Inkomplette Querschnittslähmung/ Inkontinenz

Du hast mit Darmschwäche, Stuhlinkontinenz oder sonstigen Darmproblemen zu kämpfen? Hier bist Du richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, Marco N., Georges

Inkomplette Querschnittslähmung/ Inkontinenz

Beitrag #1 von Kristin » 04 Apr 2007 07:00


Ich habe eine Harn und Stuhl Inkontinez und Traue mich nicht mehr raus, weil ich Angst habe das Andere über mich Lachen. :oops:

Ich kann Harn wie Stuhl nicht mehr halten, ich muss leider Windeln tragen, weil ich es nicht mehr merke wenn ich mal muss.

Ganz ehrlich, meine Inkontinenz habe ich nun schon fast 4 Jahre und ich weis heute noch nicht wie ich damit Umgehen soll. Ich habe noch nicht mal freunde mit den ich mal über das Problem reden kann. Deshalb bin ich jetzt hier, weil hier finde ich wohl eher Leute mit denen ich über mein Problem reden kann. :fleissig:
Benutzeravatar
Kristin
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 5
Alter: 33
Registriert: 04 Apr 2007 06:37
Wohnort: Waldheim
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Har- Stuhinkontinenz/ Inkomplette Querschnittslähmung
Hilfsmittel: Einlagen

Beitrag #2 von Brandy » 04 Apr 2007 17:35


Hallo Kristin!

Zuerst einmal herzlich willkommen im Forum. Hier "bewegen" sich viele Betroffene und der Erfahrungsaustausch funktioniert hier - meiner persönlichen Erfahrung nach - gut und ist sehr wichtig.

Das Entscheidendste bei Inkontinenz ist die Verwendung guter Hilfsmittel. Ich hoffe, dass du das für dich passende Hilfsmittel schon gefunden hast bzw. bald finden wirst.

Für weitere Diskussion, Erfahrungsaustausch ... stehe ich natürlich (auch per PN) gerne zur Verfügung. Sicherlich findest du auch bald Kontakt zu Frauen hier.

LG
Michael
Benutzeravatar
Brandy
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 229
Alter: 40
Registriert: 31 Jul 2005 19:26
Wohnort: Niederösterreich
Land: Austria (at)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: neurog. Blasenentleerungsstörung bei Spina bifida
Hilfsmittel: ISK, Vesicare (Tabletten), Einlagen

Beitrag #3 von Matti » 05 Apr 2007 12:31


Hallo Kristin,

wahrscheinlich bekomme ich jetzt wieder einen auf den Deckel aber ich möchte Brandy in einem Punkt wiedersprechen.

Nicht die Verwendung guter Hilfsmittel ist das Entscheidenste bei einer Inkontinenz, gerade wenn sie Folge einer neurologischen Störrung ist, sondern ein gutes Blasen.- und Darmmanagement! Die Hilfsmitttel sichern deine hygienische und soziale Kompetenz, viel wichtiger währe es allerdings deine Inkontinenz in den Griff zu bekommen. Und dies ist möglich!

Ich sehe manche Dinge aus einem anderen Blickwinkel, und weil ich weiß, dass sich hier manche schwer damit tun, möchte ich es dir ein wenig erläutern.

Erst am Samstag der letzten Woche war ich wieder auf einer Veranstaltung mit dem Titel " Wie bekomme ich meinen Darm leer - Kontinenz durch Darmmanagement. Die Besucher waren fast ausschließlich Betroffene bzw. Angehörige, welche von einer Spina bifida betroffen sind, darunter auch viele Kinder.

Spina bifida Betroffene erleiden meist einen Querschnitt (teilweise inkomplett) der fast immer mit Störrungen oder dem Verlust von Blasen und Darmkontrolle einhergeht.

Wichtigste Botschaft: Alles dafür tun um Selbstständigkeit und soziale Eingliederung möglich zu machen. Sie haben dies etwas drastisch mit dem Satz beschrieben: Wer stinkt fliegt raus! ausgedrückt.

Die mag zunächst erst einmal zu Irritationen führen ist aber bei genauerem Hinschauen gar nicht so unrichtig. Einem Menschen der auf die Hilfe anderer angewiesen ist, bleiben manche Dinge verschlossen oder sie sind zumindest erschwert. Die ist für einen jungen Menschen z.B. die Berufsausbildung oder die eigene Wohnung.

Deshalb wird alles unternommen um diesen Menschen möglichst viel Selbstständigkeit zu erhalten oder sie dahingehend zu fördern. Darunter zählt eben auch die Selbstversorgung der bestehenden Inkontinenz.

Ganz wichtig sind dabei z.B. das Erlernen von Techniken, welche sowohl den Darm als auch die Blase entleeren. Selbstkathterismus und Irrigation stehen hier im Vordergrund. Es ist bei den meisten möglich, dass sie wie jeder gesunde Mensch auch eine solche Regelmässigkeit bei der Entleerung gewinnen, dass es prakisch zu gar keinen Unfällen mehr kommt.

Welche Steigerung der Entfaltungsmöglichkeiten dies nach sich zieht, kann man sich vorstellen, ebenso wie "groß" die Welt auf einmal wird, wenn man eben nicht täglich mehrmals mit einen vollen Windel darsitzt.

Bei neurologischen Ursachen kommt es häufig zu Restharnwerten, oder die Darmtätigkeit ist stark herabgesetzt. Deshalb können die beschreibene Massnahmen nicht nur zur Kontinenz beitragen, sondern auch Folgeerkrankungen reduzieren oder gar verhindern.

Ein Denkansatz, der zumindest einmal eine Überlegung wert ist, oder?

Gruß

Matti
Benutzeravatar
Matti
 
 

Beitrag #4 von papa0861 » 06 Apr 2007 00:12


hallo kristin,

ich kann matti zu 99% zustimmen. das 1 % verneine ich in der frage der besten hilfsmittel.

matti hat recht mit seiner meinung der vorbeugung von unfällen. aber wenns trotz allem guten willens schief geht, sollte man nach den besten hilfsmitteln suchen.

allerdings wirst du hier zu diesem thema auf viele verschiedene meinungen stoßen.

der eine schwört auf diesen hersteller, der andere auf jenen.

ich bevorzuge die windeln der marke abri form. habe viele verschiedene produkte ausprobiert und mich dann auch diese marke eingeschossen. für meine bedürfnisse aus meiner sicht optimal.

aber wie matti schon sagte. suche nicht vorrangig nach den optimalen hilfsmitteln, sondern nach einer optimalen vorbeugungsmethode.



lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
©2007
Benutzeravatar
papa0861
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 741
Registriert: 12 Jun 2004 00:55
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: harn/stuhl
Hilfsmittel: abri-form

Hilfsmittel

Beitrag #5 von Kristin » 06 Apr 2007 05:48


Ich weis es sehr zu schätzen das mir viele von Euch Tips geben.

Na ja es gibt eigendlich kein Aber. Nur wie soll ich sagen. Auch wenn ich unter dem schon so viele Jahre Leide, weis ich bis heute noch nicht was gut für mich ist, und was nicht, und ich traue mich nicht meinen Hausarzt anzusprechen, was es für Arten von Hilfe und Vorbeugung gibt, damit die "Unfälle sich einschrenken.
Denn ich kenne Ihn, er sagt auch nur du bist all die Jahre zurecht gekommen damit, aber er hat mich zu dem nie gefragt. Wie es mich belastet.

Eigendlich hat mich noch nie jemand gefragt, wie ich damit zurecht kommen, deshalb bin ich auch in diesen Forum gekommen, weil Ihr mich eher verstehen könnt. Und ich bin sehr froh das mir so viele Schreiben. Denn dann weis ich das ich nicht alleine Damit bin. Klar das habe ich von anfang an gewusst, aber auf die Art ist es Leichter mit einen Zu reden.

Ich weis genauso gut das es Menschen gibt die Schlimmer dran sind als ich, aber wenn ich es mir hätte aussuchen können, dann wäre ich Lieber ganz Querschnittsgelähmt. Denn es ist nicht Leicht den Menschen in seiner Umgebeung zu erklären, wie es um einen Steht, wenn man nichts sehen kann.

Deshalb denke ich auch immer das alle über mich Lachen.
Ich weis das Klingt blöd. Aber ich hoffe Ihr Könnt es einwenig verstehen. Wie ich denke :cry:


Entschuldigt bitte meine Rechtschreibung, ich bin nicht so gut im Schreiben.


Danke sagt Euch Kristin :shock:
Benutzeravatar
Kristin
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 5
Alter: 33
Registriert: 04 Apr 2007 06:37
Wohnort: Waldheim
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Har- Stuhinkontinenz/ Inkomplette Querschnittslähmung
Hilfsmittel: Einlagen

Beitrag #6 von Brandy » 06 Apr 2007 14:53


Hallo Matti!

Du hast natürlich recht mit deiner Feststellung. Nicht das passende Hilfsmittel ist das Wichtigste, sondern ein gutes Blasen (und Darm-)management.

Sich ein gutes Management von Blase und Darm anzueignen braucht aber Zeit und Geduld. Deshalb habe ich vorerst von der Wichtigkeit der Verwendung guter Hilfsmittel gesprochen.

Gruß
Michael
Benutzeravatar
Brandy
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 229
Alter: 40
Registriert: 31 Jul 2005 19:26
Wohnort: Niederösterreich
Land: Austria (at)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: neurog. Blasenentleerungsstörung bei Spina bifida
Hilfsmittel: ISK, Vesicare (Tabletten), Einlagen

Beitrag #7 von Willi » 06 Apr 2007 20:35


Hallo Kristin,
habe mich gerade erst angemeldet, aber in dem Forum lese ich schon lange. Nun zu Dir!
In deinem Bericht geht es mir genauso. Ich bin ebenfalls Harn und Stuhlinkontinent.
Durch meinen schweren Diabetes, der jahrelang nicht erkannt wurde, ist eine Diabetische Polyneurophatie die Ursache, also eine Nervenschädigung! Zu dem Problem der Insulinzuführung (Insulinpumpe) mit Katheter, kommt noch das Tragen der Windeln. Dieses
ist für mich immer noch schwer zu akzeptieren, obwohl ich bereits jahrelang Erfahrung hiermit habe. Es ist auch nur zu bewältigen, wenn man die Krankheit annimmt, was mir manchmal aber auch nicht immer gelingt. Fest steht, eine gute Windel ist das A+O im täglichen Leben. Ich trage die Attends 10M mit einer Strampelpeter-Flockenwindel eingelegt. Dadurch
habe ich die Möglichkeit, lange in der Öffentlichkeit zu sein. Im Freundeskreis weiß keiner von meiner Inkontinenz, das erleichtert vieles. Versuche erstmal die passenden Hilfsmitteln
rauszufinden, dann wirst du sehen, das es langsam wieder bergauf geht. Ich wünsche dir alles Gute dabei und: in der Ruhe liegt die Kraft! Bis bald mal!

Liebe Grüße
Willi
Benutzeravatar
Willi
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 13
Registriert: 06 Apr 2007 18:17
Wohnort: Nähe Paderborn
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: vh
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinent
Hilfsmittel: Höschenwindeln mit Vorlagen

Beitrag #8 von Kristin » 07 Apr 2007 04:06


Hallo Willi

Ich will dir nicht zu nahe tretten, aber wie kommst du Als man damit, so richtig, zurecht, ich als Frau habe schon ziemliche Probleme. Ich habe mir jetzt deine Sorte von Windeln nicht merken können, aber ich kann es mir nur Schlecht vorstellen, dass man Stunden lang damit draußen rumlaufen kann. Denn das muss doch, wenns mal geschieht, auch Sticken.
Gut ich habe Leider nur einlagen- Auf Grund falscher Beratung. Aber ich bekomme schon nur von den Einlagen Pusteln am A....!
Da kann ich mir den HIntern einreiben wie ich Lustig bin.

Bei mir wissen es zwar alle aus meiner "Gutgehenten" Bekanntschaft. Aber wie ich mich damit fühle versteht niemand. Denn hier in meinen Kleinen Städtchen geht man nicht gerade Tollerant damit um :aerger:

Ich weis das ich da auch ein teil dazu beitrage, weil ich meine Bekanntschaft, nicht aufklären konnte.

Nun aber mal zu Dir.
Meinst du nicht das deine Freunde schon wissen was mit dir Los ist, denn du wirst dich doch auch einwenig zurückziehen, Oder?
Ich weis ja nicht wie deine Freunde zu Solch ein Thema stehen. Rede doch mal mit Ihnen darüber. Nur so ohne Ihnen zu sagen das du selber davon betroffen bist. Dann wirst du sehen wie sie damit umgehen können. Denn dann weist du wirklich das du freunde Hast die zu dir Stehen.
Ja ich habe damit schlechte erfahrungen machen müssen, weil hier in einer so kleinen Stadt, ist das nicht Leicht freunde zu finden die damit umgehen können. Denn das ist nicht nur für uns so gut wie Tabu, für unser Umfeld, ist das Ekelig und Unverständlich zugleich.
Ich bemerke es bei mir. Mich wollen alle dazu dreiben raus zugehen. Und alleine Wohin zu fahren.
Aber ich mag es nicht, und wenn ich wohin fahre dann nur mit bekleidung, aber da noch nicht mal gerne.
Du kannst dich "Glücklich" schätzen, das du so gute Hilfsmittel gefunden hast. WAR BESTIMMT NICHT LEICHT
Benutzeravatar
Kristin
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 5
Alter: 33
Registriert: 04 Apr 2007 06:37
Wohnort: Waldheim
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Har- Stuhinkontinenz/ Inkomplette Querschnittslähmung
Hilfsmittel: Einlagen

Beitrag #9 von Matti » 07 Apr 2007 10:14


Hallo,

es steht doch ausser Frage, dass das beste Hilfsmittel gerade gut genug ist. Dies war ja auch nicht mein Ansatz.

Willi, du wiedersprichst dir in deinem Beitrag eigentlich selbst. Du schreibst: "Zu dem Problem der Insulinzuführung (Insulinpumpe) mit Katheter, kommt noch das Tragen der Windeln".

und zwei Sätze weiter:

"Fest steht, eine gute Windel ist das A+O im täglichen Leben".

Damit ich nicht wieder fehlverstanden werde. Ein gutes, qualitativ hochwertiges Hilfsmitttel ist natürlich einem minderwertigerem vorzuziehen.

Viel, viel besser währe es allerdings, wenn du auf Windeln ganz verzichten könntest, oder sie nur noch als Schutz im Notfall verwenden müsstest.

Und hier gibt es Möglichkeiten, glaube mir das! Dies würde dir ein vielfaches an Lebensqualität zurückgeben, dein soziales Leben ganz entscheidend erweitern.

Gruß

Matti
Benutzeravatar
Matti
 
 

Beitrag #10 von Kristin » 07 Apr 2007 11:40


Hallo erstmal.


Matti ich verstehe dich nicht, wie soll ich je auf das Hilfsmittel verzichten können, denn dann wäre meine Lebensquallität noch mehr eingeschreckt. Denn ich kann den Harn und Stuhl gar nicht mehr halten.

Ich weis nicht ob du das verstehen kannst wenn man dir sagt das sein Privatleben sehr eingeschrenkt ist wenn man nicht mal mehr auf dem Normalsten Wege seine Blase und seinen Darm entleeren kann.

Ich weis natürlich das es schöner und besser wäre wenn man auf der Artige Hilfsmittel verzichten kann, aber wenn es nicht geht dann geht es nicht.

Sag mal Matti, bist du selber davon befallen?
Ich will dir nicht zu nahe treten, aber wenn dann wüsstest du doch das man auf Hilfsmittel Kaum oder gar nicht verzichten kann.
Wenn du selber betroffen sein solltest, dann tut es mir Leid das ich dich in Frage gestellt habe. Denn das steht mir nicht zu. Ich weis nicht wie du damit umgehst.
Ich will dich auch nicht einschrenken in deinen Denken. Aber glaub der Artiger verzicht oder kaum Verwendungen von Hilfsmitteln, ist bei Einer Nervenschädigung nicht möglich, man muss, ob man will oder nicht auf Hilfsmittel zurück greifen.

Gerade bei einer Inkompletten Querschnittslähmung, ist es geradezu unmöglich, Denn sowie der Schließmuskel der Blase wie auch der vom Darmausgang kann sich nicht mehr Kontrollieren Lassen, und ich kann mir gut vorstellen das es bei Willi seiner Nervenschädigung ähnlich ist. denn wenn eine derartige Schädigung der Nerven vorliegt, dann kann man so gut wie nichts mehr dran ändern, so toll man auch will.
Benutzeravatar
Kristin
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 5
Alter: 33
Registriert: 04 Apr 2007 06:37
Wohnort: Waldheim
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Har- Stuhinkontinenz/ Inkomplette Querschnittslähmung
Hilfsmittel: Einlagen

Nächste

Zurück zu Stuhlinkontinenz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron