nasser Slip beim husten, niesen, lachen, ...

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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nasser Slip beim husten, niesen, lachen, ...

Beitrag #1 von Christiane1965 » 22 Feb 2006 00:12


Hi, bevor ich zum Arzt gehe, wollte ich euch nochmals fragen, warum bei mir der Slip immer nass ist, wenn ich husten, niesen oder lachen muss ?
danach ist mein Slip immer feucht, ich finde das nicht so angenehm und hab dagegen immer von Tena die Einlagen benutzt, doch für mich ist das irgendwie kein Dauerzustand und wollt wissen, die diese Art Inkontinenz heißt und warum sie kommt ? Liegt das am alter ? Ich bin 40 Jahre alt und habe 2 Kinder.

MfG Christiane
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Beitrag #2 von eckhard11 » 22 Feb 2006 09:39


Guten Morgen, Christiane,

bei Dir handelt es sich sicherlich um eine Stressinkontinenz :

Inkontinenz durch Geburten
Etwa ein Drittel aller Frauen während oder nach Geburten leiden unter einer Inkontinenz. Häufigste Ursache dafür ist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, ausgelöst durch das Heranwachsen des Kindes und den Geburtsvorgang. Bei der Geburt selber besteht außerdem ein erhöhtes Risiko, eine Inkontinenz durch Nervenschädigung in Folge eines Dammrisses zu bekommen. Bei Frauen kann auch eine Entfernung der Gebärmutter zu einer Inkontinenz führen.


Besonderheiten der weiblichen Harninkontinenz

Von dem Problem der Harninkontinenz ist rein quantitativ gesehen überwiegend die Frau betroffen. Im Vordergrund steht dabei die Stressinkontinenz und mit zunehmenden Alter gewinnt die Dranginkontinenz an Bedeutung. So stehen zwei Inkontinenzformen bei der Frau im Vordergrund, das ist die Stress- oder auch Belastungsinkontinenz genannt und die Urge- oder Dranginkontinenz. Die anderen Inkontinenzformen kommen bei der Frau eher selten vor, sind aber in der Regel schwieriger zu Behandeln.

Im gynäkologischem Bereich sind hier vorallem vesikovaginale Fisteln zu nennen. Ihre chirurgische Therapie ist eine Herausforderung und erfordert eine besonders gewissenhafte präoperative Diagnostik und Planung der Operation. Große vesikovaginale Fisteln nach Geburtstraumata sind in Ländern der dritten Welt häufig zu finden, bei uns dagegen eher eine Rarität.

Eine weitere eher seltene Inkontinenzform, die vorallem bei jungen Mädchen und Frauen vorkommt, ist die Giggleinkontinenz oder auch Kicher- oder Lachinkontinenz (Enuresis risoria) genannt. Es ist eine Sonderform der Dranginkontinenz und wird beim kräftigen Lachen durch Hemmung auf den Miktionsreflex ausgelöst.

Die Stressinkontinenz ist vor allem bei Frauen weit verbreitet. Die Stressinkontinenz hat nichts mit dem Stress, wie wir ihn kennen, zu tun, wie fälschlicherweise manchmal vermutet wird. Besser müßte man dazu Belastungsinkontinenz sagen, da das Problem des Harnverlustes ja unter körperlicher Belastung geschieht. Bei der Frau kommt es zu Harnabgang bei einem durch äußere Einflüsse plötzlich ansteigendem Intravesikaldruck wie z.b. beim Lachen, Husten oder Bücken, der ausreicht die Schießkraft des Spinkter zu überwinden. Durch Schwangerschaften und natürlichen Geburten sind Frauen auch in jungen Jahren nicht davor gefeit. In der weiblichen Anatomie fehlt die Prostata, so das einzig der Beckenboden den Schließapparat unterstützt. Männer ereilt dieses Schicksal vor allem nach der chirurgischen Entfernung der Prostata, wobei in einer Anschlußheilbehandlung gezielt Beckenbodentraining auf dem Tagesplan steht. Seltener sind Störungen des Schließmuskels in Folge von Nervenschäden oder Schäden des Muskels selbst anzutreffen.

Bei Stressinkontinenz werden drei Schweregrade unterschieden:

# 1.Grad: Inkontinenz beim Husten, Niesen
# 2.Grad: Inkontinenz bei abrupten Körperbewegungen, beim Aufstehen, Hinsetzen
# 3.Grad: Inkontinenz bei unangestrengten Bewegungen, im Liegen

Die Chance auch eine ausgeprägte Form auf Grund einer Muskel- bzw. Gewebeschwäche zu therapieren ist mit manuellen Methoden wie Beckenbodentraining bis hin zum chirurgischen Eingriff wie der TVT gut bis sehr gut einzuschätzen. Eine Schließmuskelschwäche auf Grund neurogener und organischer Schäden des Spinkters selbst, lassen sich jedoch nur schwer behandeln.

Dies alles kannst Du nachlesen unter dem Button oben links "Zum Thema", dann "Harninkontinenz"
Dafür sind diese Dinger nämlich da.....


Eckhard
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Beitrag #3 von Helmut » 22 Feb 2006 14:11


Hallo Christiane,

Eckhard hat ja schon einiges dazu geschrieben. Bitte gehe unbedingt zu einem Urologen, der kennt sich mit Inkontinenz am besten aus. Du schreibst leider nicht wie stark deine Inkontinenz ausgeprägt ist bzw. welche Einlagen du nimmst und wie häufig du diese wechselst. Je nach Ausprägung der Inkontinenz kann dir schon ein Beckenbodentraining, ein Biofeedback, eine Elektrostimulation oder Medikamente helfen. In schweren Fällen kommt dann auch eine Operation wie z.B. das TVT Band in Betracht.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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