Bettnässen Tabu?

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Re: Bettnässen Tabu?

Beitrag #11 von papa0861 » 27 Sep 2006 23:23


Davidis hat geschrieben:Hallo,

Warum ist das Bettnässen noch ein Tabu Thema?


hallo,

erstmal möchte ich mich entschuldigen, daß ich so lange nichts von hören lassen habe und bestehende kontakte vernachlässigte, rene, klaro ....
ich hatte die letzten wochen genug mit mir zu tun und wollte keinem meine geistigen ergüsse zumuten :-)

also ich finde, daß das thema bettnässen schon lange kein tabu-thema mehr ist.
es gibt genügend medien, in denen dieses thema behandelt wird.
interessant ist natürlich die frage nach dem warum.
ich glaube, daß es auch an der scham der betroffenen liegt. wer spricht schon gern über solche intimitäten- ergo sind die betroffen selbst an der tabuisierung des themas schuld.
(dazu kommt vielleicht noch die angst, daß sich ein nicht zu unterschätzendes potential von windelliebhabern in intime foren einschleicht und unsere echten sorgen und nöte mißbraucht, um sich dran aufzugeilen.)
es ist das gleiche wie beim alkoholismus. jahrelang verschwanden die betroffenen in der versenkung, obwohl alkoholabhängigkeit bereits 1968 als krankheit anerkannt wurde.
gleiches trifft auch für psychosomatische erkrankungen zu. damit beschäftigt man sich in deutschland erst seit ein paar jahren und belächelt noch heute die leute übern großen teich. dort hat fast jder dritte einen ständigen kontakt zu einem psychologen.
einen anderen grund sehe ich im verständnis der inkontinenten untereinander.
man tut sich vielleicht untereinander schwer, mitander klarzukommen und verständnis für den anderen aufzubringen. es ist schon ein unterschied ob ich die hosen voll habe weil organe versagen oder weil einfach im kopf was nicht stimmt. die auswirkungen sind die gleichen, die gedankengänge aber vollkommen unterschiedlich. mir fällt es zum beispiel schwer zu verstehen, warum ein mensch mit neoblase oder prostatentfernung sich wegen der inko zermartert. für ihn müßte aus meiner sicht die sache doch klar sein. die fragen nach dem warum sind geklärt ... schluß, aus, ende ... punkt.
gleichsam kann ich nachvollziehen, daß dieser betroffene mit meinem empfinden probleme hat. blase o.k., nerven o.k. also müßte ja alles klappen.
na was solls? naß sind wir alle.
und wenn einer sagt, daß er nach allen seiten offen ist, so kann er nicht dicht sein ;-).
soweit meine gedanken zu diesem thema. ich hoffe, daß ich zu gelangweilt habe.

lg
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...

Beitrag #12 von Melli85 » 27 Sep 2006 23:37


Hier noch eine Statistik die Enuresis betreffend:

http://www.enuresis-gruppe.de/info/allgemeines/zahlen2.htm
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Re: ...

Beitrag #13 von papa0861 » 27 Sep 2006 23:46


Melli85 hat geschrieben:Hier noch eine Statistik die Enuresis betreffend:



sei nicht böse, aber wen interessieren schon zahlen? zahlen sind geduldig wie papier.
zahlen zeigen nicht die seele.

und aus meiner tätigkeit heraus vertrete ich die meinung:

"glaube nur statistiken, die du selber gefälscht hast! :-))

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Beitrag #14 von frosch » 28 Sep 2006 07:24


Hallo Melli,

danke für den Link...

Die Seite ist natürlich bekannt und würde letztendlich meine Darstellung nur unterstützen.

Schade jedoch, dass auf den Seiten kein Impressum und / oder Betreiber angegeben ist.

Eigentlich ist das ja "state of the art" und würde Transparenz schaffen.

Grüßle!
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Beitrag #15 von frosch » 28 Sep 2006 08:17


Hallo Klaro, hallo Papa,

ganz lieben Gruß an Euch!

Wie auch Ihr denke ich, dass eine lediglich auf die Anzahl der Inkontinenten konzentrierte Diskussion nicht zielführend wäre.

Auf der anderen Seite, seid Ihr beiden die besten Beispiele für Menschen, die sich mit Ihrem Problem nicht einfach so arrangiert haben, sondern - und das bestimmt auch unter viel schwierigem Einsatz - immer wieder gegen die Inko ankämpft. Jede Stunde mit Kontinenz, also ohne Windel, egal wie häufig, ist doch ein Erfolg und ich wünsche mir, dass wir in diesem Forum wieder mehr ein Augenmerk auf die Bekämpfung des Einnässens richten können. Windeln sind bestimmt im Kreise sämtlicher Hilfsmittel in einigen Fällen eine probate Lösung, nur sollten wir doch auf keinen Fall in den Dunstkreis dessen kommen, dass man sagt, Windel und gut.

Das fände ich den ernsthaft interessierten Hilfesuchenden in diesem, wie auch in anderen Foren nicht fair gegenüber.

Es ist leider häufig so, dass die Bettnässerei oder Inkontinenz dann Co-Erkrankungen auch im psychischen Bereich mit sich bringt.

In den letzten Monaten waren Berichte, in denen Betroffene geschildert haben, was Ihnen bei der Überwindung ihrer Inko geholfen hat, absolute Ausnahme. Das finde ich schade!

Und neben der einfachen Akzeptanz der Windel und dem kampflosen Ergeben ins persönliche Schicksal gibt es ja nun wirklich zahlreiche andere Möglichkeiten mit respektablen Erfolgsnachweisen. Sei es Klingelhose, sei es Blasentraining, sei es Minirin, sei es Beckenbodengymnastik, seien es blasenmuskelwirksame Medikamente und Gesprächs-, Gestalt- oder Verhaltenstherapieformen. Gute Ärzte werden einem bestimmt noch viel mehr nennen können.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die vielleicht noch Gelegenheiten der Heilung oder Verbesserung des Problems ausgelassen haben, diese stringent anzugehen.

Sowohl körperlich, psychisch oder auch in den Mischformen.

Und wer wirklich gegenwärtig keine Chance nutzen kann, dem wünsche ich mit dem aus der Vielzahl der Hilfsmittel gewählten Objekt, allerhöchste Lebensqualität.

Euer René
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Beitrag #16 von Davidis » 04 Okt 2006 08:38


Hallo an alle,

habe mich bis jetzt mit Antworten zurückgehalten, und mir öfters eure Beiträge angesehen.
Vielen Dank an alle die zu diesem Thema was geschrieben haben!

Sicherlich liegt es teilweise auch an uns, weil viele Betroffene nicht zum Arzt gehen oder es im Freundeskreis bekanntgeben aus Scham.

Ich persönlich bin auch einer von denen die es im Freundeskreis nicht erzählen.
Es weiß nur meine Familie das ich davon betroffen bin, damit mein ich mein Vater meine Muter und meine Geschwister.
Denn ich bin Bettnässer von Geburt an.

Aber seien wir doch mal ehrlich.
Wenn ich jemanden erzähle der nicht davon betroffen ist das ich Bettnässer bin lacht er mich doch aus!

Erwachsen und ins Bett machen das ist nicht normal werde ich als Antwort kriegen.
Sicherlich gibt es einige die es nicht sagen weil sie tolerant sind und sich mit mir über das Bettnässen unterhalten, aber ich glaube das es wenige sind.

Und die auseinandersetzung zu den Statistiken kann ich nur sagen es sind Statistiken.
Und die Dunkelziffer ist bestimmt sehr hoch.
Statistiken bestehen aus Zahlen.
Zahlen kann man manipulieren.
Man kann sich danach richten ob sie aber richtig sind wer weiß es.

Und wenn man im Büro arbeitet wie ich und für Mitarbeiter zuständig ist die man leiten und mit ihnen Gespräche führen (positiv wie negativ) und die wissen dass ich Bettnässer bin wäre so denke ich mein Job um einiges schwieriger.

Aber wie sagt ein Sprichwort:

Für jedes Problem gibt es eine Lösung.
Vieleicht finde ich die Lösung ja noch wie ich das Bettnässen los werde.
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...

Beitrag #17 von Melli85 » 04 Okt 2006 11:02


Hi,

ich sehe das genauso wie Davidis, bei mir weiß es auch nur meine Familie und mein Freund. Ich bin mir absolut sicher, dass die meisten anderen darüber lachen werden.

ich glaube, dass ich mich weniger schämen würde wenn diese Krankheit nicht totgeschwiegen werden würde.

Bei leichter Inkontinenz sieht das anders aus. Durch die ganze Tena Werbung im Fernsehen weiß man einfach dass viele Menschen sowas haben und dass es nichts schlimmes ist.

Ich weiß ja noch nicht einmal ob über Bettnässen geforscht wird aber ich hoffe es und es wird sicher irgendwann eine richtige Lösung gefunden werden die Windeln und sonstiges aus unserem Leben verbannt.

Wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zu letzt!
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Beitrag #18 von Jens Schriever » 04 Okt 2006 12:01


Hallo Melli, Davids, und alle anderen

Das seht ihr falsch. Keiner wird euch wegen einer Krankheit auslachen. Nur dumme Leute lachen darüber. Ich bin Harn und Stuhlinkontinent und mache daraus kein Geheimnis.
Bei mir wissen das Freunde, Arbeitskollegen, Verwandte und Bekannte, so wie meine Familie. Bis lang wurde ich nicht ausgelacht oder auch geschnitten. Hier wird immer was von Tabuthema und totschweigen, und das dass Thema endtabuisiert werden soll geschrieben. Wer ist es denn, wer es totschweigt? Das sind wir betroffene doch selber mit dem Versteckspiel und sich nicht anvertrauen. Wenn das Thema endtabuisiert werden soll, muss man erst bei sich selber anfangen. Habt ihr euch einmal Gedanken darüber gemacht, wie viel Energie ihr für das verheimlichen aufwendet? Das ist doch auch sehr belastend. Wie oft kann man es hier lesen, das Bettnässen auch Psychische Ursachen hat. Wenn die Belastung des verheimlichen weg ist, wird es gewiss nicht schaden.
Denkt darüber mal nach


Gruß Jens
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Beitrag #19 von Melli85 » 04 Okt 2006 15:10


Hi Jens,

zum Teil hast Du wirklich recht aber ich habe schon genug schlechte Erfahrungen gemacht als verschiedene Leute es rausgefunden haben. Daher fühle ich mich sehr viel sicherer in meinem kleinen, ausgewählten Kreis der Eingeweihten.

Ich weiß nicht wie es bei Dir ist aber ich leide schon mein Leben lang unter dieser Krankheit und hatte daher besonders viele Probleme, gerade während meiner Schulzeit. Gut, Kinder können besonders gemein sein und Erwachsene können bestimmt besser damit umgehen aber diese Demütigungen haben mir gereicht und sie reichen auch für mein ganzes restliches Leben.

Ich bin mir absolut sicher, dass diese Vorfälle meine Psyche mehr belastet haben als die Tatsache, dass ich es nicht jedem erzähle.

Gruß
Melli
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Beitrag #20 von Flippo » 10 Okt 2006 00:10


Ich möchte hier einmal meine Erfahrungen schildern die zwar nur zum Teil hier rein passen aber auf jeden fall passt es dazu, dass wir Betroffenen selber diejenigen sind, die das tabu brechen müssen. Ich bin recht stark kirchlich engagiert, das heißt das ich zwar recht viel in der Kinderarbeit mache aber auch einen ganz tollen Freudeskreis habe, welcher dort auch engagiert ist...als es einmal darum ging, ein Messdienerwochende stattfinden zu lassen,wo ich mich natürlich versucht habe davkr zu drücken, fehlten uns Leiter...in der Leiterunde habe ich mich wehement geweigert mitzufahren, was aber unter einigen Ausreden auch gedulded wurde...ich ahbe mich aber net wohlgefühlt deshalb...danach sind wir dann noch geschlossen in eine Kneipe gegangen und ahben auch einiges alkoholisches Getränken wo dann mein Mut gestiegen ist...ich ahbe mich also geoutet...lange Rede, kurzer Sinn, erst haben alle Gedacht ich wollte sie verarschen da ich mich Bemüht habe möglichst locker und selbst ironisch zu wirken, keiner konnte sich das so wirklich vorstellen. Erst nachdem ich recht viel erzählt habe fingen alle an nach zu denken...es waren eher alle geschockt als belustigt, wie ich es befürchtet hatte, obwoh, ich wußte, dass wir alle ein super Team sind und auch sehr sehr gut befreundet sind...das Wochenende war sicherlich erst komisch, da ich mich geweigetrt hatte mit anderen auf ein Zimmer zu gehen, was auch geduldet wurde...mitlerweile ist das ganze überhaubt kein Problem mehr, es wird gar nicht mehr drüber nachgedacht, wenn es jetzzt darum geht die zimmerverteilung zu regeln, ist es klar, das für mich ein eigenes zimmer reservird wird, ode rauch, das andere in der Nacht aufstehen, wenn es zu laut wird.
In diesem Sommer sind wir dann alle zusammen in den Urlaub gefahren, wir haben uns ein Haus an der Ostsee gemietet, es ging sogar so weit, das wir alle schon im Bett waren aber keine so wirklich lust hate zu schalfen, da sind wir alle nochmal aufgestanden und haben uns gemeinsam ins Wohnzimmer gesetzt und gequatscht, keiner hat was gesagt, dass ich ne Windel unter dem Schalfanzug anhatte...
Diejenigen wissen es jetzt einfach und wissen das ich damit ganz normal umgehe und sind total tollerant...Trotzdem bin ich ganz erlich und würde es keinem Anderen erzählen, trotz der Erfahrungen...

Ich hoffe, ich ahbe euch net zu sehr gelangweilt!

Liebe Grüße
Denke an alle,
sei wie du bist,
achte auf das Wohl der anderen,
denn sie begleiten dich!
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