Bettnässen ist kein Versagen des Kindes

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Bettnässen ist kein Versagen des Kindes

Beitrag #1 von marks » 21 Okt 2005 22:11


Hier ist ein Bericht aus meiner lokalen Zeitung:


Bei der Behandlung des Bettnässens stützt sich der US Kinderarzt Howard Bennett auf zwei ungewöhnliche Helfer: Rote Luftballons und den Superhelden Bladderman, zu deutsch Blasenmann. Bladderman ist Bennetts Schöpfung und die Hauptfigur von "Waking Up Dry", dem ersten Buch des amerikanischen Verbands der Kinderärzte, das sich direkt an Kinder richtet.
Ziel der Veröffentlichung ist es, das Bettnässen zu enttabuisieren, damit die Kinder verstehen, dass dies kein persönliches Versagen ist: Wenn sich nachts im Bett die Harnblase ungewollt entleert, liegt das an der Biologie und nicht an fehlender Willenskraft.
Allein in den USA leiden Millionen Kinder an Enuresis noctura. In Deutschland nässen bis zu 20 Prozent der Fünfjährigen nachts ein. Zwar gibt es dagegen diverse Behandlungsmöglichkeiten. Der Schlüssel dafür, nachts trocken zu bleiben, liege darin, den Kindern zu erklären, wie ihr Körper funktioniert.
Bettnässen lastet schwer auf dem Selbstbewusstsein der Betroffenen. Sie meiden in den Ferien Zeltlager und scheuen sich, bei Freunden zu übernachten. Normalerweise entwickeln Kinder zwischen drei und fünf Jahren die nächtliche Kontrolle über ihre Blase. Dafür müssen aber Gehirn und Blase zusammenarbeiten. Die Blase signalisiert dem Gehirn zunächst, dass sie sich füllt. Das Gehirn weist die Blase dann entweder an, den Urin zu halten, oder aber es sorgt dafür, dass das Kind aufwacht.
Zwar können medizinische Ursachen wie Diabetes oder eine ungewöhnliche Anatomie Bettnässen verursachen. Bei 85 Prozent der betroffenen Kinder ist allerdings die Verbindung zwischen Gehirn und Blase noch nicht ausgereift. Manche bilden etwa zu wenig von dem Hormon Vasopressin, das die Nieren anweist, nachts weniger Urin zu produzieren. Andere sind schwer wach zu kriegen und verschlafen einfach die Signale der vollen Blase.
Generell tritt Bettnässen doppelt so oft bei Jungen wie bei Mädchen auf. Zudem ist die Veranlagung zu Enuresis noctura offenbar auch genetisch bedingt. Meist werden Kinder im selben Alter trocken wie ihre Mütter und Väter. 15 Prozent der Bettnässer schaffen es ohne eine Therapie. Studien zeigen, dass auch Alarmsysteme, die die Kinder bei Feuchtigkeit etwa durch Summen oder Vibrieren wecken, hilfreich sind.
"Entscheident ist aber die Aufklärung", sagt der Urologe Patrick McKenna von der Southern Illions University. Dem Experten zufolge sollte sich der Kinderarzt etwa eine Stunde Zeit nehmen, um seinem Patienten die biologische Zusammenhänge zu erklären. Bennett rät den Kindern, ihren Schließmuskel durch Anspannen mehrmals täglich zu trainieren. Dazu empfielt er ihnen auch tagsüber zwei Gläser Wasser zusätzlich zu trinken.
Gegen Aben sollte die Flüssigkeitszufuhr dagegen etwas gedrosselt werden. Zudem sollten die Kinder in einem Kalender notieren, wenn sie ins Bett gemacht haben. Bennetts Tipp an Elter:"Erklären Sie Ihrem Kind, dass es üben muss, um die Blase zu kontrollieren, genau wie Sportler täglich trainieren." Und: Kinder sollen laut Bennett dafür belohnt werden, dass sie sich Mühe geben, egal ob sie Erfolg haben oder nicht.
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