neurogene Blase - Muskel-Transfer

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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neurogene Blase - Muskel-Transfer

Beitrag #1 von leo » 20 Apr 2005 15:56


Hallo

Gibt es in Deutschland oder sonst wo jemanden, der Erfahrung hat mit einem Muskeltransfer des Muskel latissimus dorsi auf die Harnblase.
Diese OP-Methode wird seit einiger Zeit an der Uro-Klinik in Innsbruck bereits druchgeführt, mit angeblich viel versprechendem Erfolg. (www.uro-innsbruck.at/inkontinenz/websei ... tudien.htm)

Habe seit Geburt eine neurogene Blase auf Grund einer MMC und so ziemlich alle Tiefen bereits hinter mir, beiseitiger Reflux, Dialyse, bds. Nephrektomie, Transplantation, Blasenaugmentation mit Installierung eines künstlichen Balsenschließmuskels nach Scout.
Entfernung der Manschette (rutschte Richtung Blase); neuerliche Installierung einer Manschette 3/92 in Innsbruck. War dananch doch halbwegs kontinent, mußte jedoch 1 x tägl. selbst kathederisieren. Im Mai 99 entschloss ich mich zusätzlich eine 2. Manschette instalieren zu lassen, damit die Kontinenz wiederhergestellt werden sollte. Jedoch bereits 9/99 entzündete sich das Ganze und wurde schlußendlich 12/99 in Ibk. wieder komplett entfernt. Seitdem Stressinko, Kondomurinal, Windeln.
Hatte früher mit dem Sphinkter sehr viele Infekte, seit dessen Entfernung kaum welche.

Ich glaub, dass es vielleicht doch funktionieren könnte mit dem Muskeltransfer, wäre ja auch ein körpereigener, aber dafür würde sich die Gefahr der Infekte wieder häufen.
Auf Grund der NTX muss ich natürlich Immunsupresiva nehmen und daher sehr geschwächte körpereigene Immunabwehr.

Weis jemand Rat oder hat ähnliches bereits hinter sich?

Vielen Dank, alles Gute
leo
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Beitrag #2 von Helmut » 20 Apr 2005 19:08


Hallo Leo,

die Erfahrungen mit dem Verpflanzen des Rückenmuskel Latissimus dorsi sind noch sehr begrenzt und nicht jeder mit einer neurogenen Blasenentleerungsstörung ist geeignet für diese Operationsmethode. Das Verfahren wurde schon 1993 entwickelt, aber erst gerade 25 mal eingesetzt. Hieraus kannst du ablesen, daß der Personenkreis, für den das Verfahren infrage kommt, doch sehr klein ist. Schon 2003 wurde vom Universitätsklinikum Tübingen ein Bericht herausgegeben, in dem die Technik erklärt wurde.

Diese Operationsmethode wird allerdings deine Stressinkontinenz nicht beseitigen können, da hier ja "nur" der Blasenmuskel selbst in seiner Tätigkeit unterstützt wird. Die Komplikationsrate beim künstlichen Schließmuskel (z.B. AMS800) ist eigentlich nicht sehr hoch, aber die typischen Komplikationen hast du ja selber mitbekommen. Es ist nun mal so, daß beim Einsatz des künstlichen Schließmuskels in der Regel die Nerven zum bestehenden Schließmuskel durchtrennt werden, damit der "neue" Schließmuskel seine Tätigkeit ungestört ausüben kann. Bei dir wurde es wahrscheinlich so gemacht, da du jetzt eine Stressinkontinenz hast.

Aber vielleicht könnte da ein Sakralnervenstimulator - Blasenschrittmacher eine Lösung für dein Problem sein. Darüber kann dir aber Matti mehr sagen, denn er hatte schon einmal einen für einige Zeit implantiert gehabt. Dieser Blasenschrittmacher schickt elektrische Impulse an den Schließmuskel, der dadurch angespannt wird und du so kontinent bist.

Gruß Helmut :wink:
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Reaktion auf Helmut

Beitrag #3 von leo » 20 Apr 2005 20:05


Hallo, Helmut!

Vielen Dank für die Mitteilung.
Mein Blasenschliesmuskel hat seit Geburt noch n ie funktioniert, der wurde sicherlich nicht bei der 1. OP im AKH Wien durchtrennt. Soviel ich über das Ganze Bescheid weis, ist der Nerv schon seit Geburt nicht in Ordnung, bei einer Meningomyelocele ist das der Fall.

Wie funktioniert denn so ein Blasenschrittmacher, ähnlich wie ein Herzschrittmacher oder liege ich da völlig falsch.

Gruß, leo
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Beitrag #4 von Helmut » 20 Apr 2005 21:43


Hallo Leo,

ja der Blasenschrittmacher funktioniert so ähnlich wie ein Herzschrittmacher, nur daß die elektrischen Impulse etwas anders sind.

Gruß Helmut
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