Was ist eigentlich Restharn ???

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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Was ist eigentlich Restharn ???

Beitrag #1 von eckhard11 » 05 Dez 2005 22:16


Hallo Leute,

hier im Forum und in anderen Foren wird zwar immer Restharn erwähnt oder vor der
Gefährlichkeit von Restharn gewarnt, aber was macht diese Gefährlichkeit aus bzw.
warum soll Restharn gefährlich sein ?

Wann spricht man überhaupt von Restharn ?
( Es ist doch nicht immer derselbe Harn, welcher in der Blase verbleibt.... )

Ich meine, wenn ich uriniere, dann entleere ich meine Blase, soweit es geht.
Wenn jetzt Restharn verbleibt, dann doch nur bis zum nächsten Toilettengang.

Dann wird doch der "alte" Restharn entleert und durch "neuen" ersetzt, oder ?
Dies bedeutet doch, dass ich nie längere Zeit denselben Restharn in der Blase habe.
Wieso soll er dann so schnell von Bakterien befallen werden ??

Wie lange darf denn der Restharn überhaupt in der Blase bleiben ?

Ausserdem ist es doch so, dass eigentlich immer Harn in der Blase ist.
Auch wenn ich gerade pinkeln war und komplett entleert hätte,
sind doch nach spätestens 30 Minuten wieder 100 ml in der Blase.
Und 100 ml sollen die Obergrenze für die Restharnmenge sein....

Das Net gibt auch nicht viel her.
Da wird zwar immer vor Restharn - wegen Bakterienbefall - gewarnt,
aber ich habe keinerlei richtige Erläuterungen gefunden.

Hat einer von euch eine einleuchtende und erschöpfende Erklärung ?
Oder kann mir jemand eine Net-Seite nennen ??

Ich lege mich bis dato wieder hin .sleep:
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Beitrag #2 von eckhard11 » 15 Dez 2005 22:51


Hallo leute,

unser Mitglied Herrmann hat mich darüber informiert, dass ein nicht diagnostizierter Restharn
zu schweren körperlichen Schäden führen kann, wie er - leider - am eigenen Leib erfahren musste.

Herrmann, ich bitte Dich, die an mich gesendete Information auch hier zu veröffentlichen,
damit entsprechend viele Betroffene vor den Gefahren des Restharnes gewarnt werden.


Bis dahin lege ich mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Restharn

Beitrag #3 von Hermann » 16 Dez 2005 16:51


Hallo, Eckhard, Danke für Deine Nachricht.
Ja Leute, dann will ich mal berichten wie alles bei mir angefangen hat (habe schon 40 Jahre eine Darm- u. Blasenlähmung). Eines Tages hatte ich Schwellungen und Juckreiz an den Händen und ging zu meinem Hausarzt, der mich aber dann beruhigte und meinte, ich hätte wahrscheinlich etwas verkehrtes gegessen und die Schwellungen würden schon wieder vergehen. Sie gingen auch wieder zurück, kamen aber nach ein paar Tagen an anderer Stelle wieder. Das ging dann so weiter, bis ich Nachts aufwachte und meine Zunge geschwollen war und ich Atemnot bekam. Meine Lebensgefährtin alarmierte daraufhin den Notarzt der mich ins Krankenhaus einlieferte, dort bekam ich dann Kordison in grösseren Mengen und wurde untersucht, aber man konnte nichts feststellen. Dasselbe Spiel wiederholte sich 6mal und ich wurde immer wieder entlassen mit dem Befund: Keine feststellbaren Krankheiten. Mittlerweile ging es mir immer schlechter, denn ich bekam Atemprobleme und wurde nun zum Kardiologen geschickt, der aber meinte mit dem Herzen sei alles ok. Als mein Hausarzt dann keine Möglichkeit mehr sah, schickte er mich in eine Hautklinik, wo der behandelnde Hautarzt nach 5 Wochen zu mir sagte, das Problem liegt nicht bei der Haut, sondern sei ein Problem mit der Blase. Er schickte mich nun in die Urologie wo ich stationär aufgenommen wurde. Man machte eine Blasenspiegelung und stellte fest, dass der Restharn viel zu hoch war und sich Bakterien angesammelt hatten die dann ins Blut sind und die, die Schwellungen auslösten. Daraufhin empfahl man mir die Blase entfernen zu lassen, dann hätte ich Ruhe. Um die Blase richtig zu entleeren, setzte man mir einen Bauchdeckenkatheter und danach wurde ich aus der Klinik entlassen, mit dem Hinweis, ich solle mir einen Termin zur OP geben lassen. Ich ging nun in eine andere urologische Klinik und ließ mich beraten und siehe da, die waren gegen eine Blasenentfernung. Mittlerweile habe ich immer noch meinen Bauchdeckenkatheter und das schon 4 Jahre lang und siehe da, keine Schwellungen mehr, doch mittlerweile habe ich Probleme mit der Herzklappe und bekomme im Januar eine Neue.
Ob die Herzklappe auch von den Bakterien zerstört wurde, werde ich wahrscheinlich nie erfahren, weil die Ärzte nie zugeben werden, dass man zu lange rum dokterte um das Problem zu erkennen. Gruss Hermann
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Beitrag #4 von der Blinki » 17 Dez 2005 08:12


Hallo Hermann.

Da kann man doch sehen wie wichtig es ist, sich umbedingt eine 2 Meinung heran zu holen, bevor das Skalpell gewetzt wird.

Ich hatte so ein ähnliches Erlebnis.

Bei mir und meine Frau klappte es nicht mit den Kinder kriegen.
Ich also zu meinen Ärzten und zu meinen Urologen der mich dann letz endlich in einer urologischen Klinik überwies.
Dort konnte man im ersten Moment nichts festellen, außer das ich zu wenig Spermien produziere, und man wollte bei mir eine Hodenbiopsie machen um die Ursache fest zu stellen.
Aber wer lässt sich schon gerne an seine Mänlichkeit operieren :mrgreen: :mrgreen:
.
Ich also los zu einen anderen Urologen. ( Den ich heute immer noch habe )
Und siehe da , er hat mir dringenst davon abgehalten mich operieren zu lassen.
Er schlug mir und meine Frau eine künstliche Befruchtung vor, und siehe da heute habe ich einen Sohn von Jahren der kerngesund ist.
:lach: :lach:


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Beitrag #5 von der Blinki » 17 Dez 2005 08:14


Ups da ist mir die 6 abgehauen.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

soll heißen 6 Jahren.


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Beitrag #6 von Gulliam » 20 Feb 2006 20:10


Man lernt ja nie aus. Als ich in der Reha meinen Pad Test machte, da ist man in einer Gruppe von alten Männern, und man muß innerhalb von 15 Min. eine Flasche Wasser trinken.
Man bekommt eine gewogene Vorlage, und dann kommt eine nette junge Schwester, und geht mit der Gruppe im Park, die alten Männer auch ich, laufen dann alle hinterher, Gymnastik machen, Treppen hoch und runterlaufen, auf einen Bein hopsen, und dann zurück, die Vorlage abgeben, die dann wieder gewogen wird. Ich war der beste mit 135 gr :roll: , die anderen hatten alle weniger.
Dann wurde noch ein Strahltest gemacht, man mußte in einen Trichter pinkeln, darunter war eine Waage, die an einen PC angeschlossen war, und es wurde festgestellt, wieviel und in welcher Zeit man noch abgab.
Und dann wurde mit Ultraschall der Resturin gemessen. Bei mir sagte sie 35 Milliliter.
Wenn ich gewußte hätte, wie gefährlich das ist, wie Hermann beschreibt, dann hätte ich ja mal nachgefragt.
Aber da die Ärztin nicht gesagt hat, gehe ich mal davon aus, es war in Ordnung.
Viele Grüsse
Gulliam
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Beitrag #7 von Jens Schriever » 21 Feb 2006 10:48


Hallo Gulliam

Zur Info ein Restharngehalt bis 50 ml ist nicht behandlungsbedürftig.
Ab 50 ml sollte er aber beobachtet und gegebenenfalls behandelt werden.

Gruß Jens
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