Infos zur Irrigation erbeten

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Infos zur Irrigation erbeten

Beitrag #1 von Stefan82 » 17 Okt 2010 12:08


Hallo zusammen :-) .

Ich habe von einer Weile mal nach der Möglichkeit der Irrigation und Darmmanagement gefragt. Habe auch einig hilfreiche Antworten erhalten.
Ich habe es anfänglich mit Flohsamen probiert, bin dann aber doch bei Weizenkleie hängen geblieben. Hat bei mir einfach einen besseren Effekt als der Flohsamen.
Doch leider habe ich immer noch meine Phasen (leider zu oft :cry: ), wo das nicht viel bringt. Deshalb habe ich mich jetzt entschlossen, die Irrigation hinzuzuziehen, um mir in den „gefährlichen Zeiten“ einfache Ruhe zu verschaffen.
Daher bitte ich euch um praktische Ratschläge bzw. um eure Erfahrungen. Gelesen habe ich schon einiges darüber und mit meinem Arzt habe ich auch schon gesprochen. Allerdings weiß ich immer noch nicht welche Systeme die „am geeignetsten“ für mich wären. Es gibt ja da ganz einfache aus dem Sanihaus und dann die teureren von Coloplast und so… Wie werden die gewartet/ gereinigt?
Sind das Einmalteile die „hinten “ reinkommen oder mehrfach, zum auskochen, wie ich auch schon gelesen habe. Also was macht ihr und was hat sich bewährt und wovon ist eher abzuraten?
Ach so, wenn ihr noch was zur Übernahme der einzelnen Systeme bezüglich der Krankasse sagen könnten, wäre das auch echt super.

Vielen Dank schon mal im Voraus und viele Grüße,

Stefan
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Stefan82
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Beitrag #2 von Helmut » 17 Okt 2010 18:21


Hallo Stefan,

gut wenn bei dir mit Weizenkleie bessere Ergebnisse erzielen lassen als mit indische Flohsamenschalen, dann ist das auch ok.

Dein Entschluss die Irrigation zu machen ist sicher eine gute Entscheidung, ich mache die Irrigation inzwischen schon gut 15 Jahre mit gutem Erfolg. Sicher ist auch hier kein hundertprozentiger Erfolg garantiert, aber bis zu 95% kommst du schon hin.

Meine Erfahrungen dazu hast du bestimmt schon im Forum gelesen, habe eine Menge dazu geschrieben. Manche "bösen Zungen" hier im Forum behaupten sogar dass ich der Irrigations-Guru hier bin. :mrgreen:

Welches System für dich am besten geeignet ist, das lässt sich nicht so leicht sagen. Eines vorne weg, das "beste" Irrigationssystem gibt es nicht, alle Systeme haben irgendwo ihre Vor- und Nachteile. Folgende Punkte sind für die Auswahl des passenden Systems wichtig:
    Wie sieht es mit deiner Handmobilität aus?
    Kannst du die Irrigation ohne fremde Hilfe selber machen?
    Machst du die Irrigation immer Zuhause oder bist du viel unterwegs z.B. mit dem Flugzeug oder in Hotels?
    Hat dein Schließmuskel eine normale Verschlußkraft oder ist diese eher gering?

Anhand dieser paar Punkte kannst du ein für dich passendes System auswählen. Wenn du praktisch nur Zuhause die Irrigation machst und dein Schließmuskel eine gute Verschlußkraft hat, dann würde ich dir zu der IrrimaticR Pumpe von B.Braun raten, da diese zwar in der Anschaffung teuer ist, die Unterhaltskosten sehr gering (Rektalkatheter mit Konus sind mehrfach verwendbar) sind und auch sich gut reinigenm lässt. Bist du dagegen viel unterwegs mit Übernachtungen im Hotel oder auf Flugreisen, dann sind Beutelsysteme wie das von Qufora besser geeignet, da diese nur wenig Platz brauchen und der Rektalkonus mehrfach verwendet werden kann. Ist dein Schließmuskel geschwächt und deine Handmotorik eingeschränkt, dann bieten sich Systeme mit Ballondarmrohren wie etwa das von Coloplast an. Hier ist aber zu bedenken, dass die Unterhaltskosten recht hoch sind, da die Rektalkatheter hier Einmalprodukte sind.

Du siehst also, es kommt immer auf deine persönliche Situation an, eine klare Aussage was das beste für dich ist, kannst nur du selber entscheiden.

Im übrigen werden alle genannten Systeme von den GKV's bezahlt. Du kannst auch mal bei uns im Downloadbereich schauen, da sind weitere Informationen zu Irrigationssysteme zu finden.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Irrigationssystem

Beitrag #3 von Chris » 18 Okt 2010 07:24


Hallo Stefan, Hallo Helmut,

ich verwende ja nun schon recht lange das Coloplast System und möchte kurz meine Erfahrungen beitragen.

Es ist richtig, dass die Rektalkatheter als Einmal Produkte gelten, aber ... ich verwende die so lange, bis der Ballon nicht mehr geht / kaputt ist, das kann auch schon mal mehr als eine Woche sein. Nach Gebrauch gut abgespült ist das (meine ich) auch ausreichend hygienisch - da unten ist es ja nicht Keimfrei!!. 2-3 mal im Jahr brauche ich einen neuen Beutel / Schlauchsystem und die Handpumpe hält so 12-18 Monate. Dadurch halten sich auch für die Kasse die Kosten in Grenzen und ich kann bislang nicht klagen.

Was den Erfolg angeht, so habe ich max 1-2 mal die Woche ein "Problem" - besonders, wenn ich den gewohnten Ablauf/Rythmus verlasse. Es ist aber auch stark von meinem Befinden abhängig - eine Grippe kann da schon fatal sein, ebenso aber auch besonderer Stress oder Aufregung.

Insofern - ich will mich nicht beschweren, solange es nicht schlechter wird, kann ich gut damit leben (und arbeiten!!) und meine Umgebung bekommt ohnehin praktisch nichts mit - dank guter "Versorgung".

In diesem Sinne - machts gut

Chris
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Beitrag #4 von Kartenlegerin » 04 Feb 2012 21:28


Mir ist ein Rätsel, wie Du den Katheder eine Woche lang nehmen kannst.
Ich habe einen Katheder 2 mal hintereinander ... innerhalb von wenigen Minuten benutzt und der Ballon ist mir im Darm geplatzt. Das war absolut kein schönes Gefühl!

Gruß
Martina
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Beitrag #5 von Struppi » 05 Feb 2012 20:04


Hallo zusammen,

ich nutze, wie Chris, auch das Coloplast-System und kann ihm nur voll zustimmen. Ich benutze zwar (ich gebe zu, mitunter ist es Verschwendung) einen Katheter pro "Stizung", erreiche aber sehr gute Kontinenz-Ergebisse. Zu ungewollten Stuhlabgängen kommt es höchst selten (außer bei äußeren Einflüssen, zB anderen Erkrankungen).

Mir sind - wie in einem anderen Thread schon mal erwähnt - ebenfalls vereinzelt die Ballons geplatzt, das stellt aber kein Drama dar. Einfach einen neuen Katheter nehmen und gut.

Die neuen Katheter von Coloplast sind zudem für mein Empfinden stark verbessert, weicher, biegsamer, nicht so groß und daher leichter einzuführen und dei Blockung schließt bei mir besser ab.

Gruß

Hannes
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Quali des Coloplast Systems

Beitrag #6 von Chris » 05 Feb 2012 22:04


Hallo Martina,

ich kann Hannes Angaben nur bestätigen - die neuen Katheter sind deutlich besser und angenehmer in der Anwendung.

Zum einen ergibt sich für mich die Frage - hast du einen "Ladenhüter" erwischt ?? - ich verwende die Katheter nach wie vor über mehrere Tage völlig ohne Probleme - die neuen sind noch deutlich besser. Ganz selten, dass mal einer platzt und wenn ist das kein Drama - was passiert da bei dir, dass du das als so schrecklich beschreibst ??

Für mich stellt sich die Frage - wer hat dir das System erklärt und welche grundlegenden Fehler passieren. Auch bei mir ist es so, dass ich Morgens "erst mal in Wallung" kommen muss - also Bewegung in der Senkrechten, ein Kaffee wirkt unterstützend und dann lege ich los und spüle 3-4 Mal. Das dauert ca. 30-40 min. dann bin ich aber abgesehen von leichtem "Nachkleckern von Wasser" und gelegentlichen Unfällen aus anderer Ursache (Erkältung im Anmarsch, Magen-Darm Virus o.ä.) voll "gesellschaftsfähig" - ich arbeite ganz normal meine 8 Std. in der EDV einer großen Klinik. Solange es mir gut geht, trage ich eine Vorlage in einer Netzhose (bin ja auch Harninko!!) oder eine Pants, ganz selten mal geht es mir so, dass ich lieber eine Nachtwindel trage (Abriform X Plus).

Übrigens - die gesamte Versorgung wird von der Kasse bezahlt (abgesehen vom Eigenanteil) und es gibt absolut keine Probleme - immerhin bin ich so arbeitsfähig, was ohne Irrigation kaum gegeben ist. "Einsperren" lassen von der Kasse oder dem Sanihaus - wo kommen wir denn da hin - wir sind erwachsen und haben gewisse Rechte!!!

Also mein dringender Rat - lass dir das gesamte System noch mal in Ruhe erklären - bei Coloplast gibt es auch gute Anleitungen auf der Homepage und lass dich nicht von Mohage "verarschen" - die haben schon etliche Prozesse in der Sache verloren und wenn die Dinge wirklich so sind, wie du sie schilderst kommst du mit einem guten Anwalt beim Sozialgericht immer zu einem positive Ergebnis.

Auch ich musste länger mit meiner Kasse kämpfen, als ich keine Abriform X Plus mehr als Kassenleistung bekommen sollte - heute kein Problem und wenn ich da anrufe, dann wird konstruktiv nach einer Lösung gesucht und nicht abgewiegelt!! Hierzu ist es allerdings nötig, möglichst verbindlich zu bleiben, auch wenn man sich noch so ärgert - die Sachbearbeiter haben klare Anweisungen - dann muss eben mal der "Chef dran glauben" - generell kannst du davon ausgehen, dass die wenigsten Mitarbeiter der Kasse oder des Sanihauses selbst wissen, wovon sie reden, geschweige selbst die Gesetzeslage genau kennen - wenn du dich also gut informierst und sachlich aber bestimmt auftrittst, haben die keine Chance!!

In diesem Sinne - Kopf hoch

Compu
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Beitrag #7 von Ramona » 09 Feb 2012 20:54


Hallo zusammen!

Bei mir sind die alten Katheter auch oft geplatzt. Das ist auch bei denen passiert, die mir Coloplast auf Kulanz geschickt hat. Bei dem neuen Katheter ist das bis jetzt noch nicht passiert. Hoffentlich bleibt das auch so.

Ich muss übrigens die Irrigation machen, weil nicht mein Darm nicht wirklich entleert. Das ist vermutlich eine Folge meiner seltenen Erkrankung. Ich mache die Irrigation alle zwei bis drei Tage. Eine Inkontinenz vom Darm liegt aktuell nicht vor. Ich benutze jedes Mal einen neuen Katheter. Das Komplett Set erneuere ich alle sechs Monate, wie auch empfohlen. Durch die starken Einschränkungen der Hände merke ich beim Wechsel vom System schon einen Unterschied.

Da andere Maßnahmen keine richtige Entleerung zur Folge haben bekomme ich das Peristeen und Zubehör von der Krankenkasse finanziert.

Gruß Ramona
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Beitrag #8 von Marilee » 17 Feb 2012 13:05


Hallo zusammen,

ich mach das mit der Irrigation jetzt auch schon lange mit dem Peristeen-System.
Das Problem mit den platzenden Cuffs kenn ich auch zur genüge, die wurden aber immer anstandslos von Coloplast ersetzt.
Die neuen Katheter find ich auch viel besser. Da ist mir bisher noch keiner geplatzt.
Allerdings würd ich eindringlich davon abraten die Dinger mehfach zu benutzen. Aus hygienischer Sicht find ich sowas doch äußerst fragwürdig.
Klar, der Bereich ist nicht steril aber das Material ist einfach nach so einer "Aktion" nicht mehr gerade in einem tollen Zustand.
Auch die Schlauchsysteme sind nach einem Halben Jahr nicht mehr wirklich toll. Den Unterschied merk ich da wie Ramona auch schon deutlich.
Und überhaupt: nichts gegen Sparen, aber irgendwo gibts echt Grenzen, meine Zahnbürste wechsel ich auch nicht blos einmal im Jahr nur weil mein Mund ja keine sterile Region ist....

LG, M.
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Marilee
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