Info: Botulinumtoxin A - Erfahrungsbericht

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Info: Botulinumtoxin A - Erfahrungsbericht

Beitrag #1 von walker » 09 Mai 2003 19:30


Hallo Zusammen,

ich möchte euch über meine Erfahrungen mit Botulinumtoxin A berrichten. Bei mit wird Botulinumtoxin A (im folgenden als Butox abgekürzt) seit mehr als einem Jahr eingesetzt.
Butox wird bei mir in die Blasenmuskulatur eingespritzt.

Dadurch erhöht sich bei mir das Blasenfüllungsvolumen und die Blasendrücke nehmen ab, meine Nieren sind damit nicht mehr gefährdet.
Die Harnverluste sind nicht oder nur minimal vorhanden und ich bin sehr zufrieden.

Die Wirkung setzt bei mir langsam ein und hört auch langsam wieder auf. In meinem Fall hält die Wirkung ca. 6 Monate an. Die Injektion von Butox erfolgt dann erneut.
Eine Blasenentleerung ist bei mir möglich, Restmengen lasse ich durch einen Katheter ab.

Grüsse Walker
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Beitrag #2 von Matti » 09 Mai 2003 20:37


hallo walker
vielen dank für deinen sehr informativen beitrag. ich habe von dieser behandlungsmethode auch schon gehört es handelt sich dabei doch um ein nervengift was aus der Cheyenpflanze gewonnen wird oder?
wenn du damit einen guten erfolg hast dann ist das doch prima.

alles gute
matti
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Infos zum Butox auf der HP

Beitrag #3 von walker » 09 Mai 2003 21:09


Hallo matti,

auf der HP unter Zum Thema -> Harnikontinenz -> konventionelle Behandlungsmethoden gibt es weitere Infos zum Thema Butox.

Erinnerst du dich noch an die panik in den usa nach 11.09 vor Biowaffen? Dort wurde auch nach Butox gesucht.

Auszug aus der HP:

... Das potente Neurotoxin Botulinumtoxin A gehört wie das Tetanustoxin zur Gruppe der Clostridientoxine und entstammt dem anaeroben Sporenbildner Clostridium botulinum. Der Erreger der gefürchteten Lebensmittelvergiftung Botulismus ...

Na, ja mir hilft es.

Habe im Krankenhaus noch weitere Artikel zum Thema Butox erhalten.

Für Rückfragen habe ich immer ein offenes Ohr.

Gruß Walker
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Capsaicin - Pfeffer

Beitrag #4 von walker » 09 Mai 2003 21:14


Neben Butox wird auch Capsaicin zur Behandlung in der Fachliteratur genannt, jedoch sind die Nebenwirkungen des Stoffs wohl äußerst unangenehm - brennt wie die hölle und macht warm um's herz (in der Blase) :oops:

Infos zu Capsaicin findet man im www mit suchwerkzeugen.

Gruß Walker
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Vorsicht!

Beitrag #5 von Regenmacher » 22 Mai 2003 10:25


Hallo,

ich will hier nur was richtig stellen.

Butox ist ein Gift aus einem Keim, der auch Lebensmittelvergiftungen hervorruft. Die Wirkungs ist simpel und im Falle der Vergiftung sehr tödlich. Die Muskulatur wird gelähmt. Deshalb erfreuen sich Schönheitschirurgen sehr großer Beliebtheit und in Hollywood spricht man schon von den starren Gesichtern - weil die Falte zwar weg ist - aber auch unter größter Anstrengung erst nach ca. einem halben Jahr wieder kommt. Medizinisch eingesetzt ist Butox ungefährlich, weil die Wirkung nach oben genannter Zeit wieder verschwindet und die Mengen sehr gering sind.

Capsaicin ist ein Wirkstoff aus einer Pfefferpflanze. Es wird auch in sogenannten Wärmepflastern eingesetzt. Die Wirkung ist eigentlich die, daß es einen sehr starken Reiz auf die Haut ausübt, wodurch die Durchblutung im Gewebe angeregt wird und ein Hitzegefühl entsteht. Je nach Dosierung kann einem dabei auch schon mal das Wasser in die Augen steigen. Aber Nebenwirkungen sind praktisch keine bekannt. Nach Entfernung des Wirkstoffes lässt die Wirkung relativ schnell nach.

Gruß Marco

PS: Nie verwechseln, nicht dass mal ein Lid hängt...
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Beitrag #6 von Pikachu » 08 Jun 2003 12:12


Ich halte BOTOX für äusserst gefärhrlich, kenne mehrere Kinder die mit Botox gespritzt worden sind. Anstatt das sich die Spastiken gebesser haben war es hinterher so schlimm das man bei einem Kind z.b 2 Leute brauchte um ihm die Windel zu wechseln .. Einer der Wikelt und der andere der ihm die Beine AUSSEINANDERREISST .. Man glaubt garnicht was ein 5 Jähriger für Spastiken haben kann ... Ende vom Lied war das man die Muskeln durchtrennenmusste weil der kleine nur noch mit Novalgin und Valium die Schmerzen ertragen konnte ...

Es gibt noch mehr über Botox zu berichten .....

Die Leute die Positibve erfahrungen gemacht haben Glückwunsch ... Für mich wäre das NIE in Frage gekommen... Zumal alle 6 Monate die Schmerzen zu haben ist es mir bei weitem nicht wert .
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Beitrag #7 von walker » 08 Jun 2003 19:31


Hallo Pikachu,

ich selbst habe und hatte keine Schmerzen. Die Anwendung erfolgt zur Zeit nur bei ausgewählten Patienten, die die medizinische Voraussetzungen für die Behandlung erfüllen.

Du deutest an, dass Du noch mehr über Butox (in der urologischen Anwendung) berichten kannst. Dann lass mal hören.

Mein Anliegen ist neben der Information, auch die sachliche und kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Insofern ist der von Dir geschilderte Fall natürlich bedenklich und zu bedauern. Er zeigt auf, dass es immer Risiken gibt, über die uns unsere behandelnden Ärzte zu informieren haben.

Jedoch sollten wir als Betroffene die Möglichkeit haben, uns über alternative Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Gruß Walker
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Beitrag #8 von Ginevra » 08 Aug 2003 19:38


Hallo,

Botulinum-Toxin ist die giftigste Substanz, die es gibt, denn eine sehr sehr kleine Menge wirkt toxisch. Dies kann jeder Pharmakologe bestätigen.
Wie bei jedem Pharmakon gilt, dass die Dosis macht, dass ein Gift ein Gift ist. Der Einsatz von Botulinum als Medikament kann natürlich ungefährlich sein, kann aber, wie jedes Medikament auch Nebenwirkungen verursachen. Eine Nebenwirkung durch Botulinum-Toxin kann eine nicht aufhebbare Nervenlähmung sein.

Grüße

Katharina
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Beitrag #9 von Helmut » 08 Aug 2003 20:36


Hallo Katharina,

ja Botulinumtoxin A ist ein Nervengift, aber die Nebenwirkung die du ansprichst, ist in diesem Fall ja erwünscht. Das Botox wie es kurz genannt wird, wird in den Blasenmuskel gespritzt und soll somit zu einer mehr oder minderstarken Lähmung der Blase führen. Ziel ist es hierbei, die Kontraktion der Blase bei einer neurologischen Störung der Blasenfunktion soweit zu beeinflussen, daß eine willenlose Blasenentleerung eingeschränkt bzw. verhindert wird. Die Blase wird dann über einen Katheter in regelmäßigem Abstand entleert, um in der dazwischen liegenden Zeit eine Kontinenz zu erzielen. Die Wirkung des Botox hält etwa im durchschnitt 6 Monate an und muß dann wiederholt werden.

Ein Risiko der Überdosierung besteht bei jedem Medikament und die Risiken sind bekannt. In diesem Fall bleibt die Wirkung auf die Blase begrenzt, andere Organe werden dadurch nicht belastet.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Ein Gift ist ein Gift...

Beitrag #10 von Regenmacher » 08 Aug 2003 21:06


Hallo Katharina,

ein schönes Beispiel ist Petersilie - denn kaum jemand weiß, daß Petersilie tödlich ist - wenn man ein ganzes Kilo davon isst. Aber auf die Idee würde ja niemand kommen.

Butox ist natürlich ein Nervengift. Es ist das gleiche Gift, daß in aufgeblähten Konserven entsteht - was im Sommer immer wieder mal zu Unfällen führt. Ein Teelöffel reinen Butox würde den ganzen Bodensee vergiften.

Aber, wie schon gesagt, die Menge macht es. Und eine Überdosierung im Körper ist pratisch nicht möglich, da die Darreichungsformen so niedrig dosiert sind, daß man schon willentlich mehr nehmen muß, um einen toxischen Spiegel im Körper zu erreichen.

Die Behandlung in Sachen Inkontinenz wird ja nur lokal vorgenommen, sprich, die Substanz wird entweder direkt in den Blasenschließmuskel gespritzt oder als Lösung in die Blase gegeben, um dann über die Schleimhaut in der Blasenmuskulatur ihr Werk zu tun.

Die "Nervenschädigung" verliert sich aber nach 4 bis 9 Monaten wieder - sprich, die Wirkung läßt dann nach und mit der Zeit tritt der alte Zustand wieder ein. Man kann also die Behandlung auch "probieren" und sollte das nicht zum gewünschten Ergebnis führen, dann ist nach der Zeit wieder alles beim Alten.

Man sollte sich nur vorher darüber im Klaren sein, ob man sich wirklich ein halbes Jahr lang jeden Tag mindestens zweimal selbst katheterisieren will. Ich rate dann immer, das mal eine Zeitlang zu probieren (ob dabei was rauskommt oder nicht, spielt dabei keine Rolle, es geht nur um den Vorgang selbst), weil nach der Behandlung kann man es zumindest für die Wirkzeit nicht mehr rückgängig machen und ein halbes Jahr kann unter Umständen sehr lang sein.

Wie gesagt - für bestimmte Anwendungsgebiete sicherlich eine tolle Alternative, aber keinesfalls eine Standardbehandlung!

Gruß Marco
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