Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

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Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

Beitrag #1 von fantasmam » 13 Jul 2015 16:36


Hallo,

ich bin 2014 wegen Rektumkarzinom operiert worden. Da befallene Lymphknoten entdeckt wurden wurde eine Strahlentherapie und Chemo verordnet. Nach der OP hatte ich ein Jahr lang ein Illeostoma, künstlichen Ausgang. Dann rieten mir 2 Ärzte, unabhängig voneinander, zur Rückverlegung. Seit Februar diesen Jahres laboriere ich jetzt herum und versuche den Darm, der lange Zeit untätig war und zudem durch die Strahlentherapie verändert ist, wieder in Gang zu bringen. Ich habe 10- 15 Stuhlgänge am Tag und man kann erkennen das der Dickdarm nicht arbeitet, es flutscht so durch nach den Mahlzeiten. Mucofalk, Aplona, eindickende Lebensmittel helfen auch nicht den Stuhl einzudicken. Seit ca. 7 Wochen irrigiere ich auf anraten des Profs einmal am Tag mit dem Peristeen System von Coloplast. Leider bleibt der gewünschte Erfolg aus und ich habe nach dem Mittagessen schon wieder Stuhlgang, es zieht sich dann bis in den Abend hin. Meine Frage, hat jemand ähnliche Probleme nach der Bestrahlung oder weiß noch einen Tipp wie man den Dickdarm in Gang bekommt oder die Darmtätigkeit verlangsamt.

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Re: Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

Beitrag #2 von Helmut » 13 Jul 2015 19:48


Hallo fantasmam,

erst mal herzlich willkommen bei uns hier im Forum. :sm13:

Du schreibst jetzt nicht, wie viel dir vom Dickdarm entfernt wurde bei der OP. Die Rückverlegung ist in den meisten Fällen die beste Lösung als ein dauerhaftes Stoma. Dass es dann ggf. lange dauern kann bis der Darm sich wieder an seine normale Funktion gewöhnt hat, das kommt schon häufiger vor. Dass du stuhleindickende Maßnahmen machst, ist schon mal gut. Das Mucofalk, also die indischen Flohsamenschalen haben eine günstige Wirkung auf Reizdarm und wenn du sie mit weniger Wasser als angegeben einnimmst, dann wird der Stuhl schon etwas eingedickt. Zusätzlich könntest du noch mit Imodium die Darmtätigkeit etwas bremsen, musst einfach mal testen. Viele gehen auch her dass sie mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, anstatt wenige große Mahlzeiten, ob das bei dir was bringt, müsstest du auch mal testen.

Die Irrigation ist eigentlich eine gute Sache, nur wenn der Darm hyperaktiv ist, dann könnte es sein dass du zweimal am Tag die Irrigation machen musst. Allerdings sind 7 Wochen noch nicht viel, bei den meisten dauert es so 8-12 Wochen bis die Irrigation wirklich brauchbare Ergebnisse liefert. Du kannst dir ja mal unsere Infoseite zur Irrigation anschauen, da stehen auch noch einige Tipps drinnen.

svisuite/irrigation.php

Viele Grüße Helmut
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Re: Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

Beitrag #3 von fantasmam » 13 Jul 2015 21:05


Hallo Helmut!

Vielen Dank erstmal für deine Infos.
Mir wurde nicht viel vom Dickdarm entfernt... ich schätze mal 20 cm.
Du meinst das es noch kein Grund ist zu resignieren und alles noch im
Normbereich ist/ sein kann. Dass beruhigt mich schon ein bisschen.
Meine Stomatherapheutin verbreitet schon ein bisschen Unruhe und sagt
das es jetzt eigentlich schon funktionieren müsste. Sie ist eigentlich auch dagegen
Immodium zu nehmen, ich sollte es möglichst vermeiden.
Ich möchte natürlich alle Möglichkeiten ausschöpfen um ein Stoma zu vermeiden.
Eine Ernährungsberatung ist dann sicherlich auch zu empfehlen.
Mucofalk mit ganz wenig Flüssigkeit zu sich nehmen ist auch ein guter Tipp.
Meine Stomafee meinte auch das es kontraproduktiv sei, wenn ich 2 x am Tag
irrigiere. Der Darm solle sich an eine einmalige Entleerung gewöhnen. Du meinst
man kann ruhig 2x irritieren? Ich hab es ja schon gemacht und das entspannt die
Sache schon ungemein. Was kann man dagegen machen das der Stuhl nicht mehr
so brennt. Durch die Säure ist er unheimlich aggressiv. Vielleicht gibt es dafür auch
einen Tipp.
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Re: Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

Beitrag #4 von Helmut » 14 Jul 2015 12:51


Hallo fantasmam,

ich denke dein Darm ist noch nicht ganz so weit dass er schon so reagiert wie du es willst. Das mit der Irrigation kann schon dauern bis es gut funktioniert, vor allem bis du den richtigen Zeitpunkt gefunden hast, bis die Wassermenge pro Spülzyklus passt und du auch weist wie viele Spüldurchgänge du machen musst. Die Anleitung beim Peristeen gibt da nicht so die genaue Auskunft, die berufen sich immer auf den Arzt oder die Stomaschwester. Fakt ist, dass nur durch Ausprobieren die richtige Kombination der Parameter gefunden werden kann. Genauso wie oft die Irrigation gemacht werden muss, lässt sich nur durch ausprobieren heraus finden, so kann es bei einigen reichen, nur alle zwei Tage zu spülen, andere dagegen machen es zweimal am Tag. Die meisten machen es aber einmal am Tag, ob am Morgen oder am Abend, muss auch hier ausgetestet werden wann es besser klappt. Am besten führst du ein Tagebuch wo du alles einträgst zur Irrigation, dann kannst du sehen bei welcher Kombination du die besten Ergebnisse erzielt hast.

Das Imodium kann durchaus nützlich sein, sollte aber normal nicht regelmäßig eingesetzt werden. Ich nehme es auch eher selten, meistens dann wenn ich zu 100% sicher sein will dass kein "Unfall" passiert. Wenn du es testen willst, dann nimm erst mal nur eine am Tag, mal so 2 Wochen lang. Wenn es dann besser ist, dann lässt du es langsam ausschleichen, etwa dass du für weitere zwei Wochen nur jeden zweiten Tag eine nimmst, dann jeden dritten Tag usw.

Statt Mucofalk kannst dir auch die indischen Flohsamenschalen im Gewürzhandel oder Teeladen holen, da bekommst das Kilo so um die 9 €, mache ich auch so. Vom Geschmack her schmecken die dann sehr langweilig, du kannst dann etwas Getränkepulver zur Geschmacksverbesserung zu geben. Ich nehme einmal am Tag immer zwei Teelöffel auf eine Tasse, umrühren und gleich austrinken. Dann mindestens eine halbe Stunde warten bis du was anderes trinkst, damit die Flohsamenschalen die Flüssigkeit aus der Nahrung oder dem Darminhalt aufnehmen können. Du kannst sie auch in Jogurt einrühren, ich finde das aber vom Geschmack nicht so toll.

Wegen dem sauren Stuhl würde ich mal mit der Ernährungsberatung reden was für Lebensmittel da dagegen wirken können.

Liebe Grüße Helmut
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Re: Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

Beitrag #5 von fantasmam » 15 Jul 2015 12:40


Hallo Helmut,
das sind wirklich gute Tipps von dir und es beruhigt mich schon ein bisschen, das es auch normal ist wenn es dauert bis sich der Erfolg einstellt. Eine Frage hätte ich bezüglich der mehrmaligen Irrigation, wenn jetzt, angenommen beim 3. oder 2.x nichts mehr im Darm löst, macht es dann Sinn es ein weiteres mal zu versuchen?
Wie oft nimmt du verteilt über den Tag die Floh Samenschalen ein?
Liebe Grüße!
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Re: Kontinenz Probleme nach Rektumkarzinom

Beitrag #6 von Helmut » 17 Jul 2015 11:15


Hallo fantasmam,

also ich mache bei der Irrigation so 2-3 Spülungen hintereinander. Wenn ich nach der zweiten Spülung das Gefühl habe dass alles raus ist, dann belasse ich es dabei oder mache noch einen Durchgang wenn ich mich nicht ganz sicher bin. Wichtig ist auch, dass du zwischen den Spülungen genügend lange wartest, ich warte immer so 10 Minuten, damit der Darm Zeit hat, sich gut zu entleeren.

Ich nehme die Flohsamenschalen nur einmal am Tag, meistens so Vormittags, das funktioniert bei mir am besten.

Ich kaufe sie meistens hier: http://www.aspermuehle.de/Samen-Wurzeln ... heit-html/

Viele Grüße Helmut
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