verwirrt

Du hast mit Darmschwäche, Stuhlinkontinenz oder sonstigen Darmproblemen zu kämpfen? Hier bist Du richtig!

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Beitrag #11 von Boernie » 14 Mai 2004 18:33


Hallo zusammen,
jetzt muß ich auch mal was zum Thema schreiben, da es mir ähnlich wie Martina und Andromeda ergeht.
Auch ich bin "temporär" Harn- und Stuhlinkontinent. Auch bei mir konnte man keinen "richtigen" ursächlichen Grund festellen nur eine Beckenbodenschwäche (descending-perinuum-syndrom DPS). Das Biofeedtraining hat nicht viel gebracht und das Beckenbodentraining - na,ja :?
Meist komme ich ganz gut mit der Inko zurecht. Ich hab Tage oder sogar mal ein paar Wochen wo ich auf Hilfsmittel ganz oder zumindest fast verzichte aber dann kommt immer wieder, ich weis garnicht mehr ob das schon jemals anders war, so eine Phase wo ich mich am liebsten verkriechen möchte und die Bettdecke über meinen Kopf ziehen will. Dann gehe ich auch nur noch für das nötigste, Arztbesuch, Einkaufen etc. vor die Tür. Zum Glück geht dieser Zustand nach ein paar Tagen meißt vorbei und ich trau mich wieder unter Menschen - Kino, Spaziergänge und so.
Ich hoffe ich hab nicht allzusehr gelanweilt und lasst es euch gutgehen
Bernd
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Beitrag #12 von SaschaManke » 28 Nov 2004 02:42


Hallo, Martina!

Bin erst vor einigen Tagen auf die Homepage des Selbsthilfeverband-Inkontinenz e.V. gestoßen und seit dem dabei.

Wenn ich Deinen Beitrag lese, weiß ich nicht, ob ich froh sein soll, daß es da noch jemanden mit diesem Problem gibt, oder traurig darüber. Denn ich suche seit einem Jahr nach den Ursachen meiner Stuhlinkontinenz.

Der Hausarzt und der Gastroenterologe reden von einem Reizdarmsydrom, der Orthopäde meint, ein Bandscheibenvorfall in der Lendenregion, den ich vor etwa einem Jahr hatte, könnten die Ursache sein. Diskutiert wird als Ursache auch die Kombination von Beidem, was ich allerdings für kaum wahrscheinlich halte.

Die Geschichte mit dem Immodium kenne ich auch. Naja, wem's hilft...

Eine Minderung der Inkontinenz kannst Du aber erreichen, wenn Du versuchst, zu festen Zeiten die Toilette aufzusuchen. Außerdem kannst Du die Irrigation anwenden.

Was Hilfsmittel anbetrifft, verwende ich Vorlagen und Windeln, je nach Beschwerden.

Wenn Du es geschickt anstellst, wird diese Hilfsmittel niemand in Deiner Umgebung bemerken. Das muß Dir also auch nicht peinlich sein. Wichtig ist, daß Du die Unsicherheit loswirst, die Toilette nicht rechtzeitig zu erreichen. Mir ist das durch diese Hilfsmittel einigermaßen gelungen.

Auf jeden Fall aber mußt Du auch organische Erkrankungen durch einen Arzt auschließen lassen, denn die sind wirklich gefährlich.

Viele Grüße

Sascha
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Beitrag #13 von Helmut » 15 Dez 2004 16:45


Hallo Sascha,

wenn du vorher nie Probleme mit dem Darm hattest und auch selten bis nie Durchfall, dann kann ein Reizdarm eigentlich ausgeschlossen werden. Deiner Beschreibung nach zu urteilen, tippe ich eher auf den Bandscheibenvorfall in der Lendengegend bei dir. Dieser Bereich ist für die Steuerung der Blasen und Darmfunktion mit entscheidend.

Lasse auf alle Fälle ein CT der Wirbelsäule machen, denn oft werden Veränderungen der Nervenbahnen auf normalen Rötgenbildern nicht oder nicht sicher genug erkannt. Du kannst auch ein EMG machen lassen, bei dem dann getestet wird, ob die Nerven noch einwandfrei arbeiten.

Klar die Sache mit dem Imodium® kennt wohl jeder von uns der mit Stuhlinkontinenz was zu tun hat. Hier kann ich nur sagen, das Zeug so selten wie möglich zu nehmen, da sich der Darm bei Dauergebrauch daran gewöhnen kann und du im Bedarfsfall keine Wirkung mehr erzielen kannst oder nur extrem hohe Dosen eine Wirkung zeigen. Natürlich kann auch ein Toilettentraining einen gewissen Schutz bieten, aber nicht so viel, daß eine 100%ige Sicherheit gewährleistet ist. Auch mit Analtampons sind gute Ergebnisse zu erzielen, sie sind aber Gewöhnungssache. Ich nutze selber die Irrigation schon viele Jahre und habe damit die besten Erfahrungen gemacht.

Im Gästebuch war ein interessanter Tipp von Heidi, den ich mal hier reinstelle:

der Suche nach einer Operationsmethode für meinen Schließmuskel und ein solitäres Rektum Ulrus bin ich auf dieses Forum gestoßen.

Wenn ich Eure Beiträge lese, muß ich sagen, ging es mir in den 20 Jahren, seit ich meine Schließmuskelschwäche durch mehrere Fisteroperationen und eine Sphinkternaht habe, gut.

Vielleicht kann ich dem einen oder anderen helfen.

Meinen Stuhlgang regel ich dadurch, dass ich morgens auf nüchternen Magen Kaffee trinke. zu 95 % gehe ich anschließend auf die Toilette und habe dann ruhe, bis auf sehr wenige Ausnahmen.

Von Irrigation und Darmtampons lese ich hier das 1. mal, da ich mich seit 20 Jahren , nach einer Anlaufzeit von ca. 1/2 Jahr nicht mehr damit beschäftigt habe. Wie gesagt, es klappte ja gut bei mir.

Bei Verstopfung und auch Durchfall wurde das "Abführmittel" Mucofalk helfen. Es ist eigentlich kein Abführmittel, sondern ein Quellstoff der den Stuhl nicht hart werden läßt, und es hilft auch bei Durchfall, da es Wasser im Darm bindet, und außerdem, der Popo bleibt sauberer, da sich die Konsisten des Stuhls ändert.

Ich hatte wohl Glück, denn Mukofalk wurde vor ca, 20 Jahren gerade in der Uniklinik Bonn getestet. Bis dahin wurde Agiolax verabreicht, was aber auch die Darmtätigkeit anregt.

Mukofalk wirkt erst mit der Mahlzeit, wenn Sie am anderen Ende wieder den Körper verläßt, also nicht abführend, denn sonst könnte ich nicht mehr aus dem Haus gehen.

Ich nehme Mukoflak meistens nur im Urlaub, damit ich auf der ganz sicheren Seite bin.

Ich bin kein Vertreter für Mucofalk. Noch ein Hinweis: der günstiges Preis gibt es bei der 300 gr Dose, ca. 13,00 Euro. Es reicht lange, da je 1 Teelöffelchen morgens und abends reichen.

Vielleicht hilft es einem, würde mich freuen


Gruß Helmut 8)
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Beitrag #14 von eckhard11 » 15 Dez 2004 17:27


Hallo Sascha,

ich kann Helmut mit seiner Vermutung “Bandscheibenvorfall” nur recht geben.

Ich hatte 1968 einen Kompressionsbruch der Wirbelsäule und lag etliche Wochen im Gipsbett.
In den ersten Wochen war ich stuhlinko. War für die Ärzte keine Überraschung, da diese damit gerechnet hatten.
Nach einigen Wochen, als der Bruch verheilt war und ich Bewegungsübungen etc. durchführte, war die Stuhlinko verschwunden und ist auch bisher nie wieder aufgetaucht.

Es kann ergo ganz gut an dem Bandscheibenvorfall liegen.......

Ich leg mich auch wieder hin .sleep:

Eckhard
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Beitrag #15 von SaschaManke » 16 Dez 2004 01:01


Hallo Helmut, Hallo Eckhard!


Erstmal vielen Dank für Eure Beiträge. Inzwischen habe ich bei mir eine Kernspintomografie durchführen lassen, die zutage brachte, daß tatsächlich eine starke Kompression der Nervenbündel im Rückenmark des Lendenwirbelbereichs stattgefunden und diese als Ursache für meine Stuhlinko infrage kommt.
Letzte Sicherheit sollen jetzt noch diverse Untersuchungen der Nervenleitungsfähigkeit bringen.

Jedoch war ich von den Behandlungsmöglichkeiten etwas erschrocken. Ich bin zwar Krankenpfleger und weiß, daß es hier die Möglichkeit der Operation gibt. Allerdings ist diese recht komplikationsbehaftet. Der Neurologe, der mich jetzt mitbehandelt, sprach davon, daß unter einer OP die Nervenbahnen noch zusätzlich verletzt werden könnten, womit mein Problem nicht behoben wäre. Ein gewisses Risiko ist also schon mit dabei.

Die Häufigkeit des Stuhlgangs über Tag habe ich allerdings inzwischen ganz gut im Griff, was mir schonmal einiges mehr an Sicherheit gibt.

Gruß an alle

Sascha 8)
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Beitrag #16 von Helmut » 16 Dez 2004 11:51


Hallo Sascha,

na da war meine Vermutung doch garnicht mal so schlecht.......

Ja, es stimmt, daß eine OP an der Wirbelsäule immer ein gewisses Risiko darstellt. Die meisten Patienten werden auch über die möglichen Komplikationen aufgeklärt, aber oft wird die Höhe des eigentlichen Risikos nicht so deutlich hervorgehoben, um den Patienten nicht zu verunsichern. Du mußt jetzt halt abwägen, ob du das Risiko eingehst, oder ob du mit der Inko leben kannst.

Wenn keine weiteren Beeinträchtigungen wie Taubheitsgefühle oder Lähmungen bestehen, dann kann man durchaus mit einer Stuhlinko fast ein normales Leben führen, was auch den modernen Hilfsmitteln zu verdanken ist. Aber wie gesagt, die Entscheidung kann dir keiner Abnehmen, du mußt hier schon selber die Wahl treffen.

Gruß Helmut :wink:
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Verwirrt

Beitrag #17 von Jens Schriever » 16 Dez 2004 13:00


Hallo Sascha

wie Helmut schon erwähnte, wenn keine Lähmungserscheinungen vorhanden sind, kann man mit einer Stuhlinko durchaus normal leben. Wenn Du die Irrigatiion Regelmäßig zu bestimmten Zeiten durchführst, bist Du meist bis zu 24 Stunden kontinent. Du kannst zur Sicherheit noch Analtampons benutzen. So kannst Du auf Windeln verzichten, so dass Trailers als Wäscheschutz vollkommen ausreichen. Ernähren solltest Du dich Ballaststoffreich, und Speisen vermeinden, die Deinen Darm "in Wallung" bringen, z.B Sauerkraut usw. Durchfallmittel würde ich nur im Notall nehmen, denn wie Du sicher weißt, gewöhnt sich der Darm daran und bringt dann alles "aus den Takt". Falls Du Dich für eine OP entschließen solltest, hole vorher noch einen zweite Meinung ein.
Was Du dann tun willst, dass mußt Du für dich selbst entscheiden.




Gruß Jens
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Beitrag #18 von SaschaManke » 16 Dez 2004 18:36


Hallo Helmut, hallo Jens!

Einige Untersuchungen stehen ja noch aus und so habe ich noch etwas Zeit, mich für oder gegen eine OP zu entscheiden.
Hin und wieder habe ich natürlich Schmerzen, sowohl in der Lendenwirbelsäule als auch ein ekelhaftes Ziehen in den Beinen. Das dauert aber zum Glück immer nur einige Tage an und man kann das mit Schmerzmitteln ganz gut im Griff haben. Lähmungserscheinungen sind zum Glück nicht vorhanden und da ich mit der Inko inzwischen gut zurechtkomme, werde ich da wahrscheinlich auch kein zusätzliches Risiko eingehen.

Es ist jedoch gut zu wissen, daß man in diesem Forum zu jeder Zeit auf offene Ohren bzw. Augen für auftretende Fragen trifft. Ich werde mich weiterhin mit eigenen Erfahrungen bei Fragen in den Foren einbringen, um auch anderen Betroffenen vielleicht den einen oder anderen Tip geben zu können.

Danke und Grüße an alle

Sascha
:-)
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