ich geb noch einen drauf

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Beitrag #31 von papa0861 » 23 Okt 2006 22:04


hallo welute,

du warst damit in keinster weise gemeint. wenn ich das gemeint hätte, wäre ich auch entsprechend direkt geworden.

ich habe nunmal meine meinung zu dem ganzen thema vereinigung und zu der meinung stehe ich halt.

ich streite ja auch nicht verbesserungen ab, aber leider sind die verschlechterungen mit sicherheit für viele größer.

was anfangs bestimmt ganz anders laufen sollte wurde durch leute kaputtgemacht, die sich auf kosten der unwissenden eine goldene nase verdienten und alles in schutt und asche zurückgelassen haben.

ich möchte dir hier nur ein beispiel aufzeigen, was du selbst eingebracht hast. das hinkt zwar gewaltig, zeigt aber, daß das viel gepriesene beamtenleben auch seine nachteile haben kann.
du hast geschrieben, daß du wahrscheinlich im nächsten jahr sehr weit fahren mußt, um deine arbeit zu behalten. gut und schlecht gleichermaßen. du hättest aber die möglichkeit, in die nähe deines arbeitsortes zu ziehen.
ich wollte zum beispiel meiner frau ihren größten wunsch erfüllen und in ihre heimat ziehen. ins wunderschöne mecklenburg. pustekuchen. als beamter bist du an dein bl gebunden und wechsel nur mit gleichwertigen tauschpartner. warum nun letztendlich meine frau in dieses bekloppte dresden gezogen ist, kannst du dir selbst beantworten.

das ist zum beispiel die freiheit, die ich meine. im von chris auch so geliebten gg steht was von wohnsitzwahl. aber schranken, schranken, schranken.

und wenn du mal von deiner pauschlisierungsschiene runterkommen würdest, wäre dies auch schon ein schritt nach vorn.

im übrigen frage ich mich grade, was die rehacare mit diesem thema zu tun hat.

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Beitrag #32 von mehlbox2001 » 31 Okt 2006 08:08


Lieber Eckhard, lieber Jürgen,

ausgesprochen erschüttert lese ich gerade eure Reaktionen auf meine erste Reaktion. Ich hatte sehr lange überlegt, ob ich überhaupt so weit gehen soll, so persönliche familiäre Betroffenheit öffentlich zu zeigen wie ich es getan habe. Ein Teil meiner Familie ist komplett ausradiert -- und es ist unmöglich, jemals auch nur zu erfahren, wo sie herkamen, wie sie lebten, und was die Großtanten mir heute noch zu erzählen hätten. Man hat sie wie Laborratten umgebracht.

Nicht, weil sie in der Kneipe dumme Witze über den Genossen Stalin gemacht haben oder weil sie auf die mehrfach dämlichste Idee der Weltgeschichte hereingefallen sind ("wir entledigen uns überflüssiger Ritter durch Erklären eines Kreuzzugs"), sondern allein, weil sie einen falschen Ariernachweis hatten und den falschen ukrainisch-jüdischen Familiennamen trugen.

Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Hier konnte man nicht öffentlich Selbstkritik üben, lügen, heucheln, oder sonstewie einfach das nackte Überleben retten. Mich graust es noch heute, wenn ich nur daran denke. Ab und zu hab ich immer noch Alpträume ...

Andreas

Hier für alle Neugierigen der direkte Link; die Schreibweisen des Namens variieren Dank der ursprünglich kyrillischen Buchstaben:


http://www.yadvashem.org/lwp/workplace/ ... rm=results

Zum Vergleich kann sich Eckhard übrigens mal seinen Familiennamen suchen lassen:

http://www.yadvashem.org/lwp/workplace/ ... rm=results
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Beitrag #33 von welute » 31 Okt 2006 09:13


Hallo Andreas,

Du hast Recht - Dein Beitrag wurde vollkommen von den folgenden Antworten zur DDR überlagert.

Und natürlich hast Du Recht,- was das Vernichtungsprogramm der Nazis anbelangt.

Es gibt zwar in der Geschichte unserer Welt einige ähnlich gelagerte Vernichtungsaktionen - die Türkei und die Armenier u.ä. - aber in ihrer Grausamkeit und Ausschliessigkeit kann man nicht vergleichen und schon gar nicht verniedlichen.

Es ist ein unglaublich dunkles Kapitel unserer jüngsten Geschichte. Und es grenzt an Hohn oder an Nicht-wissen-wollen, wen da Vergleiche gezogen werden.

Aber man muss natürlich auch verstehen, wenn jeder das eigene Leid als schlimmer empfindet. Nicht jeder hat Deine Geschichte - diese tut mir unendlich leid - und hat ein eigenes Leid und ein eigenes Unrechtsempfinden.

Versteh mich jetzt bitte nicht falsch: Du hast recht, es gab keine Möglichkeit, oder nur sehr, sehr begrenzte, dieser Vernichtungsmaschine zu entgehen.

Im Gegensatz zu den Regimen, wo man "einfach" nur die eigene Meinung für sich behalten musste oder sie verleugnen - was natürlich auch sehr schlimm ist -, wurden hier Menschen einfach aufgrund ihres Namens, ihrer Abstammung oder eines entsprechenden Gerüchts vernichtet.

Wir können nur hoffen und beten, dass nie wieder eine Bevölkerung so ein Unrecht zulässt.
Elisabeth
http://www.inkontinenz-selbsthilfe.com/forum/index.php

Bleibt mutig!
Es geht immer weiter, man muss nur daran glauben.
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Beitrag #34 von papa0861 » 31 Okt 2006 22:29


mehlbox2001 hat geschrieben:Lieber Eckhard, lieber Jürgen,



hallo andreas,

tschuldigung, daß dein beitrag untergegangen ist. im ursprungsthema gings ja eigentlich am rande streifend um dein erleben.

ich gebe welute unbestritten recht. das, was durch die nazis geschah, ist schwer mit anderen aktionen vergleichbar und man kann nur hoffen und beten, daß dieser braune sumpf nicht wieder hoch kommt. ich glaub da auch nicht dran. selbst wenn diese leute hier und da nun im landtag sitzen, machen sie sich doch selbst derart lächerlich, daß ihnen keiner mehr zuhört.

ich habe die website mal aufgerufen. leider ist die halt nur in englisch und alternativ in russisch. hab ich zwar beides in der schule gehabt, aber das ist halt schon lange her.

welche ergebnisse bringt die namenssuche denn? werden die aufgezeigt, die noch leben oder die, welche aus aller herren länder kamen und ermordet wurden?

ich frag das jetzt, weil du eckard aufgefordert hattest, seinen namen mal dort zu suchen.

lg
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Beitrag #35 von eckhard11 » 31 Okt 2006 22:56


Nun,

ich habe mal den Link geöffnet, aber da steht nur drin, dass da nix drinsteht.

Ich kann meinen Stammbaum väterlicherseits übrigens bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen ( Ein Onkel war Hobby-Ahnenforscher )
Und wie´s der Deubel will :
Wir stammen von Rademachers ab und die lebten um 1680 in dem Ort, ( Hohenlimburg-Elsey ), in dem ich geboren wurde.
Obwohl meine Eltern, Großeltern und Urgroßeltern aus Dortmund stammten und meine Eltern
im Krieg ausgebombt wurden und zufällig nach Hohenlimburg kamen.....

Gruss
Eckhard
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Beitrag #36 von mehlbox2001 » 01 Nov 2006 03:02


Hallo Jürgen (und alle Mitleser),

wenn du den Link zu meinem Namen anklickst, kommt das Ergebnis der Suchmaschine der Gedenkstätte Yad Vashem zu den verschiedenen Schreibweisen. Die erste Seite zeigt die Treffer 1 bis 15 von 1000, es werden nur die ersten 1000 Treffer aus der Datenbank angezeigt.

Zu jedem der aufgezeigten Leute gibt es unterschiedliche Informationen: Wohnort, Geburtsjahr, Quelle der Information, etc. Wenn du auf den jeweiligen Namen klickst, kannst du einen kurzen Abriss des Lebenslaufs des Mannes oder der Frau lesen, und wo er oder sie gestorben ist -- in welchem Ghetto, in welchem KZ, usw. Meist ist noch ein Bild von einem Dokument dabei, meist ein Auszug einer KZ-Todesliste (die Nazis waren gute Bürokraten), einer Deportationsliste oder ein Zettel einer Art "Gedächtnisprotokoll", von einem überlebenden Zeitzeugen gefertigt. Besonders für Verwandte, denen die Flucht gelungen ist, sind solche Gedächtnisprotokolle oft das einzige, was sie noch haben.

Mich hat damals im grauen November 2003 die Fülle der Namen und der Schicksale erschlagen. Ich wusste zwar, dass mein Name in Berlin verschwunden war, aber ich hatte mir darüber nur wenig Gedanken gemacht. Ein kurzer bericht auf meiner Lieblingsseite http://www.n-tv.de, ein kurzer Klick, gib mal eben neugierig deinen Namen ein, und viele Sachen begannen, Sinn zu ergeben. Obwohl's mich bei den ersten Klicks zu grausen begann, konnte ich nicht wieder weg.

Auf einmal wurden vor meinen Augen aus den üblichen Zahlenspielereien Individuen, die einen Geburtstag, einen Geburtsort, ein Leben und ein gewaltsames Lebensende hatten, und sie trugen meinen Namen. Das Grauen aus den Filmen gewann erstmals für mich persönlich Gestalt anzunehmen. Am nächsten Tag haben Kollegen gefragt, warum ich so seltsam anders war.

Schlagartig wurden ein paar Details aus der Familiengeschichte klar: Warum der erste Ariernachweis problemlos durchging, es aber 1938 Probleme gab, weil mein Großonkel zur Förderung seines Krämerladens in "die Partei" eintreten wollte. Hilfreich war meiner aus Hamburg angereisten Großtante Emmi ein katholischer Dorfpfarrer aus der Gegend von Lemberg: Der verfasste ein Dokument, dass die evangelische Kirche mit sämtlichen Kirchenbüchern im Ersten Weltkrieg abgebrannt war, deswegen ein weiterer Ariernachweis unmöglich wäre. Und die Nazis haben diese Dämlichkeit auch noch geglaubt: Es gab im 19. Jahrhundert in der Gegend nur Katholiken, Orthodoxe und Juden, aber niemand war in dieser Ecke des damals österreichischen Galiziens evangelisch. Problemlos konnte also Kurt Spector mit seinem ukrainisch-jüdischen Familiennamen Mitglied der NSDAP werden, nur um -- das ist die der beste Witz an der Geschichte -- kurz danach seine Tochter nach einer Urgroßtante auf den beliebten jüdischen Namen Esther taufen zu lassen.

Wie es das Leben so will, mit all seinen Zufällen, bin ich einer der wenigen Nachkommen der Überlebenden in Kontinental-Europa mit diesem schönen "lateinischen" Namen. Und weil es die Familie für überlebenswichtig hielt, zu schweigen, wissen alle 2006 Lebenden wenig mehr als ihr jetzt. Du musst dir mal vorstellen, Jürgen, mein Großvater hat bis zu seinem Tod 1986 Angst gehabt, darüber zu reden, denn wer weiß, ob die Nazis mal wieder an die Macht kommen. Das mag uns heute absurd erscheinen, aber so tief waren die Ängste ... Ich mag gar nicht drüber nachdenken ...

Elisabeth, das wirksamste Mittel gegen Verfolgung war tatsächlich mehrfaches Umziehen in Verbindung mit Vernichtung von Dokumenten, wenn man nicht ins Ausland konnte. Eine kurze energische Vorspache bei einem Dorfbürgermeister, man sei ausgebombt in der Großstadt wirkte Wunder und erbrachte einen neuen Ausweis. Danach Untertauchen in einer entfernten Großstadt -- bloß damals gab's kein Internet, um sowas zu verbreiten ... Ich stell mir übrigens das Massaker an den Armeniern ähnlich vor -- absolut kein Entrinnen dank der freundlichen Nachbarn! -- nur weiß ich wenig mehr, als dass rund ums Schwarze Meer noch heute ein paar hundettausend Armenier leben und ihre Kirchen haben. Übrigens hat mich der zweiteilige Fernsehfilm über die britischen Soldaten in Bosnien, wo sie die "ethnischen Säuberungen" im Detail zeigen, letztes Jahr mehr bewegt als wo ich ihn zum ersten Mal gesehen hab: http://www.dvdboard.de/forum/showthread.php?t=49768. Ich glaub, da hab ich zum ersten Mal verstanden, was es bedeutet, wenn Leute aus (dem damals serbischen Miniatur-) Rassismus heraus andere Leute umbringen ... Und weil die mir vertraute hügelige Balkan-Landschaft immer sehr ähnlich aussieht, denke ich oft dran ...

Na klar, Eckhard, du siehst, dass du nichts siehst ... Ich such immer mal wieder nach Namen ... Sogar mit meinem Gerhard seinem sorbisch-tschechischem Namen findest du nichts ... Da kann ich nur sagen: Schwein gehabt! Du musst dich nicht einmal um den Verbleib einer einzigen nicht existierenden angeheirateten halbjüdischen Ex-Großtante sorgen!

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Beitrag #37 von papa0861 » 01 Nov 2006 15:23


hallo andreas,

jetzt hab ich erstmal den inhaltlichen sinn dieser seite verstanden. wie gesagt, hab zwar immer gedacht, daß mein englisch ganz passabel ist, aber reines schulenglisch reicht halt nicht weit.
danke erstmal für deine erklärung.

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Beitrag #38 von papa0861 » 03 Nov 2006 23:29


irgendjemand hatte in diesem traed die aussage gemacht, daß so viele ossis damals schlagartig in den westen getürmt sind, weil sie endlich wie im westen leben wollten (frei, reich, sicher). entschuldigt, wenn ich jetzt nicht gleich nachvollziehen kann, wer das geschrieben hatte.
mags aus konsumdenken, frust, abenteuerlust oder sonstwas gewesen sein.
da stellt sich mir heute doch die frage, warum 145000 nun "gesamtdeutsche" dieses land in diesem jahr laut statischem bundesamt verließen? eigentlich müßten sie ja alle schön eingebettet im sozialen netz sein. sich wohl und heimisch fühlen (bei heimischfühlen fällt mir dabei gerade ein spruch ein: " ein chef ist dann richtig gut, wenn er einen untergebenen über den tisch zieht und der dann noch die entstehende reibungshitze als nestwärme empfindet"). sie taten das bestimmt nicht, weil sie nun ihr altenteil in der ewigen sonne der karibik verbringen wollen.
die kehrten diesem sozialstaat den rücken, weil sie sich hier verraten und perspektivlos sehen. leider sagen die zahlen des bundesamtes nicht aus, wie hoch der prozentsatz dabei von "alt"- oder "neu"bundis ist (da gibt es auch ein sprüchlein:"traue nur der statistik, die du selber geschönt hast")
für erklärende begründungen wäre ich dankbar.

lg
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Beitrag #39 von mehlbox2001 » 04 Nov 2006 02:18


Hallo Jürgen,

die Meldung beschrieb eigentlich etwas ganz banales, wonach normalerweise kein Hahn kräht. Irgendeine Dumpfbacke hat versucht, damit eine politische Diskussion anzufangen ...

Die meisten davon sind nämlich gar nicht permanent ausgewandert ... Ich hab auch mal dazu gehört, als ich für ein Jahr nach Frankreich gegangen bin, um dort aus Fremdsprachenassistent Deutsch zu unterrichten und gleichzeitig anständig Französisch zu lernen.

Ebenso dazu gehören die Saisonkellner, die im Sommer an Nord- und Ostsee arbeiten, im Winter in Österreich und in der Schweiz. Genauso die meist jungen Damen und Herren, die für TUI und Neckermann im sonnigen Süden als Reiseleiter arbeiten.

So ganz nebenher haben sind natürlich viele gut qualifizierte Leute (vom Betriebswirt bis zum Ingenieur) in internationalen Unternehmen im Ausland wichtig, weil die Deutsch können -- genauso wie wir hier bei den Banken in Frankfurt internationales Personal haben ...

Das alles ist der ganz normale "Auswanderungsbetrieb", dem natürlich die nicht genannte Rückwanderung gegenüber steht. Sonst wär's hier bald ziemlich leer in Deutschland.

Ansonsten ist wird es insbesondere in der Europäischen Union immer einfacher, "einfach umzuziehen", wenn man woanders einen Job findet. Aber eins bleibt: Der größte Jobmagnet in Deutschland ist und bleibt Oberbayern, und die Münchener beklagen sich schon, dass immer weniger bayerisch gesprochen wird ...

Andreas
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Beitrag #40 von mehlbox2001 » 01 Dez 2006 04:57


... korrigiere mich: "irgendeine Dumpfbacke" ist leider niemand anders als Guido Westerwelle im Flyer "20 Große Probleme", siehe Problem Nummer 2 in

http://www.fdp-bundesverband.de/files/593/20-Probleme-m.pdf

Wirklich doof, dass gut ausgebildete Leute sowas nicht besser wissen ... Na klar, die Abwanderung wird jedes Jahr größer, die Rück- und EU-Zuwanderung auch ... Und gegen diese Wanderungsbewegungen soll "ein durchlässiger und flexibler Arbeitsmarkt" die Lösung sein? Im Gegenteil, diese "Wanderungen" werden immer normaler, weil wir langsam aber sicher einen wirklich gemeinsamen Arbeitsmarkt in der EU haben ... Wenn die FDP-Forderung Erfolg hat, wird Abwanderung (und Zuwanderung) noch mehr ...

Da hat die Werbemittel-Abteilung der FDP einen wirklichen Tofu-Burger (manche Leute sagen Bock) geschossen ;-)

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