Gang zum Psychologe?

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Gang zum Psychologe?

Beitrag #1 von sternchen18 » 25 Jul 2006 00:26


Hallo,
mein erster Beitrag hier bin heute auf diese Seite gestoßen und finde sie echt super =) so genug Lob ;P

Ich hab da mal ne Frage...undzwar bin ich seit ich denken kann bettnässerin..in den letzten Jahren passiert es zwar seltener aber ab und zu immer noch. Als ich Kind war,war ich deswegen auch mal beim urologen aber ohne wirkliche erfolge. Auf grund eines wohnortwechsel schlief das ganze dann irgendwie ein und es wurde nichts mehr in dieser richtung unternommen.
Auf grund meines "outings" gegenüber meines freundes is dieses thema nun wieder aufgekommen und der psychologe steht nun im raum weil mir auch aufgefallen ist das es häufig passiert wenn mich irgendwas bedrückt oder bedrückt hat...anscheinend verarbeite ich das ganze nochmal im schlaf. Ich frage mich nun wie das mitm psychologen is...kann man da zu jedem? wo findet man gute? und wer zahlt das?! muss ich das aus eigener tasche zahlen oder zahlt das meine kasse?!

vielen dank für eure antworten
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Beitrag #2 von mehlbox2001 » 25 Jul 2006 01:19


Hallo Sternchen,

in allem, was psychologische oder psychotherapeutische Untersuchungen und Behandlungen angeht, solltest du zu allererst deine Krankenkasse kontaktieren, damit du nicht auf Rechnungen sitzen bleibst. Oder du lässt dich vom Urologen überweisen -- dann gäbs auch gleich noch eine fundierte Ärztemeinung, dass "körperlich soweit alles in Ordnung ist" .

Andreas
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Beitrag #3 von Chris00 » 25 Jul 2006 08:06


Hallo,

ich persönliche finde, dass auch bei einer rein organischen Ursache (muss ja nicht urologisch sein, z.B. ADH-Mangel, ADHS (Dopanorgene Dysregulierung), etc...) zumindest am Anfang ein Therapeut hinzugezogen werden sollte.

Egal, wie locker du das jetzt geschrieben hast und wie gut dein Freund dein Outing verkraftet hat, es wäre bestimmt nicht verkehrt, sich professionelle Unterstützung um Umgang damit zu holen.

Noch was zu Urologen: Am besten lässt du dir eine ambulante Einweisung in eine größere Klinik mit Urologie geben. Meine persönliche Erfahrung mit niedergelassenen Urologen ist, dass sie auf Patienten, die jünger als 70 sind, weder vorbereitet sind noch können sie damit umgehen (z.B. Termine nur Vormitags, oder ungläubiges Staunen, wenn es bei manueller Untersuchung zu ... körperlichen Reaktionen kommt).
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Beitrag #4 von papa0861 » 25 Jul 2006 23:46


hallo sternchn,

ich kann gut nachvollziehen, was in dir vorgeht. ich bin ja auch in dieser form betroffen, nur daß bei mir die ganze sache losging, als ich eigentlich schon im besten "opaalter" war.

der sicherste weg um eine behandlung im seelischen bereich zu beginnen ist der weg zum hausarzt. der wird dann die nötigen überweisungen veranlassen.

wie mehlbox schon sagte, ist der direkte weg zum psychologen finanziell betrachtet ein wagnis. außerdem ist es so, daß du einen psychologen suchen mußt, dem du dich öffnen kannst. das wird bestimmt nicht gleich der erste sein. in der regel ist es wohl so, das die kasse die ersten 5 sitzungen ohne eigenanteil trägt.

ich würde dir empfehlen, daß du dich zuerst einmal zu einem psychiater überweisen läßt. möglicht einen von der alten schule. die hatten nämlich in der spezialausbildung noch neurologie gehabt, was weitere überweisungen unnötig macht. schrecke dabei nicht vor der arztbezeichnung zurück. das hat nix mit verrückt oder verblödet zu tun.

und am rande solltest du dich vielleicht mit dem begriff psychosomatik vertraut machen. auch dieser bereich kann sehr hilfreich sein.
weil; keiner macht so ohne weiteres mit absicht oder freude ins bett.

gut, es mag leute geben, denen das spaß macht. aber auch die haben irgendwo ein problem.

doch das herauszufinden ist wieder eine andere sache.

schön wäre es, wenn du uns hier auch mal ne rückmeldung gibst über das, was du erreicht hast.

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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Beitrag #5 von sternchen18 » 08 Aug 2006 22:45


Es wurde ja eine Rückmeldung gefordert ;P nunja viel zu berichten habe ich eig nicht...durfte am wochenende feststellen wie schön es ist, wenn man positiven zusrpcuh in dieser sache bekommt...situation...familienprobleme bei denne ich sonst sofort einnässen würde....da mein freund mich abends direkt gefragt hat ob ich denke das ich einnässen würde, denke ich wurde mir einwenig die angst genommen...das hat mich wieder ein wenig bestätigt das wenn ich nciht davor angst habe das es dann auch nicht passiert...auch das ich davor mehr als genug darüber geredet habe hat mir sehr geholfen, vermutlich musste ich das so nachts nicht nochma verarbeiten etc. Aufgrund von Zeitmangel bin ich noch nciht dazu gekommen zum arzt zugehen...allerdings muss cih sagen das ich glaube ich auf grund der umstände wohl nciht meinen normalen hausarzt nach einer überweisung fragen werde denn cih glaube ich könnte dem nicht mehr unter die augen treten...so etwas persönliches soll der nciht wissen...auch wenn jemand anders das anders sieht...ich sehe es so...ich kann das nciht. also wird das noch etwas dauern bis ich wieder mehr zeit habe(dazu muss ich sagen dass das keine ausrede ist sondern tatsache ;P hab momentan nicht mal zeit zum zahnarzt zu gehen obwohl mirn stück vom zahn abgebrochen ist...)scheiß stress...


sry für alle tippfehler aber ich hatte nicht viel zeit zum tippen =P


lg sternchen
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Beitrag #6 von frosch » 22 Aug 2006 20:17


Beim Lesen Deines Beitrages habe ich sehr schnell an meine eigene Situation denken müssen.
Bei mir war das Bettnässen auch nie weg, es gab mal bessere und mal schlechtere Phasen.
Schon als Kind begann eine Odyssee zwischen Ärzten, Urologen, Psychologen und Heilpraktikern.
Gebracht hat es leider nichts außer dass ich mich immer mehr schämte und zurückzog.
Nicht nur, dass ich nicht trocken war, nein, alle, die mir helfen sollten, scheiterten und somit fühlte ich mich dafür auch noch schuldig.
Kleine Erfolge wurden von mir hoffnungsvoll gefeiert, doch nach einigen Tagen war die Krankheit wieder da und damit das Gefühl des Versagens.
Dann hieß es, es würde sich zur Pupertät auswachsen, dann hieß es, mit der ersten Freundin sei es bestimmt vorbei. Doch nichts dergleichen.
Ich mußte erst mitte dreißig werden, ehe alles mit der Einnässerei besser wurde. Vorher legte ich aber noch Krankheitsbilder von Herzsensationen, Depressionen und Ängsten hin. Das Bettnässen war zu der Zeit dann das wahrhaft geringere Übel und ich dachte manchmal, es sei mit mir sowieso alles irgendwann vorbei.
Auch wegen meiner Hyperaktivität war ich in keinster Weise ausgeglichen, hatte keine Ruhe und Entspannung. Ich fuhr mit voller Drehzahl im dritten Gang!
Ich glaube ein ganz entscheidenden Wendepunkt erreichte ich durch die Fähigkeit mich das erste Mal im Leben einfach so annehmen zu können wie ich bin. Keine Schuldgefühle, keine Scham. Ich lernte Toleranz anderen und mir gegenüber.
Innerlich fand ich plötzlich Halt und dann konnte ich es auch zulassen, eine tragfähige Beziehung einzugehen. Ich musste nicht mehr wegrennen. Nicht vor anderen - Nicht vor mir selbst.
Tja und dann wurde das Naßmachen auch viel besser. So gut sogar, dass es zur Zeit nahezu kein Thema mehr ist.
Für die Auswahl des Weges zur Heilung gibt es keinen Atlas, aber wichtig ist, dass man den Weg aufnimmt. Vielleicht auch mal mit Umwegen, die einen jedoch auch schlauer werden lassen.
Wie schön, dass Du mit Deinem Partner darüber reden kannst. Vielleicht kann er Dir auch eine Stütze beim Arztgespräch sein, um dann körperliche Kontrolluntersuchungen anzugehen und gegebenenfalls auch einen Therapeuten zu Rate zu ziehen.
In Kiel gibt es an der Uni-Klinik übrigens eine Enuresis-Ambulanz, die mit dem Thema bestens vertraut ist und wo Dir nichts peinlich sein muss.
Selbst wenn Du dort vielleicht erfährst, dass Du latent mit der Schwierigkeit leben musst, so ist es doch ein ganz wesentlicher Vorteil, sich dann mit der Gewißheit etwas unternommen zu haben, der Geschichte zu stellen.
Ich werde bestimmt auch immer - wegen Nieren- und Blasenvorerkrankung - damit rechnen müssen, dass es ab und zu passiert, doch stehe ich der Sache eben nicht mehr hilflos gegenüber.
Ich wünsche Dir so, dass Du an die richtigen Leute gerätst.

Grüßle, René
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Beitrag #7 von Matti » 23 Aug 2006 01:10


Hallo,

die Beiträge von Sternchen und Frosch sind doch eigentlich Paradebeispiele dafür, was Öffnung bewirken kann. Nur positives!

Kein Mensch, mit halbwegs normalen Verstand, wir jemanden auslachen, wenn er mit seinem Problem offen umgeht. Die Menschen die lachen, hören auch nicht wenn ein Zug kommt, selbst wenn sie in dem Moment auf dem Gleis stehen.

Ich konnte in meiner ehrenamtlichen Arbeit schon viele davon überzeugen, dass Isolation, Rückzug und Verheimlichen der Problematik meist nur kontraproduktiv sind, ja manchmal bestehende Symptome gar erst schaffen oder verschlimmern. Niemand hat mir die Rückmeldung gegeben, dass jemand mit Ekel, Unverständnis oder Rückzug auf ein offenes Gespräch begegnet währe, ganz im Gegenteil.

Nun ist es sicherlich ein Fehler, ausbleibende Partnerschaften oder partnerschaftliche Probleme nur auf die Inkontinenz zu reduzieren. Hier müssen die Betroffenen einmal ehrlich zu sich selbst sein.

Ein Mensch der ständig signalisiert, dass er etwas mit sich rumschleppt, Verhaltensweisen an den Tag legt, welche für andere (aufgrund fehlenden Wissens) unverständlich wirken ist nicht besonders attraktiv. Kommt dann noch Isolation und Rückzug, Depression und Selbstzweifel hinzu, ist die Inkontinenz das geringste Problem auf andere einladend zu wirken.

Gruß

Matti
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