Stuhlinkontinenz nach Analfistel OP

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Stuhlinkontinenz nach Analfistel OP

Beitrag #1 von schütze0815 » 05 Okt 2007 21:22


Hallo Leute,
ich bin neu hier und bin die Ehefrau des Betroffenen.

Meinem Mann ist im Januar das erste mal ein Abszess am Hintern, direkt oberhalb des Afters, entfernt worden, der von einer Analfistel ausgelöst wurde. Durch die betreffende Fistel wurde zu dem Zeitpunkt ein Faden gelegt und erst im März wurde die Fistel gespalten. Nach etlichen Nachuntersuchungen hatte sich im Juli erneut die Fistel gebildet. Dies war ein Schock für uns beide, da mein Mann immernoch unter Schmerzen litt.

Im August wurde wieder erneut erstmal ein Faden durch die Fistel gelegt und vor ein paar Tagen wurde die Fistel, die durch den inneren und äußeren Schließmuskel verlief und sehr weit oben im Schließmuskel war, entfernt. Dazu wurde der Schließmuskel durchtrennt und der Fistelbetroffene Teil des Schließmuskels entfernt. Der verbleibende Schließmuskel wurde wieder zusammengenäht. Damit der Schließmuskel sich erstmal erholen kann, wurde meinem Mann ein Venenkatetar gesetzt, über den er künstlich ernährt wird. Nach 3 Tagen wurde er mit Suppe wieder an das normale Essen rangeführt. Noch am gleichen Tag, als er dann mal nur Wasserlassen wollte auf Toillette (im Stehen versteht sich, da er sich noch nicht hinsetzen kann), kann ohne Vorankündigung flüssiger Stuhl aus dem After. Mal ganz davon abgesehen, das die Klamotten in Mitleidenschaft gezogen wurden, war es vor allem die Psyche meines Mannes, die einen derben Schlag erlitten hat.

Er wurde natürlich sofort wieder auf künstliche Ernährung gesetzt, aber unsere Sorge ist jetzt, was passiert später. Irgendwann muß er ja wieder essen und er kommt auch irgendwann aus dem Krankenhaus. Muß er dann immer Einlagen tragen? Und man riecht das doch bestimmt auch? Hilft Beckenbodengymnatik nach so einem Eingriff?

Ich weiß gar nicht wie ich ihm helfen kann, daher hab ich mich hier angemeldet und hoffe, das irgendwer was positives aus eigener Erfahrung berichten kann. Aber ich bin natürlich für alle Tipps und Zusprüche offen.

Vielen Dank im voraus an alle, die sich die Zeit für diesen enormen Text genommen haben.

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Re: Stuhlinkontinenz nach Analfistel OP

Beitrag #2 von papa0861 » 05 Okt 2007 22:31


schütze0815 hat geschrieben:Er wurde natürlich sofort wieder auf künstliche Ernährung gesetzt ......



da frage ich mich, warum?......


hallo schütze,

ich glaube, du schießt hier mit kanonen auf spatzen.

nur, weil man sich einmal in die hosen gemacht hat, einen solchen leidensdruck heraufzubeschwören?

daß nach solch einer op mal was nicht seinen geregelten gang geht, ist doch vollkommen normal.

hier hilft in erster linie bestimmt ein vertrauensvolles gespräch mit dem behandelnden arzt.

der kann dir deine fragen mit sicherheit erschöpfend beantworten und auch gegebenfalls ängste nehmen und ratschläge aufzeigen.

ich kann mir vorstellen, daß deinem mann die schnippelei am po viel peinlicher war, als der unwillentliche stuhlverlust.

diese antwort wirst du mit sicherheit hier immer zuerst hören. an erster stelle steht der arzt. der ist euer ansprechpartner.

außerdem gibt es in jeder stadt irgendwelche apotheken oder rehahäuser.

dort sollten deine ersten ansprechpartner sein.

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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Geduld ist eine Tugend

Beitrag #3 von schütze0815 » 06 Okt 2007 20:14


Hallo Jürgen,
danke für deinen schnellen Rat. Sicherlich hast du Recht, das der Arzt immer der erste Ansprechpartner in solchen Sachen ist. Nur habe ich leider vergessen zu sagen, das der Arzt schon vor der OP gesagt hat, das die Möglichkeit besteht, das mein Mann nach der OP den Stuhl nicht mehr vollständig kontrollieren kann, deshalb war es so ein Schock, als der flüssige Stuhl so unkontrolliert abging, also quasi die Prophezeiung des Arztes sich anscheinend bewahrheitet hat.
Aber nichts desto trotz müssen wir sicherlich die Zeit etwas abwarten. Aber Geduld ist manchmal schwer aufzubringen, wenn man in einem Thema so unerfahren ist. Da will man alles sofort erfahren. Nur müssen wir ja erstmal erfahren, inwiefern und ob überhaupt Inkontinenz eintritt.
Trotzdem nochmals danke und wir werden uns vielleicht wieder hier sehen, wenn mein Mann erstmal aus dem Krankenhaus raus ist.
LG
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Beitrag #4 von Leila » 10 Okt 2007 21:54


Hallo Schütze,

Mir ist leider ähnliches passiert :( . Und ich kann sehr gut verstehen, daß Dein Mann Angst hat. Natürlich ist das ein Schock, aber wie schon gesagt, ist jetzt erst mal Geduld angesagt. Es muß ja erst mal richtig heilen. Später wird sich schon zeigen, ob die OP ein Erfolg war. Ich drück Euch jedenfalls ganz fest die Daumen :P .
Sollte er weiterhin Schwierigkeiten haben, und tatsächlich, wieder Erwarten, eine Inkontinenz bestehen bleiben, dann möchte ich Euch trotzdem ein wenig trösten. Hier gibt es einige Leute, die damit ganz prima leben. Zudem gibt es da ja noch die Ärzte, die auf so was spezialisiert sind, denen fällt dann sicher auch noch das eine oder andere ein.
Und glaube mir, es gibt immer Möglichkeiten, auch wenn man anfangs denkt, daß man das nie schaffen kann . Aber es ist zu früh, darüber zu sprechen, denn jetzt heißt es erst mal abwarten.
Viel Glück und gute Besserung wünscht Euch
Leila
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