verdammt, geht nun alles von vorn los?

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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verdammt, geht nun alles von vorn los?

Beitrag #1 von papa0861 » 29 Apr 2006 23:58


hallo leute,

ich habe nun schon sehr lange nichts von mir hören lassen (aufmerksam gelesen habe ich aber trotzdem).

heute muß ich nun mal wieder meinen frust loswerden. nach meinem klinikaufenthalt schien die welt wieder in ordnung zu sein. ich hatte mich und meine blase + darm im griff, habe mich des lebens gefreut und alles war happy.

auch die ersten wochen auf arbeit waren o.k. ich hatte wieder freude und alles schien nun endlich wieder seinen normalen gang zu laufen.

ich war wieder alltagstauglich. lediglich eines hatte ich nicht geschaft. ich konnte und kann noch immer nicht in einen bus steigen. aber was solls? schließlich kann ich ja auch mit dem auto fahren.

der erste urlaub war ein knüller. so frei hatte ich mich schon ewig nicht gefühlt. 14 tage im hotel und keine angst oder überraschungen von und vor "unfällen"

nach dem urlaub begann der normale bullenaltag ( :-) wieder. volles programm im zweischichtdienst. einfach klasse!!!!!! ich war wieder da. einziger makel; meine waffe wurde eingezogen, weil man mit meinen depresisven stimmungen rechnete und weil es der amtsarzt festgelegt hat. rundum fühlte ich mich wohl und glaubte bäume ausreißen zu können.

aber....... !!!!!!

plötzlich fing die elende pinkelei wieder an. erst einmal in zwei wochen, dann einmal pro woche, dann drei bis viermal und so weiter.
jetzt stehe ich wieder mit einer ziemlichen regelmäßigkeit fast jeden morgen naß auf.

wäre auch nicht so schlimm, wenn ich wieder zu den einlagen greifen würde (wegen täglicher waschmaschinenquälerei und so) . aber das ergebnis kenn ich ja auch. windelabhängigkeit ..... also der zustand zwischen reinem hilfsmittel und freundschaft.

trotzdem war ich der meinung, alles verläuft positiv und alles geht seinen gang. ich muß halt damit leben, daß ich mal naß bin. ein einarmiger kriegt seinen zweiten arm auch nicht wieder.

am freitag war ich dann wieder in der klinik. katamnese oder so.

ich trat frei und fröhlich auf. erzählte von meinen erfolgen und meinen visionen.

doch meine psychologin glaubte mir nicht. hatte sie dazu einen grund????

faszit. meine probleme bestehen nach wie vor. lediglich der umgang hat sich gebessert. im august wird dann entschieden ob ich mit einer ambulanten behandlung auskomme, oder ob ein neuer stationärer aufenthalt ansteht.


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hallo papa...

Beitrag #2 von klaro (+16.05.2008) » 30 Apr 2006 10:51


Hallo papa :roll:

Danke für deinen Bericht. Ist doch ein ewiger Kampf. Kaum glaubt man, alles sei i.o, fängst wieder von vorne an. Wer kennt das nicht.

Dass die Beamten dir die Pistle(oder wie man nennt) weggenommen haben. Das klingt sehr sehr hart. Ist doch das ein Stück, das den Beamten ja auch auszeichnet und stark macht. Ihn absichert etc. Das wurde dir genommen…. Ob du wolltes oder nicht.

Denke, das ist härter imUnterbewusstsein, als du es wohl merkst.. das sie das wegnahmen. Dennoch haben sie wohl Grund dazu. Weiss ich nicht.

Wenn du schreibst, du seist wieder nass.. erst einmal, dann zweimal dann öfter, dann immre und ich den Titel hier lese… „verdammt“ spürt man schon, dass du dich insgeheim „mächtig“ärgerst. Verständlich. Acuh gut hast du es hier gepostet… oft tuts gut, einfach niederschreiben, mitteilen.

Die psychologin scheint gut zu sein, hat sie die Situation wohl gut erkannt. Wäre ich sie gewesen, hätte ich es dir auch nicht abgenommen. Liest man das da hier und vergleicht dein Auftreten vor der Psychologing.. da ist ja klar ersihtlich… dass du deine Situation überspielt hast. Auch wenn’s unbewusst geschah. Diese Menschen… (u.a auch ich leider) sind dann sehr sehr schweer einzuschätzen. Was nun wirklich ist und wann jemand gefährdet ist oder Hilfe braucht. Versuche mal, dich weniger zu ärgeren ab dem inko sein, di eAngst vor den Einlgen, sind berechtigt. Sag dir doch, ich leiste sie mir mal 3-4 Wochen, damit ich Ruhe hab und die Wascherei aufhört.. und schauen, wenn dich weniger ärgerst… obs sich wiedr einrenkt.

Irgendwie seist du depressiv… und irgendwie wie manisch oder wie les ich das. Du könntest Bäume ausreissen und fühlest dich rundum wohl…. Und dennoch dieser verzweifelte Beitrag mit dem „verd…“!

Gerade das ist ja schweer nachvollziehbar. Wenn du in guter Verfassung dich befindest, dich so wohl fühlst, Bäume ausreisse köndest, etc….. dir dennoch die Waffe weggenommen wurde, dich deine Psychologin nicht verstand… das kann schon Grund sein, dass die Inko wieder da ist.
Versuch mal zu denken, dass die anderen es zur zeit richtig machen. Sie wollen dich schützen, denn, nach so einem Höhenflug( du scheinst dich darin zu befinden) kommt sehr oft… ne harte bauchlandung…. Denk daran….. komm in Gedanken in den Alltag zurück… versuch dich mal positif mit den Umständen zu befassen, und sag dir mal „ es ist ok, wi es ist“
Trotz der Waffe Entzug, ist es ok. Ich bin ok. Das einnässen ist ein Rückfall, wo gibt es ds nicht. Zu jedem fortschritt, gehört sehr oft bis meist… ein kleinerer bis grösserer Rückfall.

Hier gilt es.. Angst bisschen zurückstecken und sagen… das komt wieder… das schaff ich auch noch… Du schriebst, die Windeln wären ne Abhängigkeit geworden, das nennt man ja auch Sucht. Jede Sucht… zieht einen wieder zurück, sobald sie die kleinste Möglichkeit ergibt.. Sucht ist Sehnsucht… sieh es mal so an.

Oft heisst es, mit Sucht, ja nie mehr alk anrühren, oder ja nie mehr 1 einzige Zigarette. Da bin ich nicht einig. DENN, ich hatte Esssucht probleme.. diese Sucht kann man NICHT mit nicht mehr essen anghen.. man muss lernen, das normal mass zu finden.

Also steht so für mihc in deinem problem nicht die Frage.. lieber jeden Morgen nasses Bett,nur um die Vorlagen zu umgehen. Was hilft dir mehr? Was tut dir besseer? Jeden Morgen ein nasses bett, dazu die Arbeit.. ist nicht sehr seelen aufbauend.

Nun haste was zum lesen… von mir, bisschen viel. Versuch dich auf anderes zu konzentrieren als auf die inko… feu dich.. am schönen Sonntag heut.

Berichte dann hier doch wieder…. Wies dir geht würd mich freuen , papa…… klaro :roll:

wo ich daneben geschrieben habe, darfst mich ruhig korrigieren, ich kenn dich zuwenig.
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Du hast soviel geschafft!!!

Beitrag #3 von frosch » 30 Apr 2006 11:44


Hallo Papa!

Man habe ich mich gefreut, wieder von Dir zu hören. Habe immer mal wieder an Dich gedacht und Dir Glück gewünscht. Du hast von riesigen Erfolgen geschrieben: Nämlich dem Gefühl von Freiheit und Reduktion der Ängste! Das sind Bausteine, die manch andere nicht erreichen. Klopf Dir auf die Schulter - Hast es verdient!

Betrachte das Einnässen und die Windel als ein Regulativ und das bitte ohne Scham!

Ich möchte Dir ein Bild mit auf den Weg geben:Das Leben ist wie ein Schwimmbad, in dem man mit vielen anderen gemeinsam badet. Wenn man nun aber merkt, dass man zwischenzeitlich von den Awesenden nur untergetaucht wird, Schwimmbad verlassen und in das Nachbarbecken springen. Hat sich die Lage in dem ersten geändert wieder zurück und weitermachen.

Ich wünsche Dir wie immer alle Kraft!

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Beitrag #4 von frosch » 29 Jun 2006 12:56


Hallo Papa!

Ich fände es total schön, wenn Du dem Forum nochmal mitteilen könntest, wie sich Dein Weg weiter entwickelt hat. Was Deine Erfahrungen, Erfolge und vielleicht auch Rückschläge waren.

Ich bin wirklich sehr sehr interessiert.

Lieber Gruß auch an Klaro :P

René
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Beitrag #5 von papa0861 » 29 Jun 2006 14:11


hallo rene,

stehe kurz vor einem neuem termin beim psych.

letzte woche sah so aus:

arbeitsstelle betreten und erstmal eine knappe stunde auszeit benötigt. ich habe geschwitzt wie ein affe. nein nicht von der wärme. diese elende reaktion kenne ich zur genüge. angstattacken ohne grund. einfach zum kotz......
dann der kleine höhepunkt am mitwoch. ich fahre wohlgelaunt mittag auf arbeit und muß kurz der dienststelle umdrehen, wieder nach hause in die tiefgarage fahren, frau anrufen, lappen-wasser-neue hosen bringen lassen.
verdammt, das war gründlich in die hose gegangen.
donnerstag war ein "normaler" behördentag. die leute haben mir die bude eingerannt.
freitag stehe ich zeitig auf und warte, daß meine frau von ihrem putzjob nach hause kommt. frau kommt nicht. aber telefon klingelt: "hallo schatz, komm bitte ins krankenhaus. ich habe mir auf arbeit das handgelenk gebrochen."
also um 8 in die uniklinik gefahren. frau heult wie ein schloßhund. handgelenk gesplittert - operation am mittwoch. um 15 uhr (!!!!!) endlich in der klinik fertig.
also eine ganz normale woche.


ansonsten brauche ich wieder verpackung, nachts und oftmals nun auch wieder am tag.

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Beitrag #6 von frosch » 29 Jun 2006 15:22


Lieber Papa,

bei der Woche wäre ich auch ins Schwitzen gekommen...

Hoffentlich kannst Du mit dem Psychologen noch einige neue Felder beackern, die Dir dann auch eine wirkliche Steigerung der Lebensqualität verschaffen.
Nimm das mit den Verpackungen erstmal so hin, ist eben ein Hilfsmittel und hat daher absolute Berechtigung.
Ich versuche mich sehr in Dich hineinzuversetzen und möchte Dir davon berichten, dass auch ich vermeintlich aussichtslose Lagen erlebt habe. Zeiten, wo Du echt denkst, was möchte ich zuerst verlassen - meinen Körper oder meinen Geist -. Zum Glück bin ich geblieben und der ganze Knäuel verschiedener Probs ist ganz gut aufgedruselt. Klar, mancher Tag ist immer wieder eine echte Herausforderung aber irgendwie überwiegen die Erfolge den Mißerfolgen.
Es ist ja auch die Frage, ob man wirklich den Anspruch an sich selbst haben muss, so hundertprozentig in die Vorstellungen der heutigen Gesellschaft hineinpassen zu müssen.
Interessant ist doch, dass die meisten Menschen eigentlich alle ganz andere Prioritäten setzen würden. Gönnen wir uns den Mut zu Veränderungen und In-Frage-Stellungen.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute!

Kannst Dich auch gerne per PM wieder melden.

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Beitrag #7 von klaro (+16.05.2008) » 02 Jul 2006 22:14


hallo Frosch

du hast geschrieben..


Gönnen wir uns den Mut zu Veränderungen und In-Frage-Stellungen.




( ichs schaff das mit dem zitieren wieder nicht mehr) egal

ich würd hier mal sagen, je nach lebenssituation hast du recht, sehr sogar.

ich merk nur, dass papa wie ich derzeit in neer Situation sind. wo es mal besser wäre
uns selber zu aktzeptieren. einfach mal ja sagen können zur Situation und zur Person, sich selber... als noch weiter i"n Frage Stellen."

wollte nur das sagen. meine Gesundung "stagniert" auch derzeit extremst.

darum möcht ich sagen, alles zu seiner Zeit. klaro


es stagniert ja auch deswegen, WEIL ich mich und ALLES derzeit massivst in Frage stelle. sollten wir da nicht bisschen, normaler mit uns selber umgehen. dies mal so ne Frage vn meiner Seite her. Ich möchte, ich könnte es.
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