22 Monate nach Prostata-Rektonomie

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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22 Monate nach Prostata-Rektonomie

Beitrag #1 von horst7500 » 03 Apr 2014 19:30


Hallo,

im Juli 2012 wurde bei mir (damals 76) wegen eines Karzinoms eine Prostata-Totaloperation durchgeführt-
Erschwerend war, dass 10 Jahre zuvor eine Ausschälung vorgenommen wurde.
Die Inkontinenz war zunächst höchst frustrierend, täglich mindestens 6 große Einlagen nötig.
Eine 3 wöchige Reha in Aulenbach brachte die große Wende: Gegen Ende kam ich mit 1-2 Einlagen aus, die in den folgenden Wochen eigentlich nur noch der Sicherheit dienten.
Beckenboden-Training wurde nach knapp einem Jahr leider nur noch sporadisch durchgeführt und heute, 15 Monate nach der OP hat sich meine Kontinenz wieder verschlechtert. Mein Bedarf liegt normal bei 2-3 kleinen Einlagen.
Aber: Ich habe vor einigen Tagen wieder angefangen, Rad zu fahren. Mit einem speziellen mit Aussparung versehenen Sattel. 1/2 Stunde gemütliche Fahrt verlangt danach sofortigen Wechsel der Einlage und der unkontrollierte Harnabgang hält noch Stunden danach an.
Sinn meines Beitrags:
Ich empfehle vor allem älteren an der Prostata operierten, das Beckenbodentraining nach Erreichen einer guten Kontinenz, nicht ganz aufzugeben.
Und die Frage: Wie erlebten es andere, beim Wiederbeginn des Radfahrens?
Von einigen hörte ich (waren alle spürbar jünger, dass sie problemlos nach 6-12 Monaten wieder regelmäßig und intensiv Rad fahren.

Gruß, horst7500
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Re: 22 Monate nach Prostata-Rektonomie

Beitrag #2 von Helmut » 05 Apr 2014 11:56


Hallo Horst,

danke dir für deinen interessanten Beitrag, das hilft bestimmt einigen Betroffenen.

Genauso wie bei Frauen ist auch bei Männern das Beckenbodentraining eine gute Möglichkeit, den Schließmuskel und Beckenboden zu stärken. Wie bei jedem Sport auch ist es wichtig dass die Übungen regelmäßig gemacht werden um den erreichten Zustand zu halten, ein Gewichtheber der nicht Trainiert, bei dem bauen die Muskleln auch ab.

Das Rad fahren ist natürlich eine gewisse Belastung für den Beckenboden und da kann ein spezieller Sattel ganz hilfreich sein. Selber habe ich in dieser Richtung keine Erfahrungen, meine Inkontinenz hat eine andere Ursache und lässt sich auch mit Beckenbodentraining nicht bessern.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Re: 22 Monate nach Prostata-Rektonomie

Beitrag #3 von Oldie » 06 Apr 2014 23:14


Bin vor gut 4 Jahren wg. bösartigem Karzinom (3+3) auch totaloperiert. Habe BB-Training in der REHA begonnen und bald 2 Jahre regelmäßig durchgeführt: Erfolg sehr mäßig. Dann hatte ich davon also wirklich "die Nase voll".
Seither weiter nur mit Vorlagen guter Saugleistung unterwegs, egal ob daheim oder sonst irgendwo (Wechsel 3-4 x tgl.).

Kann den Ersatz-Spinkter ansich ganz gut ansteuern, zukneifen auch, aber es wurde und wird bis heute nicht dicht.
Mein Urologe besteht nicht auf Neubeginn des BB-Abenteuers, würde evtl. für die Blase entspannendes Medikament verschreiben, kann ich aber wegen unerwünschter Nebenwirkung ohnehin nicht nehmen.

Einen solchen Sattel fahre ich schon einige Zeit, keine besonderen Probleme - dieser ist mir aber schon mitunter zu "hart". Muss mal gucken, was es da noch an Alternativen gäbe.
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Re: 22 Monate nach Prostata-Rektonomie

Beitrag #4 von Heidjer » 07 Dez 2015 21:17


Ich lese hier schon eine Weile mit und möchte mit diesem ersten Beitrag Betroffenen etwas Mut machen. Ich wurde schon vor 45 Monaten operiert und bin seitdem inkontinent (1-3 Vorlagen pro Tag). Habe 8 Wochen zuvor meine Frau durch Lugenkrebs verloren. Ich habe auch einige Versuche durch, bis hin zu 2 Beratungen und Untersuchungen zur Operation zum Einlegen von Bändern und Schlingen.
War lange auf der Suche nach dem richtigen Training, alles schien für mich falsch, zu viel, zu wenig, zu intensiv, was weiß ich. Es wurde nur schlimmer! Irgendwo las ich etwas von 3mal tägl. intensiven Training vor genau 22 Tagen. Ich wiege meine Vorlagen um Beurteilungen vornehmen zu können dafür, was mir gut tut oder nicht.
Nach dem ersten Training von 15 min ging das Problem schon zurück, aus um die 20 gr wurden 10 gr und weniger. Wollte es nicht glauben und hatte mir sowieso vorgenommen diszipliniert weiter zu machen mit 3 mal täglich. Das Ergebnis lautet: aus den ehem. um die 20 teils auch mehr gr, wurden durchgehend alle drei Wochen Werte unter 10 gr, gerne auch mal 5, oder 7 gr. Ich bin guter Hoffnung darauf, das es irgend wann sogar noch vorbei sein könnte. Ich fühle dass das kommt.

Soll heißen, immer nur falsch geübt, nicht konsequent genug, nicht intensiv genug und mit zu wenig Gefühl für den " Boden".
Es gibt Ausnahmen und die heißen Joggen oder Motorradfahren, aber auch da sind Veränderungen wahrnehmbar und ich glaube auch hier kann das Thema ein Ende haben.
Das Training hingegen nicht, das wird, wenngleich nicht in der derzeitigen Intensität, weiterhin statt finden müssen. Das habe ich, mit gewissem Erschrecken, als eines der wenig positiven Dinge aus der Reha vor mehr als 3 1/2 Jahren mitgenommen.

mit besten Grüßen
der Heidjer
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