Enuresis nocturna bei meiner Tochter (fast 7)

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Enuresis nocturna bei meiner Tochter (fast 7)

Beitrag #1 von Klopfgeister » 23 Dez 2007 23:02


Hallo!

Habe mich hier schon ein wenig durchgelesen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es überwiegend Männer oder kleine Jungs sind, die das Problem des nächtlichen Einnässens haben.
In unserem Fall betrifft es allerdings mal ein Mädchen, nämlich meine fast 7 jährige Tochter.

Ich kann mich nicht erinnern, ob es mal eine Phase gab, in der sie Nachts dauerhaft trocken war. Wenn es die gab, dann war sie verschwindend kurz.

Leider ist meine Tochter Nachts nicht zu erwecken. Wir haben es schon mit wecken und zur Toilette schicken versucht.
Nun sah es dabei so aus, dass mein Mann das schlafende Kind (denn sie war nicht wach zu bekommen) auf`s Klo gesetzt hat, dann das schlafende Kind vom Klo genommen hat und schließlich das schlafende Kind zurück ins Bett transportiert hat.

Bis jetzt habe ich mich mit ihr noch nicht zum Arzt gewagt. Ich hatte noch Hoffnung, dass wir das selbst in den Griff kriegen.
Natürlich habe ich mich schon durchs Net gequält, aber immer las ich, dass die Untersuchungen sehr unangenehm sein sollen. Natürlich möchte ich diese meinem Schatz nur zumuten, wenn es gar nicht anders geht. Nun denn, sie wird bald 7, und trockene Nächte gibt es so gut wie nie.

Tagsüber haben wir das Problem seit ihrem 2ten Lebensjahr nicht mehr.

Eben habe ich hier gelesen, dass es noch bis zum 8ten Lebensjahr im Rahmen des pathologisch Unauffälligem liegt. Gilt das auch für Mädchen?

Ich muss sagen, mich belastet diese Angelegenheit wesentlich stärker, als meine Tochter. Sie benutzt ihre Windeln wie selbstverständlich, informiert uns mit enormer Ernsthaftigkeit, wenn neue her müssen und hat auch keine Probleme, ihre Freundinnen aufzuklären, wenn diese die Windelpackung in ihrem Zimmer entdecken (ok, meistens sorgt sie vor, ehe der Besuch kommt und bittet mich, ihre Windeln aus dem Blickfeld zu schaffen. Sollte ich dies einmal vergessen haben, wird aber kein Drama draus gemacht.)

Könnte mich jemand mal aufklären, wie solche Untersuchungen ablaufen? Bitte Idiotensicher. Bin nämlich Friseurin und keine Krankenschwester.

Ich danke fürs Durchalten

Liebe Grüße,

Tonia
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Beitrag #2 von Die_Steffi » 24 Dez 2007 10:15


Ich würde sagen, dass sie bei deiner Tochter nicht gleich eine Urodynamik oder so machen werden, weil das Bettnässen in dem Alter und mit den Symptomen (nur Probleme in der Nacht) sehr häufig ist.

In manchen Ländern wird es bis zum 7. Geburtstag für Mädchen und zum 8. Geburtstag für Jungen als nicht pathologisch gesehen.

Du sagst sie ist schwer zu wecken, also handelt es sich wahrscheinlich um eine erhöhte Aufweckschwelle, recht häufig in dem Alter.

Der Arzt wird wahrscheinlich nur Fragen stellen, dann gucken wie viel die Blase deiner Tochter halten kann und möglicherweise Desmopressin verschreiben, vielleicht aber auch nicht.

Wenn es eine Aufweckstörung ist, hat sie SEHR gute Chancen in den nächsten Jahren das Bettnässen los zu sein.

Ich würde trotzdem mit ihr zum Arzt gehen und alles abklären lassen, ist doch immer besser.

Schöne Grüße, Schöne Weihnachten und Willkommen im Forum :)
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Beitrag #3 von Klopfgeister » 24 Dez 2007 13:06


Hallo Steffi!

Danke für deine Antwort. Dann ist ja noch Hoffnung vorhanden. Ich wollte mit ihr sowieso im neuen Jahr zum Arzt (ihre Eisenwerte scheinen nicht in Ordnung zu sein), dann würde ich das Thema mal ansprechen. Gehe mit ihr aber nicht zum Kinderarzt, sondern zu meinem Hausarzt. Der wird mir dann doch sicher eine Überweisung zum Urologen geben (richtig?).
Was ist das, Urodynamik?

Danke dir. Ebenfalls ein frohes Fest und einen guten Rutsch.

Tonia
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Beitrag #4 von Die_Steffi » 24 Dez 2007 14:01


Bei der Urodynamik wird ein Katheter in die Blase geführt und es wird geschaut, wie der Druck ist, was Detrusor (Blasenmuskel) so macht.

Hier eine Definition:

Eine urodynamische Messung ist erforderlich, um die vorliegende Form der Harninkontinenz zu ermitteln. Dieser Eingriff ist einfach, schnell und ambulant durchführbar. Es ist lediglich vor Untersuchungsbeginn eine Urinuntersuchung erforderlich, um eine Blasenentzündung, die die Untersuchungsergebnisse verfälschen könnte, auszuschließen.

Die Untersuchung erfolgt unter Röntgenkontrolle, hierbei ist eine Beurteilung der Blasenform und eventueller anatomischer (Aufbau der Blase) Besonderheiten sowie Abflußbehinderungen möglich.

Über einen transurethralen (über die Harnröhre) Katheter wird die Blase mit Flüssigkeit aufgefüllt. Mit Hilfe dieses transurethralen und eines transanalen Meßkatheters (über den Enddarm) können während der Füllungs- und Entleerungsphase der Blase sowohl in Ruhe als auch unter Belastung (Husten, Pressen) kontinuierlich Drücke abgeleitet werden. Die dadurch erzeugten Drücke werden von einem Computer ermittelt. Anhand der so gewonnenen Druckkurven kann der Arzt Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Inkontinenzform ziehen. Abnorme Drücke geben Hinweise auf zugrunde liegende Störungen im Bereich des Blasenmuskels oder des Blasenverschlussmechanismus.


Liegt das Bettnässen an einer Aufweckstörung was wahrscheinlich ist, wird der Arzt wahrscheinlich gar nicht machen, denn das wächst sich dann einfach aus wenn Medikamente nicht anschlagen...

LG

Steffi
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Beitrag #5 von Brandy » 25 Dez 2007 14:16


Hallo Tonia,

Lass dich bitte von der Beschreibung der Urodynamik nicht abschrecken. Die von Steffi angeführte Beschreibung ist gut und richtig, aber ich glaube - in Übereinstimmung mit Steffi - nicht, dass bei deiner Tochter eine solche Untersuchung durchgeführt werden wird.

Es gibt einige andere Untersuchungsmethoden, mit denen der Arzt seine Diagnostik beginnt (z. B. Befragung, Ultraschall, Untersuchung des Harn)

Schöne Feiertage noch!

Gruß
Brandy
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