Protata-OP "die" Lösung des Inkontinenz-Problems?

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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Protata-OP "die" Lösung des Inkontinenz-Problems?

Beitrag #1 von Siggi » 02 Mai 2005 09:47


Hallo Eckardt, da du nun als ausgemachter Fachmann giltst, möchte ich dich und alle, die mit dem folgenden Problem Erfahrungen haben, mit der Frage belästigen, die mich jetzt umtreibt:

Im November wegen "temporärer" Inkontinenz (Ursache: Harnwegsinfektion, ausgelöst durch die Prostata) wurden mir drei bis vier Tage des Leidens in Aussicht gestellt. Inzwischen sind sechs Monate vergangen und das "temporäre" hält an. Auch gab es in der Zeit schon zweimal wieder eine Harnwegsinfektion. Neben Antibiotika verordnete mir der Urologe Urion uno 10mg zur Blasenstabilisierung, was nicht viel brachte. Nun erhalte ich zusätzlich Mictonorm als Blasenspasmolykum. Der Urologe hat mir eine Frist bis Mitte Juli gestellt, wenn die Medikamente bis dahin nicht gewirkt haben, sei eine OP angebracht; Ausschabung der Prostata. Nicht dass ich vor der OP zurückschrecken würde, ich fürchte aber, dass danach die Harninkontinenz nicht aufhört, sondern echt chronisch wird. In meinem Umfeld habe ich soetwas gehört. Der Urologe meinte auf meine Vorhaltung, einige Zeit könnte die Inkontinenz noch anhalten, wäre aber medikamentös behandelbar. Wer hat Erfahrungen?

MfG Siggi
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Beitrag #2 von Jens Schriever » 02 Mai 2005 12:40


Hallo Siggi

Ich habe das Gefühl dass dein Urologe nur an dich herumexperimentiert denn
Urion Uno und Mictonorm sind Zwei Verschiedene Medikamente für Zwei Unterschiedliche Erkrankungen. Urion Uno ist ein Sympatholytika und wird eingesetzt bei Gutartiger Prostatavergrößerung und Überlaufinkontinenz .Urion Uno soll den Abflußwiderstand senken.
Mictonorm ist ein Parasympatholytika und wird eingesetzt bei einer Dranginkontinenz .Diese Medikamente sind so genannte Spasmolyte und hemmen die Kontraktion des Blasenmuskels,so dass der starke Harndrang nachlässt. Auch werden diese Medikamente eingesetzt um die Speicherfunktion zu erhöhen. Spasmolytika sollten bei einer Prostatavergrößerung oder anderen Abflußstöhrungen nicht oder nur mit Besonderer Vorsicht eingesetzt werden, da sie den Restharngehalt ansteigen lassen / können.
Ich rate dir dich von einen Zweiten Urologen zu untersuchen zu lassen.




Mit Besten Wünsche

Gruss Jens
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Jens Schriever
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Beitrag #3 von eckhard11 » 02 Mai 2005 18:01


Hallo Siggi, hallo Jens,

Siggi,
Jens hat gar nicht unrecht mit seinem Hinweis.

Urion Uno stabilisiert keinesfalls die Blase.
Urion Uno enthält Alfuzosin und dieses Alfuzosin ist ein sog. Alpha-1-Rezeptorblocker und arbeitet wie folgt :
Die “Weite” der Harnröhre wird auch durch Muskelspannung von Harnröhre und Prostata reguliert.
Bei sich füllender Blase sendet der Körper Botenstoffe an spezielle Bindungsstellen dieser Muskulatur und verengt dadurch die Harnröhre. Sie zieht sich also in diesem Fall zusammen, wird enger....
Genau diese Bindungsstellen ( Rezeptoren ) werden durch Alfuzosin blockiert, sodaß diese - körpereigenen - Botenstoffe die Harnröhre nicht noch zusätzlich ( bei “Druck auf der Blase”) verengen können.

Mictonorm dagegen enthält Propiverin als Wirkstoff.
Dieses Propiverin greift am System des Papasympathikus an
Propiverin wird daher auch als Parasympatholytikum bezeichnet. Dadurch kommt es zu einer Beeinflussung verschiedener ( !! ) Körperfunktionen mit teilweise erheblichen Nebenwirkungen
Erwünscht ist dabei eine erschlaffende Wirkung auf die glatte Muskulatur, die auch in der Harnblase vorkommt. Hier wird durch Propiverin der erhöhte Spannungszustand der Blasenmuskulatur vermindert und damit eine erhöhte Blasenkapazität erreicht. Für Patienten mit Dranginkontinenz oder kombinierter Stress-/Dranginkontinenz bewirkt die erhöhte Blasenkapazität eine Verminderung der Entleerungshäufigkeiten. Besonders diese Wirkung kann die Lebensqualität von Betroffenen deutlich verbessern, weil die Zeit für Aktivitäten zwischen den Toilettengängen ansteigt.

Verschwiegen wird aber gern, daß das Risiko der Restharnbildung und somit das Risiko einer bakteriellen Infektion, wie Jens es schon erwähnte, bedingt durch den schlafferen Blasenmuskel, erheblich steigt.

Beide Wirkstoffe sind also dazu geeignet, Muskeln erschlaffen zu lassen.
Warum Dir der Urologe aber - bei “unkontrolliertem Harnabgang”, wie Du am 17. Dez. 2004 schreibst - einen Wirkstoff wie Alfuzosin ( Urion Una ) verordnet, ergo einen Wirkstoff, der die Harnröhre auch noch erweitert, ist mir ein Rätsel.
Ich hätte Dir einen Pfropfen verschrieben :lol: :lol: :lol:
Bei Mictonorm verstehe ich dies, weil es eben die Blase “größer” werden lässt.....

Auf jeden Fall sollten während der Therapie regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.
Allerdings ist über eine Wechselwirkung dieser beiden Wirkstoffe nichts bekannt......

Eine Gegenanzeige bei Mictonorm sagt aus, daß dieser Wirkstoff bei benigner Prostatahyperplasie
sowie bei Blasenentleerungsstörungen mit Restharnbildung sehr sorgfältig abgewogen werden sollte.
Keineswegs würde ich ( ich rede hier von mir !! ) monatelang derlei Tabletten fressen.....

Wenn Du - trotz ausgeheilter ( ??? ) - bakterieller Infektion der Harnwege immer noch Probleme hast, den Urin zu halten, dann liegt der Grund woanders oder Deine Prostata respektive die Nerven sind bereits so angegriffen, daß die Inko auf dem besten Wege zur chronischen Inko ist.
Du solltest Dich wirklich noch von einem anderen Urologen untersuchen lassen.

Ich leg mich - tablettenfrei und fröhlich vor mich hinschiffend - wieder hin .sleep:
Eckhard
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Dank für nützliche Hinweise

Beitrag #4 von Siggi » 04 Mai 2005 11:30


Lieber Jens, lieber Eckard,

besten Dank für Eure nützlichen Hinweise, wenn ich nun eigentlich auch etwas verwirrt bin. Wahrhaftig: das beste ist wohl, ich konsultiere einen zweiten Urologen. Leider ist das selbst in einer "Weltstadt" nicht so einfach, weil es Wartezeiten für Kassen-Patienten bis zu drei Monaten bei den Fachärzten, besonders bei den Urologen, gibt. Auch ein Skandal!

MfG
Siggi
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Beitrag #5 von eckhard11 » 04 Mai 2005 21:32


Hallo Siggi,

mach Dir nix draus.......

Ich als "akuter Vorzeigepatient" habe bei meinem Urologen, ( den ich sehr schätze ), vor 2 Wochen den erforderlichen Vierteljahrescheck angemeldet.

Termin : 04.Juni......

Als Privatpatient !


Bis dahin lege ich mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Zwischenbericht

Beitrag #6 von Siggi » 29 Jul 2005 16:28


Hallo Mitleidende,

nachdem Ihr mir gute Ratschläge gegeben habt, möchte ich nach längerem Schweigen einen Zwischenbericht geben:

Ich habe also Eurem Rat folgend den Urologen gewechselt. Auch mein Hausarzt hat mir das empfohlen und mir zugleich eine kompetente Adresse gegeben. Die Behandlung dort unterschied sich sehr positiv von der meines bisherigen Urologen. Nun beginnt aber die Zeit externer Diagnosen, die sich wegen der Urlaubszeit mächtig hinziehen wird. Zunächst muss ich zur Computer-Thomografie, wo Niere und der gesamte Ablauf unter die Lupe genommen werden sollen. Termin: 16. August! Ist ja bald! Übrigens: Mictonorm hat der "Neue" sofort abgesetzt, nachdem mein Hausarzt schon schwere Bedenken hatte. Aber Urion uno soll bleiben. Meine Inko hat in den letzten Wochen eher zu- als abgenommen. Vor allem nachts brauche ich eine ganz dicke Windel (Molicare super plus).

Hat jemand von Euch Erfahrungen mit der CT?

Tschüss! Siggi
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Beitrag #7 von Jens Schriever » 29 Jul 2005 17:07


Hallo Siggi


Das Deine Inkontinenz schlimmer geworden ist, ist ganz normal.
Mictonorm und Urion uno sind zwei völlig verschiedene Medikamente.
Urion uno ist ein Medikament aus der Sparte der Sympatholytika und wird eingesetzt bei der Überlaufinkontinenz. Medikamente aus der Gruppe der Sympatholytika blockieren unter anderem die Alpha- Rezeptoren am Blasenhals, die eigentlich für einen guten Blasenverschluß sorgen sollen. Dadurch wird der Verschluß des Blasenhalses gelockert und die Blasenentleerung durch eine Senkung des Auslaßwiderstandes vereinfacht. Auf dieser Wirkungsweise baut ein neues Konzept zur medikamentösen Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata auf. Daher das vermehrte Einnässen. Mictonorm ist ein Medikament aus der Gruppe der Parasympatholytika und wird eingesetzt bei einer Dranginkontinenz. Parasympatholytika hemmt die Kontrakktion des Blasenmuskels, so dass der starke Harndrang nachlässt. Sie werde auch eingesetzt um das Blasenvolumen zu steigern. Nebenwirkungen sind das sie gelegentlich den Restharngehalt erhöhen. Parasympatholytika dürfen normalerweise bei einer Prostatavergrößerung wegen des Restharngehaltanstieges nicht eingesetzt werden. Zu deiner Frage: Zum CT kann ich dir keine Auskunft geben.





Gruss Jens
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Erfahrungen mit Nieren CT

Beitrag #8 von Chris » 29 Jul 2005 17:55


Hallo Siggi,

ja - damit habe ich Erfahrungen. Bei mir wurde nach den Unfall eine Zyste an einer Niere festgestellt und daher wurde ein CT gemacht, erst ohne Kontrastmittel und dann mit.

Erst die "Leeraufnahmen" - also ein ganz gewöhnliches CT, Du liegst einen Moment ruhig während die Kiste macht (ca. 3-5min) und schon ist es erledigt. Dann kam die Kontrastaufnahme. Dazu mußte ich ca 1,5l einer nicht ganz neutral schmeckenden klaren Flüssigkeit trinken und nach ca. 1 Std. wurde das 2te CT gemacht, Ablauf wie oben - also keine Angst, das ist nix schlimmes.

Eine Einschränkung muß ich allerdings noch machen - ich bin auch Stuhlinko und das Kontrastmittel hat stark abführende Wirkung - hatte mir aber keiner gesagt, ich war noch zum shoppen in die Stadt gegangen und so hatte ich keine Chance rechtzeitig zu Hause zu sein, geschweige denn etwas dagegen zu tun. So blieb mir nichts anderes übrig als mitten in der Stadt zuzusehen, dass ich schleunigst nach Hause komme, was unter den gegebenen Umständen recht problematisch war.

In diesem Sinne - mach dir keine Gedanken, wird schon gut gehen

Chris
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Beitrag #9 von eckhard11 » 13 Aug 2005 13:54


Hallo Siggi,

was ist denn jetzt aus Deinen Beschwerden geworden ??

Und was war mit der CT ? Wie hat das Kontrastmittel geschmeckt ?

Informier uns doch mal.


Bis dahin leg ich mich wieder hin .sleep:
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CT-Erfahrung

Beitrag #10 von Siggi » 18 Aug 2005 17:12


Hallo Eckardt,

die CT hat erst vorgestern stattgefunden und war völlig problemlos. Innerhalb von zwanzig Minuten war das erledigt. Zuerst wurde ohne Kontrastmittel durch die Röhre gefahren, dann wurden über die Armvene 20 ml eingeführt und abermals die Röhre in Bewegung gesetzt, um dann schließlich mit hohem Druck Kontrastmittel (über die Vene!) in das Nierenbecken und zu den Harnleitern zu pressen. Außer etwas Hitzegefühl vom Hals bis zur Blase hatte das Kontrastmittel für mich keine unmittelbare Wirkung auf die Befindlichkeit. Nach der CT wurden noch unter Nutzung des vorhandenen Kontrastmittels die Harnleiter geröngt. Das war alles!!

Den Befund bekomme ich erst zu Beginn der nächsten Woche.

Und was mein Inko-Befinden anlangt: Nichts Neues an der Pinkelfront. Zur Zeit brauche ich täglich (und vor allem nächtlich) noch 2 - 3 Windeln um zurecht zu kommen. Darüber hinaus gibt es den regelmäßigen WC-Gang, um die Blase auf "normalem Wege" zu entleeren.

Mein (neuer) Urologe wird erst nach dem CT-Befund die Behandlung fortsetzen.

So stehen im Moment die Dinge.

Tschüss! Siggi
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