sporadischer Bettnässer mit 13

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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sporadischer Bettnässer mit 13

Beitrag #1 von Talia » 15 Jul 2003 19:35


Hallo,

jetzt melde ich mich doch mal wieder. Irgendwie muss ich noch einmal den Anlauf machen, entweder etwas zu unternehmen oder es eben hinzunehmen. Mein Sohn ist jetzt 13 und macht seit etwa einem guten Jahr wieder mehr oder weniger regelmäßig ins Bett. Mehr oder weniger, d.h. so etwa jeden 2. bis 5. Tag. Wir haben seit dieser Zeit wieder unsere Klingelmatte hervorgeholt, die wir vor über 5 Jahren weggepackt hatten, weil das Thema "erledigt" zu sein schien. Nun haben wir aber inzwischen das Gefühl, dass er diese Matte als bequeme "Aufweckhilfe" nützt, nach dem Motto, sie wird schon klingeln, wenn ich muss. Dass es in dem Moment bereits zu spät ist, scheint ihm egal zu sein. Mich persönlich macht es inzwischen rasend, obwohl ich im Innersten irgendwo davon überzeugt bin, ihm unrecht zu tun. Dann wieder denke ich fast, dass es ihm mehr oder weniger egal ist, auch wenn er mit "Windeln" ins Schullandheim" fährt. Das stört ihn weniger als mich. Wahrscheinlich ist das der Punkt, der mich manchmal so aus der Haut fahren lässt. Im nächsten Moment denke ich, ich müsste froh sein, dass er nicht darunter leidet, denn das wäre mit Sicherheit um einiges schlimmer. Wir haben das ganze auch mit einem Belohnungssystem gekoppelt - d.h. aber auch hier: er freut sich riesig über seinen Sticker, wenn er ihn "verdient" hat, igoniert es aber, wenn es halt keinen gibt. Das kanns wohl auch nicht sein. Tja, warum schreib ich das alles, frag ich mich grad. Vielleicht kann mir jemand noch einen Tipp geben, wie man es schaffen könnte, ihn selbst zu motivieren. Ich denke nicht, dass es an etwas organischem liegt, denn er schafft es durchaus auch mal 5 Tage trocken, andererseits sind die Zeiten, in denen die Klingel losgeht völlig verschieden: mal 1 Std. nach dem Schlafengehen, mal mitten in der NAcht, mal in der Früh, auch unabhängig von der Trinkmenge und solchen Dingen mehr.

Vielleicht sagt mir auch jemand: Mensch, nimm es hin und mach dir keine Gedanken mehr, da kann man nichts machen. Dann werd ich es eben auch so akzeptieren.

Aber wie gesagt, vielleich tfällt auch jemandem noch ein hilfreicher Rat ein.

Herzlichen Dank!!
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Talia
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Schwierige Antwort...

Beitrag #2 von Regenmacher » 16 Jul 2003 01:46


Hallo,

nun erst einmal, außer auf meine Menschenkenntnis und meinen Psychologie-Unterricht kann ich fast auf keine andere Quelle zugreifen. Aber die Sache im Forum, die Gespräche mit Menschen haben doch eine gute Grundlage gelegt - und meine Zeit als Krankenpfleger, in der ich zwangsläufig auch mit Kindern zu tun hatte, hat da auch einige interessante Fälle an den Tag gebracht.

Organische Ursachen schließen wir jetzt mal aus. Dafür wäre ein Urologe zuständig. Aber den kannst du natürlich auch "missbrauchen" oder den Hausarzt - vor wem dein Sohn mehr Respekt hat. Sprich vorher mit dem Arzt. Dann gehst du zu einer Untersuchung. Der Arzt findet nichts und macht ein sehr besorgtes Gesicht. Dann ein "ernstes" Gespräch, bei dem dein Sohn natürlich dabei ist. Der Arzt erklärt die, daß dies der Beginn einer ernsten Erkrankung sein kann und beobachtet werden muss. Aber wenn das spätestens in einem Jahr (oder einem halben) nicht besser ist, dann müßten umfangreiche Untersuchungen im Krankenhaus gemacht werden, die z.T. sehr schmerzhaft sind (deshalb will er ja auch erst mal abwarten).

Wenn dein Sohn ein liebes Hobby hat (z.B. Fussballspielen) oder so, oder gerne am Computer ist, dann könnte man auch sagen, es hat mit den Nerven zu tun und er müsste in Zukunft darauf verzichten, bis die Diagnose feststeht. Sollte sich die schlimme Krankheit bewahren, wird er dann nie wieder Fussball spielen können.

Sinn verstanden? Wenn dein Sohn die Sache bewusst oder unbewusst steuert, dann kann so ein kleiner Schock gut helfen. Ist nicht ganz fair, kann aber gut helfen. Praxiserprobt!

Wenn es dein Sohn absolut unbewusst macht, ohne es als "Warnzeichen" oder "Hilferuf" zu tarnen (natürlich unbewusst), dann wird es nicht funktionieren. Außerdem geht der Schuss nach hinten los, wenn er vor dem Krankenhaus keine Angst hat.

Wenn er absichtlich in die Windeln/ ins Bett macht, dann wird die Sache mit dem Hobby helfen oder auch die Angst vor dem Krankenhaus.

Für deinen Sohn ist das Alter eine schwierige Zeit. Die Hormone lassen alles anders werden. Plötzlich regen sich Dinge, die vorher nicht zu bewegen waren. Angst vor Veränderung. Änderungen im Verhalten - in deinem Verhalten auch unbewusste, werden ängstlich wahrgenommen. Ein inniges Verhältnis wird schwächer, weil der Abnabelungsprozess beginnt. Und das kann zu bewussten und auch unbewussten Ängsten führen, die sich in vielerlei Äußerungen wiederspiegeln können.

Verzweifle nicht. Sei deinem Sohn eine gute Mutter und Stütze, sprich offen mit ihm über alle Fragen, vor allem in Hinblick auf sein Erwachsenwerden. Sei ihm Vertraute und Mutter zugleich. Gib ihm Rat, unterstütze ihn. Zeige ihm, daß du immer noch im gleichen Umfang für ihn da bist - er aber auch mehr Freiheiten hat, als bisher - klammere ihn nicht zu sehr an dich - mach aber immer die Tür auf, damit er kommen kann.

Und sollte alles nichts helfen - dann lass ihn Windeln benutzen - wenn ihm das nichts macht, ist es doch ok. Der Spaß hört irgendwann von ganz allein auf, wenn es um den Spaßfaktor geht.

Gruß Marco
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Bettnässen und Psyche

Beitrag #3 von Amethysta » 16 Jul 2003 14:29


Hallo,

die Amethysta gibt jetzt eine kleine Begebenheit wieder, über mehrere Ecken hab ich diese Geschichte erfahren.

Junge ist seit kurzer Zeit Bettnässer, keiner weiß warum...... alles sonst in Ordnung. Ein Bekannter (Coaching) der Familie wird um Rat gefragt. Der geht mit dem Bub spazieren und bei einem "Männergespräch unter vier Augen", wird der Junge gefragt, wie er denn seine Mutter am besten ärgern könne. Der Junge windet sich und will nicht, dann grinst er über beide Wangen ----- wenn er ins Bett mache------

Ok, so weit so gut, Ende der Geschichte: Bettnässen trat nie wieder auf

Das wurde mir dann so erklärt: Der Junge hatte sich über seine Mutter geärgert und dann aus Wut ins Bett gemacht...... Es konnte jedoch nicht von ihm selber abgestellt werden..... das heißt, erst durch das Männergespräch wurde ihm die Ursache wieder bewußt.....und der wunde Punkt behoben.

Das war eine Sache. Dann gibt es noch Blockierungen im Wirbelsäulenbereich und einige Experten sagen, Bettnässen ist eine "echte Schlafstörung"

Ich such die Postings, die ich zu dem Thema gelesen habe raus und gebe sie dann weiter.

die amethysta :fleissig:
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Bettnässen egal?

Beitrag #4 von Stutzer » 11 Nov 2003 17:05


Hallo Thalia

Ich habe deine Nachricht gelesen und musste zwangsläufig an meine Kindheit denken.

Einige Dinge sind mir aber doch aufgefallen, zum Beispiel das du das Gefühl hast es wäre deinem Sohn egal. Ich glaube nicht das es ihm egal ist, vermute aber eher dahinter die Sorglosigkeit deines Filius. Er hat (aus meiner Sicht) das Gefühl das du dich kümmern wirst, die Matte klingelt oder er rechtzeitig aufwachen wird. Mache Ihm klar das dem nicht so ist. Frage ihn wie er sich seine Zukunft als Pubertierender vorstellen möge, ob er mal woanders schlafen möchte, vielleicht mal bei einer Freundin?
Die Matte und deine Sorgen wiegen ihn in Sicherheit, und die Windeln im Landschulheim? die wird schon kaum einer sehen, denkt er wahrscheinlich.

Wie du siehst sind das Erfahrungen die ich selber gemacht hatte. übergebe ihm einfach mehr Verantwortung für seine "Krankheit", lasse ihn das Bett neu beziehen, vielleicht wäscht er auch mal die Wäsche, das wird ihm körperlich nicht helfen aber gibt Ihm die Möglichkeit mal selber zu sehen wie sehr du dich damit beschäftigen musst.

Wenn organisch nichts zu finden ist würde ich in deiner Position mal nach psychischen Gründen suchen.

Kinder reagieren auf vielerlei Aktionen Ihrer Umwelt mit Reaktionen wie dem Einnässen.
Einige Beispiele können Überforderung in der Schule sein, Druck durch gleichaltrige und der gleichen mehr. Vielleicht findest du da eine mögliche Ursache.

Wichtig ist aber immer noch das du dich um Ihn kümmerst, wenn er dir das Gefühl gibt es sei egal, dann spreche ihn direkt darauf an, versuche ihm deine Situation und deine Sorgen klar zu machen und zeige ihm die Wege auf wie ihr beide sinnvoll damit leben könnt das er nachts einnässt.

Ich hoffe dich nicht mit meinem Geschreibe überfordert zu haben und drücke euch beiden für die Zukunft die Daumen.

Vieleicht hilft deinem Sohn ja auch ein Blick auf diese Seite :
inkokids.php
findest du unter Selbsthilfe/Kinderecke/bettnässen
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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