Hilfe bei Schmierstuhl

Du hast mit Darmschwäche, Stuhlinkontinenz oder sonstigen Darmproblemen zu kämpfen? Hier bist Du richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, Marco N., Georges

Hilfe bei Schmierstuhl

Beitrag #1 von Marc » 05 Mär 2008 00:20


Hallo zusammen,

ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Ich habe seit etwa 2 Jahren gelegentlich jucken am After und teilweise Probleme mich nach dem Stuhlgang zu säubern. Ich benötige sehr lange, bis ich den Afterbereich gesäubert habe. Innerhalb von zwei bis drei Stunden nach dem Stuhlgang merke ich aber immer wieder ein schmieriges Gefühl am After und stelle bei erneutem säubern fest, dass der After leicht verschmiert ist. Beim Stuhlgang habe ich dann zuvor aber immer das Gefühl, dass der Darm nicht vollständig entleert wurde. Wenn ich ausnahmsweise mal sehr harten Stuhl habe, habe ich dieses Problem nicht, kann mich leicht säubern und es kommt auch nichts nach.

Mein Hausarzt hat mich an einen Chirurgen überwiesen, der sich auf Enddarmerkrankungen spezialisiert hat. Dieser Diagnostizierte Hämhoiriden und eine undichtigkeit des Schließmuskels. Die Hämhoiriden hat er ambulant behandelt, meinte aber gegen die undichtigkeit könne man nichts machen außer vielleicht die Muskulatur trainieren.

Mich stellt diese Aussage aber nicht zufrieden. Ich bin immerhin erst 21 Jahre alt und diese Probleme sind erst vor einiger Zeit aufgetreten. Gibt es wirklich keine Möglichkeit das wieder in den Griff zu bekommen?

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Mich belastet das ganze sehr.

Gruß
Marc
Benutzeravatar
Marc
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 18
Alter: 32
Registriert: 05 Mär 2008 00:08
Wohnort: Köln
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Darminkontinenz

Beitrag #2 von Helmut » 08 Mär 2008 16:10


Hallo Marc,

dass sehr stark ausgeprägte Hämorrhoiden eine Undichtigkeit des Schließmuskels verursachen kann, das ist bekannt. Denn die Hämorrhoiden sind das innere Polstergewebe welches zum inneren Schließmuskel gehört und bei krankhafter Vergrößerung als Hämorrhoiden bezeichnet werden. Werden diese Hämorrhoiden dann Entfernt oder Verödet, dann können Narben zurück bleiben, welche sich negativ auf die Dichtigkeit des Schließmuskels auswirken können.

Konservativ kann der Schließmuskel in seiner Verschlußkraft durch Beckenbodentraining und durch die Behandlung mit einer Elektrostimulation gestärkt werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, so kann auch eine operative Behandlung erfolgen. Dabei gibt es mehrere Wege die aber von der Ausprägung der Undichtigkeit abhängig sind. So kann z.B. der Schließmuskel mit einem Silikongel unterspritzt werden, er kann operativ gestrafft werden oder in einigen Fällen auch mit Hilfe einer Art Schrittmacher zur verstärkten Kontraktion angeregt werden.

Du siehst also, dass durchaus einige unterschiedliche Behandlungswege zur Verfügung stehen. Dass dich das ganze auch sehr belastet, das kann ich gut verstehen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

Beitrag #3 von Marc » 08 Mär 2008 16:23


Hallo Helmut,

vielen Dank für deine Antwort. Du hast mir damit schon sehr weitergeholfen.
Ob meine Hämorrhoiden stark ausgeprägt waren weiß ich nicht. operiert wurde ich jedenfalls nicht. Die Behandlung erfolgte ambulant und ging auch recht schnell und schmerzfrei. Was er genau gemacht hat, sagte mir der Arzt leider nicht.

Probleme mit Schmierstuhl hatte ich aber bereits vor der Behandlung. Wie ich meine aber nicht so stark.

Ich habe zwischenzeitlich auch an vielen Stellen im Netz bereits gelesen, dass die Ärzte in Bezug auf eine Undichtigkeit des schließmuskels verschiedene Möglichkeiten haben und eine Beckenbodengymnastik nach Anleitung und mit anfänglicher Überwachung erfolgen sollte. Mein Arzt hat mir jedoch nur einen vorgefertigten Zettel gegeben auf dem Stand, dass die Undichtigkeit nicht behandelt werden kann, ich meine Ernährung umstellen sollte und 100 mal pro Tag die Gesäßbacken für 7 Sekunden zusammenkneifen soll um den äußeren Schliemuskel zu stärken.

Ich finde, dass dort eine bessere Beratung des Arztes angebracht gewesen wäre. Auch in Hinblick auf diese Elektrostimulationen. Werden diese Behandlungsmethoden eigentlich von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen?

Lieben Gruß
Marc
Benutzeravatar
Marc
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 18
Alter: 32
Registriert: 05 Mär 2008 00:08
Wohnort: Köln
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Darminkontinenz

Beitrag #4 von Helmut » 08 Mär 2008 16:38


Hallo Marc,

na da hat dich dein Arzt aber schön im Regen stehen lassen wenn er dir nichtmal sagt was er gemacht hat und dann noch sagt, da kann man nix machen.

An deiner Stelle würde ich zu einem anderen Arzt bzw. zu einem Proktologen gehen und mich nochmal gründlich durchchecken lassen. Beckenbodentraining und Elektrostimulation gibt es auf Rezept, das kann dir der Proktologe verordnen.

Klar spielt auch die Ernährung eine große Rolle, besonders wenn man zu wenig an Ballaststoffen zu sich nimmt und der Darm zu träge wird. Denn durch starkes Pressen und durch die häufige Einnahme von Abführmitteln können die Hämorrhoiden begünstigt werden.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

Beitrag #5 von Marc » 08 Mär 2008 16:51


Hallo Helmut,

Wie gesagt wurde mir dieser Chirurg von meinem Hausarzt genannt, mit dem Hinweis, dass er auf Enddarmerkrankungen spezialisiert sei. Ich hoffe mal, dass mein Hausarzt mir noch einen anderen Doktor empfehlen kann, der mir bei meinem Problem eher weiterhelfen kann.

Ich hoffe wirklich, dass es bei mir noch eine Chance auf vollständige Heilung gibt.

Gruß
Marc
Benutzeravatar
Marc
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 18
Alter: 32
Registriert: 05 Mär 2008 00:08
Wohnort: Köln
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Darminkontinenz

Beitrag #6 von Helmut » 08 Mär 2008 17:01


Hallo Marc,

dass du wieder Geheilt wirst, davon gehe ich jetzt einmal aus, da deine Stuhlinkontinenz ja nicht sehr stark ausgeprägt ist.

Ich habe mal eine Adresse von einem Enddarm Zentrum rausgesucht. Es ist zwar etwas weiter weg von dir, ist in Mannheim, aber die Leute dort verstehen ihr Handwerk.

http://www.enddarm-zentrum.de/

Du kannst dir ja mal die Seite anschauen und vielleicht auch mal dort anrufen.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

Beitrag #7 von Marc » 08 Mär 2008 17:32


Hallo Helmut,

vielen Dank für deine Hilfe. Ich werde mir die Seite mal genau ansehen. Erstmal werde ich nach einem Arzt hier vor Ort ausschau halten. Wenn dieser auch nichts machen kann, werde ich mal mit Mannheim telefonieren.

Deine Zuversicht bezüglich einer Heilung stimmt mich schon besser. Nachdem der Arzt mir mitteilte, dass die Schwäche nicht behoben werden kann, war ich schon zeimlich fertig.

Gruß
Marc
Benutzeravatar
Marc
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 18
Alter: 32
Registriert: 05 Mär 2008 00:08
Wohnort: Köln
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Darminkontinenz

Beitrag #8 von Lichtblitz65 » 21 Mär 2008 22:23


Es ist besch... , ohne brauchbaren Rat alleine gelassen zu sein. Mein Arzt sagte mir, man könne zwar operativ behandeln (mit elektr. Stimulation der Nerven, die den Muskel anregen), das sei aber nur der Weisheit allerletzter Schluß. Wichtig und nötig sei eine durch Nahrung zu beeinflussende feste Konsistenz des Stuhlganges (Verzicht auf Alkohol, bes. Bier), Disziplinierung zu regelmäßigem Stuhlgang (wie?), Elektrostimulation mit Bio-Feeback-Verfahren (aussichtsreich) und Beckenbodentraining. Letzteres ist sehr mühevoll und dauert lange bis zum Erfolg, ist aber wohl die vernünftigste Therapie: Anleitung durch versierten Therapeuten. Als Literatur empfehle ich Betina Cantieni "Tigerfeeling". Was sie schreibt klingt zwar sehr unwahrscheinlich und zuviel versprechend, dennoch es funktioniert sehr wahrscheinlich, nicht entmutigen lassen!!!!! Bei Harninkontinenz ist das mit mit Sicherheit erfolgreich (ich habe es selber gemacht), und weil die Stuhlinkontinenz im gleichen Bereich Probleme macht, wird die Beckenbodengymnastik beim Stuhl auch gut sein. Vorsicht: Beckenboden hat nur bedingt etwas mit Bauchmuskeln zu tun, deshalb das Buch genau lesen und täglich mindestens eine Stunde über den Tag verteilt üben, üben, üben,..... .
Benutzeravatar
Lichtblitz65
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 4
Alter: 79
Registriert: 10 Feb 2008 14:07
Wohnort: Krs Recklinghausen
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Stuhlinkontinenz

Beitrag #9 von Marc » 29 Sep 2008 22:46


Hallo zusammen,

ich wende mich nochmals an euch, da ich mir ncith mehr zu helfen weiß. Ich war nun neben meinem Hausarzt bei zwei Proktologen / Chirurgen.
Beide haben an den Hämhoiriden herumgedoktort, aber nichts hat einen Erfolg gebracht.

Ich leide nach wie vor unter diesem Nachschmieren nach dem Stuhlgang, oftmals auch unter Juckreiz und sogar Schmerzen beim Stuhlgang.

Zwischenzeitlich wurden sogar Pilze im Darm entdeckt und erfolgreich behandelt. An meinen Sympthomen jedoch hat auch dies nichts geändert.

Daneben leide ich mittlerweile unter fast chronischen Blähungen verbunden mit Bauchschmerzen und sogar Mundgeruch. Ich befürchte, dass das alles irgendwie zusammenhängt. Aber wie es scheint kann mir auch kein Arzt mehr wirklich helfen.

In Bezug auf die Inkontinenz scheinen sich alle einig zu sein, dass man da nichts machen könne. Einen habe ich sogar mal auf die Möglichkeit der Elektrostimulation angesprochen. Er hielt jedoch nichts davon.

Das ganze Thema belastet mich sehr. Es führt dazu, dass ich mich sozial vollkommen zurückziehe und allmählich in Depressionen versinke.
Ich sehe keinen Ausweg mehr.

Kennt hier vielleicht noch jemand einen guten Arzt in Köln oder näherer Umgebung, der mir weiterhelfen könnte? Mein Hausarzt möchte mich nur wieder an den ersten Überweisen, der mich bereits als unheilbar eingestuft hat.

Gruß
Marc
Benutzeravatar
Marc
(Themenstarter)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
Standardautor (min. 15 Beiträge)
 
Beiträge: 18
Alter: 32
Registriert: 05 Mär 2008 00:08
Wohnort: Köln
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Darminkontinenz

Schmierstuhl

Beitrag #10 von Lichtblitz65 » 08 Nov 2008 20:00


Ich habe am 21. März 2008 berichtet, daß ich versuche, den Beschwerden mit Beckenbodentraining beizukommen.
Ich wusste, daß unser Körper durch Training nicht nur gestärkt, sondern auch, daß die Steuerung sonst unwillkürlicher körperlicher Prozesse durch Übung beeinflusst werden kann. Zwischendurch las ich in dem jeweils mittwochs erscheinenden sehr informativen wissenschaftlichen Teil der FAZ, daß es von einem Schlaganfall Betroffenen möglich ist, durch Übungen die Steuerung zuvor bewegungsunfähiger Extremitäten „umzuprogrammieren“ bzw. Nerven dafür zu reorganisieren (ich gebe sinngemäß wieder, ohne mich dafür zu verbürgen)..
Ich habe also abends 30 / 40 Minuten lang Beckenbodentraining betrieben. Das hat mit dem Training der Bauchmuskulatur wenig oder nur bedingt zu tun. Beckenboden ist der Bereich der Muskulatur, der den Bauchbereich nach unten abschließt und ihn so daran hindert, tiefer nach unten zu sinken aber auch dabei hilft, die Darm-, Harn- und Genitalöffnungen zu verschließen oder freizugeben. Zur Vertiefung habe ich eine ältere Ausgabe von Betina Cantieni (Tigerfeeling) gelesen (es gibt auch andere Veröffentlichungen, ganz wichtig: Moshe´ Feldenkrais „Bewusstheit durch Bewegung, nicht nur den betr. Passus lesen, sondern das ganze Buch). Cantieni schreibt sehr enthusiastisch und man ist leicht geneigt ihre Schreibe als großsprecherische Spinnerei abzutun.
ABER Cantieni HAT RECHT. Ich weiß nun nicht, was sie in einer neueren Ausgabe schreibt. Am besten ist, man läßt sich von einem versierten Krankengymnasten einweisen und gönnt ihm das Geld, wenn er sein Handwerk versteht und es hilft.
Nur, wer ist schon versiert, meistens kennen sie Kontinenztraining nur im Zusammenhang mit Rückbildungsgymnastik für Mütter, und das ist weitaus zuwenig.
Fairerweise muß ich erwähnen, daß ich sportlich sehr aktiv bin und deshalb Bewegungsabläufe und auch körperliche Prozesse einigermaßen zutreffend beurteilen kann.
Jedenfalls habe ich meine Übungen (u.a. Feldenkrais-Uhr) etwa 4 Monate durchgehalten, danach habe ich nachgelassen, denn meine Beschwerden waren um etwa 80 % reduziert, so daß ich damit passabel fertig werden konnte. Nach einiger Zeit der Nachlässigkeit traten die „Malheurs“ aber wieder stärker auf, immer dann, wenn ich die morgendliche Toilette nicht so genau genommen oder wenn ich mich beim Sport oder im Garten extrem bewegt habe.
Ich habe deshalb vor 5 Wochen wieder mit den Übungen angefangen und bin mit dem Erfolg jetzt wieder sehr zufrieden

Mir hilft diese Therapie und ich denke, anderen auch. Und wenn nicht nicht zu 100 %, --- 60, 70 oder 80 % Besserung sind auch sehr viel. Wer keinen Erfolg damit hat,
- macht es falsch bzw. versteht die Übungen nicht,
- will zu schnell zu viel,
- oder lehnt es ab, weil er sowieso alles besser weiß.
Benutzeravatar
Lichtblitz65
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 4
Alter: 79
Registriert: 10 Feb 2008 14:07
Wohnort: Krs Recklinghausen
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: Stuhlinkontinenz

Nächste

Zurück zu Stuhlinkontinenz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron