Nach Radikaler Prostata-OP 5 Monate Inkontinez

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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Nach Radikaler Prostata-OP 5 Monate Inkontinez

Beitrag #1 von Wolfgang » 01 Jul 2010 18:47


Hallo, nach Prostatektomie vor 5 Monaten habe ich immer noch dramatische Inkontinenz: mindestens 20 Vorlagen täglich. Der Urologe schickt mich jetzt zu einer Harnröhrenuntersuchung, ggfs. soll ein Ring um die Harnröhre gelegt werden.Hat jemand dazu Erfahrungen?Oder auch zum "künstlichen Schliessmuskel"??
Wolfgang
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Inko nach Prostata OP

Beitrag #2 von Horst-S » 01 Jul 2010 21:25


Hallo Wolfgang, ich grüße dich als Leidensgenosse. Meine OP ist jetzt 3 1/2 Jahre her. Nach 2 Jahren habe ich mir wg. der anhaltenden Inkontinenz den künstlichen Schließmuskel ASM 800 einbauen lassen. Der Anfang war vielvesprechend, jetzt bin ich aber doch bei 2 Windeln pro Tag gelandet, weil es einfach doch nicht dicht hält. Gerade bei Anstrengungen, Niessen, Heben. Aus heutiger Sicht würde ich mir das nicht mehr einbauen lassen. Es gibt viele hier, die ein Band sich einbauen ließen und glücklich damit wurden. Mir hat der Uro das ausgeredet. weil es nicht für mich in Frage käme. Ich mache immer noch Beckenbodengymnastik, momentan nach der Feldenkraismethode.
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Beitrag #3 von Struppi » 01 Jul 2010 23:06


Hallo Wolfgang,

zum künstlichen Schließmuskel kann ich nicht viel sagen, es gibt aber gute Beiträge hier im Forum, eventuell werden dir ja beim Störbern bereits einige Fragen beantwortet.

Meine persönliche Haltung zu solchen Dingen ist allerdings die, dass es bislang noch kein System auf dem Markt gibt, welches wirklich vollständig in der Lage ist, eine Inkontinenz (egal, ob Stuhl oder Harn) gut zu "kurieren". Zudem würde ich mich nicht einem (erneuten) Operationsrisiko aussetzen, zumal unter der Prämisse, dies alle 3 - 5 Jahre zwecks Batteriewechsel erneut durchziehen zu müssen. Ferner existieren genug Alternativen auf dem Markt, angefangen mit guten saugenden Produkten über das Kondomurinal bis hin zum ISK nach Botoxtherapie.

Bezüglich deines Vorlagen-Verbrauchs würde ich dir gerne ans Herz legen, ggf. saugstärkere Produkte zu verwenden. Normalerweise sollten 4 - 5 Stk./24 h ausreichend sein.

Gruß

Hannes
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AW zu Schliessmuskel/Argusband

Beitrag #4 von Wolfgang » 02 Jul 2010 07:50


Hallol Hannes, danke für die Mitteilung.Vor einem ev.künstlichen Schliessmuskel habe ich eine ÜW zur Klinik bez.Untersuchung, ob ein Argusband implantiert werden kann.Dazu gibt es ja auch wieder verschiedene Meinungen, wohl nicht bei jedem geht es .Ich weiss überhaupt nicht mehr, was ich machen soll.Habe vor 1 1/2 Jahren Herz-OP, dieses Jahr Prostatektomie, bin seit 02/2009 krank geschrieben. Und Vorlagen: ich merke gar nicht, wenn ich Wasser lassen muss.Vor allem, wenn ich mich bewege, komme ich von der Toilette wird es schon wieder feucht.Da muss ich doch öfter wechseln, die Krankenkasse hat eine zentrale Versorung-einen Lieferanten, und da gibt es auch keine anderen Vorlagen für Männer, die saugstarker sind.Ich will ja nicht jammern, aber so ist das Leben einfach nicht lebenswert.
Gruss Wolfgang
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künstlicher Schliessmuskel

Beitrag #5 von Wolfgang » 02 Jul 2010 08:01


Hallo Horst, danke für die Antwort.Habe gesehen, dass sich meine Antwort in deinem Beitrag gekreuzt hat. Es ist doch für einen betroffenen Patienten schwierig, Entscheidungen in diesem Bereich da "unten" zu treffen. Ich berauche z.Zt. mindestens 20 Vorlage-ich merke in der Regel gar nicht, dass ich "Wasser lassen muss".Gestren war ich wieder beim Urologen- der schickt mich zur Untersuchung nach BS ins Klinikum, mit der Prüfung, ob ein Argusband eingebaut werden kann.Ich kann Krankenhäuser schon nicht mehr sehen, bin seit 02/2009 nach Herz-OP krank geschrieben, dieses Jahr radikale Prostata-OP und seitdem 5 Monate "läuft" es.Selbst wenn so ein Argusband möglich ist: es bietet ja auch keine Gewißheit, dass man dann trocken ist.Kannst Du mir ein paar Details zu dem künstlichen Schliessmuskel(wie funktioniert er, wie lnge hält er, muss da was verstellt geändert etc. werden? Wäre toll.
Gruss Leidensgenosse Wolfgang
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Künstlicher Schließmuskel

Beitrag #6 von Horst-S » 02 Jul 2010 21:07


Hallo Wolfgang,
es tut mir auch in der Seele weh, wenn ich lesen muss, dass Du bei 20 Windeln bist und gar nicht mal spürst, jetzt kommt der Urin. Das ist schon heftig. Wegen dem Band war ich bei 2 Uros: Die Chance, dass ich dicht werde, haben die bei 50 % gesehen, also habe ich für mich aus der Windel heraus entschieden, das machst du nicht. Durch den künstlichen Schließmuskel bin ich von 6 auf jetzt 2 Windeln gekommen, also doch eine enorme Anhebung der Lebensqualität. Heute hatte ich zum erstenmal die Windel vergessen, aber in der Unterhose ist doch was drin. Bei der Hitze, aber auch im kalten Winter läuft es halt auch schneller.
Wegen der Dichtigkeit wollte ich auch was nacheingestellt oder nachjustiert haben. Die Röntgenbilder zeigten aber dem Uro, da wäre nix nachzustellen. Im Juli jährt sich mein Implantat zum dritten Mal. Man hat mir die Hoffnung mitgegeben, dass ich die nächsten 10 Jahre wohl keinen Austausch oder Nach OP brauche. Ich lese hier aber auch von nur 4 - 6 Jahren. Je älter man wird, umsomehr scheut man natürlich eine erneute OP.
Aber heute ist auch ein glücklicher Tag für mich, habe neue Werte mitgeteilt bekommen (vor
Aufregung deshalb die Windel anzulegen vergessen): alle Blutwerte, der PSA wären hervorragend ... Also ein Freudentag mit einem Gläschen Champus!
Freilich für Dich kein Trost, da Du ja weitaus ungesunder dastehst. Trotzdem die Hoffnung bitte nicht aufgeben. Servus von Horst
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Beitrag #7 von Struppi » 03 Jul 2010 04:02


Hallo Wolfgang,

ein Verbrauch von 20 (was jetzt genau? Vorlagen oder Inkoslips? Ich gehe mal von Vorlagen aus) Vorlagen ist abnorm hoch und damit einfach nur noch unwirtschaftlich. Bei einer Inkontinenz mit einer derart starken Ausprägung helfen selbstredend dann auch keine Tropfenfänger mehr aus sondern es empfiehlt sich, hier stärkere Produkte zu verwenden, welche dann nicht mehr nur für den Mann sondern eher "unisex" sind, nichts desto trotz allerdings ihren Dienst weit besser verrichten dürften als 20 Vorlagen am Tag zu verschleißen für nix u. wieder nix. Dieser Umstand sollte auch dem schlechtesten Sanitätshaus mal auffallen.

Ferner stellt immer noch der Arzt das Rezept mit - wenn schon nicht einem konkreten Produkt - benötigter Menge und Saugstärke aus... völlig gleichgültig, wie das Sanitätshaus da argumentieren mag.

Zudem wärst du ja bei ständigem Tröpfeln ein guter Kandidat für ein Kondomurinal, welches du Wahlweise an einen Bein- oder Bettbeutel hängen kanst. Dann entfällt das Hantieren mit irgendwelchen Vorlagen vollständig. Auch diese Systeme können vom Arzt verordnet werden und werden von den KK (noch) vollständig übernommen.

Gruß

Hannes
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Beitrag #8 von Wolfgang » 03 Jul 2010 15:28


Hallo Horst,
Glückwunsch zum guten PSA-Wert. Das Thema ereilt mich auch noch, aber da ist es noch Zeit.Ich will im Moment keine OP mehr-das reicht mir (nach Schlaganfall vor 16 Jahren, letztes Jahr Herz-OP, dann Prostata, jetzt schnippelt der Hautarzt an mir).Ich will in kein Krankenhaus mehr, aber andererseits ist der jetzige Zustand einfach fürchterlich, und dazu noch bei der Wärme.
Na ja: muss erst mal wieder ruhiger treten.
Erst mal alles Gute Dir!!
Gruss
Wolfgang
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Beitrag #9 von Wolfgang » 03 Jul 2010 15:34


Hallo Hannes,
danke für Deine Worte. Es sind 20 Vorlagen mind. täglich.Meine KK = Barmer hat da einen zentralen Lieferanten: der hat für Männer nichts saugstärkes, will mir aber Muster mit anatomischen stärkeren Vorlagen schicken.
Mein Problem ist, dass ich ein solches Kondomurinal NICHT will. Mental nicht will. Und Bei Vorlagen : ich merke normalerweise nicht, wenn ich Wasser lassen muss. So gehe ich ca. jede 1/2 zum Wechseln der Vorlage. Es ist doch auch fürchterlich, wenn es feucht wird.Komme ich von Toilette, d.h. vom Wechseln, wird mir manchmal gleich wieder "warm" dort d.h. feucht.Es ist ein Graus.
Gruss
Wolfgang
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Beitrag #10 von Struppi » 03 Jul 2010 17:40


Hallo Wolfgang,

ich bemerke ebenfalls überhaupt nicht, wann oder zu welchem Zeitpunkt ich Harn verliere, trotzdem komme ich mit 3 - 5 saugenden Produkten aus, bevorzuge aber wenn möglich das Kondomurinal. Vielleicht solltest du deine Animositäten bzgl. des Urinals einmal nach hinten stellen und es zumindest ausprobieren. Dann wird es nämlich nicht mehr warm und feucht und du kannst nebenher noch ein vernünftiges Toilettentraining durchführen.

Wenn du nach einem Test sagst: "Das ist nichts für mich, das fühlt sich noch merkwürdiger an als die Vorlagen", dann ist es ja okay, aber du solltest es zumindest einmal ausprobiert haben um das sagen zu können.

Zum halbstündigen Wechseln... nun, räusper... das ist in der Tat eine Wechselfrequenz, von der ich so auch noch nicht gehört habe. Wenn du gute und dem Grad deiner Inkontinenz angepaßte Vorlagen verwendest, dann sollten diese in der Lage sein, diese Nässegefühl recht schnell zu unterbinden. Nur solltest du den Vorlagen auch die Möglichkeit geben, den Harn von der Oberfläche wegzutransportieren und in Gel umwandeln zu können.

Ach, was ich noch fragen wollte: Machst du zur Zeit eigentlich Beckenboden-Training? Du befindest dich ja "erst" 5 Monate nach der OP, bis ein gutes, unter fachkundiger Anleitung erlerntes Beckenboden-Training erste erfolge zeigt, können mitunter bis zu einem Jahr und länger ins Land gehen.

Ein Rat aus eigener, langjähriger Erfahrung ist außerdem: Gib dir etwas Zeit, versuche, der Sache ansich etwas mehr Normalität einzuräumen und überwinde das ständige Schamgefühl, auch, wenn es am Anfang unendlich schwer fällt.

Alles Gute - und laß den Kopf nicht hängen!

Hannes
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