Probleme nach der Prostataoperation

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

Moderatoren: Marco N., Georges

Probleme nach der Prostataoperation

Beitrag #1 von Goldie » 09 Apr 2007 18:14


Mein Vater (72) hatte bereits im Sommer letzten Jahres Beschwerden mit der Prostata. Eigentlich sollte er sofort operiert werden, was aber nicht möglich war, weil er kurz vorher am Herz operiert wurde und für mindestens ein halbes Jahr blutverdünnende Mittel einnehmen musste. Er bekam einen Harnröhrenkatherder mit Beinbeutel und durfte nach Hause. In der Zeit bis zu seiner OP Anfang Januar 2007 hatte er mehrere Harnwegsinfektionen und auch ziemliche Schmerzen. Er hatte sich sogar schon auf die OP gefreut in der Erwartung alles wird gut.........
Leider weit gefehlt. Er ist inzwischen mit den Nerven total am Ende, denn es geht gar nichts mehr. Die "Auslassversuche" inach der OP in der Klinik schlugen allesamt fehl. Er wurde dann mit einem Bauchdeckenkatheder und der Info er solle mal 2-3 Monate nichts machen damit alles ausheilen kann nach Hause geschickt. Er hat jetzt damit angefangen Auslassversucher zu machen, doch es klappt nach wie vor nicht.
Es kommen höchstens 70-100 ml "normal" der Rest über den Puffi. Ausserdem hat er starke Schmerzen und ein Brennen in der Harnröhre. Aus dem Haus kann er nur mit dem Beinbeutel und im Laufe des Tages kommt der Harndrang beinahe stündlich.
Oft ist die Zeit von dem Moment wo er den Drang verspürt bis zur Toilette zu kurz und es geht daneben. Er ist nervlich total am Ende. Sein Urologe meint das wird schon und wenn nicht kann er ja schließlich mit dem Puffi leben. Aber ich denke das kann's doch nicht sein.
Sollte jedmand in einer ähnlichen Situation sein oder gewesen sein wäre ich für Tipps wie ich meinem Vater helfen kann sehr, sehr dankbar.
Eine Bekannte meinte Kürbiskerne würden helfen. Hat damit jemand Erfahrung? Oder gibt es sonst irgendwas auf Heilpflanzlicher Basis?
Ich bin wirklich für jeden Tipp dankbar.
Benutzeravatar
Goldie
(Themenstarter)
Starter (bis 15 Beiträge)
Starter (bis 15 Beiträge)
 
Beiträge: 1
Alter: 53
Registriert: 05 Apr 2007 10:00
Wohnort: München
Land: Germany (de)
Geschlecht: Weiblich
 
Art der Inkontinenz: keine

Beitrag #2 von eckhard11 » 10 Apr 2007 00:53


Guten Abend, Goldie,

wenn Dein Vater während des Tragens eines Dauerkatheters Harnwegsinfekte oder Blasenentzündungen hatte, liegt es mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, daß entweder Bakterien durch den Katheter in die Blase gelangt sind oder der Katheter nicht richtig positioniert ist und an der Blaseninnenwand scheuert.
Gerade ein Dauerkatheter, und dieser auch noch über Monate, ist geradezu prädestiniert für eine Blaseninfektion, da die Bakterien durch den Katheter einen freien Zugang in die Blase haben.

In beiden Fällen ist es ratsam, den jetzigen Urologen sofort zu verlassen und einen Urologen eures Vertrauens aufzusuchen.
Ein Urologe, welcher meint, “das wird schon, und wenn nicht, könnte er ja schließlich mit dem Puffi leben”, ist für einen derartigen Fall nicht geeignet. ( Wobei mir nicht ganz klar ist, was Du mit einem “Puffi” meinst. Eventuell einen suprapubischen Blasenkatheter ? )
Es wäre ja irrsinnig, wenn er wegen einer Prostataoperation plötzlich sein Leben lang mit einem suprapubischen Blasenkatheter herumlaufen müsste. Dem Urologen gehört was auf´s Maul gehauen !!

Noch viel besser wäre es, Dein Vater würde ein Kontinenzcenter oder die Urologie einer eurer Münchener Unikliniken aufsuchen und sich dort richtig untersuchen lassen, denn der ganze Fall erscheint mir doch recht dubios.....

Gegen Harnwegsinfekte helfen eigentlich nur Antibiotika ( siehe hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Harnwegsinfekt )

Bei einer Blasenentzündung, ( Zystitis, siehe hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Blasenentz%C3%BCndung ), ebenfalls, hier kann auch Misteltee, Brennesseltee oder Cranberrysaft Linderung bringen, aber keine Heilung !!
Gegen den ständigen Harndrang kann Kürbiskerntee oder ähnliches eingenommen werden, aber dies hilft eigentlich nur gesunden Personen, welche über leichten, plötzlichen Harndrang klagen.
Ausserdem stellt sich eine Linderung bei homöopathischen Mitteln meistens erst nach mehreren Wochen ein.

Da es sich bei Deinem Vater um die postoperativen Folgen einer Prostataoperation handelt, werden aber diese homöopathischen Mittelchen nichts bewirken.

Hier sollte eine intensive Nachuntersuchung angestrebt werden, vor allem eine Urinkultur ( wegen der Art der Bakterien ) angelegt und der Kathetersitz kontrolliert werden. Und er sollte nachfragen, ob der Katheter überhaupt nötig sei. Durch einen Dauerkatheter kann sich die Blase verkleinern bis hin zu einer Schrumpfblase. Dann ist er die Blase los......
Auch sollte die Harnröhre genauestens untersucht werden, ob hier eventuell - bedingt durch Vernarbung oder ähnliches - eine Verengung ergeben hat. Wenn er nur so wenig pinkeln kann, ist da etwas gar nicht in Ordnung.

Gezielte Fragen kannst Du auch einigen Fachleuten stellen, nämlich hier : http://www.prostata.de/fragen_index.html oder hier : http://www.onmeda.de/foren/forum-prostatakrebs/list.html
Du solltest die Probleme sehr genau beschreiben, auch die Vorbehandlung mit dem Dauerkatheter über Monate hinweg und die postoperative Behandlung mit dem Bauchdeckenkatheter......

Dein Vater muss viel trinken, um die Blase zu spülen !!
Zwischen zwei und drei Litern täglich.
Auf keinen Fall jetzt wenig trinken, das erhöht nur die Anfälligkeit der Blase gegenüber Infektionen.

Eventuell kann er des Nachts ein Kondomurinal mit Bettbeutel verwenden, damit er, falls er Harndrang hat, nicht aufstehen muss.
Kondomurinale erhälst Du - als Muster - in jedem Sanitätshaus.
Hier ein Link zu einer Beschreibung : www.manfred-sauer.de

Melde Dich mal, wenn sich etwas ergeben hat.....

Denke daran : Viel trinken !!

Gruss
Eckhard
www.inkotreff.de
Benutzeravatar
eckhard11
Profiautor (min. 150 Beiträge)
Profiautor (min. 150 Beiträge)
 
Beiträge: 1185
Registriert: 24 Dez 2003 14:51
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 

Kürbiskerne helfen nur Apotheker

Beitrag #3 von Siggi » 12 Apr 2007 10:37


Hallo Goldie,

um es kurz zu sagen aus meinem Erfahrungsschatz: Kürbiskerne helfen nur dem Produzenten und dem Apotheker! Wer wirklich etwas mit Postata und Blase hat, sollte sich das ville Geld sparen. Zur Vorbeuigung mögen Kürbiskern-Präparate vielleicht einen Sinn haben.

Übrigens hat Eckhardt als "ProstataExperte" schon recht nützliche Hinweise gegeben- besser kann's keiner...

MfG
Siggi
Benutzeravatar
Siggi
Megaautor (min. 100 Beiträge)
Megaautor (min. 100 Beiträge)
 
Beiträge: 120
Alter: 67
Registriert: 16 Dez 2004 17:17
Wohnort: Berlin
Land: Germany (de)
Geschlecht: Männlich
 
Art der Inkontinenz: mittelschwer
Hilfsmittel: Abrin san Normal Abri format


Zurück zu Blase und Prostata

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron