Stuhlinkontinenz nach Spinalanästhesie

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Stuhlinkontinenz nach Spinalanästhesie

Beitrag #1 von Mijouhase » 08 Jan 2015 20:58


Hallo,
ich bin ganz neu und suche Leute, die die gleiche Erfahrung gemacht haben.
12/2011 Arbeitsunfall mit Trümmerbruch Sprunggelenk. OP mit Rückenmarksnarkose erfolgte, 2 Tage später Feststellung, dass ich stuhlinkontinent war und das bis heute. Die Ärzte sagten damals, das geht nach 3 - 4 Monaten wieder weg, was nicht der Fall war. Die Ärzte haben sich darum nicht weiter gekümmert, so dass ich allein aktiv wurde: Darmspiegelung, Messungen usw. Die erste Klinik empfahl mir einen Schrittmacher für den Schließmuskel. Das habe ich nicht machen lassen. Die BG hat jetzt selber ein proktologisches Gutachten in Auftrag gegeben, was gerade in Bearbeitung ist. Heute war Abschlussgespräch in der DKD Helios Klinik in Wiesbaden. Anscheinend habe ich einen Mastdarmvorfall, der die Ursache für die Inkontinenz ist. Und somit ist die Rückenmarksnarkose nicht Schuld daran. Die Klinik empfiehlt mir eine OP mit Raffung der Darmwand. Die Ergebnisse der ersten Klinik konnten nicht nachvollzogen werden, und sind anscheinend falsch.
Es geht mir hier um die Anerkennung meiner Stuhlinkontinenz. Vor meinem Arbeitsunfall hatte ich keine Probleme, nach der OP war ich sofort stuhlinkontinent. Jetzt wird das Gutachten der DKD Klinik lauten, dass die Rückenmarksnarkose nicht Schuld daran war, sondern ich unter einem Mastdarmvorfall leide.

Angeblich hatte ich vor meinem Arbeitsunfall schon einen Mastdarmvorfall, nur wusste ich dies nicht. :shock:

Aha, und stuhlinkontinent war ich vor der OP auch schon, nur hab ich davon nichts gemerkt. :?

Folglich bleibe ich auf dem Schaden sitzen.
Wer hat ähnliche Erfahrungen hinter sich und kann mir Empfehlungen geben. Eine weitere OP lehne ich derzeit ab, da mein Mann und ich einige OPs mit Behandlungsfehler hinter uns haben, und jetzt einfach genug haben. Es geht mir lediglich um die Anerkennung, dass die die Rückenmarksnarkose der Auslöser war. Natürlich wird sich ein Gutachter stark zurücknehmen, eine andere Klinik in die Pfanne zu hauen.
Ich danke für jeden Austausch.
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Re: Stuhlinkontinenz nach Spinalanästhesie

Beitrag #2 von Tom252 » 09 Jan 2015 09:04


Hallo Mijouhase,

ich habe 2002 eine Darm-OP gehabt, die geplant war. Doch einen Tag vor der Entlassung ist mir die OP-Naht geplatzt und es kam heraus, dass die Operateure während der OP eine Arterie verletzt hatten und mich teilweise menschenunwürdig behandelten (zunähen ohne Betäubung usw.) sodass ich mich dazu entschied den Rechtsweg einzuschreiten. Ich habe alle Fakten und Unterlagen zusammengesucht und mich dann auf die Verhandlung vor dem Landgericht vorbereitet, doch was ich da erlebte war der absolute Hammer und ich dachte, dass ich mich im falschen Film befand. Letztendlich wurden alle Verletzungen der Ärzte als normal abgetan und ich als alleiniger Schuldige an der Miesere ausgemacht wurde. Nur was ich daran getan habe außer, dass ich mich in dieser Klinik habe operieren lassen, weiß ich leider nicht.

Aus meiner Erfahrung her würde ich jedem abraten den Krieg anzufangen. Es kostet Nerven, es kostet Kraft und letztendlich hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus.

Ich wünsche Dir alles Gute .
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Tom252
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Re: Stuhlinkontinenz nach Spinalanästhesie

Beitrag #3 von Helmut » 12 Jan 2015 14:17


Hallo Mijouhase,

erst mal herzlich willkommen bei uns hier im Forum. :sm13:

Eine Rückenmarksnarkose birgt immer ein gewisses Risiko von Lähmungen welche länger oder gar dauerhaft bestehen bleiben können. In der Regel aber ist dann nicht nur eine Körperfunktion beeinträchtigt sondern mehrere. Dass danach nur eine Stuhlinkontinenz auftritt welche dauerhaft bleibt ist äußerst selten, oft ist dann auch die Blasenfunktion mit betroffen. Von daher könnte deine bestehende Stuhlinkontinenz durchaus eine andere Ursache haben.

Auch ein Mastdarmvorfall bedeutet nicht zwangsläufig dass man eine Stuhlinkontinenz dadurch hat, kommt aber häufiger vor. Dass dein Mastdarmvorfall schon vor der OP bestanden hat, das kann gut möglich sein, kommt auf die Ausprägung an. Erste Anzeichen sind ein Gefühl der unvollkommenen Darmentleerung und vermehrter Stuhldrang. Erst später im fortgeschrittenem Stadium kann auch der Mastdarm aus dem After austreten, hier besteht dann häufig erst eine Stuhlinkontinenz. In der Regel kann eine durch einen Mastdarmvorfall bedingte Stuhlinkontinenz durch eine OP beseitigt werden, daher solltest du schon die OP machen lassen wenn von Seiten der Gutachter alles geklärt ist.

Ob nun ein Behandlungsfehler vorliegt, dass müssen die Gutachter klären, du solltest dich auf alle Fälle mal an deine Krankenkasse wenden und mit denen den Fall erörtern. Auch ein Fachanwalt könnte hilfreich sein, mit ihm solltest du zeitnah alle Krankenakten "sichern", also Kopien anfertigen.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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