Medikamente gegen Bettnässen

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Beitrag #11 von susi32 » 22 Mär 2004 22:35


Jetzt muss ich doch auch mal einen Beitrag zum Thema dazuschreiben. Vorweg zur Info, mein Sohn, 8 Jahre nässt Tagsüber und Nachts ein.
All die Jahre, die wir uns nun schon mit diesem Thema beschäftigen, schwanke ich von "Versuche alles" bis "Mach gar nix".
Nachdem mein Sohn alles durchgemacht hat an Untersuchungen und sonstigen "Trocken werde Übungen" habe ich mir gedacht, so das reicht jetzt, lass den armen Kerl mal seine Ruhe. Da ist mir dann die Krankenkasse aufs Dach gestiegen und hat mir die Windeln nicht mehr genehmigt. Der Kinderarzt stand auch nicht auf meiner Seite. Er meinte, mein Sohn soll jedes Mal wenn er in der Schule einnässt, nach Hause geschickt werden. Ganz toll, ich stand da wie vom Pferd getreten. Dann hat er meinen Sohn zum Kinderurologen überwiesen. Der hat sich ein halbes Jahr mit zwei verschiedenen Trainingsprogrammen bemüht und dann aufgegeben. Mein Sohn sein zu unmotiviert.
Soweit so gut, besser gesagt, nicht gut.
Inzwischen sind wir bei einer Kinderurologin in Deggendorf (2 Stunden Autofahrt von uns weg) angelangt, die sich, wie mir scheint, sehr gut auf diesem Gebiet auskennt. Am Freitag war ich mit meinem Sohn bei einem neuen Kinderarzt für eine Restharnuntersuchung. Was ich da erlebt habe, hat mich total vom Hocker gehauen. Nach seiner Meinung unternehme ich viel zu viel - bis nach Deggendorf zu fahren ist völliger quatsch - die machen da auch nix anders - die Tabletten kann er auch hier bekommen - mit den Mictonetten kann man auch viel kaputt machen - es liegt an meiner Erziehung ich muss viel strenger werden - mein Sohn muss sein Problem selbst in die Hand nehmen - spätestens wenn er eine Freundin hat, wird er damit aufhören - er hat noch nie erlebt, dass ein Erwachsener bei seiner Freundin ins Bett gebieselt hat - mein Sohn soll eine Verhaltenstherapie machen, da muss man dann eher hier Medikamente einsetzten- er muss noch viel tiefer sinken als jetzt - dann wird er siche ändern, usw usw
In welcher Verfassung ich danach aus der Praxis raus bin, kann sich jeder wahrscheinlich gut vorstellen. :cry:
Am nächsten Tag war ich mit meinen Kindern beim Kinderinkontinenztag in Regensburg. Da hat auch die Ärztin aus Deggendorf einen langen Vortrag gehalten und alles erzählt was man machen kann (Anticholinergika, Hormonspray, Klingelhose) Wir haben dort gelernt, dass weder bestrafen oder belohnen was hilft, dass es auch nicht an der Erziehung liegt usw.
Jetzt lese ich die ganzen interessanten Erfahrungsberichte von euch und ich weiß überhaupt nicht, was überhaupt falsch oder richtig ist. Medikament, ja oder nein? Nix machen, ja oder nein? Therapie, ja oder nein?
Zum Schluss noch etwas sehr kurioses: Mein Sohn hat am Samstag als wir beim Kinderinkontinenztag waren nicht in die Hose gemacht. Er hat sich tierisch gefreut (ich natürlich auch) und heute ist er ohne Einlage in die Schule gegangen und trocken nach Hause gekommen. Mein Verwirrung ist perfekt. Scheinbar war für meinen Sohn das Erlebnis am Kinderinkoni.tag so stark :?:
Ich glaube, irgendwann schreibe ich mal ein Buch, was man bei Inkontinenz alles erlebt, das glaubt man kaum.
:lach:

Bis zum nächsten mal
die verwirrte Marion
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Beitrag #12 von der Blinki » 23 Mär 2004 09:49


hallo Marion.

leider hast du das Pech gehabt , an Ärzten zu gelangen die ausser blöden Sprüchen keine Ahnung haben, was in einen kleinen Kerl alles los ist. :?

Es ist immer ein leichtes, wenn man sich damit nicht auskennt, die Schuld oder Ursache auf etwas anderes zu schieben. :aerger:

Ich bin der Meinung, das nicht nur der Patient behandelt werden muß, sondern auch der Partner ( Mutter, Vater )
:laola:
Es stimmt schon , das man mit manchen Sachen die Situation nur noch verschärft und verschlimmert, aber es ist kein Freifahrtschein dafür zu sagen das man ein kind " zu lasch " anfässt und strenger sein sollte.

Was für ein Quatsch :evil: :evil:

leider hast du nicht geschrieben ob nun wirklich organische Ursachen vorliegen.

Aber das er auf den Inko-Tag und den Tag danach trocken geblieben ist, ist für mich persönlich ein Zeichen das er sich auch mit der Materie beschäftigt hat, und dieses auch abstellen möchte.


marco
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Beitrag #13 von susi32 » 23 Mär 2004 21:16


Hallo Marco,

laut Ärzte, ist bei meinem Sohn organisch alles in Ordnung.

Marion
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Beitrag #14 von der Blinki » 24 Mär 2004 08:57


Hallo Marion.

Wenn organisch alles in Ordnung ist, kann es eigentlich nur psychischer Natur sein.
Ich würde nun einen Kinderpsychologen aufsuchen und diesen dann deine ( seine ) Problematik erklären.

Dieser kann dir auch ein Rezept für die Hilfsmittel austellen und evtl. einen kleinen Brief an deiner Krankenkasse schreiben, so das du deine ( seine ) Hilfsmiltel verschrieben bekommst.

Mache dich nun nicht selber verückt und übertrage deine Ratlosigkeit nicht auf seiner Person,sonst denke ich machst du es nur noch schlimmer.

Bleibe so wie du bist, denn eins ist doch klar :
Du bist seine Mutter und du bist mit ihn den ganzen Tag zusammen, so das du entscheiden kannst , wie weit du ihn unter Druck setzt.

Wie gesagt :

Es ist meine Meinung, das viele Menschen noch Angst haben sich Psycho-Therapeutische Hilfe zu holen, da man die Meinung ist "verückt", "bekloppt"," nicht ganz richtig im Kopf", zu sein. :aerger: :aerger:

Ich selber habe mich auch dagegen gestreubt und habe mir immer mehr Probleme gemacht, die sich auch auf mein Verhalten der Blase und des Darmes ausgewirkt haben.

Denke evtl. darüber nach.


Einen lieben Gruß

Marco
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Beitrag #15 von susi32 » 24 Mär 2004 22:12


Hallo Marco,

mit Psychologen habe ich kein Problem, ich denke nicht, dass wir dann beklopt oder sonst was sind. Ich bin jetzt auch schon auf der Suche, leider haben die meisten sehr laaaaaaaaange Wartezeiten :|
Mit den Windeln habe ich jetzt auch kein Problem mehr, ich habe die Krankenkasse gewechselt und jetzt genügt ein Rezept für ein ganzes Jahr. Bei meiner alten Kasse musste ich für jede Packung ein neues Rezept bringen.

Danke für deinen Rat
Gruß Marion

:laola: <--- super, oder ?? :lol:
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Viel Glück, Ihr Zwei

Beitrag #16 von frosch » 25 Mär 2004 18:21


Hallo Susi!

Schön, dass alles seinen Gang geht. Ich wünsche Euch total viel Erfolg und genau die richtige Hilfe für jedes einzelne Problem(chen).

Alles Liebe, René
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Beitrag #17 von Jonas » 05 Apr 2004 14:57


Hallo!
Ich habe das Thema erst jetzt gelesen. Als jemand, der seit über 40 Jahren betroffen ist haben mich die Beiträge sehr interessiert.
Zwei Dinge sind mir aus meiner Anfangszeit noch in genauer und nicht gerade guter Erinnerung. Der Psychoterror mit Trinkentzug ab einer bestimmten Uhrzeit, mit irgendwelchen Klingelgeräten, mit Aufgeweckt werden mitten in der Nacht und Kontrollen, ob ich auch wirklich Pipi machte...
und dieses widerliche unsensible Volk von Ärzten und ihre Untersuchungen damals.
Mit den Medikamenten hatte ich nicht so die Probleme. Auf eines, dessen Name ich heute nicht mehr weiß - gabs ´62 schon Tofranil? - habe ich einfach nur gekotzt , ein anders habe ich auch nicht vertragen und danach habe ich sie verweigert und meinerseits Terror gemacht.

Ist schon wahr. Sehr wichtig wäre es, auch und gerade die Eltern zu betreuen. Ich fühlte mich nur noch schikaniert und erniedrigt, mit den Jahren ging so gut wie alles an Selbstvertrauen flöten, ich traute mich ewig nicht auswärts zu übernachten, tat es dann auch nur bei meinem besten Freund. Erst mit fünfzehn, als ich UNBEDINGT ins Schilager mitwollte vertraute ich mich einem Lehrer und zwei weiteren befreundeten Mitschülern an - entgegen meinen Eltern.

Daher ist es für mich immer ein Horror, wenn ich lese, wie Eltern ihre Kinder von einem Arzt zum nächsten schleifen - hab ja schon an anderer Stelle darüber geschrieben - und freue mich, wenn ich lese, dass jemand recht schnell bei Frau Dr. Bürst in Deggendorf gelandet ist. Die Frau hat inzwischen einen bemerkenswerten Ruf. Allerdings bin ich nicht mit allem einverstanden, was ich bisher von ihr gelesen habe, zum Beispiel mit ihrer Einstellung zu Klingelgeräten.
Ich glaube, nach meinen nicht sehr erbaulichen Erfahrungen würde ich, wenn ich ein Kind mit Enuresis- oder Inko-Problemen hätte folgendes tun:
Erstens: Übers Internet rausfinden, wo sitzt der für mein Problem - respektive für das meines Kindes - am Geeignetsten erscheinende Arzt. Da sind Foren, wie dieses sicher gut geeignet.
Zweitens: Viel viel Liebe und Verständnis.
Drittens, besonders, wenn sich das Problem nicht so schnell lösen lässt: Eine gehörige Portion Selbstvertrauen aufbauen nach Helmuts Motto: Ich bin nicht ganz dicht, na und. Dazu würde ich mir kompetente Hilfe suchen in Form eines geeigneten Therapeuten für Kind und Eltern, womit wir wieder bei erstens wären.
Meinem Kind sollte nicht das gleiche passieren, wie mir: aufzuwachsen mit dem Gefühl, ein ungeliebtes Kind zu sein und minderwertig zu sein.

J.
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