich konnte Dir damit ein wenig weiterhelfen.





Gruss Jens



Ps. Auf Hygiene beim Kathetersieren brauche ich wohl nicht hinweisen
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Re: Weiss jemand Rat bei Überlaufinkontinenz?

Beitrag #5 von papa0861 » 05 Feb 2005 22:02


ThomasF hat geschrieben:Guten Tag.

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Problem in dieses Forum gehört, möchte es aber dennoch schildern, in der Hoffnung, dass vielleicht jemand die Symptome kennt und mir weiterhelfen kann.




hallo thomas,

helmut und jens haben hier ja schon viel geantwortet. obwohl meine ursachen woanders liegen, kenne ich zum teil aber die symptomatik. wenn du deinen körper genau beobachtest, könnte ich mir vorstellen, daß du die ankündigung des harndrangs nicht am schließmuskel der blase spürst. (wie ich das jetzt genau beschreiben soll, weiß ich auch nicht). vielleicht kann dir meine erfahrung helfen.
ich verspüre den harndrang nicht im beckenbereich (also so wie das früher mal war) ich bekomme das nur durch ein "ziehen" am ende des kleinen mannes mit. wenn ich dieses alarmsignal überhöre, gehts mit sicherheit daneben. bei der urodynamik wurde bei mir festgestellt, daß ich eine "chronisch" erweiterte blase habe. beim einlassen der flüssigkeit in die blase, verspürte ich bei einer füllmenge von 500 ml keinerlei drang zum wasserlassen. bei der blasenspiegelung wollte der doc dann aufs ganze gehen und hat reingelassen was ging. er hat aber dann doch lieber von selber aufgehört, da auch bei 800 ml mein körper nichtmal "gezuckt hat. daß dann sein op-fußboden, nach entfernen der optik, "überschwemmt war, war seine eigene schuld.
das willkürliche wasserlassen stellt sich auch bei mir meist als problem dar. ich geh aufs klo und nix passiert. ich hatte ganz früher mal ein buch gelesen, von einem der im rollstuhl saß und seine blase durch "klopfen" entleert hat. sowas ähnliches klappt bei mir am tag auch. ich setze mich auf die schüssel und drücke ganz schnell hintereinander drei oder viermal den bauch raus. dann läuft die blase. (hat aber gedauert)
wie das alles im zusammenhang steht, kann ich nun auch nicht sagen. wie gesagt liegen die ursachen bei mir anders und ich schaffe es auch nur am tag, bis auf wenige unfälle, trocken zu sein. nachts bin ich wie ein baby.

viele grüße
jürgen
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Beitrag #6 von mehlbox2001 » 07 Feb 2005 04:00


Hallo zusammen,

langsam bekomm ich das Gefühl, das "Nicht-Können" gehört zu den letzten Tabus der Kontinenz-Welt. Als Kind und Jugendlicher hatte ich arge Probleme mit Harnverhalt und Nicht-Können, und nur gezieltes Entspannungs-Training hat geholfen. Heute habe ich -- nach dem Klo! -- vermutlich unter der heißen Dusche die einzige vollständige Entleerung des Tages.

Schon früh wusste ich, dass dieses Problem psychische Ursachen hat -- wenn ich nämlich alleine in der Wohnung bin, "kann" ich sofort, aber auswärts dauert's immer länger und war als Jugendlicher und Student oft ein Problem. Dummerweise wird sowas obendrein oft noch schmerzhaft, und das "Überlaufen" ist dann eine echte Erleichterung. Inzwischen hab ich gelernt, mich gezielt zu Entspannen. Den Muskel zum "Urin-Rausdrücken" hab ich bei mir zwar immer noch nicht gefunden (kann auch nicht mit den Ohren wackeln), aber wenigstens gelernt, es fast auf Kommando laufen zu lassen -- aber immer noch hinter der verschlossenen Tür, die männliche Kumpanei an der "Rinne" kenn ich nur aus dem Kino ;-)

Für die Ärzte ist sowas übrigens insofern ein "hoffnungsloser Fall", als dass man nur zu allgemein entspannenden Psychpharmaka greifen könnte, und das wollte und will ich nicht, mir sind noch die Bilder von zwei Studienkollegen in bester Erinnerung, die dank allzu großherziger Ärzte anständige Psychopharmaka-Karrieren hingelegt haben. Deswegen rate ich diesbezüglich immer dazu, Möglichkeiten der Entspannung zu suchen. Ob das durch autogenes Training, Meditationsübungen, Akupunktur oder sonstwas zu erreichen ist, sollte am besten jeder selber entscheiden.

Viele Grüße
Andreas
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Beitrag #7 von Peter-Hamburg » 08 Feb 2005 05:57


Hallo Thomas,

deinen Schilderungen entnehme ich mehrere Probleme. Nicht nur als Betroffener sondern auch als Krankenpfleger für Urologie wil ich gern versuchen dir zu helfen.
Ich habe deinen Bericht ausführlich gelesen und vermisse eigentlich ein Antibiogram, das heißt, keine Urinuntersuchung auf Bakterien.
Hast du noch ein anderes Problem, welches das Einnehmen von Antibiosen erforderlich macht ?? Z.B. eine chronische Bronchitis o.ä. ?? Das könnte eine Erklärung für die Dranginkontinenz sein, denn eine Überlaufinkontinenz ist in deinem Alter eher untypisch.
Melde dich mal wieder, dann sehen wir weiter.

Gruß
Peter
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Beitrag #8 von Peter-Hamburg » 08 Feb 2005 05:57


Hallo Thomas,

deinen Schilderungen entnehme ich mehrere Probleme. Nicht nur als Betroffener sondern auch als Krankenpfleger für Urologie wil ich gern versuchen dir zu helfen.
Ich habe deinen Bericht ausführlich gelesen und vermisse eigentlich ein Antibiogram, das heißt, keine Urinuntersuchung auf Bakterien.
Hast du noch ein anderes Problem, welches das Einnehmen von Antibiosen erforderlich macht ?? Z.B. eine chronische Bronchitis o.ä. ?? Das könnte eine Erklärung für die Dranginkontinenz sein, denn eine Überlaufinkontinenz ist in deinem Alter eher untypisch.
Melde dich mal wieder, dann sehen wir weiter.

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Beitrag #9 von ThomasF » 27 Feb 2005 14:45


Hallo an Alle,

zunächst erstmal vielen Dank für die ausführlichen Reaktionen und Hinweise.
Ich habe vor zwei Wochen nach einigem Hin und Her die Wiederaufnahme meiner Untersuchungen erreicht. Den urologischen Teil habe ich schon hinter mir und es wurde wie beim ersten Mal wieder nichts festgestellt. Laut Aussage des Urologen ist der gesamte Harntrakt vollkommen in Ordnung. Das ist zwar einerseits beruhigend, hilft mir jedoch auch nicht weiter. Es wurde wieder die gesamte Palette von der CT über die Blasenspiegelung mit Kapazitätsmessung bis hin zur Blut- und Urinuntersuchung durchgeführt, aber wie gesagt ohne Ergebnis. Auch der Urin ist völlig "sauber", keine Bakterien, kein Blut und auch sonst nichts, was auf eine Entzündug hindeuten könnte. Bei der Blasenspiegelung hat der Doc jedoch festgestellt, dass mein Schliessmuskel aussergewöhnlich stark kontrahiert, konnte aber keine Ursache dafür feststellen. Ich nehme auch keine Medikamente oder Drogen, so dass das Harnverhalten auch nicht auf Nebenwirkung zurückzuführen ist. Nächste Woche muss ich nun wieder zum Neurologen, weil als letzte Möglichkeit nach einer psychischen Ursache gesucht werden soll. Aber das habe ich auch schonmal alles durch, so dass ich da eigentlich auch wenig Hoffung habe.
Als einzig wirksames Mittel empfahl mir der Urologe das selbst Kathetersieren. Er hat mich eingewiesen und ich mache es jetzt auch gelegentlich wenn der Harndrang sehr stark wird. Als Notlösung für akute Fälle ist das ja ganz ok, aber auf Dauer möchte ich nicht darauf angewiesen sein. Es gibt auch noch eine operative Methode, bei der der Schliessmuskel "gelockert" werden kann, aber dafür müssen erst alle neurologischen Ursachen ausgeschlossen werden. Ausserdem birgt die Methode das Risko einer dauerhaften Inkontinenz, die dann ein noch viel grösseres Übel wäre. Daher habe ich diese Operation erstmal ausgeschlossen.
Nun will ich mal sehen, was beim Neurologen herauskommt und werde mich dann hier wieder melden.

Gruss

- Thomas
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Beitrag #10 von Regenmacher » 01 Mär 2005 22:52


Hallo Thomas,

bitte lass dir nicht unbedingt eine neurologische Ursache aufdrängen. Das was du beschreibst ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange. Allzu oft wird zu schnell eine psychische Ursache gesucht, wenn der Arzt mit dem Latein am Ende ist - du solltest das aber nicht vorbehaltlos hinnehmen.

Nicht locker lassen, zur Not den Arzt wechseln!

Gruß Marco
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