Bin nicht direkt betroffen...

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Bin nicht direkt betroffen...

Beitrag #1 von Sorgenfresser » 15 Jul 2014 12:04


Hallo!

Brauche dringend euren Rat. Alle 4-6 Wochen ca. wandelt mein Freund (29) im Schlaf und pinkelt irgendwo hin.
Mal auf den Flur, vor und auf das Bett, auf das Sofa und das MacBook musste auch schon dran glauben.
Wecken kann man ihn nicht und ich hab gelesen, dass man das auch nicht soll.
Wir sind jetzt seit 1 1/2 Jahren zusammen, leben aber nicht in einem Haushalt.
Zuerst bin ich aus allen Wolken gefallen. War aber nicht so schlimm, weil er von meinem Wutausbruch nicht wach wurde. Dann habe ich etwas recherchiert und gelesen, dass psychische Ursachen eine Rolle spielen könnten. Der Meinung bin ich auch, aber da macht er sofort zu. Ein schwieriger Patient! :-/
Mittlerweile versuche ich so gut es geht damit umzugehen, bringe ihn wieder ins Bett und beseitige die Pfützen. Wenn er nachts aufsteht, schrecke ich meist automatisch auf und frage, ob er wach ist. Man weiß ja nie.
Vorsichtig versuche ich, ihn zum Arztbesuch zu drängen. Bis jetzt erfolglos.

Ich suche Jemanden, der ähnliche oder bestenfalls gleiche Erfahrung gemacht hat und vielleicht auch schon einen Schritt weiter ist!

Vielen Dank.
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Re: Bin nicht direkt betroffen...

Beitrag #2 von adrian82 » 15 Jul 2014 14:40


Salü "Sorgenfresser"

Ich denke nicht dass es sich um enuresis handelt, vielmehr eine psychiatrische Störung. Wenn er überhaupt nichts realisiert und Zureden nichts nützt.

Zudem ist das Intervall doch recht "grosszügig" (was bei Bettnässen nicht so wäre) was auf andere als organische Faktoren hinweist. Warum schlafwandelt er überhaupt?

Ich würde mal an Deiner Stelle sein Leben etwas beobachten und Erkundigungen über Schlafwandeln einholen.

DAs irgendwo pinkeln ist eher eine "Nebenerscheinung", er könnte ja geradezu an den Küchentisch sitzen und eine rauchen.

Dein Nick verrät dass Dir das ziemlich zusetzt, aber die Beschreibung lässt nicht erkennen, welche Sorgen Du fressen würdest.

Viel Erfolg
Adrian
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Re: Bin nicht direkt betroffen...

Beitrag #3 von Helmut » 15 Jul 2014 15:07


Hallo Sorgenfresser,

bin mir jetzt nicht sicher, ob für dein Anliegen unser Forum die passende Plattform ist, aber trotzdem mal herzlich willkommen bei uns hier.

Bei einmal alle 4-6 Wochen kann man eigentlich noch nicht von Enuresis sprechen, da müsste es schon häufiger vorkommen. Vielmehr ist es eine Folge des Schlafwandelns, vermutlich meint er im Schlaf, dass er zur Toilette geht, das würde sich auch damit decken, dass er nicht ins Bett macht sondern woanders hin. Hast du mal überlegt, ob es einen Zusammenhang geben könnte wenn er viel Stress in der Arbeit hat oder eine sonstige seelische Belastung da ist (Krankheit, Todesfall in der Familie)?

Eine psychologische Hilfe wäre sicher nicht falsch, auch ein Besuch im Schlaflabor könnte nützlich sein.

Du könntest mal ein Tagebuch führen und dort seine seelische Verfassung sowie irgendwelche auffälligen Verhaltensweisen aufschreiben, vielleicht findet sich da ein Zusammenhang, was dann nützlich für eine Diagnose und Behandlung sein kann. Auf alle Fälle darfst ihm keine Vorwürfe machen, er kann ja nichts dafür. Versuche mal mit ihm zu reden ob ihn was bedrückt, vielleicht findest du was raus woran es liegen kann. Dass er nicht zum Arzt will ist klar, aber vielleicht kannst du ihn dazu bewegen dass er deswegen zum Hausarzt geht und sich mal mit ihm unterhält.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Re: Bin nicht direkt betroffen...

Beitrag #4 von Sorgenfresser » 15 Jul 2014 16:50


Danke für eure schnellen Antworten.

Ja, ich denke, ihr habt recht. Trotzdem gut mit Unbeteiligten mal darüber reden zu können.

Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass es psychischer Herkunft ist. Außerdem auch unkontrollierter Alkoholgenuss.
Mir fiel auf, dass er alle 1/4 Jahre sehr depressiv wird. Er meint vielleicht, dass er es gut überspielt und es keiner merkt.auf diesbezügliche Fragen geht er null ein und blockt total. Da merke ich dann, dass ein Reifeprozess fehlt. So. Ist das vielleicht der Haken? - Als arbeitsloser Master of ..., überall auf der Welt schon gewesen, intelligent, aber doch noch gar nichts in der Hand seine Seele so verkümmern zu lassen?!

Wir kennen uns seit 15 Jahren. Klar mache ich mir Sorgen. Doch macht es mich furchtbar wütend, weil er nicht kooperiert.

Bezüglich dem Tagebuch und dem Schlafwandeln: Ja, ich hab mir gemerkt was dann immer war. Selbstzweifel, dieses tiefe Loch nach der 96. Absage auf eine Bewerbung, Biertrinken bis nichts mehr geht und natürlich auch mal Streit mit mir.

Aber ich hoffe... Hoffentlich bekommt er die Kurve. Ganz doll glaube ich, wenn er seinen Seelenschaden beseitigt, sich seine komplette Einstellung verändert. Die Anschreiben bekommen Dynamik sowie die individuelle Note und sind nicht von Doktoren abgeschrieben und alles nimmt eine gute Wende.
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Re: Bin nicht direkt betroffen...

Beitrag #5 von Helmut » 16 Jul 2014 16:21


Hallo Sorgenfresser,

unkontrollierter Alkoholgenuss ist sicher auch eine Komponente die nicht zu vernachlässigen ist. Solange das nicht überhand nimmt, ist es noch nicht so tragisch, sollte aber beobachtet werden.

Da stellt sich noch die Frage warum er Arbeitslos wurde und ob er eine Schuld daran trägt, sich jetzt gar noch Vorwürfe macht. Das kann durchaus mit eine Ursache für seine aktuelle Verfassung sein. Dann stellt sich auch noch die Frage warum er nach so vielen Bewerbungen keine Stelle findet, liegt es an seiner Ausbildung, seinem früheren Werdegang, oder eher an der Form der Bewerbungen. Ich denke er benötigt auf alle Fälle fremde Hilfe, das kann in der Form sein, dass er Hilfe bekommt, wie er mit Absagen umgeht, oder er lernt, die Form der Bewerbungen so zu verbessern, dass er für potentielle Arbeitgeber interessant wirkt. Auf alle Fälle braucht er ein Erfolgserlebnis damit es wieder Aufwärts geht, so sehe ich das.

Viele Grüße Helmut
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