Betreuung eines 21 Jährigen jungen Litauer der eine Schließm

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Betreuung eines 21 Jährigen jungen Litauer der eine Schließm

Beitrag #1 von Hans-Jürgen Pfitzner » 03 Mär 2004 18:09


Seit fast einem Jahr betreue ich einen 21 jährigen jungen Litauer der aufgrund eines Gewaltverbrechen sein Schließmuskel durchtrennt wurde und derzeitig ein doppelläufiges Colostoma hat. Nun soll eine Schließmuskel - Rekonstruktion angegangen werden, mit "etwaiger" Stomarückverlegung. Voruntersuchungen sind seit dem 20 Februar abgeschlossen und der letzte Untersuchungstest mit einer Nadelmessung des Schließmuskel ergab das dieser auf der rechten Seite normal wäre und die linke Seite Teilgelähmt. Ich selbst fast 23 Jahre Ileostomieträger und Ansprechperson des Familiären Darmkrebs und künstl. Darmausgang (www.stoma-seite.de ) gehe der meinigen Laienhaften Vermutung aus das sich hier nach der Operation des Schließmuskels danach eine Stuhlinkontinenz auftreten kann, da ja die linke Schließmuskelseite Teilgelähmt ist. Ich selbst möchte mit ihm noch eine 2 Untersuchungsmeinung bei einer Fachchirurgin in Düsseldorf einholen bevor die Schließmuskelrekonstruktions Operation angegangen wird. Der vermutliche OP verlauf soll voraussichtlich so sein das ihm aus dem Oberschenkel ein Muskel entfernt wird und dieser in seinem Schließmuskel eingesetzt werden soll. Ich selbst bin über die Erfolgsaussichten sehr skeptisch das durch die linke Teillähmung des Schließmuskels eine Inkontinenz erreicht werden kann und dem Jungen eventuell eine Operation zugemutet wird die erfolglos sein könnte.
Ich habe mich zwar sehr intensiv auf medizinische Webseiten uber die opeativen Techniken informiert aber wie gesagt so meine Zweifel an den wiederherzustellenden kontinenzerhaltenen Erfolg der OP.
Zumal sich der Junge auch in den letzten Tagen Hoffnung macht, das sein künstlicher Datmausgang dadurch zurückverlegt wird was ja auch verständlich ist. Vielleicht gibt es hier Betroffene die mir eventuell mit Ihren ähnlichen Erfahrungen weiterhelfen könnten und bedanke mich schon für Rathelfende Ünterstützung soweit es möglich ist.
(wer etwas mehr überdas Schiksal des Jungen erfahren möchte er hat seinen Erfahrungsbericht auf meiner Webseite unter der Rubrik "Uns Stoma" "Berichte" Tomas mit mir veröffentlicht)
Hans-Jürgen Pfitzner
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Beitrag #2 von Gudrun » 03 Mär 2004 22:42


Meine Erfahrungen mit Operationen am Schließmuskel sind sehr negativ, allerdings wurde bei mir eine andere Operationstechnik angewendet.

Mein Schließmuskel wurde durch eine Entbindung durchtrennt und dabei auch Nerven geschädigt. Es wurde damals zwar sofort versucht, den Schließmuskel zu reparieren, was jedoch nur mit sehr mäßigem Erfolg gelang. Ich bin seitdem stuhlinkontinent. Bei den Untersuchungen vor einer evtl. Rekonstruktion wurde festgestellt, dass Teile des Schließmuskels nicht mehr reagieren. Ich habe mich dann auf 3 OP’s eingelassen, die den Schließmuskel eigentlich wieder funktionstüchtig machen sollten. Dabei wurde das narbige Gewebe entfernt und der Muskel überlappend wieder zusammen genäht. Der Erfolg nach den ersten beiden OP's war gleich null, aber nach der 3. OP ist alles noch schlimmer geworden, weil noch mehr Nerven durchtrennt wurden und dadurch kaum noch Funktion des Schließmuskels vorhanden ist.

Ich hoffe, daß dein Schützling mehr Erfolg hat und wünsche ihm alles Gute.

Gruß Gudrun
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