aus Lifeline.de - ganzheitlicher Ansatz

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

Moderatoren: Helmut, MSN, Marco N., Georges

Beitrag #21 von eckhard11 » 07 Nov 2005 23:14


Hallo Leute,

selbstverständlich sind alle Ursachen, welche zu einer Inkontinenz führen, sei es eine psychosomatische, eine psychische, eine neurologische oder eine körperliche Ursache, dazu geeignet, zu einem psychischen Problem anzuwachsen.

Nun ist bei der Erkennung der Ursache wohl der körperlich Betroffene im Vorteil, da seine Behinderung eindeutig zuzuordnen und daher ggfls. entsprechend zu behandeln ist.
Dieser körperlich Behinderte weiss, warum er inkontinent geworden ist und hat sich “nur” mit den Folgen auseinanderzusetzen.
Dies bedeutet aber keinesfalls, dass durch diese Folgenerscheinungen bei dem - körperlich - Betroffenen kein psychologisches bzw. psychisches Problem anwachsen kann.

Um wieviel schwerer hat es ein Betroffener, bei welchem keinerlei körperliche Ursachen für die plötzlich auftretende Inkontinenz zu finden sind.
Er beginnt, an sich selbst zu zweifeln, vor allem dann, wenn ihn die Urologen - weil eben keine körperlichen Ursachen zu diagnostizieren sind - auf die psychosomatische Schiene schieben.
Und dies ist leider in den allermeisten Fällen so.
Dem Betroffenen ist damit nicht nur nicht geholfen, sondern sein Selbstwertgefühl wird dadurch untergraben.

Dies kann - unbehandelt - zu einer richtig ausgewachsenen Psychose führen.

Damit ich richtig verstanden werde :
Ich rede hier von Betroffenen, welche sich in ( urologische ) ärztliche Behandlung begeben und trotzdem letzten Endes allein gelassen werden.
Ich kann diesen Betroffenen nur inständig raten, fachärztliche ( psychologische, psychische oder neurologische ) Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, da leider immer noch eine gewisse Scheu vor diesen Fachärzten vorherrscht.
Dabei kann ein offenes und klärendes Gespräch unglaublich helfen.....

Ein noch grösseres Problem aber haben diejenigen, welche - aus Scham oder Minderwertigkeitsgefühlen oder welchen Gründen auch immer - erst gar keinen ärztlichen Beistand suchen und ihre Inkontinenz mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verbergen wollen.
Oder wenn Beides zusammenkommt :
Keine Ursache ist zu finden und dann auch noch alles vor der Umwelt verbergen wollen.

Diese Leute verbrauchen eine eminente Kraft, welche natürlich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch zehrt. Irgendwann ist der Akku leer und das Problem wird manisch.
Auch hier kann ein Gespräch im Familien - Freundes - oder Verwandtenkreis Wunder wirken.
Eben ein sogenanntes "Outing" ( neudeutsch !! )

Gerade für derartig Betroffene sollte unser Forum vorrangig eingerichtet sein.
Es ist für viele die erste Gelegenheit, überhaupt einmal aus sich herauszugehen, mit dem Vorteil der Anonymität.
Aber es ist ein erster Schritt. Warum sollen diesem nicht noch andere Schritte folgen ?

Allerdings dürfen bei Anfragen im Forum keine Wunder erwartet werden.
Wir alle können Hilfesuchenden nur einen Rat erteilen, eine kleine Hilfestellung geben, Trost spenden oder auch nur einfach seinen Bericht lesen.
Letzten Endes ist jeder mit seiner Behinderung allein und muss damit auch allein fertig werden. Und dies ist immer eine Sache des Kopfes.....

Auch sollte allen Nutzern dieses Forums die Gelegenheit gegeben werden, einmal richtig Frust abzulassen, ohne dass gleich über ihn hergefallen wird. Frustschreiben reinigen die Seele. Glaubt es mir, ich kenne das, hi, hi......

Allerdings habe ich ein Problem damit, wenn hier jemand - wie geschehen - immer wieder mit Suizid drohte und trotzdem keinerlei Ratschläge annehmen wollte oder jemand anderes sich mehrfach mit “pissigen Grüssen” oder “gut piss” verabschiedete.

Ein gewisses Mass an Kultur sollten wir uns hier im Forum erhalten.

Jetzt lege ich mich - erschöpft von diesem geistigen Erguss - wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #22 von frosch » 08 Nov 2005 08:32


Hallo liebe Forenteilnehmer,

ich würde mir wünschen, wenn es uns gelänge, den Menschen, mit einer riesigen Scheu vor psychischer Betrachtung und Gefahr chronifizierender, manisch entwickelnder oder auch zwangsbestimmter Anteile eine helfende Hand zu bieten.
Für Betroffene ist es gewiß unsagbar schwer, an das Thema heranzugehen. Doch sollen sie dabei nicht alleine sein, sondern hier vielleicht einen ersten Rahmen finden, in den ihnen Verständnis und Toleranz entgegengebracht wird. Dann wird der Einzelne bestimmt auch auf suizidale Beiträge oder vulgäre Aussprüche, die ein Zeichen der momentanen Hilflosigkeit sind, verzichten können.

Ich freue mich riesig, dass wir hier einig geworden sind, keinesfalls bestimmte Personenkreise auszugrenzen.

Lernen tut man immer auch von anderen.

Einen schönen Tag Euch allen!

René
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Beitrag #23 von der Blinki » 08 Nov 2005 12:38


Hallo @ all

Den ist nichts mehr hinzuzufügen.
:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Ich bin erstaunt welche einhellige Meinung über dieses Thema herscht.

Suppiiiiiiiiiiiii. :lach: :lach:

Marco
Zwei Dinge im Leben bedenke :
WOHER
WOHIN
dann hat dein Leben den rechten Sinn
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Beitrag #24 von frosch » 09 Nov 2005 08:34


Hallo liebes Forum,

gerne möchte ich noch auf etwas hinweisen: Entgegen einer sich durch einen plötzlichen Umstand entwickelten Inkontinenz, haben Bettnäss-Betroffene ja meist von klein auf an, alle Entwicklungsschritte unter Beteiligung des Schamgefühls in Bezug auf das Einnässen und gegebenenfalls verwendeter Hilfsmittel gemacht. Es war also immer ein für den Betroffenen negativ besetztes Thema. Mich wundert es insofern gar nicht, dass es in vielen Fällen nach einer derartigen Karriere unauslöschbar scheint und auch beim dann Erwachsenen einen ständigen Gedanken-Kreislauf unter Beteiligung eines Wechselbades der Gefühle darstellt. Ich finde es sehr schade, dass gerade über derartige Zusammenhänge kaum Informationen in der Fachliteratur zu finden sind.

Wie der Blinki freue ich mich ganz doll über unsere Einigkeit in diesem facettenreichen Thema.

Alles Liebe!

Der René
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Beitrag #25 von Harthi » 11 Nov 2005 12:02


Hallo zusammen,
ich bin selbst betroffen wie Ihr in meinem Profiel ersehen könnt.
Egal ob Körperlich oder Geistich (phüsch das Wort is mir zu schwer sorry)
aber

Ich möcht nur eins verdeutlichen zwichen dem wer Inkontinent ist egal warum und den Leuten
die Windeln tragen weils Ihnen gefällt diese zu tragen, sollte man sich schon klar sein das es dorthin einen untershid gibt.

Das diesjährige treffen in Ulm fand ich richtig super, würd denn auch gern wieder auch berreit sein nächstes Jahr auch dabei zu sein.
Sollte jedoch diese unterschied nich bestehn bleiben zwichen Inko oder lust ans einnässen würd ich es mir überlegen, weiterhin hier mitzuwirken.

Ich fand mich hier und auch bei Persönlichen treffen in Ulm sehr wohl alle waren wir in einer hinsicht verbunden konnte auch ohne probleme "auch wenns anfangsschwierigkeiten " gab mich frei unterhalten.
Das fände ich schade, wenn es dies so nimmer wär.

Es heist nich das ich mich nich unterhalten würde mit Leute die es aus Spaß machen bin auch gerne in solchen Chats auch vertreten.

Ich finde nur das es denn in einer Form nicht mehr ein Selbsthilfegruppe in dem sinne ist
ich mag mich irren, (irren is männlich) denke aber das hier sicher mehr Ärzte reinschaun wie es jetzt ist das Inkontinende zu finden sind als wenn es offen wird wo alle sich hier einfinden
die es auch als leidenschaft,
in die Hose machen.

Das ist jetzt nichts Persönliches, ich würd eine Freundschaft auch beginnen wo sie es mit Lust in die windel macht, nur diese Selbsthilfegruppe würds
sicher nicht " vertragen " oder überleben in dem Sinne.

Vieleicht hab ich mich nich korrekt ausgedrückt fällt mir schwer, soviel zu schreib.

Dann erschlagt mich wenns falsch ist ok.

Mit Freundlich Grüß

Harthi
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Beitrag #26 von eckhard11 » 11 Nov 2005 15:21


Hallo Harthi,

da hast Du aber wohl etwas falsch verstanden :

In diesem Thema haben wir darüber diskutiert, inwiefern eine körperlich bedingte Inkontinente und
eine psychisch bedingte Inkontinenz unter einen Hut zu bringen sind.

Und ob der psychischen Inkontinenz in diesem Forum nicht eine breitere Plattform haben sollte.

Und ob jemand, welcher sich aus Angst ( z.B. das Mädchen, um sich vor den Nachstellungen des Vaters zu schützen )
oder aus Vereinsamung ( z.B. die alte Dame, welche dadurch den Kontakt zu ihrer Pflegerin sucht ) einnässt,
auch zu den Inkontinenten gezählt werden kann.

Ganz sicher werden wir zu verhindern versuchen, dass sich in unserem Forum Adults oder DL´s breitmachen.

Nein, Harthi, da kann ich Dich beruhigen.
Das hast Du falsch verstanden.


Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
und leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #27 von mehlbox2001 » 12 Nov 2005 06:45


Hallo Harti,

Eckhard hat Recht -- es geht hier um echte Grenzbereiche. Die alte Dame im Seniorenheim ist gewiss nicht zur "Hobbyfraktion" zu zählen, auch wenn Sie mal per Körperfunktion nach fünf Minuten Zuwendung ruft. Schlimm genug, dass sie es tun muss.

Das mit dem Mädchen, dass vor den Nachstellungen des Vaters in Inkontinenzverhalten flieht, kann ich zwar so drastisch persönlich nicht ganz nachvollziehen, aber mir ist aus meinem Jahr in Frankreich die Anne-Laure in Erinnerung, mit der ich ein Jahr in einer Dreier-Wohngemeinschaft gelebt hab. Sie hat sich (was ich damals schon ein bisschen übertrieben fand) manchmal bewusst hässlich angezogen und mit einem Einkaufskorb mit leichten Lebensmitteln bewaffnet (ein Toastbrot, eine Salatgurke, darunter zwei geknüllte leere Plastiktüten), wenn sie in die Stadt gegangen ist und ungestört sein wollte. Sie sagte immer, sie mag nicht in der Fußgängerzone von Männern angesprochen werden, was zugegeben in Frankreich häufiger vorkommt als in Deutschland. Am liebsten ging sie natürlich mit mir shoppen :-) weil sie dann garantiert keiner angequatscht hat. Wenn's dann gar um sexuelle Belästigungen in der Familie geht, hätte ich für sämtliche Überreaktionen zumindest Verständnis wegen der unglaublichen Ängste, die da mitspielen ... Auch wenn sowas nur sehr bedingt hierher gehört ...

Andreas

PS: Falls die Mädels Tipps brauchen: Annne-Laure trug dann meist das lange blaue Dior-Schurwoll-Faltenkleid (günstig aus dem Ausverkauf) unter dem etwas zu kurzen Mantel, und ihre wundervollen schwarzen Haare mit der einen kleinen weißen Indira-Ghandi-Locke (sie war 1987 grade 28 Jahre alt) hatte sie zum Dutt hochgesteckt und ging völlig ungeschminkt -- also nix für die Buben in Lille, sie hat ausgesehen wie eine öko-angehauchte Grundschullehrerin :-)
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Beitrag #28 von frosch » 13 Nov 2005 08:32


Hallo Harthi und alle anderen Leser!

Ich möchte Harthi meinen Wunsch nach ganzheitlicher Betrachtung durch meinen Bericht, den ich an anderer Stelle schon einmal postete, verdeutlichen und etwaige Mißverständnisse ausräumen:

Während meiner ständigen Suche nach Informationen zum Krankheitsbild Bettnässen, konnte ich verschiedene neue Informationen sammeln, die ich hier kurz zusammenfassen möchte.
Zunächst ging es um das Bettnässen als Kind. Hier wurde beschrieben, dass das Nässen einerseits ein Ausdruck von Wut, wie aber auch begleitener Hilflosigkeit und Angst sein kann. Unter Berücksichtigung eigener Erfahrungen möchte ich es so darstellen: Das Hin- und Herreichen zwischen Pflegeeltern als prägendes Erlebnis im Alter von unter drei Jahren sowie nachfolgende Adoption schufen die Wut, einfach von den leiblichen Eltern als Vertrauens-Bezugspunkt verlassen worden zu sein. Das führte auch so einer ungeheuren Angst. Durch diese Erfahrung lähmte sich auch die Entwicklung der Problemlösungs-Kompetenz. Die Psyche sucht dann nach bereits erlebten Lösungsansätzen aus der Vergangenheit. Hier sei das Einnässen als Aktion des Druck ablassens, der Aufmerksamkeitsschaffung und des Erreichens körperlicher Nähe durch die Aktion des Säuberns genannt. Angst und Hilflosigkeit sind nicht gerade die besten Begleiter zur Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefüles und der Fähigkeit, sich den wachsenden Anforderungen an Problemlösungs-Strategien anzupassen. Immer wieder sucht die Psyche nach einem bekannten und kurzfristig die Belastung lösenden Verhalten. Hier fungiert also wieder das Bettnässen, löst das Problem zwar nur vordergründig, aber ein Teufelskreis beginnt. Das Einnässen hilft die unangenehmen Gefühle wie Angst, Wut und Hilflosigkeit kurzfristig zu kompensieren, schafft aber durch die eigene Ablehnung dieses Verhaltens, gerade später in Schulzeit usw. immer wieder neue innere Konflikte, die zu noch mehr eigener Ablehnung, Wut und Angst führen.
Die Möglichkeit, notwendige Kompetenzen für die wachsenden Anforderungen zu erlangen, schwindet immer weiter. Irgendwann kommt es zur vollständigen Resignation und das Bettnässen nimmt immer mehr Raum ein. Da ich körperliche und seelische Zusammenhänge stark gekoppelt sehe, ist mir auch klar, wie sich nach und nach eine auch tags immer stärkere Blasenschwäche entwickeln kann. kurzer Exkurs: In der fernöstlichen Gesundheitslehre ist das Organ Blase mit der Mimose verknüpft - Also eher mit Themen wie Schwäche und Labilität. Unterbewußt fordert die Psyche also auch ihre Strategie am Tage.
Diesen Kreislauf zu durchbrechen ist bei einer Enuresis mit psychischer Komponente wohl nur durch dafür sensibilisierte Personen möglich. Die Eltern sollten sich ganz doll bemühen, das Kind auf seinem Weg größer zu werden, zu unterstützen. Das Einnässen sollte keinen großen Raum einnehmen und dem Kind sollten Möglichkeiten gegeben werden an Verantwortung, Liebe und Angstfreiheit zu reifen. Abzuraten ist von Hau-Ruck-Methoden, in denen dem sowieso schon benachteiligten Kind, auch diese letzte Möglichkeit, den inneren Druck zu regeln, entzogen werden ohne das andere Dinge an diese Stelle treten konnten.
Je früher, desto besser, denn der oben beschriebene Teufelskreis kann sonst zu immer stärkeren Verstrickungen führen. Da seien Depressionen, Ängste, Nähe.-Distanz-Probleme und Versagensängste genannt.

So Ihr Lieben!

Das war´s erstmal wieder, Euer René
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Beitrag #29 von eckhard11 » 13 Nov 2005 12:43


Guten Morgen, René,

ich weiss noch wie heute, wie ich gelitten habe, als ich in einer Kindererholungsmassnahme im Jahr 1953 plötzlich mehrfach nächtens ins Bett schiffte. Der Hohn und die Hänseleien meiner Klassenkameraden klingen mir heute noch ins Ohr.

Dabei hatte ich mir - Gott sei´s getrommt und gepfifft - im kalten Wasser der Nordsee nur die Blase erkältet. Aber das war mir damals völlig egal, da ich mich fürchterlich schämte.


Insgesamt gehe ich mit Deinen Ausführungen ja konform, aber Du beschreibst letzten Endes nur, wie es dazu kommen kann, dass ein Kind zu einem Bettnässer wird.....

Selbstverständlich sind derartige Negativerlebnisse prägend für die Entwicklung eines sich im Aufbau befindlichen Selbstbewusstseins und genauso natürlich ist es verständlich, wenn der Körper - auf welche Art auch immer - darauf reagiert, aber letzten Endes bleibt es Tatsache, dass die betroffene Person noch immer Herr über ihre Körperfunktionen ist.

Es sei denn, dem Betroffenen ist durch die Erlebnisse eine psychisches/psychologisches Problem oder eine Manie erwachsen.
Erst dann - nämlich dann, wenn sozusagen die Neuronen von der willendlichen Beherrschungsfunktion abgekoppelt sind - kann man von einer psychisch bedingten Inkontinenz sprechen.

Du erwähnst hier ( und in einem anderen Posting ) die fernöstliche Gesundheitslehre, welche die Blase mit einer Mimose vergleicht.
Und erläuterst dabei, dass es sich hier “also eher um Themen wie Schwäche und Labilität” handelt.

Ich denke, mit dieser Definition liegst Du falsch.
Eine Mimose ist empfindlich und reagiert auf auf jede Art von äusserem Reiz, indem sie sich verschliesst, leider auch bei Reizen, welche keineswegs bösartig oder zerstörend gedacht sind.
Aber deswegen ist eine Mimose doch keinesfalls schwach oder labil.

Und genauso wird dies wohl auch von der fernöstlichen Gesundheitslehre gemeint sein:
Auch die Blase reagiert empfindlich auf Reize aller Art und daher auch auf Reize, welche bei anderen Organen völlig nebensächlich wirken bzw. gar nicht wahrgenommen werden.

Längst nicht jedes Kind, welches einnässt, hat eine lieblose Kindheit hinter sich oder es mangelt ihm an elterlicher Liebe und Zuwendung.
Hier sind die Eltern gefragt, um zu erforschen, warum das Kind einnässt, denn dass dann ein Problem vorliegt, ist gewiss.
Aber es muss herausgefunden werden, welches Problem.
Und genau hier, in dieser Situation, wird in den meisten Fällen falsch reagiert. Von den Eltern und von dem eventuell hinzugezogenen Fachmann.
Ist es eine körperliche Ursache, welche zu dem Einnässen führt, oder hat das Kind ein seelisches ( psychologisches ) Problem, welches es auf diese Art kompensiert.

Und ähnlich wird es auch bei Erwachsenen sein.
Auch bei diesen tritt plötzlich und unerwartet ein Bettnässen auf, welches sie sich keinesfalls erklären können.
Und hier in allen Fällen eine miese Kindheit als Grund anzunehmen, liegt sicherlich ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit.
Natürlich kann es sich auch bei dem Erwachsenen zu einer Psychose entwickeln.

Aber dann soll er, verdammt noch einmal, auch etwas dagegen tun und sich nicht abschotten sowie sich auf die bequemen Hilfsmittel verlassen.

Wir sollten den Begriff “Inkontinenz” sicherlich einmal neu bzw. anders definieren.

Matti führt wie folgt aus :
Dies alles hat aber nichts mit Inkontinenz im klassischen Sinne zu tun.
Inkontinenz bezeichnet die Unfähigkeit, Urin oder auch Stuhl bewusst zurückzuhalten.

Geht es in unserem Forum nur um eine “klassische” Inkontinenz ?

Sind Betroffene, welche eigentlich ihre Blase beherrschen, da sie keine körperlichen oder neurologischen Behinderungen haben ( wobei ich neurologische Schäden mit körperlichen Schäden gleichsetze ), sich aber trotzdem - psychisch oder psychologisch bedingt - einnässen, keine Inkontinenten ??
Nur, weil sie ja im Normalfall ihre Blase beherrschen ?

Aber dann wäre ja der Rollstuhlfahrer, welcher seine Körperfunktionen beherrscht, aber so schnell nicht aus der Hose kommt und deswegen ein Urinalkondom mit Beinbeutel trägt, ebenfalls kein Inko.

Wo ist hier die Grenze ?
Oder gibt es keine Grenzsituationen ?

Eure Meinung hierzu würde mich doch sehr interessieren.


In Erwartung eurer - reichlichen - Antworten lege ich mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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