Urlaub

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Beitrag #1 von pilwo » 11 Jul 2013 00:42


Eigentlich habe ich immer wieder das gleiche Problem, denn immer wenn sich mein normaler Tagesablauf ändert werde ich unsicher.

Ich bin schon mein ganzes Leben lang Bettnässer und nach über 50 Jahren glaube ich das ich gut damit umgehen kann und mein Leben im Griff habe.
Es wissen alle mit denen ich einen näheren Kontakt habe von meinem Problem und ich kann daher recht offen damit umgehen und brauche es nicht zu verbergen.
Solange alles also seinen gewohnten Weg geht und ich in meinem gewohnten Umfeld bin, kann ich ein fast normales Leben führen, nur mit dem unterschied das ich nachts eine Windel tragen muss.

Wenn aber irgendetwas passiert was aus der Norm ist bin ich immer total verunsichert und weis nicht wie ich damit umgehen soll.
Das schlimme ist aber das ich solche Situationen immer wieder selbst herbeiführe.

Heuer ist mein großes Problem das ich zugesagt habe für 14 Tage an einem Segeltörn teilzunehmen.
Anfangs war ich ja noch ganz euphorisch deswegen, aber umso näher der Termin kommt umso problematischer sehe ich alles und ich bin fast schon soweit alles abzusagen.
Es ist zwar geplant das ich ein Koje mit einem Freund teile. der mein Problem kennt.
Mit dem habe zwar schon einige Urlaube gemeinsam verbracht und er mich auch schon das eine oder andere mal in den Windeln gesehen hat, aber wir haben nie im gleichen Raum geschlafen.

Ich habe keine Ahnung wie ich mir auf dem Boot unauffällig eine Windel anlegen kann und wie ich sie am Morgen ebenso unauffällig wieder loswerde.
Dann gibt es ja noch das Problem wie ich die Windeln unauffällig auf das Boot bringe und wie ich die gebrauchten entsorge ohne das es jemand bemerkt.
Wenn ich mir dann auch noch vorstelle das ich 14 Tage mit 5 Männern auf engstem Raum zusammenlebe und ich jede Nacht eine Windel tragen muss weil ich einnässe wie ein kleines Kind, ist meine Panik komplett.

Da ich noch nie einen Segeltörn mitgemacht habe, weis ich auch nicht wie genau es auf einem Boot so zugeht.
Ich bin total verunsichert und kurz davor das ganze abzusagen

Hat jemand damit schon eine Erfahrung gemacht und gibt es auf so einem Boot überhaupt die Möglichkeit mein Problem diskret zu behandeln.

Pilwo
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Beitrag #2 von Sebald » 11 Jul 2013 07:52


Hallo,

ich würde mir ganz einfach für diese Zeit ein Set Kondomurinale mit Nachtbeuteln kaufen. Die sind wesentlich leichter an Bord zu bringen und dort zu entsorgen.

Vorher vielleicht ein paar Nächte lang testen, damit du dich daran gewöhnst und dann auch im Urlaub vernünftig schläfst.

Sollte aber kein Problem sein.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #3 von pilwo » 12 Jul 2013 08:55


Hallo Sebald,
danke für deinen Tipp, aber das habe ich vor längerer Zeit einmal probiert und den Versuch nach einigen Tagen und kaum geschlafenen Nächten abgebrochen.
Ich werde es aber noch einmal ausprobieren, denn vieleicht hat sich in den letzten Jahren bei den Produkten was geändert und ich komme nun besser damit zurecht.

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Beitrag #4 von Struppi » 12 Jul 2013 15:20


Hallo Pilwo,

wo lagen denn die Probleme beim Urinalkondom? Wenn Du da etwas konkreter werden könntest, dann könnte man Dir da leichter helfen bzw. Tipps geben, was anders gehandhabt werden muss usw.

Eine diskrete Möglichkeit auf einer Segelyacht eine Vollversorgung (wenn auch nur nächtens) mit Slips zu managen, stellt in meinen Augen ein Ding der Unmöglichkeit dar. Weniger das Anlegen (Bord-Toilette gibt es ja, dann Schlafanzughose drüber u. fertig) sondern der anfallende Müll wird schlussendlich das Problem sein. Gehen wir in 14 Tagen von 13 Übernachtungen aus, dann ist das nicht unerheblich.

Beim Urinalkondom sind es 16 Kondome (würde zur Sicherheit ruhig ein paar mehr mitnehmen), eine Betthalterung und 2 Beutel mit Ablassventil und einen Volumen von 2 l. Paßt auch alles bequem ins "Handgepäck".

Gruß

Hannes
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Beitrag #5 von pilwo » 18 Jul 2013 09:20


Hallo Hannes,
hauptsächlich habe ich mich mit dem Kondom nicht wohlgefühlt, immer hat es irgendwo gezwickt oder gezogen und da ich einen sehr unruhigen Schlaf habe und im Bett richtig rotiere habe ich auch immer Angst gehabt, dass das Ding undicht wird oder abgeht.

Ich würde mich in der Männerrunde mit einem Urinalkondom zwar ein wenig "erwachsener" fühlen als mit einer Windel, aber der Bettbeutel an meinem Bett wäre wohl noch auffälliger als die Windel unter einer weiten Schlafanzugshose.

Der einzige Vorteil von einem Urinalkondom wäre für mich die leichtere Entsorgung, da ist es mit den Windeln schon schwerer.

Da mein Freund, mit dem ich eine Kajüte teile ohnehin von meinem Problem weiß, überlege ich ob ich mich ihm gegenüber ein wenig mehr oute.
Dann kann ich in der Kajüte frei damit umgehen und die Gefahr das die anderen etwas davon bemerken ist nicht so groß.
Ich weiß zwar noch nicht ob ich es schaffe, denn die Scham das ganze Handling vor einem anderen Mann durchzuführen ist schon groß und auch die Nacht gemeinsam in der engen Koje zu verbringen wird mich einiges an überwindung kosten.

Ich habe jetzt noch ein wenig Zeit darüber nachzudenken ob ich mich dazu überwinden kann, aber ich glaube die Abenteuerlust wird über die Scham siegen.
Außerdem habe ich mir immer vorgenommen wegen meines Leidens auf nichts zu verzichten und bis jetzt habe ich das auch größtenteils geschafft

viele Grüße
Pilwo
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Beitrag #6 von Struppi » 18 Jul 2013 13:55


Hallo Pilwo,

mal unter uns Klosterbrüdern: Deine Probleme sind dann ja hausgemacht!

Ich nehme an, dass die Verwendung von Inkoslips und der daraus resultierend anfallende Müll Dich spätestens nach 3 - 4 Tagen in die Lage bringen wird, Farbe bekennen zu müssen; ob Du nun willst oder nicht. Sofern ihr nicht täglich einen Hafen anfahrt, wird nämlich die Masse im Müll bzw. der Geruch bei diesen Witterungsverhältnissen ein Problem darstellen.

Was die Auffälligkeit anbelangt: Ehrlich, ich penne lieber mit einem Beutel am Bett (Deinem Kojenkollegen gegenüber ist Deine Enuresis ja hinlänglich bekannt) als mit einem Slip versorgt und der ständigen Gefahr, dass das Teil dann doch mal Leck schlägt und ich ggf. meinen Zimmergenossen beim Seitenschlaf an der Sache mehr teilhaben lasse, als dies sozialverträglich wäre.

Mein ganz persönlicher Rat: Probiere es noch mal aus und lass' Dir verschiedene Muster (auch verschiedene Hersteller!) kommen, nur so kannst Du Deine passende Größe finden. Zusätzlich den Schlauch ruhig mit einem Pflaster am Oberschenkel befestigen, damit kein unnötiger Zug entsteht u. einen geriffelten Schlauch nehmen, der knickt nicht ab falls Du drauf liegen solltest.

Ansonsten noch einen schönen Urlaub.

Gruß

Hannes
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Beitrag #7 von pilwo » 24 Jul 2013 20:14


Hallo,
es ist mir klar das alles hausgemacht ist, fängt ja schon damit an das ich nicht im rechten Augenblick meinen Mund halten kann und ohne viel zu überlegen zu so einer Tour zusage.

Nach vielen hin und her habe ich mich nun dazu entschlossen die Tour mitzumachen und meinen Kojenkollegen mehr einzuweihen.
Wir kennen uns schon sehr lange und wir haben schon viel gemeinsam unternommen und da war meine Enuresis auch nie ein Problem für ihn.
Er hat mich auch schon das eine oder andere mal kurz in Windeln gesehen, das wird also auch nichts neues für ihn sein.
Mit einer entsprechenden Überkleidung ist ja heutzutage so ein Inkoslyp, auch wenn er für die Nacht entsprechend fülliger ausfällt, recht gut zu verbergen.

Da ich meist in der Nacht mit einer Windel durchkomme und wir alle 2-3 Tage einen Hafen anlaufen werden, habe ich die berechtigte Hoffnung das ich auch das Müllproblem in den Griff bekomme.
Ob jetzt jemand sieht, dass ein Urinbeutel an meinem Bett hängt oder das ich in der Nacht eine Windel trage, ist für mich eigentlich egal, mein Problem wird so oder so offengelegt.

Ich habe praktisch mein ganzes Leben im Bett eine Windel getragen ich bin es also gewöhnt, kann damit umgehen und fühle mich sicher.
Da ich bis jetzt auch noch nie schlechte Erfahrungen mit diversen Outings, freiwillig oder unfreiwillig gemacht habe, bin ich auch überzeugt das ich es überstehe wenn es mehr auffällt als mir lieb ist.

Ich muss aber zugeben das es mich reizt einmal ein Urinalkondom auszuprobieren und auch mal ohne Windel schlafen zu können, aber das werde ich einmal in ruhe und im eigenen Bett testen.

Vielen Dank für den Versuch mir zu helfen

Pilwo
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Beitrag #8 von Sebald » 25 Jul 2013 07:42


Nun gut,

bei Lichte betrachtet, bist du eigentlich genau wieder da, wo du am Anfang warst: Eigentlich weiss es den Bekannter, hat deine Versorgung auch schonmal gesehen (!), das einzige Problem war nur der Müll...

Trotzdem: Behalt diese Urinalgeschichte wirklich mal im Hinterkopf. Ich habe deine anderen Beiträge noch einmal überflogen und denke, dass diese Art der Versorgung manches deiner Probleme lösen könnte.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #9 von pilwo » 29 Jul 2013 15:53


Hallo Sebald,
es war einen Versuch wert.
Ich habe mir ja in Grunde genommen auch nichts anderes erwartet, denn ich habe ja selbst schon jahrzehnte Erfahrung mit der Problematik.
Vieleicht habe ich mir im insgeheimen erwartet das jemand schreibt "alles schon durchgemacht kein Problem" und mir so meine unsicherheit nimmt.
Aber trotzdem hat mir die Konversation ein wenig geholfen mich in meiner Entscheidung ein wenig zu stärken.
Das mit den Urinalkondomen werde ich noch einmal in meiner vertrauten Umgebung testen.
Obwohl ich mir nicht Vorstellen kann das es für mich so besser wird, denn eigentlich komme ich mit den Windeln, mal abgesehen von Ausnahmesituationen, recht gut zurecht.
Auch meine näherer Bekanntenkreis kennt es so und akzeptiert es und an meiner Grunproblematik, nämlich das ich Nachts nicht dicht bin, ändert auch ein Urinalkondom nichts, aber mal sehen...

vielen Dank
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Beitrag #10 von MSN » 30 Jul 2013 10:02


Hallo zusammen,

jetzt habe ich auch eine kleine Frage.

@Pilwo,
du hast gesagt das du im Schlaf regelrecht routierst also unruhig schläfst. Wie machst das dann das die Windel nicht ausläuft? Ich habe seit ca. einem Jahr Probleme mit Bettnässen und ich musste meinen Schlaf umstellen, weil ich früher Seitenschläfer war und das jetzt nicht mehr geht. Das war gar nicht so einfach für mich.

Vieleicht hast du da ja einen kleinen Tip für mich?

Gruß
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