Das Dilemma mit dem "kleinen Schlaf zwischendurch"

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Das Dilemma mit dem "kleinen Schlaf zwischendurch"

Beitrag #1 von Wiebke » 14 Apr 2008 20:38


Hallo Ihr,

ich möchte hier mal einen Aspekt der Enuresis zur Diskussion stellen, der zumindest für mich persönlich einen ganz erheblichen Anteil von dem ausmacht, was mich an dem ganzen Bettnäss-Kontext so belastet: das Problem des "Situationsschlafes" tagsüber. In meinem Alltag kommen in der Regel keine Schlafepisoden vor, aber Ausnahmen gibt es doch einige:
-Längere Reisen, per Bahn, Bus, oder PKW
-Langweilige Veranstaltungen im Halbdunkel, wie Dia-Abend bei Verwandten, o.Ä.
-Abendliche Fortbildungsveranstaltungen etc.
Im Laufe der Jahre habe ich es in allen aufgezählten Situationen geschafft, einzuschlafen und mich nasszumachen. Hierbei kann ein Schlaf von Minuten evtl. schon ausreichen.
Seit Jahren bin ich deshalb dazu übergegangen ("zur Ermöglichung der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben" im GKV-Rechts-Deutsch) in gefährdenden Situationen tagsüber eben Hilfsmittel zu tragen, es geht nicht anders. Das ist an sich nicht sehr schlimm, wenn "es" aber passiert, an Tagen, wo ich im Anschluß nicht nachhausekomme, stellt mich immer wieder die Entsorgung vor Probleme, denn vielleicht kann ich die Windel auf irgendeinem Klo verschwinden lassen, aber ohne sich richtig waschen , oder duschen zu können, ist das ja nur die halbe Miete. Diese Notlösung, gebrauchtes Hilfsmittel weg, Feuchttücher und dann trockene Windel dran, ist einfach unnefriedigend. Andererseits ist diese Form des Bedarfes das Argument, aufgrund dessen mir Hilfsmittel verschrieben werden können.
Bin ich mit diesem Problem eher die Ausnahme? lg, Wiebke
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Beitrag #2 von jogi » 14 Apr 2008 21:15


Hallo Wiebke,

genau wie du bin auch ich Bettnässer. Das Problem des "Situationsschlafes", wie du es nennst, habe ich auch. Eigentlich sind die Situationen, bei denen auch ich Probleme habe, genau die gleichen wie bei dir. Wenn ich weiß, dass ich in solche Situationen kommen kann, beuge ich auch entsprechend vor und trage entsprechend Hilfsmittel am Tage.

Sich entsprechend frisch machen zu können, wenn es denn passiert ist, ist ja meistens nicht gegeben, so dass ich dies dann lieber zu Hause nachhole. Außerdem braucht nicht jeder von meinen Problem zu wissen.

Du siehst, mit deinem Problem bist du nicht alleine.

Viele Grüße

Jochem
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Beitrag #3 von mehlbox2001 » 20 Apr 2008 01:01


Hallo zusammen,

da mag wohl jeder ein unterschiedlich ausgeprägtes Hygiene-Bedürfnis haben. Für mich reicht zur Not auch "neue Windel drüber" und gut ist -- die hat ja auch ein bisschen Geruchsabsorber und ist geschlossen.

Wiebke, wenn du öfter unterwegs bist (bin selber beruflich viel unterwegs), dann merk dir doch, an welchen Bahnhöfen, Autobahnraststätten und Parkplätzen du behindertengerechte Klos findest, wo du fließend Wasser in der Klokabine findest. Wenn du dann noch ein Stück Seife und ein Gästehandtuch im Gepäck, Rucksack oder der großen Handtasche dabei hast, bist du auf der sicheren Seite.

Ist ein bisschen Gedächtnis-Arbeit, aber im südlichen 70-Kilometer-Umkreis von Augsburg und an meinen Lieblingsautobahnen bis nach NRW kenn ich mich inzwischen perfekt aus ;-)

Andreas
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Hallo Mehlbox

Beitrag #4 von Wiebke » 20 Apr 2008 09:56


ja, diese "neue Windel-drüber-Technik" ist natürlich das, was ich notgedrungen am ehesten mache. Die Idee it den Behinderten-Toiletten ist mir jetzt ganz was Neues. Ich frag' mich halt, ob deren Benutzung mir überhaupt "zusteht"? Gibt es da Regelungen?

lg, Wiebke
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Beitrag #5 von Helmut » 20 Apr 2008 19:04


Hallo Wiebke,

nun, eigentlich sollte deine Blase tagsüber bei einem kurzen Nickerchen den Urin schon noch sicher speichern können, ohne das du Hilfsmittel brauchst. Du kannst ja vorher noch einmal zur Toilette gehen, dann kann mal eine Stunde "wegsacken" kein Problem sein. Für längere Zeiträume ist es für Bettnässer durchaus sinnvoll, Hilfsmittel zu verwenden. Aus deinem Text geht jetzt nicht hervor ob du die Windeln immer trägst, aber ich gehe mal davon aus, dass du sie nur zu bestimmten Situationen verwendest.

Zum Thema Hygiene-Bedürfnis möchte ich mich auch noch kurz äußern. Ich selber bin ja schon etwa 17 Jahre inkontinent und habe mit der Hygiene keine Probleme. Sicher ist es immer besser, wenn man bei jedem Wechsel der Windel sich mit Wasser und Seife wäscht, ist aber in der Praxis im Alltag nur schwer umzusetzen. Ich dusche jeden Morgen oder wasche den Intimbereich mit Wasser und Seife und tagsüber verwende ich bei jedem Wechsel nur Feuchttücher. Problematisch ist es natürlich bei Stuhlinkontinenz wenn doch mal was in die Windel geht, da müsste man eigentlich duschen oder zu mindestens untenrum waschen. Da finde ich den Vorschlag von Andreas gan gut, immer zusätzlich noch ein kleines Handtuch mit zunehmen. Was auch noch gut ist, das ist eine kleine Dose Reinigungsschaum, damit kannst du dich besser sauber machen als nur mit Feuchttüchern.

Klar kannst du als Inko auch die Behinderten-Toiletten nutzen, den Schlüssel bekommst du entweder mit einem ärztlichen Attest das deine Inkontinenz bestädigt oder mit deinem Behindertenausweis.

Hast du übrigens schon mal daran gedacht, das Thema Enuresis wieder Ärztlich abklären zu lassen? ... Denn in den letzten 5 Jahren hat sich einiges auf dem Gebiet getan und man kennt heute wesentlich mehr Ursachen und auch bessere Behandlungsmethoden.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #6 von Wiebke » 02 Mai 2008 10:16


Hallo Helmuth,

war ein paar Tage weg und konne nicht antworten... Also: vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Auf Deine Frage kann ich antworten, dass ich nicht generell am Tage eine Windel trage, sondern eben situationsadaptiert. Das sind, wie Du sagst, vor allem Dinge, die längere Zeit dauern. Z.B eine Bahnreise, oder einen Kinobesuch mach ich eher mit Windel. Stuhlinko ist für mich nicht so das Thema, insofern komme ich natürlich schon hin, mit der Hygiene...

lg, Wiebke
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