Versorgung bei Betnässen

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Beitrag #11 von Stefan » 07 Dez 2007 00:34


Hallo Olaf-Uwe,

erst einmal gilt, dass bei Bettnässen keine Inkontinenz Hilfsmittel verschrieben werden. Das liegt daran, dass man in seinem Bett selten an der "Öffentlichkeit" teilnimmt.

Es gibt jedoch einen Trick, wie man die Krankenkasse u.U. in die Pflicht nehmen kann, und zwar Bezeichnung:
>>> Bei Enuresis Noctura zur Verhinderung von Folgeschäden <<<

Dann sollte natürlich auf das Rezept:
- Produktname
- Stückzahl
- PZN - Nummer (Pharmazentralnummer)
- und die Größe
Der Hersteller darf auf das Rezept nicht mit drauf!

Aber z.B. Tena -> statt Hersteller SCA
oder z.B. Attends-> statt Hersteller Paperpak
oder z.B. Molicare -> statt Hersteller Hartmann

Die Aussage Deines Arztes, dass er Dir keine Inkoslips aufschreiben kann, sondern nur Vorlagen, ist zuerst mal eine Frechheit, zum anderen ein Zeichen von absoluter Inkompetenz und zum dritten ganz einfach unwahr und falsch. Ich würde den Arzt wechseln.

Lg
Stefan Süß
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Beitrag #12 von olaf-uwe » 10 Dez 2007 13:57


Danke erstmal für die Infos.

Mal eine Frage anders. Wie ist das mit der Steuererklärung? Wenn ich die EInlagen nicht von der Kasse bekomme, kann mir die der Arzt ein blaues Rezept austellen (also eins was ich selbst bezahlen muß) und kaufe mir die Vorlagen selbst. Mit einem Rezept des Arzt, könnte ich die Vorlagen dann in meine Steuererklärung einfließen lassen? Was müste ich da beachten?

Wie gesagt, ob die Kasse zahlt oder nicht wird sich zeigen, und vermutlich im Einzelfall entscheiden.
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Beitrag #13 von Moritzwiese » 10 Dez 2007 17:10


hallo olaf-uwe,

soweit ich weis werden für bettnässen (enuresis) keine rezepte ausgestellt und das ist auch
gut so,denn die jenigen die wirklich auf hilfsmittel rund um die uhr angewiesen sind,
würden inn deinem fall benachteiligt.
gerade jetzt wo die kassen immer knausriger werden und nicht mal denen was
genehmigen die auf leichte vorlagen angewiesen sind.
bei mir war es so,dass ich lange zeit molicare s-plus hatte ,zu teuer jetzt forma x plus.
dieser soll nur halb so teuer sein.
bevor du ein rezept bekommst musst du schon allerlei teilweise auch unangenehme
untersuchungen über dich ergehen lassen.

LG Wolfgang
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Beitrag #14 von Moritzwiese » 10 Dez 2007 17:20


hallo stefan ,

in deinem beitrag an olaf -uwe kann ich dir nicht so recht zustimmen.
der arzt kann sehrwohl entscheiden was er verordnet und wieviel und was.
pz nr. und so ist auch nicht richtig .tena molicare attends auch nicht.
bei mir steht ganz einfach
windelhosen 4/tag diagnose und dauerrezept für ein j.
kann aber duraus sein,dass das in jedem bundesland anders gehandhabt wird

LG Wolfgang
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Beitrag #15 von Martin83 » 10 Dez 2007 20:52


Das liegt nicht am Bundesland, sondern eher an der Diagnose.

Bettnässen zählt nicht "zur Teilhabe am täglichen Leben".

Und ich verstehe auch nicht, warum es unfair sein sollte, wenn Bettnässer ihre Hilfsmittel ebenfalls verschrieben bekämen. Kann Dir leider nicht folgen. Denn finanziell ist das ebenfalls eine Belastung.
Selbst wenn ich nur 1 Windel pro Nacht brauche.
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Beitrag #16 von Ingo » 10 Dez 2007 21:39


Hallo,

Das mit dem täglichen Leben ist Ansichtssache. :roll:
Wenn es blöd läuft und man kann nachts zweimal
oder öfter aufstehen zum Bett frisch beziehen und
Klamotten wechseln, wie will man dann am täglichen
Leben Teilnehmen? :?

Gruß Ingo
Ist der Berg auch noch so steil, a bisserl was geht allerweil
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Beitrag #17 von papa0861 » 10 Dez 2007 22:17


hallo steffi,

deine aussage ist nicht ganz richtig.

an meinem beispiel kann ich dir sagen, daß ich meine hilfsmittel auf grund der diagnose:

psychosomatische inkontinenz

erhalte.

wobei ich immer nocht nicht glauben mag, daß meine inko auf grund eines birnendefektes besteht.

zwischenzeitlich wurde mal eine chronische nervenentzündung im lendenbereich diagnostiziert.

die stuhlinko ist nun der folge eines reizdarmes. allein diese diagnose lasse ich gelten, weil sie auf meine nachforschung beruhte und alle klassischen merkmale erfüllte.

gegenüber meiner kasse (heilfürsorge) mußte ich auch argumentieren, warum meine benötigte menge an inkomitteln so gering ist.

laut rezept benötige ich ein hilfsmittel pro tag (nacht).

ich konnte den damen und herren aber nachweisen, daß ich zusätzliche produkte über einen anbieter beziehe, der preislich weit unter der gesetzlichen zuzahlung liegt (made by japan). somit ist mein eigentlicher bedarf viel höher, nur belaste ich die kassen nicht damit. nachdem man das begriffen hat, kriege ich meine abri form für die nacht ohne weitere nachfrage.

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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Beitrag #18 von Reinhard » 11 Dez 2007 10:01


[quote="olaf-uwe"]Danke erstmal für die Infos.

Mal eine Frage anders. Wie ist das mit der Steuererklärung? Wenn ich die EInlagen nicht von der Kasse bekomme, kann mir die der Arzt ein blaues Rezept austellen (also eins was ich selbst bezahlen muß) und kaufe mir die Vorlagen selbst. Mit einem Rezept des Arzt, könnte ich die Vorlagen dann in meine Steuererklärung einfließen lassen? Was müste ich da beachten?

Wie gesagt, ob die Kasse zahlt oder nicht wird sich zeigen, und vermutlich im Einzelfall entscheiden.[/quote] das Geht aber da muß du einen Schwerbehindertenschein haben 8)
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Beitrag #19 von Moritzwiese » 11 Dez 2007 15:33


hallo martin,
dann müssten säuglinge und kleinkinder die nicht ab einem bestimmten alter sauber
oder trocken sind ebenfalls als inkos eingestuft werden und hätten somit anspruch auf
hilfsmittel die die kasse sprich unser staat und somit wir alle bezahlen müssen.
du kannst dich doch am tag/abends frei bewegen ohne angst zu haben das was auslaufen
könnte oder man was sieht.
es gibt für dich immer noch die möglichkeit nachts stoffwindeln zu verwenden.

LG Wolfgang
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Beitrag #20 von Die_Steffi » 11 Dez 2007 16:41


Ich denke, dass Enuretiker und inkontinente Kinder auch Anspruch auf Hilfsmittel haben, sollten. Es ist nicht schön als Kind gehänselt zu werden wenn man ständig Unfälle hat, es ist auch nicht schön als Erwachsener seine Bettwäsche oder Stoffwindeln ständig zu waschen.

Ich komme schon so mit der Wäsche nicht hinterher, ein Kleinkind und eine Neurodermitikerin (?). Wenn jetzt noch Stoffwindeln zu waschen wären, wäre das weder bezahlbar noch machbar.

Und ja, man nimmt auch nachts am sozialen Leben teil, Klassenfahrten, Urlaube, Dienstreisen und was ist mit Partnerschaft? Ist das nicht auch gesellschaftliches Leben?

Auch für die emotionale Gesundheit sind meiner Meinung nach Inko-Slips besser für Bettnässer. Ich habe nachts niemals, nicht ein einziges Mal Schutz gehabt, weder alsd Kind, noch bei schweren Harnwegsinfekten, wenn die Bettnässerei besonders schlimm war. Niemals. Die ganze zusätzliche Arbeit die ich als Kind anderen und als Erwachsene mir selbst und meinem Mann bereitet habe, hat das Selbstbewußtsein ganz schön runtergezogen.

Auch die Schlafqualität war hin, wenn ich nachts aufstehen musste (manchmal mehrmals) Bettwäsche wechseln, etc.)

Nur mein Senf...
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