Bettnässen nach Alkoholgenuss

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Bettnässen nach Alkoholgenuss

Beitrag #1 von kölsch » 02 Nov 2005 00:30


Hallo zusammen!

Ich habe folgendes Problem, möchte mich vor meinem Arztbesuch besser vorbereiten:

Ich bin weiblich, 34 Jahre alt und leide unter Bettnässen seit meiner Kindheit. Aus meiner Erinnerung hat es nie einen nennenswerten Zeitraum gegeben, in dem ich "trocken" war. Ich bin erblich vorbelastet, wie ich von meiner Mutter und meiner Schwester weiß. Ich bin übrigens nie deshalb beschimpft oder sonstwie bestraft worden, wie man es oft hört, sondern meine Mutter ist mit mir zum Arzt gegangen, hat mich nachts geweckt, war sehr unterstützend.
Im Erwachsenenalter hat sich das Problem insofern reduziert, dass ich nur noch bettnässe, wenn ich Alkohol getrunken habe. (Sicher ist eine Möglichkeit, das einfach zu lassen.;-) - Andererseits möchte ich mir von meiner Blase nicht vorschreiben lassen, ob ich noch ein Kölsch trinke oder nicht...)
Tagsüber und normalerweise auch Nachts gibt es kein Problem. Ich kann den Harndrang steuern, muss nicht sofort "los", wenn ich Harndrang verspüre, gehe normal häufig zur Toilette. (Einzige Ausnahme: Viel Kaffee. Da laufe ich etwas häufiger, aber das tun wohl die meisten Menschen.) Ich kann während des Wasserlassens den Strahl unterbrechen, habe keine Schmerzen und das Gefühl, meine Blase vollständig entleeren zu können. Ich trete sorglos längere Autofahrten o.ä. an, gehe Shoppen und Laufen, ohne ängstlich nach Toiletten Ausschau zu halten - kurz: Bewege mich im Alltag völlig frei.

Sehr einschränkend ist lediglich die Situation nach Alkoholgenuss. Zum Beispiel das freundliche gemeinte Angebot: "Du kannst doch einfach bei mir schlafen, wenn Du nicht mehr fahren willst." versetzt mich eher in Panik, als dass es mir hilft. Oder Urlaub: Abends könnte man sich lecker ein paar Bierchen gönnen, wäre da nicht das Bett - alle anderen freuen sich drauf, fallen einfach rein und schlafen ihren Rausch aus, für mich bedeutet es echten Stress. Und so weiter und so fort...

Jetzt habe ich mich endlich entschlossen, etwas zu unternehmen und einen Termin beim Arzt zu vereinbaren. Im Vorfeld möchte ich gerne Eure Gedanken/Erfahrungen kennenlernen: Kennt Ihr so was? Lässt es sich sich mit Medikamenten wirkungsvoll behandeln? Oder bleibt nur: Hände weg vom Kölsch?

So. Ich habe verschiedene Forumsbeiträge gelesen und bin mir vollkommen klar darüber, dass mein Problem im Vergleich sicher einigen von Euch als banal erscheint. Trotzdem: Für mich ist es alles andere als banal. Ich danke Euch, dass Ihr Euch so tapfer durch meine etwas längere Mail gekämpft habt, freue mich auf Eure Nachrichten und sage schon jetzt Danke!

lg,
Kölsch
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Beitrag #2 von Helmut » 02 Nov 2005 09:23


Hallo kölsch,

nun, dass sich einige Leute bei stärkerem Alkoholgenuss in die Hose machen, das ist allgemein bekannt. Es liegt ja daran, dass der Alkohol eine anregende Wirkung auf die Nierentätigkeit hat und gleichzeitig auf das vegetative Nervensystem wirkt.

Bei dir ist das Problem, dass deine Blase "vorgeschädigt" ist, da du erst sehr spät trocken geworden bist. Es könnte sich bei dir darum handeln, dass deine Blase vielleicht etwas zu klein ist und du einen relativ tiefen Schlaf hast und dann den Harndrang der vollen Blase einfach nicht mitbekommst, wenn du etwas mehr getrunken hast.

Wenn du zum Urologen gehst, dann spreche ihn auf diese Punkte an, er soll bei dir das Blasenvolumen bestimmen und dich ggf. auch ins Schlaflabor schicken. Solltest du eine etwas zu kleine Blase haben, dann kann das mit einem Toilettentraining und ggf. mit Unterstützung von Medikamenten (z.B. Mictonorm®) welche die Reizschwelle für den Harndrang anheben, behandelt werden. Vielleicht ist auch ein Medikament das die Schlaftiefe beeinflusst, hilfreich.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #3 von kölsch » 02 Nov 2005 10:44


Hallo Helmut,

danke Dir tüchtig! Ich bin froh, a) dass ich schon mal einen ersten Schritt gemacht habe und b) dass mein Problem sich möglicherweise mit überschaubarem Aufwand, sprich ohne OP oder Ähnliches lösen lässt! Ich hatte das Thema bis jetzt verdrängt, immer auch ein wenig vor dem Hintergrund, dass es ja nur nach Alkoholgenuss passiert - und ich dachte, ich werde eh nur zur Antwort bekommen: "Liebe Patientin, dann lassen Sie das doch einfach bleiben."

Danke auch für Deinen Tipp, gleich zum Urologen zu gehen - den Hausarzt kann ich dann gleich überspringen, schätze ich.

Viele Grüße,

Kölsch
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Beitrag #4 von Helmut » 02 Nov 2005 10:56


Hallo kölsch,

klar hätte ich auch sagen können "dann trink halt nix", aber damit ist dir ja nicht geholfen. Du solltest aber dem Urologen dann auch deine Beweggründe mitteilen, nicht dass er dir dann diese tolle Antwort gibt. :mrgreen:

Also lasse dich nicht unterkriegen, auch wenn der Urologe zu keinem Ergebniss kommt. Es könnte durchaus dann auch eine psychische Komponente dabei sein, die dann wieder stärker zum Ausdruck kommt.

Gruß Helmut
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Beitrag #5 von eckhard11 » 02 Nov 2005 13:40


Mahlzeit, kölsch,

bei mir ist es genau umgekehrt :
Ich verliere normalerweise so um die 800 bis 1.000 ml pro Nacht, aber es ist mir aufgefallen, dass sich diese Menge
- nach einigen Radebergern - ganz erheblich reduziert.

Ich hatte dies schon einmal als Frage eingestellt, konnte aber weder von den Mitgliedern noch von meinem Urologen
eine einleuchtende Erklärung dafür erhalten.

Wenn es bei Dir tatsächlich am Bier liegt, dann versuche doch einmal, den Auslöser einzukreisen,
indem Du z.B. - natürlich nur als Versuch - ein alkoholfreies Kölsch trinkst.
So etwas wird es ja wohl geben.....

Wenn Du trotzdem den Harndrang verspürst, kann es nicht am Alkohol, sondern muss an den Zutaten liegen.

Dann könntest Du es einmal mit einem anderen, weil richtigem Pils versuchen.
( Kölsch sieht ja nicht nur aus wie Pferdepisse, es schmeckt auch so, hi, hi )

Scherz beiseite:
Ich an Deiner Stelle würde einmal verschiedene Biere mit unterschiedlichen Alkoholgraden versuchen, um festzustellen,
ob es an einer Zutat liegt, welche das Kölsch hat und die andere Biere nicht haben.

Ich setze natürlich voraus, dass Du im Normalfall auch des Abend eine recht grosse Menge
anderer Flüssigkeit zu Dir nimmst.
Wenn es nur passiert, wenn Du Dir eine entsprechende Menge Kölsch reingeschüttet hast, während Du ansonsten
des Abends viel weniger Flüssigkeiten trinkst, dann hat sich die Sache mit einem Versuch erledigt.

Aber dann solltest Du einmal abends die gleiche Menge Mineralwasser oder Saft oder ähnliches zu Dir nehmen,
wie Du so an Kölsch trinkst, um festzustellen, ob Du auch mit anderer Flüssigkeit den Harndrang erlebst.

Dann nämlich hat Helmut mit seiner Vermutung einer zu kleinen Blase und eventuell zu tiefem Schlaf recht.


Ich leg mich jetzt - ohne Kölsch oder Radeberger - wieder hin. .sleep:
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Beitrag #6 von Matti » 02 Nov 2005 17:58


Hallo,

das Interessante wäre doch ob es am Alkoholgenuß an sich oder am Kölsch liegt. Von welchen Zustand nach Kölsch-Genuß ( naja, ob das ein Genuß ist ) reden wir den. Von leicht Angeheitert oder von Stracke-Dicht?

Alkohol wirkt Entwässernd, Harntreibend und Enthemmend, vielleicht ist diese Kombination des Übels Wurzel.

Ansonsten möchte ich noch zu Bedenken geben das Alkohol und Medikamente nicht unbedingt die besten Freunde sind, deshalb wäre die medikamentöse Behandlung speziel bei deinem Problem wohl auch nicht die allerbeste Lösung.

Eckhards Ratschläge würde ich so einmal Ausprobieren, es kann ja nicht Schaden.


Gruß

Matti
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hi, kölsch

Beitrag #7 von Armin » 02 Nov 2005 22:42


Nicht daß ich jetzt irgendwie dein Problem vereinfachen möchte!

Ich bin seit 30 jahren inko und hab die letzten 6 Jahre eigentlich rund um die Uhr in Windeln verbracht. Es ist einfach so, daß einem Windeln die gewisse Sicherheit geben. Hatte früher wirklich die größten Probleme wegen der Inko (Übernachtung usw.), bin auch immer heim gefahren.
Aber vielleicht überlegst du dir ganz einfach, für die etwas komplizierteren Situationen in deinem Leben für mehr Sicherheit zu sorgen. Die Windeln geben dir die Sicherheit, du mußt dich aber auch ein bischen trauen. Ist nicht einfach, aber ich hab mich z. B. auch damit abfinden müssen. Ich hab die Windeln und es geht auch. Keiner weis von meinem Problem. Ausser meiner Familie natürlich.
Nicht daß ich dir jetzt unbedingt die Windeln aufschwätzen möchte, aber wer Probleme wie du hat, der sollte sich auch mit anderen Lösungen bekannt machen.
Bin auch so ein bischen der Gegner von großen medikamentösen Behandlungen. Hab meine inko auch durch nen Unfall als Kind, ist nicht so einfach in den Griff zu bekommen und hab da auch schon einiges ohne Erfolg mitgemacht.

Also, Kölsch!

Das sollte nur ein kleiner Zuspruch sein!

Mach´s gut, Gruß, Armin
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Beitrag #8 von kölsch » 02 Nov 2005 23:05


Ihr Lieben!
Ich danke Euch für Eure Beiträge!
@Eckhard:
Den Test habe ich gemacht: Ich kann Wasser etc. "saufen" wie eine Bergziege: Nix passiert. Ich muss zwar schon mal nachts aufs Klo, werde aber rechtzeitig wach. Alles gut.
Es passiert immer nur im Zusammenhang mit Alkohol. Ich trinke Kölsch, Weizen oder Wein. Früher habe ich auch "richtiges";-) Pils getrunken: Gleicher Effekt.
Alkoholfreies Bier: Nix passiert - es schmeckt mir nur nicht so gut.. (Außer Erdinger alkoholfrei - DAS ist mal eine schöne Erfindung!:-)) Säfte, Milch, Cola: Alles gut.
Lange Rede, kurzer Sinn:
Der Zusammenhang mit Alkohol ist nicht zu leugnen.
Ich habe zwischenzeitlich auch ein längeres Gespräch mit meiner Mutter geführt: Ich war im normalen Alter trocken, und dann immer mal wieder für eine Nacht nicht. Diese Nächte lassen sich auch bisher nicht direkt in Zusammenhang bringen mit Stresserlebnissen. Es gab zwar einmal eine Phase, in der ich mehr Stress hatte (Kindergarten), in der es auch mal häufiger passiert ist. Aber generell: Kein erkennbarer Zusammenhang mit Erlebtem, Durchlittenem.
Ich weiß, dass man da sicher diskutieren kann - aber: Wenn es ein Mittel gibt, das ich nehme und gut iss: Ich bin durchaus bereit, mich medikamentös zu präparieren, wenn ich das nur bitte loswerde..!
Liebe Grüße!
Kölsch
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Beitrag #9 von kölsch » 02 Nov 2005 23:10


...und Eckhard:
Das mit der Pferdepisse war nicht sehr charmant!;-) Ich komme vom Land, und da hören wir so was nicht gerne über unsere vierbeinigen Freunde...;-))
Aber Du liegst ja eh schon, und ich rede und rede...;-)
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Beitrag #10 von eckhard11 » 03 Nov 2005 00:22


Na ja, kölsch,

auch wenn ich liege, bin ich zugegen.

Lassen wir das mit den tierischen Ausscheidungen,
das ist ja nur eine Geschmacksfrage hi, hi.....

Aber wenn es bei Deinem Problem tatsächlich um den Alkohol als Katalysator handelt,
dann wirst Du wahrscheinlich entweder dadurch oder auf Alloholl verzichten müssen.

Ich habe noch nicht gehört, dass ein Medikament den Alkohol im Körper umwandelt, bevor er die Nieren erreicht.

Und an Deiner Stelle würde ich keineswegs irgendwelche Exkurse durch irgendwelche
Medikamentenwelten durchführen.
Hinterher sind Deine Nieren noch empfindlicher als jetzt schon.

Dies ist der einzige Rat, welchen ich Dir geben kann.
Alles andere wäre nur bla bla.

Ich leg mich nicht hin, weil ich ja schon liege .sleep:
Eckhard
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