Künstlicher Schließmuskel

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Künstlicher Schließmuskel

Beitrag #1 von tuck tuck » 07 Aug 2008 23:19


Hallo Ihr Lieben! :lol:
Mein Schließmuskel ist durch mehrfache Fistel OPs geschädigt, auch schon rekonstruiert. Habe auch Beckenbodenmuskeln trainiert-ohne Erfolg. Dieses Bio-Feedback für den Poppes hat auch nix geholfen. :cry: Wer hat Informationen/Erfahrung zum künstlichen Schließmuskel (ABS). Taugt das was? Oder gibts andere hilfreiche Alternativen?
Bin dankbar für jede Info.
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tuck tuck
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künstlicher Rectum-Schließmuskel

Beitrag #2 von Chris » 09 Aug 2008 21:04


Hallo tuck tuck,

über den künstlichen Schließmuskel gibt es weit auseinander klaffende Berichte und Erfahrungen. Ich bin selbst von voll Inko betroffen und arbeite an einem großen Klinikum in der EDV. Daher habe ich mich verschiedentlich mit Vertretern der unterschiedlichen Chirurgischen Fachrichtungen darüber unterhalten. Auf diesem Weg bekommt man Informationen, die selten für die Öffentlichkeit vorgesehen sind.

Die Urologen bauen so etwas gern ein - aber an der Blase. Das funktioniert oft gut und ist auch nicht Infektionsgefährdet, ebenso die Sakralnerven Stimulation. Aber ... - die Versuche, den Darmschließmuskel genau so zu ersetzen sind sehr oft gescheitert - es gab reichlich Entzündungen oder spätere Abstoßungen. Die Operationsbedingten Schäden sind erheblich und nicht rückgängig zu machen - es ist eine allerletzte Möglichkeit, bei sehr hohem Leidensdruck!!! Diese Einschätzung setzt sich aber erst ganz langsam durch, da die Statistik bekanntlich geduldig ist! und die Anfangserfolge sehr gut waren.

Also - wenn nichts anderes mehr geht - überlegen, aber unbedingt eine Zweit und/oder Drittmeinung einholen. Es besteht ein hohes Risiko für Infektionen, besonders die späten (tauchen dann in keiner Statistik mehr auf) - einige Klinken geben bis zu 50% an (wenn sie ehrlich sind) und die Schäden sind erheblich.

Ich würde immer versuchen, mit Irrigation klar zu kommen und ggf. noch mal eine Rekonstruktion mit einem Stück Oberschenkelmuskel (Grazillisplastik) versuchen.

Noch Fragen ?? - schreib mich an.

Chris
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Beitrag #3 von tuck tuck » 09 Aug 2008 22:22


Dank Dir Chris!

Vielen Dank für die sehr aufschlussreiche Info. Eben weil mir bewusst ist, das Statistiken und Erfolgsberichte von klinischer Seite mit Vorsicht zu genießen sind, habe ich diese Frage hier gestellt.

Machen muss ich jedoch etwas da ich unter ständigen Durchfällen leide und durch die ständige Feuchtigkeit das Rezidivrisiko enorm hoch ist. Vor der letzten OP hing mein Leben am seidenen Faden, die Fistel hatte mich buchstäblich aufgefressen. Nun ist dem Himmel sei Dank seit 2 Jahren Ruhe, aber ich hab halt Angst das da wieder was kommt, so will ich nie wieder leiden, nur noch Schmerzen und Fieber. (Soviel zum Leidensdruck).

Ich werde mich bezgl. Deiner Alternativvorschläge kundig machen.

Also nochmals vielen Dank

Tuck Tuck
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Beitrag #4 von Helmut » 10 Aug 2008 18:03


Hallo tuck tuck,

ein künstlicher Schließmuskel wie das Analband von A.M.I. ist durchaus eine brauchbare Behandlung bei Stuhlinkontinenz und würde in deinem Fall bestimmt auch helfen. Eine Grazillisplastik OP würde ich dagegen nicht empfehlen, da diese nur für wenige Fälle wirklich hilfreich ist, eine hohe Komplikationsrate aufweist und dazu noch sich nachteilig auswirken könnte, wenn du Sport treibst.

Das Analband wird zum Beispiel an der Kreisklinik Ottobeuren von Prof. Dr. U. Baumgartner implantiert, auch die Deutschandvertretung von A.M.I. ist nur etwa 30 km von mir weg.

Als alternative konventionelle Behandlung kann ich dir die Irrigation empfehlen, diese mache ich selber schon seit fast 13 Jahren.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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