Arztbesuch

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Arztbesuch

Beitrag #1 von pilwo » 30 Sep 2015 20:34


Vor kurzem musste ich im Zuge einer Vorsorgeuntersuchung einen Urologen aufsuchen und obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte ihm nichts von meinem Bettnässen zu erzählen, ist es mir im Laufe des Gespräches rausgerutscht.
Er war ziemlich entsetzt das ich wegen meines Bettnässen nun schon fast 30 Jahre keinen Arzt aufgesucht hatte und drängte mich alles näher untersuchen lassen.

Meinen Einwand das ich deswegen die ersten 30 Jahre meines Lebens fast ständig bei Ärzten war und mir keiner helfen konnte, wollte er mit damit entkräften das es in den letzten 30 Jahren einiges auf diesem Gebiet getan hatte.
Eigentlich glaube ich das aber nicht, denn ich habe nicht den Eindruck das sich die Medizin in den letzten Jahren verstärkt mit erwachsenen Bettnässern befasst hat und habe daher abgelehnt.

Anfangs habe ich auch gar nicht näher darüber nachgedacht, denn ich führe ein zufriedenes Leben und bis auf einige Ausnahmesituationen belastet mich mein Bettnässen in den letzten Jahren kaum mehr.
Aber ganz lässt mich der Gedanke doch nicht los. Die Vorstellung nach 60 Jahren nachts endlich trocken zu werden und wie ein normaler erwachsener Mann zum Schlafen keine Windel mehr zu brauchen reizt mich schon.
Andererseits denke ich aber immer an meine frühen Jahre in denen sich mein ganzes Leben nur um das Bettnässen und die Versuche es loszuwerden gedreht hat.
Damals ist eigentlich mein ganzes Leben an mir vorbeigegangen da es kein anderes Thema als das Bettnässen, Ärzte und Therapien gegeben hat und letztendlich alles vergeblich war.

Alles was ich über die heutigen Behandlungsmethoden gelesen habe hat es auch früher schon gegeben, oder hat jemand eine andere Erfahrung gemacht.

viel Grüße
Pilwo
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Re: Arztbesuch

Beitrag #2 von Helmut » 05 Okt 2015 10:05


Hallo pilwo,

da hat dein Urologe sicher Recht, es hat sich die letzten 15 Jahre einiges getan in Bezug auf Bettnässen. Heute weiß man, dass Bettnässer die noch nie wirklich dauerhaft über einen längeren Zeitraum trocken waren, meistens eine körperliche Ursache dahinter steckt. Hier hat sich die Meinung sehr gewandelt, früher glaubte man, dass Bettnässen fast ausschließlich eine psychische Ursache hat. Ach bei denen die schon älter sind, muss es nicht unbedingt von der Psyche her kommen, es können auch Erkrankungen der Harnorgane eine Rolle spielen, allerdings ist hier der Anteil der Patienten mit psychischer Ursache deutlich größer.

Die Behandlungsmethoden haben sich schon etwas verändert, da ja heute die möglichen Ursachen besser bekannt sind und dementsprechend die Behandlung ausgerichtet wird.

Ich würde es an deiner Stelle schon mal abklären lassen, vielleicht steckt ja auch nur eine simple Ursache dahinter, etwa eine zu kleine Blase oder dass du den Reiz der vollen Blase nicht richtig wahr nimmst. Auch wenn es keine Lösung für dein Bettnässen gibt, so könnte es zumindest eine mögliche Ursache aufdecken.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Re: Arztbesuch

Beitrag #3 von pilwo » 11 Okt 2015 20:36


Hallo Helmut
Auch bei mir ist es wahrscheinlich eine körperliche Ursache.
Die Ärzte waren der Meinung das bei mir die Nerven, die normalerweise bei einem Erwachsenen Menschen dafür sorgen das er nachts trocken bleibt, nicht richtig entwickelt sind.
Das würde auch zu meinen Symptomen passen, denn ich bin nachts eigentlich nie trocken geworden.
In dieser Hinsicht reagiere ich im Schlaf noch wie ein Baby, sobald meine Blase einen bestimmten Füllzustand erreicht hat, entleert sie sich ohne das ich es bemerke. Daher muss ich auch aufpassen wenn ich mich nur zu einem Mittagsschläfchen niederlege.

Ich habe aber damals, als ich nach jahrelangen Untersuchungen und Therapien diese Diagnose erhalten habe, den Eindruck gehabt das die Diagnose mehr auf Indizien beruht als auf Untersuchungsergebnissen.

Ich war mir eigentlich nie 100% sicher das diese Diagnose stimmte, aber da alles passte und es für mich ohnehin keine alternative gab, fand ich mich damit ab.
Nun stellt sich mir die Frage ob ich mir die ganzen Untersuchungen noch einmal antun soll und wie groß die Chance ist das es ein Ergebnis gibt bei dem eine Behandlung möglich ist.
Viele Grüße
Pilwo
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Re: Arztbesuch

Beitrag #4 von xja » 12 Okt 2015 17:28


Hallo,
Ich denke es ist schon ein Unterschied ob man damals rausgefungen hat woran es liegt oder nicht.
Bei mir war es so das ich vor 32 Jahren das letzte mal beim Spezialisten war. Wegen meiner Inko. Damals stand die Diagnose auch fest. Bei mir ist der Schlessmuskel der nicht richtig funktioniert. Ich machte die Jahre drauf diverse Uebungen und Therapien. Alles ohne Erfolg leider. Am Schluss wurde mir gesagt es gibt 2 Möglichkeiten eine Operation oder mit Windeln zu leben. Ist jetzt recht direkt ausgedückt. Ich selber habe mich dann für die Windeln entschieden. Der Grund der Eingriff wäre für mich zu früh gewesen und ich weiss dann nicht was noch alles funktioniert. Auch der Toilettengang wäre nicht mehr so wie ich ihm jetzt mache. Zudem ist bei mir die Inko tagüsber nicht so schlimm und in der Nacht stört es niemanden gross Wenn ich mal die Windel wechseln muss.
Bei mir ist klar wenn meine Inko jetzt schlimmer würde würde ich sicher wieder einen Arzt aufsuchen. Ansonsten ist mein Hausarzt über den Zustand informiert und falls es neuigkeiten geben würde würde er mich jederzeit zu einem Spzeialisten überweisen.
Ich weiss nicht wie es bei Dir ist. Wenn es auch so ist. Dann fragt es sich ob es sinn macht die ganzen Untersuchungen zu machen. Gewisse Sachen wie einen Schliessmuskel ev. auch Never wird man heute noch nicht aufbauen können.
Gruss
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Re: Arztbesuch

Beitrag #5 von pilwo » 15 Okt 2015 19:08


Hallo,
da ich mich und meinen Körper nun schön recht lange kenne bin ich mir ziemlich sicher das es bei mir eine körperliche Ursache ist.
Da ich Tagsüber mit der Kontinenz überhaupt keine Probleme habe und nachts nach immer noch Windeln brauche gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten, entweder ich war zu blöd zu lernen nachts trocken zu bleiben oder körperlich stimmt etwas nicht.
Da aber meine Sauberkeitserziehung tagsüber ganz normal verlaufen ist gehe ich davon aus das es eine körperliche Ursache ist.
Eigentlich spricht fast alles dafür das die zuständigen Nerven nicht richtig funktionieren, denn Nachts reagiert mein Körper immer noch so wie der von einem Baby.
Ich habe mich zwar mit meinem Bettnässen arrangiert und mein gesamtes Umfeld weis davon, so das ich im täglichen Leben kaum Einschränkungen habe und auch nichts verbergen muss.
Aber mich stört das mein Bettnässen von meinem Umfeld nicht als Krankheit angesehen wird.
Da herrscht die Meinung vor das ich es einfach nicht geschafft habe ganz trocken zu werden.
Ich also zum Schlafen immer noch Windeln brauche weil ich in dieser Hinsicht in meiner Entwicklung auf der Stufe eines Kleinkindes stehengeblieben bin.
Daran änderte auch die damalige Diagnose mit der Nervenmissbildung nichts, die wurde mehr als Ausrede für alles angesehen.

Eigentlich glaube ich auch nicht daran das die Ärzte, selbst wenn sie die Störung genau definieren können, etwas daran ändern können.
Ich erhoffe mir vielmehr eine eindeutige Diagnose, bin mir aber unschlüssig ob der Aufwand dafür gerechtfertigt ist.
Denn das sich etwas an meiner Situation ändert, daran glaube ich nicht.

bis bald
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Korrekturmöglichkeiten für Blasenschliessmuskel

Beitrag #6 von adrian82 » 16 Okt 2015 10:12


Salü Pilwo

Ich würde an Deiner Stelle auch nicht zu viel herumdoktern, wenn es sich leben lässt wie es ist.

Nächstens muss ich auch eine urologische Untersuchung über mich ergehen lassen, weil ich eine Zeitlang "Rinnen" hatte - das aber jetzt gerade wieder still ist. Die Ärzte haben halt verschiedene Lösungen parat, die nicht mechanisch funktionieren: Motor an, es läuft, Motor ab, es steht still.

Ein anderer 74jähriger Mann hat hier von einer Operation erzählt, welche seine Harnröhre hat verkürzen und den Penis regredieren lassen, was ihm allerhand Umstände beschert. Da hast Du es ja noch "konfortabel". Meiner Schwester wurde vor 30 Jahren eine kieferorthopädische "Korrektur" vorgeschlagen - und sie hat es nicht machen lassen wegen des Risikos, dass die Gelenke nachher nicht mehr funktionieren würden. Und sie lebt heute scheinbar bestens.

Wünsche Dir gute Besserung in dem Sinne als Dein Leben psychisch gut weitergeht und Du Dich nicht von vielen ärztlichen oder anderen Meinungen irremachen lässt.
Adrian
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Re: Arztbesuch

Beitrag #7 von Helmut » 17 Okt 2015 13:47


Hallo pilwo,

klar, kann ich gut verstehen dass du dir noch nicht wirklich schlüssig bist was du nun machen sollst. Ich würde die Untersuchungen schon machen, dann hast du zumindest sehr wahrscheinlich eine Diagnose und kennst die Ursache. Ob du dann auch eine Behandlung mit dem Ziel trocken zu werden beginnst, das kannst du dann ja immer noch entscheiden.

Viele Grüße Helmut
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Re: Arztbesuch

Beitrag #8 von pilwo » 30 Okt 2015 19:39


Hallo
Ich war dann doch noch einmal beim Urologen um mich genauer zu erkundigen was er mit mir vorhat und wie er die Situation einschätzte.
Nachdem ich ihm alles über mich und mein Bettnässen erzählt hatte, war er auch der Meinung das es wohl ein körperliches Problem ist und das mit der Nervenmissbildung gar nicht so abwegig sei.
Er meinte aber das sich in 30 Jahren die Untersuchungsmethoden doch verbessert hatten und bei einer genaueren Diagnose vielleicht ein Behandlung möglich wäre.
Neben den üblichen Untersuchungen wie Ultraschall, Hormonstatus, Blasenfüllmenge usw. will er mich auch in ein Schlaflabor überweisen.
Die üblichen Untersuchungen würde ich wohl noch über mich ergehen lassen, obwohl ich mir sicher bin das es nichts bringen wird, aber in ein Schlaflabor zu gehen wäre mir zu peinlich.
Ich kann mittlerweile zwar schon recht ungezwungen damit umgehen aber vor den Kameras und einer Menge fremder Leute mit den Windeln ins Bett zu steigen und morgens nass aufzuwachen, dazu werde ich mich sicher nicht überwinden können.
Mal abgesehen davon das ich in dieser Situation sicher nicht schlafen kann.
Hat irgendjemand schon Erfahrungen mit einem Schlaflabor gemacht?

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Re: Arztbesuch

Beitrag #9 von Struppi » 01 Nov 2015 03:50


Hallo Pilwo,

ich habe schon Erfahrungen mit einem Schlaflabor aufgrund meiner Schlafapnoe gemacht u. kann deine Ängste nicht bzw. schwer nachvollziehen.

Es gibt ein Kleidungsstück, welches sich Pyjamahose nennt und man sich über den Slip ziehen kann. So ist dann die Diskretion vollständig gewahrt. Du bist ja ansonsten nicht auf fremde Hilfe angewiesen sondern vollkommen mobil. Abends ganz normal fertig machen, Schlafanzughose an, ins Bett steigen und fertig.

Zudem werden ja keine Sensoren in der Unterwäsche angebracht sondern die Verkabelung gleicht eher einem EEG, bei dem u.a. das REM-Schlafverhalten und die Schlaftiefe werden ermittelt. Man ist zudem in einem ganz normalen Krankenzimmer untergebracht; einfach bisschen Fernsehgucken oder Lesen, dann Licht aus, pennen und am nächsten Morgen kommen die Sensoren runter und fertig. Es hocken ja nicht zehn Leute um dich rum und beobachten jede deiner Regungen.

Außerdem: Es handelt sich um ein Krankenhaus mit Personal, welches durchaus öfter mit dem Thema Inkontinenz konfrontiert ist. Es gibt daher keinen Grund, die Untersuchung allein deshalb nicht machen zu lassen.

Gruß

Hannes
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