Elektrostimulation

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Elektrostimulation

Beitrag #1 von Kalle » 12 Mai 2003 11:22


Hallo

Ich leide seit ca. 1 Jahr an einer Urgeinkontinenz (Dranginkontinenz). Jetzt habe ich von mehreren Stellen mitgeteilt bekommen, das diese bei mir nicht heilbar ist.
Mein Urologe will nun versuchen dieses abzulindern mit Hilfe einer Elektrostimulation.
Kann mir da jemand weiterhelfen in Hinsicht auf Anwendung, bezahlt das die Kasse und gibt es Erfolge mit dieser Therapie?
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Beitrag #2 von Matti » 12 Mai 2003 19:53


Hallo Kalle,
es gibt zwei Arten bzw. sogar drei wie man eine Elektrostimulation durchführen kann.

Die erste und harmloseste ist die bei der man ein kleines Gerät bekommt das mit Klebeelektroden im Schrittbereich befestigt wird und deine Musklespannung durch eine Leuchtdiodenskala anzeigt. Ziel dieser Übung ist die willentliche Entspannung des Beckenbodens, das gerät wird z.B auch bei Migräne eingesetzt und hat den Handelsnamen Tens Gerät.

Die zweite Möglichkeit besteht in der Reizung von Aussen durch schwache Elektriche Impulse was in etwa das gleiche Bewirken soll. Diese Methode ist nicht Schmerzhaft, sie wird als leichtes Kribeln empfunden.

Die dritte methode der Elektrostimulation ist die aufwendigste und mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden. Bei dieser Methode wird dir in einer Mehrstündigen Operation unter Vollnarkose ein etwa Zigarettenschachtel grosses Implantat direkt unter die Bauchdecke gesetzt was mit Kabeln direkt ans Rückenmark verbunden wird und diese direkt Elektrich Stimuliert.Durch ein etwas Computermaus grosses Aussengerät kann man die Stromstärke einstellen und das Implantat ein und aus Schalten. Bei Optimaler Funktionsweise dieses sogenannten Blasenschrittmachers (Neurostimulator) kannst du auf "Knopfdruck" deine Blase entleeren und bist n der zwischezeit weitgehends Kontinent. Wie gesagt das ist mit einer grösseren Operation verbunden. Vor einer solchen implatation werden umfangreiche Voruntersuchungen gemacht sodas man im Vorfeld schon sehr gut abschätzen kann ob du für so etwas in Frage kommst.

Ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben und stehe jederzeit für weitere Fragen zur Verfügung.

Gruss
Matti
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Beitrag #3 von walker » 12 Mai 2003 19:53


Hallo Kalle,

auf dieser HP findest Du über den Menüpunkt

Zum Thema -> Harninko -> konservative Behandlungsmethoden bei Harninkontinenz, Punkt Elektrostimmulation/Biofeedback

einige Informationen.

Als ein möglicher externer Link www.innocept.de

Bei mir hat der Arzt die Behandlung bei der Krankenkasse beantragt bzw. genehmigen lassen. Als das Gerät (bei mir Leihgerät) eintraf hatte ich
einen Termin beim Arzt, der mir die Verwendung gezeigt hat. Die Anwendung konnte ich bei mir zu Hause durchführen, evtl. wirst Du
noch in der Praxis einige Male unterstützt. Nach dem Ablauf der Leihfrist wurde das Gerät wieder zurückgegeben.

Die Therapie hat in der Literatur gute Ergebnisse, bei mir hat es leider nichts gebracht - aber, andere berichten von sehr guten Ergebnissen.

Die Anwendung ist sehr indivduell möglich. Über zumeist kleine Steuercomputer wird ein auf Dich
individuelles Trainingsprogramm absolviert. Keine Panik - der Strom ist harmlos und i.d.R. schmerzfrei - es zieht halt ein wendig und das ist
der gewünschte Effekt,

Insbesondere in Verbindung mit Biofeedback erhält man ein besseres Gefühl für die Blase.

An Deiner Stelle würde ich es auch mit Beckenbodengymnastik und mit Entspannungsübungen versuchen.

Viel Erfolg wünscht Dir
Walker
und gib nicht auf, lass Dich nicht hängen!
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Beitrag #4 von walker » 12 Mai 2003 19:56


Hallo Matti,

die vierte Version: Über Katheter wird die Elektrode kurzzeitig in die Blase eingeführt und dann das Übungsprogramm durchgeführt (zu Hause, bei mir durchgeführt)

Gruß Walker
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Ein Hoch der Elektrik...

Beitrag #5 von Regenmacher » 22 Mai 2003 10:31


Hallo,

also von den konventionellen Geräten mal abgesehen, beziehe ich mich auf die von Matti beschriebene Methode.

Ich bekomme so ein Gerät von Medtronic nicht in die Blase, sondern an das Rückenmark gelegt - Schmerzlinderung. Aus diesem Bereich stammt das Gerät ursprünglich auch. Mittlerweile hat man es für alles mögliche entdeckt - Blase, Magenschrittmache etc.

Nervig aber wahr, man sollte sich die Implantation in die Blase genau überlegen. Je nach Inkontinenz kannst du Wasser auf Knopfdruck lassen. Schön. Wenn du aber nicht merkst, wann es so weit ist, hast du schon mal ein Problem. Denn normaler Weise wird sich der Blasenschließmuskel ab einem gewissen Druck von selbst entleeren - und dann gibt es wieder nasse Hosen. Oder du hasst so einen hohen Druck, dass die Nieren drunter leiden - auch nicht nett.

Außerdem mußt du alle 3 bis 5 Jahre den Schrittmacher austauschen lassen - weil die Batterie leer ist. Infektionsrisiko, Vernarbungen etc. nicht mitgerechnet. Ich kann nur sagen - für Schmerzen finde ich es ok, für die Blase verzichte ich gerne. Muss aber jeder selbst entscheiden.

Gruß Marco
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