Darmriß, Gebärmutter entfernt, Dickdarm raus, jetzt Stuhlinko

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Darmriß, Gebärmutter entfernt, Dickdarm raus, jetzt Stuhlinko

Beitrag #1 von keyci » 29 Sep 2006 23:19


Hallo,

habe einen langen Leidensweg hinter mir. Vor zwei Jahren hatte ich eine Bandscheiben-Op, die leider mit einer drei-monatigen Bettruhe im Gipsbett endete, weil ich eine sogenannte Spondylodiszitis (Entzündung im Wirbelbereich- sehr sehr schmerzhaft) bekommen habe.
Deshalb habe ich über vier Monate Antibiotika und starke Schmerzmittel sowie entzündungshemmende Medikamente bekommen.
Danach ist mir aufgefallen, daß sich mein Stuhlgang stark verändert hat. Starke Schmerzen, abwechselnd Durchfall, den ich nicht so recht halten konnte, und extreme Verstopfung. :oops:

Ein Jahr später mßte bei mir die Gebärmutter entfernt werden (mit einem Bauchschnitt). Mein Gyn hat festgestellt, daß ich starke Verwachsungen habe und deshalb die Schmerzen. Direkt nach dieser Operation fing es dann so richtig an: konnte über mehrere Wochen nicht auf die Toilette. Wurde von meinem Hausarzt in die DKD in Wiesbaden überwiesen.
Die haben dann alles untersucht: Darmfähigkeit, Schließmuskel-Test, die ganzen leidigen Untersuchungen. :( Medikamentös wirde alles versucht, habe versucht zu irrigieren, alles ohne den gewünschten Erfolg. Also bekam ich im Feb. diesen Jahres den größten Teil des Dickdarms entfernt. Slow-Transit-Colon. :aerger:
Mit dem Ergebnis, daß der Rest des Darmes auch nicht funktioniert und ich wieder Abführmittel nehmen muß, weil Irrigieren nicht funktionier, da ich nur einen kleine Menge Wasser nehmen kann aber mein Schließmuskel nichts hält.
Bei mir ist durch die Geburt meines ersten Kindes, vor 23 Jahren der innere und äußere Schließmuskel gerissen. Jetzt soll eine Sphinkterrekonstruktion gemacht werden.
Habe mit meinem behandelnden Arzt besprochen, daß, wenn sich unter der Op herausstellt, es Schwierigkeiten ergeben sollten, ein Muskelstrang aus dem Oberschenkel implantiert werden soll, damit ich nicht noch einmal operiert werden muß.
Wie steht ihr zu dieser Vorgehensweise. Eigentlich fühle ich mich sehr gut aufgehoben in der DKD, weil sich immer mehrere Ärzte untereinander kurzschließen. :-)

für Eure Meinungen bin ich sehr dankbar, weil die Op. schon für den 19.10.06 angesagt wurde.

Grüße an Alle
keyci
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Beitrag #2 von Leila » 02 Okt 2006 22:44


Hallo Keyci,
manno mann, Du hast ja ganz schön was mitgemacht !
Ich weis nicht recht, was ich Dir raten soll, aber ich kann sagen, was ich an Deiner Stelle tun würde:
ich würde es, bevor Du Dich operieren lässt, erst nochmal mit der Irrigation versuchen.
Das Irrigieren solltest Du nicht gleich aufgeben, bloß weils die ersten Male nicht richtig funktionniert hat. Probiers doch noch ein paar mal, geb Dir noch ein bißchen Zeit !
Wir alle können ein Lied davon singen, daß es Zeit braucht, bis man es " raushat", wie es bei einem am besten geht.
Du könntest folgendes ausprobieren:
Zum Beispiel mit einem Einlaufgerät, das ein langes Rohrstück als Aufsatz hat ( muß man natürlich besonders vorsichtig einführen, wegen der Länge ).
Denn ein solches wiederum bringt das Wasser erst sehr weit " oben" zum Einsatz. Zumindest bei mir ist das die Lösung, denn ich kann das Wasser mit den kleinen Aufsätzen auch nicht halten. Oder aber Du versuchst es mit einem Trichterförmigen Aufsatz. Dann "verschliest" Du den After sozusagen mit dem Trichter.
Die Operation, die Deine Ärzte versuchen wollen, ist nicht immer von Erfolg gekrönt ( soweit ich informiert bin ), deshalb wäre ich da etwas vorsichtig. Frag doch mal nach, wie "sicher" die Methode ist und wie hoch die statisische Erfolgsquote ist, bevor Du Dich endgültig entschließt. ( auch hier im Forum, kannst Du darüber viel erfahren ! )
Ich kenne eine Frau, die querschnittsgelähmt ist und die vor kurzem auch das Problem hatte, daß gar nichts mehr ging. Der Darm bewegte sich wochenlang überhaupt nicht mehr !
Sie hat dem Rat eines Atztes folgend als allerletzte Option vor der Operation, das Klistier getrunken - grusel - aber es hat sie immerhin vor der Operation bewahrt.
Ich denke mal, daß es bei Dir aber nicht so schlimm ist.
Ernährungstechnisch, könnte ich mir voestellen, kannst Du da auch sehr viel beeinflussen kannst, aber wahrscheinlich weist Du das eh längst. Z.B.: viel Olivenöl etc....
Was soll eigentlich bei der Op gemacht werden ? Vermuten die Ärzte wieder Verwachsungen ?
Viel Glück, liebe Keyci, laß dich nicht überrumpeln - Ops können schließlich verschoben werden, vorausgesetzt der Patient will das so und braucht die Zeit.
Möglicherweise ist aber so eine Op auch genau das richtige für Dich ?
Wer weis das schon ?
Mir selbst wurde diese OP auch schon vorgeschlagen, aber ich trau mich absolut nicht !
Wenn Du Dich für die OP entscheidest, würdest Du uns berichten ? Das würde mich natürlich sehr interessieren, wie Du damit zurecht kommst.
Ich würde mich aber an Deiner Stelle auf jeden Fall genauestens in Kenntnis setzten, darüber, wie das funktionniert und ob das für Dich das richtige ist - notfalls noch ein bis zwei andere Meinungen einholen !
Noch was ganz wichtiges : Ich hatte damals auch irre Schmerzen und habe deshalb sehr hohe Dosen Schmerzmittel zu mir genommen - mit der Folge, daß durch die Opiate in den Schmerzmitteln mein Darm völlig lahm gelegt wurde ( was ich nicht wußte ) - was wiederum zu noch erbärmlicheren Schmerzen führte, da ich dadurch wahnsinnig "verstopft" war. Diese Schmerzen wurden dann abermals mit Schmerzmitteln bekämpft und du kannst Dir vorstellen, daß das ein schmerzensreicher Teufelskreis war ! Es dauerte lange bis dieser durchbrochen war !
Also: vermeide Schmerzmittel ( Opiate ) so gut , wie es geht.
Viele liebe grüße und viel Glück wünscht Dir
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Beitrag #3 von keyci » 03 Okt 2006 00:23


hallo Leila,

vielen Dank, daß du so schnell geantwortet hast.
Du kannst dir bestimmt vorstellen, daß ich mir das mit der Op. sehr genau überlege, immer noch. Es fällt mir nicht leicht, mich zu entscheiden. Ich bin ja schon so oft operiert worden, mit der Hoffnung, daß es jetzt endlich mal gut ist. :cry:
Die größte Problematik liegt bei mir wohl bei dem eingebrochenen Wirbel im Lendenwirbelsäulenbereich. Dort wird ein Hauptnerv eingeklemmt. Das soll auch noch "repariert" werden. :aerger:
Das mit der Irrigation habe ich schon mehr als ein Jahr in allen Variationen ausprobiert, da ich einen sehr guten Hausarzt habe, der immer und immer wieder noch einen guten Vorschlag hat. Aber auch er ist in der Zwischenzeit der Meinung, daß ich es versuchen solle.
Leider wissen wir, daß diese Op nicht immer zum Erfolg führt, es ist aber eine Hoffnung und die Hoffnung stirbt zuletzt.
Da ich noch einmal zu meinem Hausarzt muß, werde ich alles nochmal ganz genau mit ihm absprechen und mich dann erst entscheiden. :roll:
Es tut gut, soviel Informationen von Leidgenossen zu erhalten. Dafür Allen vielen Dank.
Liebe Grüße an Alle
keyci :lol:
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