Vorstellung und Frage zu InterStim

Du hast mit Darmschwäche, Stuhlinkontinenz oder sonstigen Darmproblemen zu kämpfen? Hier bist Du richtig!

Moderatoren: Helmut, Benjamin, Marco N., Georges

Vorstellung und Frage zu InterStim

Beitrag #1 von grinsekatze » 05 Okt 2009 13:11


Hallo zusammen,
bin am Anfang von einigen Untersuchungen. Beim letzten Besuch sagte mir der Arzt, dass bei mir ein mechanischer Defekt des Schließmuskels vorliegt. Vermutlich durch den Dammschnitt bei der Geburt meiner Tochter vor 34 Jahren.
Unabhängig von den Ergebnissen noch ausstehender Untersuchungen empfahl er mir,mich mit der InterStim_therapie auseinanderzusetzen.
Hat da jemand Erfahrung mit? Macht sich auf den Grad der Behinderung bemerkbar?Momentan wg, anderer Sachen Grad 40.
Und nun zu mir: Bin 53 und weiblich.Seit mind. 4 Jahren Stuhlinkontinent. Wegen anderer Beschwerden bin ich Mache aktiv Sport- dieses Jahr 3 Halbmarathons gelaufen, vor 4 Jahren meinen 1. Marathon. Nein keine Ehrfurcht: bin eine Rennschnecke. Auf den Läufen helfe ich mir immer mit nix essen und Immodium. Geht aber auf den Kreislauf. Ansonsten habe ich schon gewaltige Probleme - nicht nur beim Laufen.

Liebe Grüße Eure Grinsekatze[/i]
Benutzeravatar
grinsekatze
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 9
Alter: 61
Registriert: 05 Okt 2009 09:36
Wohnort: NRW
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Stuhlinkontinenz

Beitrag #2 von Helmut » 05 Okt 2009 17:49


Hallo Grinsekatze,

ein mechanischer Defekt des Schließmuskels kommt bei Geburten häufiger vor, da bist du hier im Forum nicht die einzige. Die Gudrun hier bei uns im Forum hatte ihre Stuhlinkontinenz ebenfalls durch eine Beschädigung des Schließmuskels bei der Geburt erlitten.

Die Therapie mit dem InterStim Implantat ist sicherlich eine der opterativen Optionen, um die Stuhlinkontinenz zu beseitigen. Eine weitere Methode wäre dann ein künstlicher Schließmuskel wie das Analband von A.M.I. das dann die Aufgabe des Schließmuskels übernimmt. Von einer weiteren Operationsmethode, der sogenannten dynamischen Grazilisplastik solltest du unbedingt Abstand nehmen, da hierbei ein Muskel aus dem Oberschenkel verwendet wird und bei deiner sportlichen Betätigung hinterher vermutlich einige Probleme bereiten kann.

Bevor du aber über operative Behandlungsmethoden nachdenkst, solltest du dich mit den konvenionekllen Methoden wie etwa der Irrigation auseinander setzen. Ich selber bin seit etwa 18 Jahren Harn- und Stuhlinkontinent und mache schon viel Jahre sehr erfolgreich die Irrigation. Dabei wird der Darm jeden Tag mit Wasser ausgespült, so dass du danach etwa für 24-30 Stunden zu 95% keine "Unfälle" hast.

Der Grad der Behinderung wird ja danach bestimmt, in wieweit dich die Behinderung, in dem Fall die Stuhlinkontinenz in deinem Alltag einschränkt. Ich denke aber nicht, dass sich so eine Operation nennenswert auf den Grad der Behinderung auswirkt.

Übrigens solltest du das Imodium weglassen und nur noch selten nutzen, denn der Darm gewöhnt sich daran und irgendwann wirkt es nicht mehr. Günstig haben sich auch die indischen Flohsamenschalen zur Stuhlregulierung erwiesen, ich nehme davon auch täglich 2 Eßlöffel voll.

Liebe Grüße Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R

Beitrag #3 von grinsekatze » 06 Okt 2009 09:49


Hallo Helmut,
danke für die Infos. Bin trotz Deiner lieben Worte aber doch ein bißchen verzweifelt und könnte nur heulen. Jezt jeden Tag mir einen Einlauf machen zu müssen ist ne grauenhafte Vorstellung. Ich ekel mich ja jetzt schon vor mir selber und dann noch das..Ja ich weiß , das das alles kein Vergleich zu dem ist, was ich momentan mitmache, aber trotzdem...
Ich warte erstmal die weiteren Untersuchungen ab. Heute muß ich zur Analmenometrie.
Aber was mein Arzt mir auch schon mal vorab sagte, dass ich unabhängig von allem Beckenbodengymnastik machen sollte. Aber nur bei einem Therapeuten der/die es kann und gelernt hat.

Was soll ich denn den Therapeuten fragen was und wie er/sie die Beckenbodengymnastik erlernt hat? Jeder Physiotherapeut wird mir doch von sich selber sagen "klar ich ich mit Ihnen BBG machen". Man will ja gerne einen neuen Patienten haben.
Liebe Grüße von der Grinsekatze
Benutzeravatar
grinsekatze
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 9
Alter: 61
Registriert: 05 Okt 2009 09:36
Wohnort: NRW
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: Stuhlinkontinenz

Beitrag #4 von Helmut » 06 Okt 2009 16:21


Hallo grinsekatze,

glaube ich dir gern, dass dir der Gedanke an den täglichen "Einlauf" schon etwas schaudern lässt, aber es ist halb so schlimm und du gewöhnst dich auch bald daran. Bei mir hat es auch ein paar Wochen gedauert bis ich mich endgültig überwunden hatte, die Irrigation zu machen. Du solltest aber trotzdem deinen Arzt auf die Irrigation ansprechen und dir so eine IrrimaticR Pumpe aufschreiben lassen.

Beckenbodentraining ist sicher ein gutes Mittel, deinen Schließmuskel mit zu stärken, die Übungen solltest du auf alle Fälle probieren.

Um gute Therapeuten zu finden, fragst du am besten bei einer Klinik mit Beckenbodenzentrum in deiner nähe an, die nennen dir die Therapeuten, welche eine spezielle Ausbildung für Beckenbodenübungen in Verbindung mit Inkontinenz haben.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
Benutzeravatar
Helmut
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 1996
Bilder: 7
Alter: 53
Registriert: 01 Dez 2002 01:59
Wohnort: Augsburg
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Partner: ledig
Art der Inkontinenz: Harn und Stuhlinkontinenz
Hilfsmittel: Attends Regular M10 Windelslips, Irrigation mit Irrimatic R


Zurück zu Stuhlinkontinenz

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron