Ein seltener Fall?

Hier geht es um die Diagnostik und Behandlung von Inkontinenz und anderen Erkrankungen des Urogenitaltraktes.

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Ein seltener Fall?

Beitrag #1 von Dröppel » 13 Okt 2005 23:14


Seit Anfang des Jahres leide ich an Harninkontinenz. Das Symptom ist eine häufig feuchte Unterhose. Ich verspüre dabei keinen besonderen Harndrang - es passiert halt einfach. Besonders im Sitzen, speziell wenn ich mich konzentriere - z.B. bei der Arbeit. Es passiert auch bei fast leerer Blase, sogar kurz nach einer Blasenentleerung.

Ich war beim Urlogen. Der hat sein ganzes diagnostisches Arsenal auf mich los gelassen. Ultraschall, Urinproben, Abstriche, Prostata abtasten, Röntgen und schließlich Blasenspiegelung. Ergebnis: Eine Harnröhrenverengung im Bereich der Prostata, die aber nicht auf eine vergrößerte Prostata zurückzuführen ist. Kein Restharn, gute Blasenentleerung. Harmlos. Vor lauter Untersuchen hat der Urologe letztlich das eigentliche Problem aus dem Auge verloren - die Inkontinez nämlich. Auf Nachfragen meinte er dann, daß durch die Harnröhrenverengung kleine Mengen Harn in der Harnröhre zurückbleiben, die dann später unkontrolliert "abtropfen". Er hat mir eine Art "Auswringtechnik" gezeigt und einen alpha Blocker verschrieben. Toll, der alpha Blocker. Einfach auf's Klo gehen und schupp ist die Blase leer, das war ein tolles, neues Erlebnis für mich. Nur - die Hose war trotzdem immer wieder feucht.

War dann beim Hausartzt. Der hat's mit chinesischen Heilkräutern versucht. Das hat geholfen - nicht 100%ig, aber doch sehr deutlich. Leider nur so lage wie ich den entsprechenden Kräutertee regelmäßig 3 mal täglich trinke. Sobald der aufgebraucht ist sind die Probleme wieder da. Nun empfiehlt er mir Homöopathie und schickt mich zu einem entsprechenden Spezialisten..

Meine Symptome scheinen mir so gar nicht in eines der üblichen Krankheitsbilder zu passen. Drang IK kommt der Sache am nächsten, aber die Probleme treten auch bei ziemlich leerer Blase auf. Toilettentraining hilft nicht - ich kann 2 mal die Stunde hinrennen und mir "was rausdrücken" - das Problem bleibt. Ich kann viel trinken (3-4 Liter am Tag) oder wenig (1-2 Liter) - das macht kaum einen Unterschied. Erstaunlich: Im Stehen oder Liegen sind mir noch keine Probleme aufgefallen, insbesondere Nachts bleibt alles trocken.

Meine Fragen nun: Kennt jemand diese spezielle Situation? Und - was kann ich tun? Helfen wirklich nur alternative Methoden weiter? Oder hat die Schulmedizin noch etwas in petto?
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Beitrag #2 von eckhard11 » 14 Okt 2005 13:09


Hallo Dröppel,

erstaunlich, auf welche Art man Harnverlust bekommen kann.....

Mir scheint aber, dass der Urologe recht hat mit dem Restharn in der Harnröhre.

Da Du weder im Stehen noch im Liegen Probleme hast, kann die Ursache doch nur in der sitzenden Position zu suchen sein.
Ich denke, irgendetwas drückt auf Deinen Harnleiter, wenn Du Dich setzt und dabei den Körper anwinkelst. Und dabei wird ein kleiner Teil des Restharnes herausgedrückt.
Wenn Du Dich aufgerichtet hast und dann wieder setzt, ist Restharn nachgeflossen und wird wieder herausgepresst.
So oder ähnlich könnte ich mir dies vorstellen.

Bei mir macht die Sitzposition auch eine Menge aus.
In ganz normaler Sitzposition auf der Toilette kann ich kaum pinkeln.
Meistens bleibt ein gehöriger Restharn in der Blase zurück.
Wenn ich mich weit zurücklehne ( diese Position ist natürlich durch die Wand hinter mir begrenzt ) , dann kann ich - nachdem ich normal in der sitzenden Position gepinkelt habe, und zwar so lange, bis ich meine, die Blase sei leer - noch einmal eine gewisse Menge Harn lassen.
Aber selbst diese zurückgelehnte Position reicht nicht, um die Blase zu entleeren.

Am Besten geht es in einer so halb sitzenden, halb liegenden Position in der Badewanne.

Ich habe es mehrfach geprüft : Wenn ich beide Positionen auf der Toilettenschüssel hinter mich gebracht habe und dann in die Wanne steige, kann ich in der Wanne noch einmal richtig, d.h. mindestens 500 ml bis 600 ml, Harn rauslassen, manchmal mehr, fast nie weniger.

Nun habe ich eine Neoblase ( aus einem Stück Dünndarm ) und keine Prostata mehr, daher ist es sehr gut möglich, dass bei mir die Harnröhre oder gar die neue Blase beim Sitzen “abgeklemmt” wird.

Aber es zeigt auch, dass die Sitzposition einen entscheidenden Einfluss auf die Harnabgabe haben kann, ( nicht muss !! ).

Ich würde auch einmal das Umfeld der Blase, der Prostata und der Harnröhre untersuchen lassen, ob sich dort irgendetwas verändert hat oder heranwächst. Denn normal ist Dein Leiden sicherlich nicht......

Bis dahin solltest Du kleinere Vorlagen verwenden ( z.B. Molimed Mini ), welche Du in den Schlüpfer kleben kannst.
Abends rausnehmen, zusammenrollen und entsorgen, morgens eine neue rein.
Die helfen zwar nicht gegen diese merkwürdige Inko, aber sie halten Dich trocken.......

Nachtrag :

Hast Du einmal darauf geachtet, ob Dein Problem eventuell auf einem gefüllten Dickdarm oder Enddarm zurückzuführen sein könnte ?
Bei mir ist dies so.
Gerade habe ich gepinkelt ( im Sitzen aus der Schüssel ) und dabei ist mir ein "Wind" entfleucht, hi, hi.
Sofort konnte ich bemerken, wie sich der Strahl verstärkte.

Aber, wie gesagt, ich habe ja auch eine ganz weiche Blase, wodurch es bei gefülltem Darm sicherlich eher zu einer Abklemmung kommen kann.


Ich leg mich jetzt wieder hin .sleep:
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Beitrag #3 von Dröppel » 18 Okt 2005 22:24


Hallo Eckhard,

ganz so hart wie Sich hat es mich dann doch nicht getroffen. Ich habe auch kein Restharn Problem - jedenfalls ist bei 2 Ultraschalluntersuchungen und einer Strahlmessung nichts dergleichen festgestellt worden.

Es scheint ich bin tatsächlich doch ein seltener Fall. Mal sehen ob sich noch jemand mit ähnlichen Symptomem findet.

Danke für Deine Antwort!

Dröppel
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Beitrag #4 von mehlbox2001 » 30 Okt 2005 02:20


Hallo Dröppel,

du scheinst auch zu den "Unspezifischen" zu gehören, die noch auf ihre Antwort warten ... Kenn ich nur zu gut ... Der Hinweis von Eckhard auf die Darmbefindlichkeit war ganz richtig -- ich kann auch bei Darmentleerung nie komplett die Blase entleeren, fünf Minuten später muss ich noch mal im Klo verschwinden ... Und die komplette Blasenentleerung gelingt mir nur (igittigitt!) morgens unter der warmen Dusche -- nach dem Klo ... Und so weiter ...

Beobachte am besten mal, in welchen Situationen, unter welchen Umständen, wann, wie, wo dir was passiert. Auch wenn du das "Dröppeln" nicht verhindern kannst, vielleicht kannst du bestimmte Situationen genauer definieren und besser vorbereitet sein oder sie sogar vermeiden ...

Andreas
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Kenn ich ...

Beitrag #5 von welute » 05 Jan 2006 16:35


Hallo, bin zwar weiblich, aber meine Symptome waren ganz ähnlich. Zuerst wurde die typische Stressinkontinenz diagnostiziert. Dann eine Urgeblase. :lol:
Habe sogar vor zwei Jahren ein TVT eingesetzt bekommen. Ausser Erfahrung hat es aber (logischerweise !) nichts gebracht. :roll:
Bin dann zu einem Neurourologen gekommen (durch Zufall), der eine Teillähmung diagnostizierte. Mir wurde ein Blasenschrittmacher eingesetzt. Der hat am Anfang 100 % dann, nach ca. 5 Monaten bis 50 % geholfen. Jetzt wird an der Einstellung gefeilt. :-)
Siehe Posting "Blasenschrittmacher".

Weiss nicht, vielleicht hilft Dir das weiter?

Liebe Grüsse
Elisabeth
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/index.php

Bleibt mutig!
Es geht immer weiter, man muss nur daran glauben.
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Beitrag #6 von Dröppel » 05 Jan 2006 23:44


Hallo Elisabeth,

vielen Dank für Deine Antwort. Momentan komme ich mit Spassmex ganz gut klar. Muß nächste Woche mit dem Doc klären ob er das weiter verschreibt oder wie es weitergehen soll.

Dröppel
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Beitrag #7 von luca824 » 23 Jan 2006 19:23


Hallo Dröppel

Leide unter der gleichen Situation. Bin vorgestern zum ersten Mal auf diese Seite gestoßen weil es mal wieder so weit war das ich mich für ernsthaft krank gehalten hab. Hab glaub ich seid 2 ½ Jahren Harninkontinenz weiß es aber nicht genau das ist das schlimmste nicht zu wissen ob man wirklich Inkontinent ist oder nich.
Als ich zum ersten mal zum Gynäkologen gegangen bin und über eine feuchte Unterhose und immer feuchte Hoden klagten lachte er mich schon fast aus so ist es mir vorgekommen. Gegen Schweiß gibt es keine Pille und ich sollte es doch mit Deo versuchen sagte er. Ich ging eigentlich erstmal mit einem gutem Gefühl aus der Praxis nicht krank zu sein.
Aber die Probleme blieben bestehen und ich hab immer mehr Probleme mit dem Wasser lassen bekommen und das Gefühl das sich unten öfter einfach was bewegt auch bei ganz stillem sitzen als ob ein Hoden ganz langsam an dem anderem vorbei rutscht oder ein Pupps langsam an den Hoden vorbei nach oben steigt. Muss manchmal sehr häufig aber nicht viel Wasserlassen manchmal auch nicht. Wenn ich fertig bin und denk hab alles aus der Blase gelassen und ihn grad wieder einpacke kommt noch ein Schwall oder einige Tropfen heraus.
Kann auch grad aus der Dusche steigen mich gründlich abtrocknen und ca. 5min später hab ich eine feuchte Hoden, eine feuchte Unterhose und zwischen den Pobacken auch.
Ich konnte ersts nicht glauben oder wollte es nicht wahrhaben ich dachte ich schwitze die ganze Zeit übermäßig aber man kann ja nicht die ganze Zeit schwitzen wenn man 3 Stunden gemütlich auf dem Sofa sitz. Außerdem machten meine Kollegen deswegen schon öfters zweideutige Bemerkungen obwohl ich jedes Mal Dusche bevor ich irgendwo hingehe. Wechselst du deine Unterwäsche nur einmal in der Woche oder andere Bemerkungen am Rande das war das einzige was mich wieder zum Nachdenken anregte. Das sie aus Höfflichkeit nichts sagen lässt mich eigentlich nur noch mehr leiden bis heute.
Hab auch schon an mir selbst gezweifelt. Mein zweiter Besuch war dann einige Monate später bei einem Urologen. Der ging dem Problem schon näher auf den Grund vermutete wie auch bei dir erstmal keine komplette Entleerung der Blase was folgte war Ultraschall, Urinproben, Prostata abtasten. Er verschrieb mir Tabletten (weiß nicht mehr welche). Mir ging es ein wenig besser mit den Tabletten dachte ich zumindest. Besser wurde aber nichts und ich begann wieder an mir selbst zu zweifeln ob ich mir das alles nur einbilde. Bin darauf ins Krankenhaus und hab über ein anderes Symptom geklackt das ich regelmäßig schmerzen in einem Hoden hab (bei dem Urologen auch erwähnt) darauf wurde ich an der Leiste operiert. Geholfen hat es nicht hab ja auch nur im Krankenhaus gesagt das ich scherzen im Hoden hätte und dacht mir daran könnte es legen. Aber alles wie gehabt.
Seit ich deinen Artikel gelesen habe, habe ich wieder neuen Mut geschöpft das ich nicht der einzige bin und das es diese seltene Krankheit wirklich gibt. Werde jetzt demnächst zum Arzt gehen und mir ein paar Artikel hier ausdrucken da es sich ja um einen wirklich ziemlich speziellen Fall handelt und hoffe der Arzt schenk mir glauben oder sollte ich vielleicht direkt in eine spezielle Klinik oder Uniklinik gehen. Werde wohl meinen Krankheitsverlauf aufschreiben und zu verschiedene Ärzten und Kliniken schicken. Vielleicht gibt es schon Ärzte die mit solchen Fällen Erfahrung gesammelt oder sagen ja so was kenn wir würde auch nach München fahren das ist mir egal Hauptsache mir wird geholfen.


Luca
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Beitrag #8 von Dröppel » 24 Jan 2006 22:48


Hi Luca,

das klingt tatsächlich ähnlich wie bei mir. Hast Du mal nach meinen anderen Postings geschaut? Da gibt's noch mehr Info.

Ich habe jedoch etwas mehr Glück als Du - bei mir riecht nix! Ich hab meine Frau gefragt, ich schüffel selber - nix. Habe auch schon an Schweiss gedacht - da hat der Doc aber nur mit dem Kopf geschüttelt. Hab's dann selbst mal mit Deo probiert - hat nicht geholfen. Auch im Internet gibt's nichts dazu. Interessant, dass ich nicht der einige bin, der auch mal an Schweiss gedacht hat!

Also - Kopf hoch, nicht unterkriegen lassen, mal alle Einlagen durchprobieren und fleißig die Ärtze nerven, bis sie eine Lösung finden. Ob Schulmedizin, TCM, Homeopathie oder was auch immer.

Ach so - hast Du mal Einlagen probiert? Ich bin gaaanz klamm heimlich in den Drogeriemarkt und hab mal gaanz vorsichtig gekuckt. Schock Schwerenot - die Jungs haben ein ganzen Regal voll mit den Dingern. Von Ultra Dünn bis hin zu Pampers für Erwachsene - alles da! Die wichtigste Lehre für mich daraus was - Schlecker und Co spendieren nicht Regalmeter für diese Einlagen, wenn das kein Geschäft wär. Was heißt - wir sind nicht alleine!

Gruß

Dröppel
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