Wie oft nässt ihr ein?

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Beitrag #11 von Sebald » 05 Mai 2011 08:51


Hallo!

ich lese immer wieder Aussagen, daß man wegen der Enuresis zwar beim Urologen war, dieser aber nichts feststellen konnte. In solchen Fällen frage ich mich: Wie tief ging die Untersuchung? Mit den Standards wie etwa Messung des Urinflusses und Ultraschall kommt man dieser Problematik ja nicht unbedingt weiter...

Solltet ihr mal ein Protokoll anfertigen? Wurde einmal der Hormonhaushalt untersucht? Und: Wie wird man dann 'entlassen', wenn die körperlichen Ursachen scheinbar ausgeschlossen sind? Gab es einen konkreten Hinweis darauf, auf psychosomatischem Weg weiterzugehen?

Das würde mich einfach mal interessieren. Hintergrund: In der Kinderurologie gab es lange die Deutung, das Kind nässe in Verarbeitung von Konflikten ein. Mittlerweile stellt sich aber Hormonmangel als häufige Ursache heraus...

Beste Grüße,
Sebald
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Hormonmangel als Ursache für kindliche Enurensis ??

Beitrag #12 von Chris » 06 Mai 2011 07:14


Hallo Sebald,

ich widerspreche dir ungern, aber ....

Dass mittlerweile Hormonmangel (auch wenn er gar nicht richtig diagnostiziert wurde) als Ursache angegeben wird, hat eine Menge mit der Mentalität unserer Gesellschaft zu tun.

Ich gebe dir unbedingt recht, dass auch eine kindliche Enurensis (primär oder sekundär) genau untersucht werden sollte. Da muss aber zum einen das Alter des Kindes, zum anderen auch seine Lebensumstände und Entwicklung berücksichtigt werden. Betrachten wir doch einfach einmal die Situation - heute MUSS jeder "nach Norm" funktionieren, wenn nicht ist er krank!! - bedeutet, dass spätestens mit 4-5 Jahren Kinder nachts trocken zu sein haben!! - das war noch nie so und wird auch nie so sein werden - Konsequenz - die Kinder werden von Arzt zu Arzt geschleift, bis der eine akzeptable Aussage trifft - und das ist oft der Hormonmangel, weil das eben nicht so leicht nachweisbar ist und plausibel erscheint. Ergebnis - es gibt Pillen (ob die helfen oder nicht ist ziemlich egal) und das Kind wird IRGENDWANN trocken - wäre es vermutlich auch ohne geworden, möglicherweise in Angstfreier Umgebung sogar früher!!!

Wie komme ich da drauf - ich arbeite in einer großen Norddeutschen Gesundheitsfabrik - da kommen kranke Menschen rein und (leider zu oft) kränkere wieder raus - warum - weil sich keiner um die wirklichen Bedürfnisse kümmert. Es wird an den Symptomen "herumgeprokelt", aber in den seltensten Fällen die wirkliche Ursache an gegangen.

Na klar, eine OP hilft bei einem akuten Blinddarm, aber wie oft stellt sich heraus, dass es gar kein akuter Blinddarm war, sondern nur ein verklemmter Furz - ich gebe zu das ist extrem ausgesucht, aber leider Realität. Und wenn der Patient dann nach der OP auf dem Zimmer sich einen Krankenhauskeim aufsammelt, dann wird der erst entdeckt, wenn die Bauchhöhle schon völlig vereitert ist - weil keiner richtig hin sieht und das Personal keine Zeit hat sich angemessen um die Patienten zu kümmern.

Zurück zum Thema - ich behaupte, seit es Normen gibt, wie wir Menschen groß zu werden haben, gibt es "das Problem Enurensis" - es ist noch gar nicht lange her, da schliefen die Menschen auf Strohsäcken, das Stroh wurde 2-3 Mal im Jahr (bei Bedarf öfter!!) gewechselt und niemand hat sich Gedanken gemacht, wenn Nachts Urin abging - der wurde vom Stroh aufgesaugt und gut - und wenn es zu viel war und anfing zu stinken - hat kaum einer wahr genommen, weil der Geruch normal war - s.o.

Wir sollten wirklich mal versuchen, Normale Abläufe der Entwicklung auch normal ablaufen zu lassen - es ist nicht jedes Kind gleich und wenn dann sofort Medis gegeben werden, so kann das nicht gut sein - von Ausnahmen mal abgesehen!!

Für mich ist eine der besten Beispiele, wie viele Kinder mit Ritalin "ruhig gestellt" werden, nur weil sie ihren Bewegungsdrang etc. nicht mehr anders los werden können - die haben sicher nicht alle AHDS. Wenn sie noch Kind sein dürften und draußen herumtoben, sähe das anders aus, aber das läßt die Umgebung nicht zu!! - siehe Klagen gegen Kinderlärm etc. - die Gesellschaft ist krank, nicht die Kinder!!! und die haben in den seltensten Fällen Enurensis !!

In diesem Sinne

Chris
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Beitrag #13 von Sebald » 06 Mai 2011 08:00


Hallo Chris,

also erstmal: Daß Definition und 'Erfindung' von Krankheiten abhängig von (gesellschaftlicher) Normierung stattfinden, da will ich Dir gar nicht widersprechen. Weil hinter den Krankheiten meist auch Medikamente dagegen stehen, sind diese Definitionen oft interesse-, sprich: pharmagelenkt.

Deine Einwände meinen aber nun genau das, worauf ich eigentlich hinaus will. War es 'früher' eine Sache des Umfeldes, des Willens oder der Tiefenpsyche, wenn das Kind nachts nicht trocken war, so kann heute die Diagnose, daß das Antidiuretische Hormon (ADH) fehlt, das Kind doch nur entlasten. Für seine Hypophyse kann es nun schließlich nichts...

Wird dieser Hormonmangel festgestellt, dann kann man sich ja immernoch entscheiden, ob man ihn künstlich zugibt, oder aber das Einnässen akzeptieren lernt.

Ich sehe Diagnose und Therapiemöglichkeit in keinem direkten Zusammenhang mit dieser Diskussion um angebliche Aufmerkamkeitsdefizite und wie man die möglichst schnell wieder weg kriegt. Ich denke, das kann man schon voneinander trennen.

Meine Frage wäre nur: Gibt es auch bei Erwachsenen diesen ADH-Mangel? Wenn ja, dann könnte eben recht schnell geholfen werden...

Beste Grüße,
Sebald
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ADH Mangel beim Erwachsenen

Beitrag #14 von Chris » 06 Mai 2011 11:19


Hallo Sebald,

ohne die Diskussion jetzt vertiefen zu wollen - ich denke, wir sind da auf ähnlicher Linie.

Zu deiner Frage - mir liegt keine konkrete Statistik vor und ich bin kein Mediziner, aber ...

Ja, nach meiner Kenntnis gibt es den Hormonmangel (oder was auch immer man als solchen bezeichnet) und er lässt sich mit entsprechenden Medikamenten - Nasenspray etc. auch behandeln.

Das ist aber, wie fast immer - es wird über eine oder mehrere Doktorarbeiten zum Thema ein Normwert festgelegt und liegt der Patient außerhalb dieser Norm, dann wird er entsprechend behandelt, auch wenn sehr viele Menschen, deren ADH Spiegel unterhalb der Norm liegt überhaupt keine Probleme haben. Außerdem ist hierbei zu bedenken, das genau dieses Hormon starken tageszeitlichen Schwankungen unterliegt - es wird ausschließlich während des Schlafs gebildet und daher muss es, um eine vernünftige Aussage treffen zu können auch über einen ziemlichen Zeitraum genau bestimmt werden.

Was ist aber, wenn der Proband oder Patient die erforderliche Schlaftiefe gar nicht erreicht ?? - dann ist auch unzureichend ADH im Blut und schon haben wir eine prima Diagnose - verstehst du was ich meine - es wird nicht hinreichend genau geschaut und ganz oft ergeben sich daraus Probleme. Den untersuchenden Medizinern ist das oft übrigens gar nicht klar, weil sie sich "mit so vielen Einzelheiten nicht belasten können" - sie müssen sich um das Große Ganze kümmern, oder wie hier in der Klinik - die Ärzte haben keine Zeit für Schulungen, durch die sie schneller wichtige Informationen bekommen könnten, oder alle auf einen einheitlichen Kenntnisstand kommen könnten - sie müssen Leben retten - was immer darunter zu verstehen ist!!!

Da ist übrigens auch der Zusammenhang zu meinem letzten Post zum ADHS

in diesem Sinne - machs gut

Chris
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Beitrag #15 von wassermann79 » 18 Mai 2011 15:55


Hallo!
Ich bin seit mehreren Jahren auch Bettnässer und kann nur sagen das es bei mir ähnlich ist. Mal passiert gar nix, dann im Abstand von ein paar Tagen und teilweise jede Nacht, immer im Wechsel und vollkommen wahllos sozusagen. Bei Facharzt war ich auch und bin dort immer noch in Behandlung. Einige Standarduntersuchungen gab es und zur Zeit hab ich Tabletten, die wie man sich denken kann nur bedingt oder gar nicht helfen hab ich das Gefühl. Das es auf Stress im Unterbewusstsein zurück zu führen ist, hab ich auch schon oft gehört auch vom Arzt. Denn organisch ist bei mir nichts fest zustellen.
Sehr selten kommt bei mir noch hinzu, dass ich es teilweise am tag nicht lange halten kann und es auch deswegen schon einige "Unfälle" gab. Wenn ich also mal nicht schnell genug aufs Klo komme, kommt ein bisschen raus. Ich helfe mir dann mit Windeln auch für den Tag, Nachts ja sowiso. Es ist schon komisch, das es scheinbar keine wirkliche Therapie geben mag.
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Beitrag #16 von Scarecrow81 » 27 Okt 2013 14:46


Hallo,

also ich habe dieses Problem schon mein ganzes Leben! Seit 32 Jahren nässe ich nachts regelmässig bei zuviel Trinken ein. Aber auch wenn ich zb fast nix mehr getrunken habe das Zimmerfenster auf Kipp bei kühleren Temperaturen passiert es.

Mittlerweile hab ich auch tagsüber große Probleme. Kaffee ist bei mir Hauptnahrungsmittel. Wenn ich muss..muss ich direkt dringend. Komm ich nicht innerhalb kürzester Zeit auf Toilette..wars das. Also ist die Häufigkeit sehr hoch.

Grade bei Harntreibenden Getränken renne ich dann immer und immer wieder.. und die Mengen die dabei rauskommen....fast nix.

Ich weiss mir einfach keinen Rat mehr.
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Beitrag #17 von Scarecrow81 » 27 Okt 2013 14:52


wassermann79 hat geschrieben:Hallo!
Ich bin seit mehreren Jahren auch Bettnässer und kann nur sagen das es bei mir ähnlich ist. Mal passiert gar nix, dann im Abstand von ein paar Tagen und teilweise jede Nacht, immer im Wechsel und vollkommen wahllos sozusagen. Bei Facharzt war ich auch und bin dort immer noch in Behandlung. Einige Standarduntersuchungen gab es und zur Zeit hab ich Tabletten, die wie man sich denken kann nur bedingt oder gar nicht helfen hab ich das Gefühl. Das es auf Stress im Unterbewusstsein zurück zu führen ist, hab ich auch schon oft gehört auch vom Arzt. Denn organisch ist bei mir nichts fest zustellen.
Sehr selten kommt bei mir noch hinzu, dass ich es teilweise am tag nicht lange halten kann und es auch deswegen schon einige "Unfälle" gab. Wenn ich also mal nicht schnell genug aufs Klo komme, kommt ein bisschen raus. Ich helfe mir dann mit Windeln auch für den Tag, Nachts ja sowiso.
Es ist schon komisch, das es scheinbar keine wirkliche Therapie geben mag.



Ich auch nich.
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Beitrag #18 von olaf-uwe » 27 Okt 2013 15:04


Hi,

also wenn du weist was das Problem ausmacht(viel Trinken nach 18 Uhr, Kaffee usw.) dann arbeite doch an der Stelle.

Schon mal an ein Inkontinenzcentrum gedacht? Der normale Urologe ist schnell an seinen Grenzen bei dem Thema.
Gruß Olaf
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Beitrag #19 von Scarecrow81 » 27 Okt 2013 15:20


weniger trinken hilft auch nich immer..man kann sich ja nich drauf verlassen. ich hab noch nich an so ein zentrum gedacht
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Beitrag #20 von Thomy » 30 Okt 2013 19:52


Mir passiert es so 3x in der Woche etwa. Auch wenn es Zeiten gibt wo ich jede Nacht auslaufe. Bei mir hat es nix mit der trinkmenge zu tun, sondern ist rein psychisch. Es gab auch schon längere trockene Phasen, z.b. Durch psychotherapien. Aber es kommt halt immer wieder. Teilweise passiert es auch tags. Aber das ist eher dann doch die ausnähme. Ich bin halt jede Nacht gewindelt und tags zur Sicherheit jetzt mittlerweile auch meistens
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