Warum pinkel ich nachts so unterschiedlich grosse Mengen ?

Hier geht es um Probleme mit der Prostata und eine daraus entstandene Inkontinenz.

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Warum pinkel ich nachts so unterschiedlich grosse Mengen ?

Beitrag #1 von eckhard11 » 26 Aug 2005 01:01


Hallo Leute,

Ich habe eine Neoblase, die maximal so um die 1.000 ml aufnimmt.

Tagsüber trinke ich etwa 5 Liter Flüssigkeit, meistens Blütentee´s und Mineralwasser, auch kurz vor´m Zubettgehen. Selten Bier, anderen Alkohol gar nicht.

Im Allgemeinen liegt meine nächliche Produktion so bei 700 bis 800 ml ( ich benutze Urinalkondome mit Bettbeutel, kann daher die Mengen genau ermittlen )

Kürzlich, ( vor ca. 3 Wochen ), hatte ich einige Tage lang ein unangenehmes Gefühl im Bauch.
Keinen Schmerz, mehr so einen Druck, ähnlich einem Völlegefühl.
Tagsüber habe ich normal gepinkelt, so 4 bis 5 mal, immer so um die 500 bis 600 ml.
( Ich machen immer mal tagsüber zwischendurch Mengenkontrollen )
Natürlich entleere ich mich des Abends vor dem Schlafengehen komplett.......

Eines Morgens dachte ich, ich seh nicht richtig :
Es waren 1.800 ml im Bettbeutel. Das Ding war richtig voll !!
In der nächsten Nacht waren es 1.750 ml, eine Nacht darauf nochmal 1.500 ml, seither wieder normal die 700-800 ml.
Dieser unangenehme Druck war weg.

Hat jemand dies auch schon einmal erlebt ?
Kann es sein, dass sich die Neoblase irgendwie anders gelegt hat und dadurch verhinderte, dass sie sich richtig entleerte, der Urin ergo “wie in einem Sack” in der Blase hing ?
Kurz vorher hatte ich eine CT gemacht, alles in bester Ordnung.
Hinterher hatte ich eh´ meine Nachuntersuchung, nichts Auffälliges zu entdecken, Blutwerte alle im grünen Bereich.

Und noch ein merkwürdiges “Erlebnis” :
An einem heissen Sommerabend im Juni hatte ich mich mit Mineralwasser vollgeschüttet.
Ich denke, dass ich ab 18:00 Uhr so um die 3 Liter getrunken hatte.

Morgens bemerkte ich, dass meine Betteinlage nass und mein Urinalkondom sehr voll war.
Der Urin lief nicht ab. Als ich versuchte, den Urin mit der Hand aus dem Kondom durch den Schlauch zu drücken, ging das nicht, sondern der Urin lief aus der Klebestelle raus.
Ich wunderte mich, stand auf und wollte den Bettbeutel zum Leeren aufnehmen.
Da sah ich, dass der Bettbeutel prall war wie eine aufgeblasene Schweinsblase.
Nur halb voller Urin, aber richtig prall. Wie ein Ball. Es muss ergo ein Gas da drin gewesen sein, dessen Druck so hoch war, dass es nicht nur den Beutel so aufgeblasen hatte, sondern auch verhinderte, dass der Urin durch den Schlauch in den Beutel fliessen konnte. Daher auch der Rückstau in dem Kondom.
Als ich den Ablasshahn öffnete, schoss der Urin richtig aus dem Beutel heraus.
Ich habe meinen Urologen gefragt, aber der konnte mir keine richtige Antwort geben, im Gegenteil, der guckte mich so an, als hielte er mich für etwas bescheuert.

Kann es wohl sein, dass die Kohlensäure ( ich hatte ja wirklich viel Mineralwasser intus ) nicht komplett von den Nieren abgebaut und dann über den Harn in den Beutel transportiert wurde und diesen so aufblies ?
Eine andere Erklärung habe ich nicht gefunden......

Eure Meinung dazu würde mich schon interessieren.


Ich leg mich jetzt - trotzdem Bettbeutelbehangen - wieder hin. .sleep:
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Kohlensäure im Urin ???

Beitrag #2 von Chris » 26 Aug 2005 20:01


Hallo Eckhard,

deine Überlegung mit der Kohlensäure erscheint mir schlüssig. Im Blut wird Kohlensäure gelöst, das ist mal sicher, wenns dann in den Nieren gefiltert wird kann ich mir aufgrund des Aufbaus und der Funktion - Bowmannsche Kapseln und darin filtern unter hohem Druck und anschließend im Nierenbecken weitgehende Rückgewinnung der Flüssigkeit - gut vorstellen, dass die Kohlensäure in den Urin gelangt, allein aufgrund der physikalischen Bindung. Dass sich dann der Bettbeutel aufbläht ist auch klar, da muß gar nicht so viel Druck aufgebaut sein.

Insofern - erschein aus Physikalischer Sicht schlüssig

Fazit wenn du dich hinlegst - vorher gut entgasen *ggg*

Chris
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Beitrag #3 von eckhard11 » 26 Aug 2005 22:58


Hallo und guten Abend, Chris,

natürlich, an die Bowmannsche Kapsel habe ich gar nicht gedacht !!
Logischerweise wird dort das Wasser mitsamt der gelösten Kohlensäure von den verwertbaren Partikeln getrennt und in den Primärurin abgeleitet.....

Das konnte ich ja vordem - manchmal - gut erkennen, wenn der Harn, nach dem Genuss mehrere herzhafter Radeberger, beim Auftreffen in das Urinal beim Pinkeln schäumte.

Aber was geschieht mit den ungelösten Kohlensäurepartikeln?
Die werden doch in der Rinde zurück in die Blutbahn geleitet. ( Diffusion )

Dann müsste das Blut doch ebenfalls mit Kohlensäure angereichert sein......

( Kommt daher der Ausspruch : Mir kocht der Blut ?? hi, hi. )

Ich leg mich jetzt - vollkommen entgast und mit geöffnetem Auspuff - wieder hin .sleep:
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Beitrag #4 von Honk » 30 Okt 2005 16:48


Hallo Eckhard,
hallo Chris,

ich kenne dieses Phänomen aus Zeiten, zu denen ich selbst noch einen Verweilkatheter hatte. Da kam es gelegentlich vor, dass nach größeren Mengen kohlensäurehaltiger Getränke die Kohlensäuse offenbar "unverdaut" die Nieren und Blase passierte und in den Beutel abging - und dort - wie von Dir geschildert - zu einem erstaunlichen Druckaufbau führte... und bei Leerung des Beutels zu unangenehmen Schweineren führen kann.

Meine Urologin kannte das bereits von anderen Patienten und riet mir - ohne sie wäre ich da auch nie drauf gekommen :roll: - einfach weniger stark kohlensäurehaltige Getränke, insbes. Bier, zu mir zu nehmen.

Gruß

Honk
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Kohlensäure

Beitrag #5 von klaro (+16.05.2008) » 30 Okt 2005 18:01


ist wohl agressiver als man denkt oder als ich dachte..

Habe soeben den Artikel hier gelsesen. Wei es sich mit Urin verhält weiss ich nciht. Ich selber ertrag Kohlensäure nicht, was geht ist Rivella oder sehr wenig Kohlensäure, oder länger abgestanden.

Als Kind wussten wir fast Jahre nicht, warum ich Magen Darm Kolliken bekam, meist Sonntags am abend!

Nach zig Jahren war das rätsel gelöst.... es war imer nur im Sommer. Jähe Bauchkrämpfe und dann 6 stunden hats mich fast gekrümmt udn dann Durchfall massivst.

Endlich kam ich kur vor Volljährigkeit drauf, dass es die Kohlensäure ist. Hätte gern vorher verzichtet drauf, aber man sollte drauf kommen erst.

na ja, als Kind tranken wir immer Tee, nur Im Sommer waren wir immer im Wald am Picknick udn da nahmen Eltern Orangina mit.. dann eben folgen immer die Bauckolliken udn ne wunderschlimme Nacht!

Noch heute muss ich aufpassen. Wei es auf Urin wirkt, weiss ich nicht. Aber auf Magen Darm bei Unverträglichkeit, das weiss ich unterdessen.

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Beitrag #6 von eckhard11 » 30 Okt 2005 18:54


An alle Interessierte,

also, das Problem mit dem Gas habe ich auf noch einfachere Weise gelöst.
( Wer will schon permanent im heissen Sommer oder im kalten Winter auf Mineralwasser oder auch
mal einige Glas Radeberger verzichten ? )
Das Gas kann ja dadurch, dass sich zwischen Schlauch und Beutel ein Rückschlagventil befindet,
Gott sei Dank auch nicht durch den Schlauch zurückdrücken - eventuell sogar durch die
Harnröhre bis in die Blase, wer weiss ??
Also muss dem Gase ein anderer Ausweg geschaffen werden.

Deshalb schneide ich oben in den Beutel einen Schlitz von ca. 3 - 4 cm Länge.
Dadurch kann sich erstens das Gas nicht aufbauen,
und zweitens kann ich morgens durch diesen Schlitz den Beutel, wenn dieser vorher durch
das Ablassventil leergelaufen ist, sehr gut ausspülen.

So ist es mir möglich, einen Bettbeutel vier - bis fünfmal zu verwenden, statt jeden Tag
einen neuen Beutel zu nehmen, da durch den Ablasshahn der Schleim, welchen eine
Neoblase nun einmal erzeugt, nicht komplett ausgespült werden kann....

Durch den Schlitz kann ich ihn jetzt hervorragend ausspülen.

Allerdings darf ich jetzt nächtens nicht mehr als 1.800 ml verlieren, sonst läuft der Beutel über, hi, hi.
Andererseits sind 1.800 ml schon eine verdammt grosse Menge für eine Nacht.

Aber dafür habe ich ja noch die Hälfte der "Frischhaltedose", welche ich grundsätzlich unter den
Bettbeutel stelle, denn ich habe bemerkt, dass der Ablasshahn keinesfalls immer richtig abdichtet.

Ich lege mich jetzt - beutelbeschnitten und dosenbewehrt - wieder hin .sleep:
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Beitrag #7 von eckhard11 » 08 Dez 2005 00:11


Hallo Leute,

heute habe ich mal wieder meinen Urologen aufgesucht.
Da dessen Praxis ab morgen wegen Urlaub geschlossen ist, war viel los und es wurde nur ein Ultraschall gemacht und ich habe mich mit ihm über die Harnmenge unterhalten, welche ich immer so ausschütte.

Ich hatte heute morgen um 07:00 Uhr ca. 1.800 ml Harn im Bettbeutel, nach etwa 6 Stunden Schlaf.
Nach dem Aufstehen habe ich erst einen guten Schluck Mineralwasser zu mir genommen, zum Frühstück einen grossen ( !! ) Kaffee und ein Glas voller Orangensaft getrunken, ich denke, zusammen ca. 1.200 ml.....
Ich bin nicht mehr auf die Toilette gegangen, sodass die Blase während der Untersuchung ( um 11:15 Uhr ) recht voll war.
Dies sagte ich dem Doktor vor der Ultraschall.
Er erwiderte, dass würde er gleich sehen...... “ Au ja”, sagte er, “die ist wirklich fast voll.”
Während der Ultraschall walkte er recht stark meinen Unterbauch, um zu sehen, ob Harn in die Harnleiter gelangen würde.
Es passierte nichts.
Dr. Schacht sagte mir, der Chirurg hätte hinsichtlich der Anschlüsse der Harnleiter in die Neoblase aussergewöhnlich gute Arbeit geleistet.
Bei einer so vollen Blase und dem Druck, welchen er ausüben würde, sei es normal, dass Harn in die Harnleiter steigen würde. Bei mir wäre aber nichts festzustellen.

Nach der Untersuchung habe ich beim Arzt meine Blase im Stehen in einen Behälter geleert.
Es waren etwas über 1.100 ml !!
Dr. Schacht war nicht erstaunt. Er sagte mir, ich hätte eben eine grosse Neoblase...
Nach der Entleerung hat er noch einmal eine Ultraschall gemacht. Es war etwa 80 ml Restharn drin. ( Ich kann im Stehen auch nicht so richtig pinkeln )
Ich habe mit Dr. Schacht auch über die Menge Harn gesprochen, ( bis zu 1.200 ml ), welche ich in der Badewanne - nach dem Toilettengang - noch abstrullen kann.
Er sah darin kein Problem, sondern meinte, dies käme durch die Wärme des Körpers im warmen Wasser.
Diese Wärme würde die Nieren und daher das Urinieren sehr anregen.
Diese Reaktion hätte er auch häufiger bei sich selbst bemerkt.
Und meine Stellung in der Wanne ( so halb liegend, halb sitzend ) würde die Harnröhre wohl so richtig öffnen lassen, während das Urinieren im Sitzen die Harnröhre etwas abknicken könnte.
Dies wäre aber von Fall zu Fall unterschiedlich und müsse nicht jedesmal so sein, schon gar nicht, wenn die Blase nicht so stark gefüllt und der Darm geleert sei. ( Ist es auch nicht )
Über das Aufnahmevolumen von bis zu 1.300 ml bis 1.400 ml war er keineswegs erstaunt, sondern sagte, ich solle doch froh sein.
In den zwei Jahren nach der OP ( 11.11.03 ) hätte er in den inzwischen sieben Untersuchungen und drei CT´s absolut nichts Auffälliges bemerkt. Ergo würde die Neoblase, auch bei einer solchen Aufnahmekapazität, sehr gut arbeiten.
Ich brauchte mir keinerlei Sorgen zu machen, ich wäre kerngesund ( bis auf die nächtliche Inko, aber die würde ich sowieso nicht mehr los )

Wat mut, dat mut.....

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