die wissenschaft findet immer mehr heraus

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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die wissenschaft findet immer mehr heraus

Beitrag #1 von papa0861 » 21 Jul 2006 00:26


hallo @all,

beim googeln bin ich folgendes gestoßen:

Wie steuert das Gehirn Wasserlassen? fMRT schaut "live" zu


meiner meinung nach ist das ein wenig zu wissenschaftlich für otto-normal-verbraucher, aber es zeigt doch, daß es mehr dinge zwischen himmel und erde gibt, als man manchmal denkt.

Göttinger Wissenschaftler beobachten die Hirnaktivität bei der Kontrolle des Harnlassens: Grundlagen für die Untersuchung von Patienten, veröffentlicht am 15. Juli 2006 in NeuroImage (ukg) Harnlassen ist ein zum Teil willkürlicher, vom Gehirn gesteuerter Prozess. Welche Regionen des Gehirns bei dem willentlichen Harnlassen und -zurückhalten aktiv sind, hat eine Göttinger Forschergruppe mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie (fMRT) "live" beobachtet. Die Untersuchungen an gesunden Frauen mit vollen Harnblasen bieten die Grundlage für genauere Analyse neurologisch erkrankter Personen mit Blasenschwäche. Die Ergebnisse der Abteilung Urologie (Direktor: Prof. Dr. Rolf-Hermann Ringert) am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen und der Forschungsgruppe MR-Forschung in der Neurologie und Psychiatrie (Leiter: Dr. Peter Dechent) des Bereichs Humanmedizin und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, Göttingen, erscheinen am 15. Juli 2006 in der Fachzeitschrift NeuroImage. Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des "Niedersächsischen Vorab" von der VolkswagenStiftung gefördert.

Die Göttinger Wissenschaftler haben die Gehirnaktivität von elf gesunden Frauen bei der willkürlichen Kontrolle ihres Harndrangs untersucht. Hierzu legten sich die Frauen mit voller Harnblase in den Magnetresonanz-Tomografen und erhielten im kurzen Wechsel schriftliche Anweisungen, Harn zu lassen beziehungsweise ihn zurückzuhalten. "Die genauen Kenntnisse über bewusste und unbewusste Vorgänge im Gehirn beim Harnlassen dienen uns jetzt als Grundlage für die Untersuchung von Patienten mit Blasenentleerungsstörungen", sagt Dr. Sandra Seseke aus der Abteilung Urologie des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen.

Die auffälligsten Ergebnisse der Göttinger Forscher waren räumlich klar umgrenzte Aktivitäten im "Zentralen Höhlengrau" (PAG) und in der so genannten "Brücke" (Pons). Beide Regionen liegen im Hirnstamm, einem evolutionär sehr alten Teil des Gehirns. "Uns ist es erstmals gelungen, mit der nicht-invasiven fMRT-Methode das komplexe Netzwerk der am Harnlassen beteiligten Hirnregionen, vor allem auch die wichtigen Regionen im Hirnstamm, zu identifizieren", sagt Dr. Jürgen Baudewig aus der Forschungsgruppe MR-Forschung in der Neurologie und Psychiatrie.

Den Harn erfolgreich zu speichern und das Harnlassen zu steuern, erfordert die filigrane Zusammen-arbeit von unwillkürlich und willkürlich steuerbaren Abläufen im Gehirn und Körper. Das komplexe System kann relativ leicht aus dem Gleichgewicht geraten und zu ungewolltem Harnverlust (Inkontinenz) oder erschwerter Blasenentleerung führen. Allein in Deutschland wird die Zahl der Personen mit Blasenschwäche auf über zehn Millionen geschätzt. Die Dunkelziffer ist hoch, denn viele Betroffene schämen sich ihrer "Schwäche" und vermeiden den Arztbesuch.

Die Funktionelle Magnetresonanztomografie, abgekürzt fMRT, ist ein nicht-invasives bildgebendes Verfahren mit hoher räumlicher Auflösung. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, die Aktivität der "grauen Zellen" beim Denken, Fühlen oder bei körperlicher Aktivität zu beobachten. Die interdisziplinäre Göttinger Forschungsgruppe "MR-Forschung in der Neurologie und Psychiatrie" untersucht den Aufbau und die Funktionsweise des menschlichen Gehirns mit Hilfe eines modernen Magnetresonanz-Tomografen.



quelle:
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/121478/



ich finde das ganz interressant. hoffentlich führen diese erkenntnise auch zu besseren heilungschancen und verschwinden nicht irgenwann mal in irgendwelchen tresoren, da die umsetzung der erkenntnisse den krankenkassen zu teuer erscheint.

lg
jürgen
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Beitrag #2 von D. Arnold » 22 Jul 2006 11:18


... oder eine Heilung ist so effektiv, dass die KK nichts mehr an anderen evtl. teureren Therapieformen verdient! Ich möchte gar nicht wissen, was alles in den Tresoren liegt und tatsächlich zu einer besseren Welt verhelfen könnte! *inweltverschwörungstheorienschwelg*

Auf der anderen Seite kann ich mir gut vorstellen, dass nur wenige Menschen aufgrund von Störungen "direkt im Hirn" Probleme haben, es gibt so viele Stellen, die "näher" an der Blase sitzen und dann noch "anfällig" sind.

Dennoch: vielleicht ist das ja ein Weg zur Lösung für ein paar Betroffene! Zu hoffen ist es in jedem Fall!

Gruß
Daniela
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D. Arnold
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Beitrag #3 von papa0861 » 22 Jul 2006 15:05


hallo daniela,

so sehe ich das ja auch.
da gibt es doch zur zeit die umstrittene entscheidung der krankenkassen da syntetisch veränderte insulin nicht im erstattungskatalog zu belassen.
da wurden milliarden für die entwicklung ausgegeben und nun wird es zahlungsschwachen patienten vorenthalten.

hier die mitteilung dazu:

Quelle: FAZ.net

20. Juli 2006
Ärzte dürfen Kassenpatienten, die an Altersdiabetes erkrankt sind, künftig nur noch in Ausnahmefällen Insulin auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verschreiben, das von der pharmazeutischen Industrie mit dem Ziel einer höheren Lebensqualität der Patienten synthetisch verändert worden ist.


Der gemeinsame Bundesausschuß der Kassen und Ärzte begründete diese Entscheidung am Mittwoch mit dem Einsparpotential von jährlich 30 Millionen Euro. Die kurzwirksamen Insulinanaloga zur Behandlung von Diabetes Typ2 dürften bis auf wenige Ausnahmen nur dann zu Lasten der GKV verordnet werden, wenn sie nicht teurer seien als Humaninsulin.


GKV zahlt Ausschlußmedikamente nicht mal anteilig


Damit hat der Ausschuß erstmals Präparate mit einer großen Breitenwirkung aus dem Erstattungskatalog gestrichen. Ähnliche Entscheidungen werden vorbereitet. "Das angestrebte Behandlungsziel einer guten medizinischen Versorgung von Diabetes-Typ-2-Patienten ist mit Humaninsulin ebenso zweckmäßig und derzeit wesentlich kostengünstiger zu erreichen", begründete das Gremium seine Entscheidung, der auch die Patientenvertreter zustimmten. Sie wird nun vom Gesundheitsministerium geprüft und mit Veröffentlichung im Bundesanzeiger voraussichtlich im Herbst in Kraft treten.


Patientenverbände und Arzneimittelhersteller bekräftigten ihren Protest. Sie ziehen die wissenschaftlichen Grundlagen in Zweifel. Da die Insulinanaloga zwischen 30 und 60 Prozent teurer sind als das Humaninsulin, bedeutet der Beschluß faktisch den Ausschluß des Medikamentes aus der Erstattung. Patienten, die dennoch die Analoga dem Humaninsulin vorziehen, müssen die gesamten Kosten von etwa 50 Euro im Monat alleine tragen. Eine Anrechnung der Kosten des Humaninsulins auf Kassenkosten ist nicht möglich. Nach Schätzungen der Kassen versorgen sich hierzulande 200.000 Patienten mit kurzwirksamen Insulinanaloga. Der Deutsche Diabetikerbund rechnet damit, daß derzeit 400.000 der 1,3 Millionen insulinpflichtigen Diabetiker in Deutschland mit Insulinanaloga behandelt werden.


Rechtfertigt der Zusatznutzen den höheren Preis?


Diese synthetischen Abwandlungen von Nachbildungen des körpereigenen Hormons Insulin wirken schneller als Humaninsulin. Patienten können sich Insulinanaloga deshalb ohne großen zeitlichen Abstand vor dem Essen spritzen. Die Produkte sind in Deutschland seit etwa zehn Jahren auf dem Markt. Nach dem Beschluß dürfen die Insulinanaloga nur auf Kosten der Kassen verordnet werden, wenn Patienten allergisch auf Humaninsulin reagieren oder bei denen trotz Intensivierung der Therapie eine stabile adäquate Stoffwechsellage mit Humaninsulin nicht erreichbar sei, dies aber mit kurzwirksamen Insulinanaloga nachweislich gelinge. Ferner können jene Diabetes-2-Patienten das Präparat erhalten, bei denen wegen einer unverhältnismäßig hohen Humaninsulindosis eine Therapie mit kurzwirksamen Insulinanaloga wirtschaftlicher sei. Alle anderen Patienten müßten auf das preiswertere Humaninsulin umgestellt werden.


Bei dem Beschluß sei es nur darum gegangen, ob die Analoga für die Diabetiker einen Zusatznutzen ergäben, der den deutlich höheren Preis rechtfertige, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Rainer Hess. "Die Belege hierfür hat die pharmazeutische Industrie bisher nicht vorlegen können." Deshalb habe man "im Interesse von vielen Millionen gesetzlich krankenversicherten Menschen und Beitragszahlern die Kostenbremse" ziehen müssen.


„Absage an Forschung innovativer Medikamente“


Mit der Entscheidung habe es "erstmalig eine Rationierung gegeben", kritisierte der Diabetikerbund. Der Verband Forschener Arzneimittelhersteller rief den Gesetzgeber auf, wie im Ausland klare Kriterien festzulegen, nach denen Kosten und Nutzen der Arzneien bewertete würden."In das neue Gesundheitsstrukturgesetz gehört ein Kriterienkatalog, der klar und unmißverständlich das "Wie" der Kosten-Nutzen-Bewertung festschreibt", sagte Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer. Der Hersteller Sanofi-Anventis sprach von einer "Absage an die Erforschung und Entwicklung innovativer Medikamente in Deutschland."

Text: ami., F.A.Z., 20.07.2006, Nr. 166 / Seite 11
Bildmaterial: picture-alliance / dpa



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@ D. Arnold

Beitrag #4 von sekino » 13 Aug 2006 17:47


hallo,

irendwie verstehe ich deine argumentation nicht. wie kann eine krankenkasse an teuren therapien verdienen?

mit gruß
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Beitrag #5 von eckhard11 » 13 Aug 2006 23:49


Nun ja, Jürgen,

ein Bericht aus der FAZ mit dem Schlusswort der Herstellerfirma, welches Angst verbreiten soll.
Dies ist verständlich, denn die Firma will ja schliesslich an dem Produkt verdienen, auch wenn die Forschungsgelder bei Weitem nicht den Rahmen hatten, den diese Firma gern verbreitet.

Nicht verständlich ist allerdings, dass die FAZ so einseitig berichtet und dem geneigten Leser unterschlägt, warum die Einordnung dieses Medikamentes in den Erstattungskatalog von dem Bundesausschuss abgelehnt wurde.

In Deutschland gibt es seit dem 01. September 2004 ein unabhängiges Institut namens "IQWiG", welches den Nutzen von neuen Medikamenten untersucht.
Die Untersuchungen dieses Institutes zeigten, dass das neue "Insulinanaloga" dem normalen Insulin ( Humaninsulin ) in keiner Weise überlegen ist und sogar im Verdacht steht, langfristig krebsfördernd zu sein. Aber es ist zwischen 30% und 60% teurer !!

Die URL des Institutes findest Du hier : www.iqwig.de/ueber-uns.21.html

Natürlich laufen die Arzneimittelhersteller dagegen Sturm.

Das Institut mit seinem Leiter Prof. Dr. med. Peter T. Sawicki wird von der Medikamentenmafia stark angefeindet.
Man schreckt ja nicht einmal vor erfundenen ( !! ) Veröffentlichungen über sexuelle oder politische Neigungen verschiedener Institutsmitglieder zurück.
Im Fokus steht hier natürlich Prof. Sawicki, welchen man schon mit übelsten Methoden zur Aufgabe zwingen wollte......

Wenn das Gesundheitsministerium den Bericht des Institutes absegnet, wird es der Medikamentenmafia zukünftig nicht mehr so einfach gemacht, ein bereits seit Jahren erprobtes Medikament - kurz vor Ende der Patentfrist - etwas zu ändern, dies neu anzumelden und gleichzeitig mit einem höheren Preis in den Markt zu drücken.
Die Wirkung des Medikamentes wird dadurch ja keineswegs verbessert.

Und es sollte auch in unser aller Interesse liegen, wenn auf diese Art verhindert wird, dass zu den 80.000 Medikamenten, welche bei uns verschrieben werden und von denen 60.000 Medikamente die gleiche Wirkung haben ( wir kämen ergo locker mit 20.000 unterschiedlichen Medikamenten aus ), dass zu diesen 80.000 Medikamenten immer noch welche hinzukommen, die als "neu" betitelt und daher teurer verkauft werden, obwohl sie keinerlei Vorteile gegenüber dem "alten", vorhandenen Medikament nachweisen.

Und die FAZ verschweigt auch schamhaft, dass keineswegs alle Patientenverbände ihren Protest bekräftigen.
Dies tun nur diejenigen Verbände, welche von den Arzneimittelherstellern massiv gesponsort werden !!

Unabhängige Verbände schreiben auf ihren Seiten ganz neutral über die Ablehnung des Insulinanaloga.

So schreibt z.B. das unabhängige Diabetis-Portal "diabsite" ( www.diabsite.de ) am 16.02.2006 Folgendes :

Überlegenheit kurzwirksamer Insulinanaloga ist bei Diabetes Typ 2 nicht belegt

Systematische Analyse von Langzeitstudien erbringt keinen Nachweis für einen patientenrelevanten Zusatznutzen gegenüber Humaninsulin.
Qualität der vorhandenen Studien ist nicht zufriedenstellend

Frage nach erhöhtem Krebsrisiko bleibt unbeantwortet

Derzeit existieren keine überzeugenden Belege für eine Überlegenheit kurzwirksamer Insulinanaloga gegenüber Humaninsulin bei der Behandlung des Typ 2 Diabetes mellitus. Die Aussagekraft und das Design bisheriger Studien ist unzureichend und lässt Rückschlüsse auf patientenrelevante Therapieziele, wie die Reduktion diabetischer Folgekomplikationen oder die Gesamtsterblichkeit, nicht zu. Die Frage, ob sie womöglich in der Langzeitanwendung Krebs fördernd sein könnten, bleibt unbeantwortet. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den die Kölner Wissenschaftler am 15.12.2005 vorgelegt haben.

Die Literaturbewertung der Forscher erfolgte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Ziel der vorgelegten Untersuchung ist die Nutzenbewertung einer mindestens halbjährlichen Behandlung mit einem kurzwirksamen Insulinanalogon im Vergleich zu einer Behandlung mit kurzwirksamem Humaninsulin (Normalinsulin). In der IQWiG-Übersichtsstudie wurden hierbei alle in Deutschland zugelassenen, kurzwirksamen Insulinanaloga-Präparate untersucht. Diese sind: Insulin Aspart, Insulin Glulisin und Insulin Lispro.

Bei der vom IQWiG durchgeführten Übersichtsstudie ergab sich für keine der untersuchten Behandlungsoptionen ein eindeutiger Vorteil. Dies gilt für die Zielkriterien "Krankheitshäufigkeit" und "Sterblichkeit" sowie für sonstige Aspekte des patientenrelevanten Nutzens wie z.B. "Rate schwerwiegender Hypoglykämien", "Lebensqualität" und "Therapiezufriedenheit". Für alle kurzwirksamen Insulinanaloga gilt, dass ihr Zusatznutzen gegenüber Humaninsulin nicht belegt ist. "Weder unsere Recherche noch die Hersteller der Insulinanaloga haben einen Beleg für einen Zusatznutzen erbracht", erklärt Institutsleiter Prof. Peter Sawicki.

Im Verlauf der Informationsbeschaffung und -bewertung, bei der auch externe Sachverständige eingebunden wurden, konnten insgesamt sieben relevante Studien identifiziert werden. Die Berichtsqualität der öffentlich zugänglichen Publikationen wurde als generell unzureichend eingeschätzt. Die Studien waren darüber hinaus auf Grund des durchweg offenen Studiendesigns empfindlich für systematische Fehler. Nach Angaben der Kölner Wissenschaftler wichen die publizierten Studienergebnisse zum Teil erheblich von bislang unveröffentlichten Daten zu diesen Studien ab. Diese bisher nicht publizierten Informationen wurden dem IQWiG von den Herstellern zu Bewertung zur Verfügung gestellt. Keine der Studien (mit Beobachtungszeitraum 5,5-1 Jahr) konnte zeigen, dass kurzwirksame Insulinanaloga mögliche Folgekomplikationen vermeiden helfen. Ebenfalls fiel auf, dass hochwertige Langzeitstudien, die primär den Nachweis eines patientenrelevanten Nutzens zum Ziel haben, vollständig fehlen.

Zusammenfassend lässt sich aus dem vorliegenden Bericht ableiten, dass die meisten patientenrelevanten Fragen nicht durch die derzeit vorliegenden, höherwertigen Studien beantwortet werden können. Bis zum eindeutigen Nachweis eines Patientennutzens mittels adäquater Untersuchungen birgt die Langzeitanwendung von Insulinanaloga somit ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Insbesondere die Frage, ob die Langzeitbehandlung von Patienten mit kurzwirksamen Insulinanaloga womöglich "krebsfördernd" sein könnte, bleibt unbeantwortet.

"Auf der anderen Seite haben Tier- und Zellversuche mit Insulinanaloga Hinweise ergeben, die auf die Möglichkeit einer krebsfördernder Wirkung hinweisen. Diese Möglichkeit ist nicht ausgeräumt, weil die Industrie versäumt hat, entsprechende Studien durchzuführen", so IQWIG-Chef Sawicki.

Der IQWiG-Abschlussbericht umfasst ca. 165 Seiten und enthält das Protokoll der wissenschaftlichen Anhörung, bei der die wesentlichen, in den schriftlichen Stellungnahmen aufgeworfenen Aspekte diskutiert wurden.

Zum Hintergrund: Insulin und Insulinanaloga
Die Blutzuckersenkung kann bei Patienten mit Typ 2 Diabetes unter anderem mit Insulin durchgeführt werden. Für die Insulintherapie stehen zurzeit im Wesentlichen strukturell unverändertes Insulin (Humaninsulin) und Insulinanaloga zur Verfügung. Als Insulinanaloga bezeichnet man Insulin ähnliche Moleküle, die auf Basis der Molekülstruktur des Humaninsulins durch eine Modifikation der Aminosäuresequenz entwickelt wurden. Ziel einer solchen Modifikation ist es insbesondere, einen gegenüber Humaninsulin veränderten Wirkverlauf herbeizuführen. Daraus könnte z.B. ein schnellerer Eintritt der Wirkung oder eine längere oder kürzere Wirkdauer resultieren.


Es ist also keineswegs so, dass Du früher sterben musst, weil Du arm bist, sondern es soll unterbunden werden, dass sich die Arzneimittelmafia die Taschen mit unserem Geld immer voller stopft für Medikamente, welche dem Patienten keinen Vorteil bringen.

Ausserdem bleibt es ja jedem Patienten überlassen, ob er dieses Medikament haben will.
Auch wenn es keinen Vorteil bringt.
Aber dann soll er den Mehrpreis auch selbst bezahlen und dies nicht der Allgemeinheit zumuten !

Ich leg mich jetzt - medikamentenlos - wieder nieder .sleep:
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Re: Insulinanaloga

Beitrag #6 von Sveni » 28 Jul 2009 11:14


Hallo Eckhard, hallo Jürgen,

irgendwie holt uns doch immer die Wahrheit ein.

Eure Diskussion über Insulinanaloga und die "Arbeit" der Pharmaindustrie ist zwar schon ein paar Jährchen alt, hat aber vor kurzem seine x-te Auferstehung bei der ARD gefeiert.

Der Beitrag (http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/2709974) bestätigt vorsichtig (wegen der schon wartenden Anwälte und Klagen) den Standpunkt von Eckhard.

Und so wird nicht nur mit den Diabetikern umgesprungen.

Viele Grüße von Sven
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Beitrag #7 von volante » 18 Dez 2009 17:05


Es ist doch bei jeder Krankheit gleich. Ständig hört man von neuen Forschungsdurchbrüchen in bestimmten Bereichen - auf dem Markt ändert sich jedoch nichts. Aus irgendeinem Grund, erreichen praktisch keine Neuheiten auch den Markt.

Schön langsam fange ich wirklich an zu glauben, solche Innovationen würden bewusst zurück gehalten werden, damit sich die Pharmakonzerne an ineffektiven aber teureren Therapien eine goldene Nase verdienen können.
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