Stuhlinkontinent!?

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Stuhlinkontinent!?

Beitrag #1 von Wunderblume » 23 Sep 2006 22:06


Hallo!

Ich bin 16 Jahre alt. Ich habe im Zusammenhang mit mir noch nie das Wort Stuhlinkontinenz gehört, aber nachdem ich mich hier durchgelesen habe, glaube ich, dass ich Stuhlinkontinent Stufe zwei bin. Es ist so: Als Baby bin ich ohne Darmausgang zur Welt gekommen, ich glaube das nennt man Analatresie. Jedenfalls fehlt mir auch ein Muskel, weshalb ich Probleme hab, meinen Stuhl zu halten. Im Kindergarten war es wohl noch ok, bis auf die Schmiere in der Unterwäsche. Als ich dann in die Schule kam, wurde es für mich sehr schwer und ich habe mir immer in die Hose gemacht, weil ich Angst vor der Schule habe. Das hat sich bis heute gehalten. Es ist nicht mehr regelmäßig und auch nicht immer. Aber hin und wieder fühle ich mich vor der Schule so gestresst, dass ich mir einfach.. in die Hosen mache. In Gewissen Situationen die nichts mit der Schule zu tun haben, passiert mir das auch. Es ist so, dass manche Situationen für mich einfach puren Stress bedeuten, und dann bekommen ich so einen Druck und kann es oft nicht halten, sofern kein Stuhl in der nähe ist. Dazu kommt, dass mein Stuhl so gut wie immer sehr weich bis hin zu flüssig ist, was die Situation nicht gerade erleichtert. Das macht mir sehr zu schaffen und ich bin auch dadurch auch sehr unsicher. Manchmal bekomme ich einfach Heulkrämpfe, weil es mich sozial manchmal komplett isoliert, weil ich mich z. B. von einer Klassenfeier oder Party etc. sofort wieder abholen lassen muss. Ich habe erstens Angst, dass man es durch die Hose durch sieht und zweitens, dass es stinkt (was es natürlich tut). Es ist einfahc ein Teufelskreis. Die Angst, dass es passiert, oder dass ich plötzlich auf die Toilette muss, macht mich so nervös, dass es dann wirklich so weit kommt und ich vor lauter Panik wirklich auf Toilette muss.
Bin zur Zeit in psychologischer Behandlung. Meine Hausärztin meint, dass es da keine Möglichkeiten gibt, ausser mit den Stress situationen umgehen zu lernen, damit es seltener passiert. Ist das so? Ich habe bis jetzt auch meinen Beckenboden trainiert, aber das hat auch nicht so sehr geholfen, weil sich der flüssige Stuhl einfach seinen Weg bahnt...
Habe ich noch Andere Chancen auf ein einfacheres Leben? Viele Hilfsmittel, die hier beschrieben werden, hören sich kompliziert oder unpraktisch an. Ich weis auch nicht so recht..

Liebe Grüße

die Wunderblume
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grüss dich

Beitrag #2 von klaro (+16.05.2008) » 23 Sep 2006 23:03


Wunderblume

also ich kann da nicht viel ^sagen, nur dass ich auch mit stuhlinko zu tun hab. Jedoch es allmählich schaffe, einigermassen zurechtzukommen.

Anfangs bekam ich *hier* den Tipp mit dem Pulver Metamucil, sind einige Beiträge hier, wenn du nachliest. Dies hat mir schon mal geholfen, dass der Stuhl mindestens nicht mehr nur dünnflüssig war.

Auf der anderen seite brauchst du aber auch nen Schutz, so ohne, Muss deine Angst und Unsicherheit ja riesig sein. Da solltest du schon was für "dich" tun, damit du dich auch wohler fühlst.

danach hab ich ein Medikament erhalten vom Arzt, aber rein zufällig mit der richtigen Wirkung. es sollte und ist gegen die Angst, ein neuroleptikum. seine GUTE Nebenwirkung(für andere sicher lästig) ist, dass es suhlgang, *stopfend* wrikt. Also für mich das absolute A und O. Damit bin ich nun einigermassen... sicher. mind. zu 70 % , was ich schon als sehr viel bezeichne gegen vorher... absolut Null und Dauer Durchfall.

Ob ich den Namen des Medikaments nennen will. oder darf weiss ich nicht. ich hab noch nie jemandem so zu Medikamenten geraten.

aber ich denke, das kannst du ja auch gut mal mit deiner aerztin besprechen, ein Medikament das Gegen die angst wirkt und in nebenwirkung.. noch stopfend wirkt.

das ist eine andere Methode als hier die umgänglichen. Aber für dich und deine Situation evtl. eine machbare übergangslösung.

mein Medikament wirkt, in kleiner Dosis, sogar stimmungsaufhellend. Was dir sicher auch nicht schaden würde.

dies ist eine Idee. Ich rate sonst nicht zu so Lösungen, aber besprich es doch mal mit deinem Arzt, falls du keine andere Lösung finden würdest.

du musst ja den Alltag meistern und bewältigen können und dich einigermassen wohl fühlen können.

das wünsch ich dir, klaro
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Beitrag #3 von Wunderblume » 23 Sep 2006 23:24


Hallo,

Als psychopharmaka will ich nicht nehme. Meine Mutter sagte auch, dass sie das nicht erlauben wird. Es ist ja nicht so, dass ich garnichts dagegen macht. Ich Trage immer Slipeinlagen, wegen dem schmieren. Aber oft auch Damenbinden, damit ich aufs nächste Klo gehen und es einfach wegwerfen kann. Aber oft ist entweder kein Toilette in Sicht, oder es ist einfach so viel, dass die Damenbinde nicht alles auffängt und es mir schon an den Oberschenkeln steht. Dann wird es richtig problematisch, weil es dann durch die Hose durch kann und Flecken entstehen. Da bin ich etwas ratlos. Ich nehme schon in bestimmten Situationen Durchfall Tabletten, aber ich möchte auch nicht zu oft auf die zurückgreifen und mir ständig die chemische Keule geben. Bin sehr Natur- und Natürlichkeitsliebend und komme nicht damit zurecht, soetwas auf Dauer in meinen Körper zu haben.
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Beitrag #4 von der Blinki » 24 Sep 2006 15:16


hallo wunderblume.

ich muß erst einmal sagen das du schon einen komischen hausarzt hast , wenn er solche meinung vertritt. :aerger: :aerger:

ich persöhnlich leide auch an stuhlinkontinenz und ich konnte sie so gut wie auschließen durch die "anale irrigation".
ich weiß es ist irgendwie ein schlimmes wort aber es hilft wirklich.

wirkungsweise:
es gibt zwei arten der analen irrigation : Die irrigationspumpe ( z.B. von Braun )
Manuelle System auf den Prinzip der Schwerkraft
( z.B von Peristten)

die anale irrigation wird im sitzen durchgeführt. Du befüllst erst den Beutel bzw tank verschließt diesen dann ( damit ein druck im beutel bzw tank aufgebaut werden kann ) schließt denSchlauch an den Beutel und eine zweiten schlauch an den Rectalkatheder.
Nun muß der Rektalkatheder in den After eingeführt und mit Hilfe der Kontrolleinheit aufgebalsen werden , so das der Katheder fest im after verankert ist .
( Dieses ist wichtig damit die spülflüssigkeit nicht wieder herausläuft . )
Die Menge muss dein Arzt ( oder wen du eine Stoma-therapeutin kennst ) bestimmen.
Ziel ist es die Eigendynamig des Darms anzuregen und den kompletten Stuhl auszuscheiden.

ich habe bei mir eine Stuhlfreiheit von ca 24 Stunden ereicht.

Wenn du aber zu flüssigen stuhl haben solltest kann es nötig sein das du ein medikament nimmst zum stuhl eindicken. ( z.B Loperamid )

So wunderblume. ichhabe nun probiert dir einen kleinen einblick in der analen irrigation zu geben und hoffe du kannst sie eventuell auch anwenden. Okay es gehört schon ein wenig Überwindung dazu, aber was macht mann nicht alles um Freunde zu haben und zu trefffen.

zur eigenen Sicherheit würde ich dir Vorlagen empfehlen, die du dir von deine Arzt verschreiben lassen kannst genauso wie die Irrigationspumpe oder das Irrigationsset von Perristeen .


Also Kopf hoch und durch :mrgreen:

Marco
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Beitrag #5 von Wunderblume » 24 Sep 2006 20:43


Hallo Marco!

Danke für den Tipp. Ich lasse mir morgen einen Termin bei Arzt geben und werde mir so einen Irrigator verschreiben lassen. Das werde ich sicherlich nicht täglich anwenden können, aber des öfteren kann das sicher eine große Hilfe sein.
Danke für deine Hilfe.
Das mit Loperamid kommt bei mir nicht in Frage, weil ich die Chemie in meinem Körper nicht haben will. Ich bin gerade dabei herauszufinden, was bei mir den weichen Stuhl auslöst und hoffe, meine Nahrung dann entsprechend umstellen zu können.

LG, Wunderblume
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Hallo

Beitrag #6 von Leila » 25 Sep 2006 22:24


Hallo Wunderblume,

das mit der Irrigation, würde ich an Deiner Stelle auch mal ausprobieren. Ich selbst praktiziere das auch und komm ziemlich gut damit zurecht, um nicht zu sagen es ist für mich ein Segen, diese " Erfindung" !
Ich habe dadurch auch 24 Stdunden Ruhe, leider muß ich noch eine Loperamid täglich nehmen. Ich glaube aber, Du schaffst das ohne Chemie !
Ich selbst nehme ein einfaches Gerät mit dem man eben Einläufe machen kann, wie z.B. während der Fastenzeit zum Entgiften.
Damit könntest Du, eventuell, erst mal ausprobieren, ob und wie Du mit dem Irrigieren zurechtkommst.
Das Teil ist billig, und wenns nicht klappt, ist kaum was verloren. ( Ich weis nicht, ob ich den Namen hier nennen darf ? ).
Es gibt verschiedene Aufsätze zu dem Gerät und es funktionniert mit dem Schwerkraftsystem. Ein Becher (1 Liter Fassungsvermögen) - lauwarmes Wasser - Schlauch - Hahn - Aufsatz - Handschuhe - Vaseline ).
Das ganze mache ich auf der Toilette sitzend - alles nicht so wild. Ich mußte allerdings auch erst mal " üben ", klar.
Jetzt bin ich sehr froh, daß es diese Möglichkeit gibt.
Natürlich verwende ich auch noch Binden zusätzlich, für den schlimmsten Fall! ( den gabs- ein Glück - noch nicht.
Zusätzlich benutze ich kleine Analtampons von der Firma PVA. Diese geben mir zusätzliche Sicherheit und da sie besonders klein und kurz angefertigt sind, stören sie mich auch gar nicht.
Was Deinen Durchfall angeht: Vielleicht hast Du wie ich, auch eine Lactoseunverträglichkeit ?
Oder andere Nahrungsmittelallergien ? Laß das doch mal austesten ( z.B. kinesiologisch ).
Es könnte eventuell schon sehr hilfreich sein diverse Allergene erst mal zu meiden.
Oft ist übrigens in Medikamenten oder Nahrungsmittelergänzungen auch Lactose enthalten.
In jedem Fall wünsch ich Dir viel Erfolg ! Es ist zwar ein lästiges Problem, aber durchaus in den Griff zu bekommen.
Lieber Gruß
Leila
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Beitrag #7 von BiBo1964 » 20 Okt 2006 12:08


Hallo Leila,

auch ich habe unter den Folgen der Analtresie zu leiden (gehabt). So wie bei dir, fehlte der Schließmuskel und die Folgen waren Katastrophal (vor allem in der Schule und später auf Arbeit).

Ich habe es auch anfangs mit Binden, Watte, Windeln und son Kram probiert und es gibg weiterhin mehr als schief. Außerdem standen mir diese Hilfsmittel auch nicht überall zur Verfügung. Also spezialisierte ich ich dann zu 100% auf Toilettenpapier (3-lagig).

Erst seit 1 1/2 Jahren nutze ich das bereits erwähnte Irrigationspumpe (von Braun) und fahre damit ausreichend gut. Es genügt bei mir um am sozialen Leben endlich richtig teilhaben zu können. Davor war es gute 40 Jahre lang eine Katastrophe.

Ich denk mal deine Ängste und der dadurch entstehende Druck, das etwas passieren wird, wird sich ziemlich schnell legen, wenn du die Irrigation, am besten regelmäßig, durchführst....

Als Zusatzsicherung trage ich nur noch etwas Toilettenpapier in der Hose mit mir rum (es nässt bei mir manchmal etwas) und sowas kann man fast immer bei einem Klogang auch problemlos wechseln.

Gruß

André
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Beitrag #8 von Wunderblume » 23 Jan 2007 23:54


Hallo,

ich melde mich mal wieder zurück. Meine Hausärztin hat mir die Irrigationspumpe o.ä. nicht verschrieben. Sie meint, dass der Darm sich dadurch zu sehr dehnt und das meine Probleme noch verschlimmern würde (weil ich schliesslich auf meistens normalen Stuhlgang auf der Toilette habe). Ausserdem würden die Muskeln dadurch nachlassen.
Ich habe jetzt einen Termin beim Internisten, da meine Hausärztin wohl auch nie Lust hatte, sich um mein Problem zu kümmern. Ich hoffe er weis eine Lösung.
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Beitrag #9 von lida2104 » 25 Aug 2007 16:32


Hi!
Bei Durchfällen hilft Metamucil ganz gut ist auch rein pflanzliches Mittel. Probier es einfach aus! :lach:
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