Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #21 von OliB » 29 Aug 2015 16:14


Ich sehe die Wecktherapie auch nicht als Folter an.. ICH wie gesagt, denn es kommt natürlich darauf an, wie dies passiert.
Variante 1 war..
Klingelhose an, tröpfchen kamen, Gerät reagiert und vibriert und piept sofort. Reaktion Sohnemann.. Gerät ausschalten, Kopf runter weiterschlafen. Hieß also, Bett nass.
Variante 2 ist nun immer noch:
Klingelhose an, Gerät auf seinen Schreibtisch gestellt (nicht mehr bei ihm auf's Nachttischchen..) und wenn Gerät anschlägt MUSS er aufstehen und ausschalten.. heißt, er ist aufgestanden, schaltet aus und geht gleich auf Toi und wechselt alleine die tröpfchennasse Hose zur neuen Klingelhose. Natürlich werde ich mit wach..und "überwache" das vom Schlafzimmer aus, das heißt ich höre was er macht.. Und es schon Jahre geht weiß ich alles zu deuten und stehe dann ggf. mit auf und helfe ihm wobei auch immer..
Das klappt alles. Ist aber nicht.. bisher nicht, zielführend. Ich sehe das Licht am Ende des Tunnels nicht.
Und es fällt ihm natürlich auch auf.
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #22 von Brandy » 30 Aug 2015 16:06


Hallo OliB,

wenn dein Sohn es als Schande ansieht, in der Nacht nicht trocken zu sein, sollte daran gearbeitet werden. Eine Windel oder ein anderes Hilfsmittel zu brauchen ist keine Schande. Gut versorgt und mit dem nötigen Selbstbewusstsein sollte es prinzipiell nicht unmöglich sein, auswärts zu übernachten oder an anderern Tätigkeiten (Feuerwehr etc.) teilzunehmen.

Für die Entscheidung pro oder contra Botox-Injektion wünsche ich euch noch einmal alles Gute.


Gruß
Brandy
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #23 von SquareLoop » 30 Aug 2015 16:17


Hallo Oli,

nachdem ich den Thread gelesen habe, kommt mir die Indikation für den Einsatz von Botox doch etwas dünn vor. Wurde lediglich eine Zystoskopie und ein Ultraschall gemacht? Keine Urodynamik, keine Ausscheidungsurographie, keine Kernspintomographie?

Eventuell wird das Problem durch sowas wie eine Muskeltonusstörung oder etwas ganz anderes verursacht, dem mit Botox nicht beizukommen wäre. Es ist nicht eindeutig zu ersehen, welcher Diagnoseaufwand betrieben wurde, aber ich würde dazu raten, erstmal ein Fachkrankenhaus aufzusuchen. Dort kann dann eine aussagekräftige Diagnostik durchgeführt werden, um den tatsächlichen Grund für die Problematik herauszufinden. Meiner Erfahrung nach sind viele Ärzte erstmal gerne mit Desmopressin und Klingelgeräten dabei. Oft führt das wohl auch zum Erfolg, aber das Problem kann ganz andere Ursachen haben, die sich nur mit größerem Diagnostikaufwand feststellen lassen. Deswegen rate ich dazu, vor einer OP sicherzustellen, dass alle relevanten Diagnostikverfahren zur Ermittlung der Ursache und Bestätigung des Therapiewegs Botox ausgeschöpft wurden.

Viele Grüße und alles Gute,
Jan
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #24 von OliB » 31 Aug 2015 08:56


SquareLoop hat geschrieben: Ultraschall - wurde gemacht, Urodynamik - wurde gemacht, Ausscheidungsurographie - wurde gemacht, Kernspintomographie - wurde als einzigstes noch nicht gemacht.

Denke wir haben so ziemlich alles durch..
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #25 von Sebald » 03 Sep 2015 15:36


Hallo,

seid ihr denn zu einer Entscheidung hinsichtlich der Botoxoption gekommen? Das würde mich schon interessieren - 'für' und 'wider' gab es ja reichlich.

Beste Grüße,
Sebald
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #26 von OliB » 03 Sep 2015 18:29


Jou.. sind wir..
Wie gesagt wollten wir nicht die Entscheidung ohne ihn fällen. Drei Optionen waren ja da.
Erstens es ohne Medis weiterführen wie es jetzt ist.. mit Dokumentation über nass oder nicht und einem konsequenten Trinkverhalten (ein bis zwei Std. vorm Schlafen nix mehr trinken und tagsüber ein bis zwei Liter).
Zwotens ähnlich wie bei der Botoxbehandlung, das ganze mit Medis, welche jedoch den oralen Weg bis zur Blase nehmen müssen und nicht lokal sondern auf die ganze Blase.. Und es ist Oxybuti., welches wir schon durch haben und eben nicht wirkte. Und drittens dann eben Botox.
Ich habe es ihm in der Woche alles zweimal erklärt, natürlich so, dass er' s auch versteht.. Bin auf seine Fragen eingegangen.. Hab ihm drüber nachdenken lassen.. Er hat sich nun für Variante eins entschieden. Aber das ist neben der Unwirksamkeit des Oxibutins die 'schwierigste' Lösung. Hier ist's schwer zu kontollieren ob er auch wirklich genug getrunken hat. Und auch hier wieder Nachteil.. die Übernachtungs- oder Ausflugssache.. Könnte unangenehm werden oder garnicht stattfinden.. und das find nicht nur ich scheisse..
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #27 von Sebald » 03 Sep 2015 18:41


Hallo!

Danke für die Rückmeldung. ...klingt schon irgendwie anstrengend. Aber gut, dadurch ist dein Sohn stärker aktiv und 'willentlich' eingebunden, also nicht nur 'Opfer' seiner Enuresis. Ich denke, das stärkt auch.

Für Übernachtungen außer Haus haben inzwischen alle Windelhersteller ein Extraprogramm für Kinder und Jugendliche aufgelegt: Pull-ons, die man nicht sofort als solche erkennt. Ich könnte mir vorstellen, dass es damit geht.

Die Selbstverständlichkeit, mit der diese Slips inzwischen in allen Supermärkten oder Drogerien stehen, zeigt, dass es dafür einen Markt gibt. Allein seit ihr mit dem Problem gewiss nicht...

Beste Grüße,
Sebald
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #28 von OliB » 03 Sep 2015 23:04


Nicht leicht.. Ja..
Jedoch ich Windel keine Alternative. Zu unangenehm..quasi peinlich für ihn wenn's jemand mitbekommt. Möchte ich ihm nicht antun..
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #29 von SquareLoop » 05 Sep 2015 16:35


Hallo Oli,

so eine Stigmatisierung eines Hilfsmittels halte ich für keine gute Idee. Wenn er durch das nächtliche Einnässen große Einbußen beim Sozialleben hat, würde ich meinen, dass das ein sehr großes Opfer ist. Heutzutage sind viele Jugendorganisationen auf so etwas eingerichtet. Man sieht doch die Drynites heutzutage schon in jedem Drogeriemarkt. Wenn es also einen normalen, nicht abwertenden Umgang mit dem Thema gibt, wäre es vielleicht sogar die bessere Alternative. Und falls es nicht mit einer Heilung klappen sollte, wird er sich wohl oder übel mit irgendwie gearteten Hilfsmitteln arrangieren müssen. Diese dann schon von vornherein als Option auszuschließen bzw. emotional negativ zu belegen halte ich für gefährlich.

Auf mich persönlich bezogen hätte mir in dem Alter mehr Offenheit und ein normalerer Umgang mit dem Thema geholfen. Wenn die Option Windeln schon von vornherein negativ belegt ist, wird das ggf. auch Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben. Daher möchte ich dafür plädieren, mit dem Thema umzugehen, wie man es mit dem nächtlichen Tragen einer Knirschleiste für die Zähne tun würde. Daran stört sich schließlich auch niemand.

Viele Grüße und alles Gute,
Jan
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Re: Nächtliches Einnässen unseres Sohnes (12J.)

Beitrag #30 von OliB » 05 Sep 2015 19:02


Zum einen hast du recht..zum anderen nicht..aus meiner und wohl auch aus seiner sicht. Zum einen ist ein normaler umgang, für den du plädierst, dann gut und richtig, wenn es von anfang bis heute nicht so viele therapien gegeben hätte, sowie nicht so viele auf und ab's, oder wenn er schon so 'groß' wäre, dass sein selbstbewusstsein schon quasi 'ausgereift' wäre das er damit gut und sicher umgehen könnte. Kann er aber nicht, denn er ist in seiner entwicklung noch im 'werden' und er lebt mit der gesamtbewältigung des problems eben ohne windel besser. Das sage oder bestimme ich nicht einfach so, sondern das erleben wir mit ihm. Dazu kommen die umstände.. Wie soller unauffällig bei freunden oder bei anderen ausflügen unauffällig die windel anziehen, tragen oder entsorgen ohne das es einer mitbekommt? Und wenn es jemand mitbekommt bleibt dies nicht ohne dusseligen kommentar von irgend jemandem. Wir wissen doch wie kinder sein können.. Bei seiner jetzigen mentalen situation wäre das tragen der windeln ein schlag auf seine psyche; glaub nicht das wir nicht schon alles besprochen hätten..
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