chronische Darm- und Afterschmerzen

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chronische Darm- und Afterschmerzen

Beitrag #1 von wuschel_1962 » 12 Aug 2013 11:17


Hallo,
ich habe seit 2002 ein hinteres IVS-Band nach Petros, eines der ersten Generation, implantiert bekommen aufgrund einer Senkung nach drei Geburten.
Seitdem habe ich starke Schmerzen im Enddarm und im After, eine erkennbare Ursache außer einem Narbenstrang bedingt durch das Band sind nicht erkennbar.
in 2008 wurde der obere Bandanteil entfernt, da er sich durch die Vagina durchdrückte und errodierte. Es dauerte lange, bis das jemand sah trotz zahltreicher Arztbesuche aufgrund von Schmierblutungen. Bei dieser OP erfuhr ich, wie verrufen das IVS-Band ist und wie viele Komplikationen es damit gibt, leider konntn die seitlichen Anteile des Bandes nicht entfernt werden und sind nun noch drin. Die Wunde ist super verheilt, es ist angeblich nichts entzündet und niemand kann mir sagen, warum diese Schmerzen da sind. Es wird vermutet, was eher meine Idee war, dass das Band mit der Narbenbildung den Pudendus-Nerv irritiert. Es hilft nichts, auch keine Elektrostimulation/TENS, Medikamente bleiben wirkungslos. Da ich auf regelmäßigen Stuhlgang angewiesen bin wegen der Schmerzen, kann ich keine "Hammer" nehmen, die ja verstopfen. Ich esse viel Obst, habe einen breiigen Stuhl, der mir, wenn es sehrt eilt, auch mal bis kurz vor den Schließmuskel kommt und ich dann eine, wenn auch winzige Menge, außen am After habe, bevor ich es zur Toilette schaffe. Lasse ich den Stuhl härter werden mit Obstverzicht, habe ich Angst, ich kann nicht mehr so oft auf die Toilette und mit festem Stuhl muss ich drücken und es verschlimmert sich alles noch mehr.
Es ist ein Druck, Brennen, Reißen und Fremdkörpergefühl im Enddarm und After, meist mehr links, teils wie ein "Faden", der sich linbks von oben bis unten ins Rektum zieht.
Mein Proktologe schiebt das Ganze auf den weichen Stuhl, der sich dann angeblich nicht ganz entleeren könnte und die Beschwerden macht. Es dürfe nie was im Enddarm sein, nur kurz vor dem Stuhlgang, ist das so?
Ich bekomme da unterschiedliche Aussagen und Empfehlungen. Ich habe Angst, dass ich noch stuhlkinkontinent werde, da mir das ja teils passiert, wenn ich es nicht schnell genug schaffe. Ist der Schmerz besonders schlimm, kann ich nicht einmal die Beckenbodengymnastik richtig machen, weil ich das Gefühl habe, alles ist total verspannt, was es aber laut dem Biofeedback-Gerät nicht ist. Eine Darmspiegelung ist zwei Jahre nach Bandeinsetzen gemacht worden, Blasenspiegelung, regelmäßige Rektoskopien und Proktoskopien sowie Frauenarztbesuche und Becken-MRTs. Der Schmerz frisst mich auf und meinganzes Leben ist dadurch beeinträchtigt. Ich muss zweimal täglich zum Stuhlgang, damit sich nichts ansammelt, sonst ist es nachmittags gar nicht mehr zum Aushalten. Man denkt oft, da platzt gleich alles auseinander, aber keiner sieht was!
Ich verfluche dieses IVS-Band, dass mich richtriggehend zum Invaliden gemacht hat und niemand kann mir helfen.
Hat hier irgendjemand Erfahrungen mit derartigen Schmerzen oder diesem Band, an dem es ja liegen muss...?
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Beitrag #2 von Helmut » 12 Aug 2013 23:59


Hallo wuschel,

diese Art von Bändern bzw. Netze hat man früher gerne eingesetzt, heute hat man da etwas Abstand davon genommen.

Hast du es schon mal mit den indischen Flohsamenschalen versucht, damit kannst du die Beschaffenheit deines Stuhles anpassen und etwas andicken. Auch die Irrigation könnte was für dich sein, damit kannst du gezielt deinen Darm entleeren.

Wäre vielleicht mal gut, wenn ein Neurologe bzw. Neuroproktologe das mal anschaut inwieweit da die Nerven mit im Spiel sind.

Gruß Helmut
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Beitrag #3 von wuschel_1962 » 13 Aug 2013 13:34


Hallo Helmut,
danke für deine Nachricht. Flohsamen hatte ich schon mal im Visier, mich dann aber nicht getraut, da ich auf meinem zweimaligen Stuhlgang am Tag angewiesen bin wegen der Schmerzen und dann das vielleicht nicht mehr klappt.....
Das mit dem Irrigieren ist so eine Sache, wenn man viel Luft im Bauch hat wie ich. Es bleibt ja immer ein Rest Wasser drin und kommt dann mit, wenn man die Luft gehen lässt :oops:
Mein Hauptproblem sind ja auch die Schmerzen, die ja anscheinend keiner kennt egal wo ich damit war....Dass die Bänder mittlerweile verteufelt werden, habe ich ja gehört, nun habe ich das Ding teilweise noch drin , und keiner kann mir sagen, ob das die Schmerzen macht.
Man hat hier im Forum ja einige Dinge gelesen auch mit dem TVT vorne...
Den Vorschlag mit dem Neuroproktologen finde ich gut, aber wo finde ich so jemand?
Der Pudendusnerv ist anscheinend ein Stiefkind der Medizin und Operationen daran meist zum Scheitern verurteilt, wie man so liest.....
Ich habe wegen der Missempfinduingen und Schmerzen, die ja auch beim Stuhlgang auftreten, eben die Angst vor Inkontinenz,reicht ja, dass weicher Stuhl öfters mal nicht warten kann.Ich bin eben verzweifelt, es kann mir keiner helfen und kennt sich keiner aus.....
Es ist so, dass der Stuhlgang über den Rest den Tages "entscheidet", klappt er gut, ist die Chance größer, aber nicht garanbtiert, das es nachher auszuhalten ist. Drücken ist ganz schlecht, dann wird es schlimm.
Muss denn der Enddarm immer leer sein, wie es mein einer Proktologe sagt?
Liebe Grüße
Wuschel
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Beitrag #4 von Struppi » 13 Aug 2013 15:00


Hallo Wuschel,

ich rate Dir dringend, neben einem Neuro-Proktologen auch einen Schmerz-Therapeuten (im Regelfall Anästhesist) mit ins Boot zu holen.

Deine Angst vor Schmerzmitteln (insbesondere Opiaten) ist z.T. unbegründet, da die Opstipation lediglich zu Beginn der Therapie eintritt und gezielt mit stuhlfördernen oder weichmachenden Präparaten gegengesteuert werden kann. Eine Angst vor Abhängigkeit ist ebenfalls unbegründet, da ein Schmerzpatient keine Rauschwirkung durch derartige Präparate entwickelt.

Gruß

Hannes
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Beitrag #5 von Helmut » 15 Aug 2013 13:36


Hallo Wuschel,

du kannst die Flohsamenschalen, wie Mucofalk normal ohne Bedenken nehmen, sie werden ja verordnet um die Verdauung anzuregen. Je nach der Menge des Wassers was du dazu nimmst, kannst du die Beschaffenheit deines Stuhls ändern. Ich nehme immer zwei Teelöffel auf eine Tasse Wasser, umrühren und gleich trinken.

Hast du die Irrigation schon mal gemacht und wenn ja, wie hast du es gemacht?

Neuroproktologen (Beispiel) findest du am besten in sogenannten Kontinenzzentren, da sind alle Fachrichtungen vertreten welche gemeinsam die Ursachen erforschen und nach Lösungen suchen.

Gruß Helmut
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