Mein Mann ist Bettnässer

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Mein Mann ist Bettnässer

Beitrag #1 von Mone » 21 Feb 2004 21:20



Hallo,
ich bin seit 8 Jahren mit meinem Mann zusammen und solange ich ihn kenne ist er Bettnässer.
Er selbst schweigt zu dem Thema..Anregungen meinerseits wie Arztbesuche oder Ergründung der Ursache blockt er ab.
Manchmal passiert wochlang nichts dann sind es wieder 3 oder 4 Nächte in denen er einnässt.Er selbst wird davon nicht wach..ich allerdings schon.Wache ich nachts auf taste ich schon ob sein Bett trocken ist..was er mir leider dann ein wenig übel nimmt.Ich weiß nicht ob und wie ich ihm helfen kann?!
Unsere Ehe ist wirklich glücklich und ich würde für mein Schatz durchs Feuer gehen doch im Moment bin ich wirklich ratlos..denn ich sehe ja das er unter der Situation leidet.Habt ihr einen Rat für mich? Lieben Gruß Mone
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Hilfestellung

Beitrag #2 von Stutzer » 22 Feb 2004 12:55


Hallo Mone

Erst einmal herzlich Willkommen auf unsere Seite.

So nun zu dem Thema deines Mannes. Wenn er seit 8 Jahren Bettnässer ist und so wie du schreibst auch wohl schon länger dann wird es dafür einen organischen, seelischen oder anders gelagerten Ursprung geben. Ich finde es Toll das du für Ihn durch das Feuer gehen würdest. so eine Frau habe ich auch. Sicherlich wird er es dir übel nehmen wenn du sein Bett nach Spuren eins Missgeschickes absuchst, so etwas habe ich auch immer sehr gehasst.

Wenn er nicht zu einem Arzt gehen will, drängt sich mir der Verdacht auf das er weis warum er Bettnässer ist, oder er schon einige medizinische "Versuche" über sich hat ergehen lassen.

Du fragst dich wie du Ihm helfen kannst. Das tust du schon dadurch das du Ihn liebst. Versuche nicht Ihn unter Druck zu setzen sonder gehe behutsam und gradlinig auf sein Problem zu.

Um dir und Ihm die Pein zu ersparen das er eventuell in einem Nassen Bett aufwacht solltet ihr aber unbedingt über die Möglichkeiten des Schutzes Reden.
Einige Tipps dazu möchte ich dir gerne mit auf den Weg geben.
Ein Matratzenschutz ist wohl angebracht, alleine schon aus hygienischen Gründen. Des weiteren würde ich versuchen Ihn zun tragen eines einfachen Schutzes zu übererden, so könntet ihr dem Tasten aus dem Weg gehen. Da bietet sich aufgrund der unregelmäßigen Geschehnisse ein Slip an, der ähnlich einer Trainers oder auch Pull ons für Kleinkinder ud Jugendliche, gebaut ist. Das Model heißt Tena Pants oder Molicare mobile. Dazu solltest du mal die Seiten der Hersteller besuchen und ggf. Testpackungen anfordern.

Ein weitere Großer Schritt ist ihn einfach mal mit auf diese Seite zu nehmen um ihm aufzuzeigen das es mehr als nur einen Bettnässer auf der Welt gibt.

Ich hoffe dir geholfen zu haben und stehe dir gerne für weitere Fragen und Wünsche zur Verfügung.

Bis dahin alles Gute
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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Beitrag #3 von Mone » 23 Feb 2004 06:13


Moin Lutz,
danke für Deinen Rat.
Mit Sicherheit kann ich sagen das er noch nicht beim Arzt war.Nach einem langen Leidensweg als Patient mit Hautproblemen (bis zu 45% nässend ond offen) und keinen Erfolgen hat er jegliches Zutrauen Ärzten gegenüber verloren.Seit wir uns kennen ist die "Hautscheisse" Stetig zurück gergangen und heute ist nur in Stresssituationen mal ein gerötete Stelle am Bein vorhanden.Einen seelischen Zusammenhang will mein Mann aber nicht sehen.Das schwierige ist einfach das er komplett ablockt.Einen Bettenschutz habe ich schon seit dem ersten Unfall drin nur weiß ich das er sehr gekränkt fühlen würde wenn ich ihm Tena oder ähnliches anbieten würde.Ich habe zusätzlich Zellstoffeinlagen unter dem Bettlaken um den Urin aufnehmen zu können.Ich wasche morgends also stillschweigend das Bettzeug und er sucht schnellstens nach einem Themawechsel.
Ich fühle mich etwas hilflos weil ich ihn ja auch nicht zwingen will und kann einen Arzt aufzusuchen oder gar psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.Wann habt ihr den Schritt gewagt mirt eurem Problem euch Hilfe zu suchen oder euch dritten zu offenbaren?Gibt es gute Lektüre über das Thema welche ich kaufen kann..das wäre eventuell noch ein Weg ihn nahezu bringen das er nicht alle ist mit seinem Problem. Im Web surfen ist auch nicht sein Ding so das ein Buch eher handfest und "´real" ist.
Lieben Gruss Mone
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Buch

Beitrag #4 von Stutzer » 23 Feb 2004 09:56


Hallo Mone

Danke dir für die offenen Worte.

Als erstes möchte ich dir einmal ein paar Tipps geben wie man selber mit Bettnässen leben kann.

Bettnässen ist eigentlich eine einfache Reaktion des Körpers auf bestimmte Mechanismen. Diese können wie bereits genant seelischer oder organischer Natur sein.

Dinge die man beachten sollte.
Es ist nicht unwichtig festzustellen woran es denn nun liegt, wenn es ein seelischer Aspekt ist, kann man behutsam auf den Punkt kommen und Abhilfe schaffen.
Organisch gelagerte Ursachen sind nur vom Facharzt für Urologie effektiv behandelbar.

Wie du schreibst leidet dein Mann an einer besonders schlimmen Art der Neurodermitis, die Behandlungen waren wohl nicht immer die Mittel der Wahl und darunter hat er sehr stark leiden müssen, auch in der Schule und der Jugend wird er nicht gerade auf Wolken getragen worden sein, so gesehen ist für mich schon fast klar wodurch das Bettnässen verursacht wird.

Was du tun kannst.
Sei weiterhin behutsam mit Ihm, gehe vorsichtig auf das Thema ein, irgendwann wirst du die Blockade durchbrechen können, nur benötigst du dafür sicherlich eine Menge an Kraft, Einfühlungsvermögen und Ausdauer.

Die Hilfsmittel die du benutz sind vollkommen in Ordnung. Wenn es ihn stört, so kannst du nur zwischen Schutz und Bedürfnis abwägen.

Leider weis ich nichts über das Alter deines Mannes noch etwas über die Entstehungsgeschichte seines Bettnässens, so kann ich nur Pauschalangebote anbieten.

Du fragtest nach einem Buch, da kann ich dir eigentlich nur eins empfehlen:
Es heißt, Bettnässen - Verstehen und behandeln ISBN/ASIN: 3530401196
Walter-Verlag; August 2001 Preis bei Amazon.de 14,90€ Nur Vorsicht, meistens behandeln sie die Problematik des Bettnässens bei Kindern und Jugendlichen, das sollte man nicht außer acht lassen.

Weitere Informationsquellen sind die Seite hier, unter "zum Thema" unterpunkt Bettnässen.
Oder die Seite vom Grünen Kreuz http://www.bettnaessen.de/.

Du wirst aber über kurz oder lang nicht darum zu kommen ihn in eine adäquate Hilfe zu übergeben, das sollte dir bewusst sein.

Ich denke mal das du selber aber auch Hilfe brauchst, darum bist du hier gerne willkommen.

Die Frage nach dem: wie ich es gemacht habe!

Ich hebe mich ähnlich wie dein Mann verhalten, es war mir peinlich, und wurde nur durch abblocken beantwortet. Dazu kam das ich aus beruflicher Sicht nicht zu einem Arzt gehen wollte. Erst als es immer schlimmer wurde und ich immer tiefer in die persönliche Isolation gerutscht bin habe ich diese Seite gefunden, der Kontakt war mir Anfangs zwar immer noch peinlich nur langsam merkte ich das ich nicht der einzige war. Das hat mir geholfen damit Klar zu kommen und letztendlich auch aus mir heraus zu gehen und das Leben wieder zu genießen.

Ich möchte dir gerne weiterhelfen und biete dir hiermit meine Hilfe an. Wichtig wäre es jedoch immer noch genau zu wissen wie oft, wie stark, seit wann und vielleicht durch welchen Anlass es bei deinem Mann dazu gekommen ist.

Ich wünsche dir Kraft, Mut und Ausdauer.
Bis dahin alles Gute
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

freundlichst grüßend
der Lutz
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Beitrag #5 von walker » 24 Feb 2004 21:22


Hallo Mone,

schön dass Du zu Deinem Mann hälst. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, es ist nicht einfach morgens nass aufzuwachen - auch trete dann meist eine flucht an, lasse es jedoch nicht zu, dass meine Frau die Arbeit macht.
Du schreibst zum Thema Bettnässen, jedoch sollten auch andere Ursachen (organische) nicht ausser Acht gelassen werden. Es ibt seltene Fällen, in denen eine Inko nur Nachts auftritt und zudem selten. An einem möglichen Arztbesuch solltet Ihr (insbesondere Er) arbeiten, denn die Folgen für Deinen Mann können unter Umständen sehr Ernst werden. Auch ich habe Jahre gebraucht um mit meiner Inko und mit meiner Frau über die Inko reden zu können (auch wenn es mir immer noch etwas schwer fällt).

Halte durch, alles Gute Walker
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Beitrag #6 von Mone » 25 Feb 2004 06:30


Hallo Lutz und Werner,
erst einmal danke für euren Zuspruch.
Wir haben gestern das erste "vorsichtige" Gespräch über die Ursachen gehabt.Er konnte mir nicht sagen wann das ganze angefangen hat, nur das dies schon vor unserer Zeit passiert ist und ich aber die erste war der er sich "offenbart" hat.
Das ich nachts das Bett sauber mache ist nicht schlimm..denn ich sehe ja wie sehr er in diesen Momenten leidet und neben sich steht.Er konnte selbst die Kinder nie wickeln wenn sie vollgesch......waren..einmal hat er es versucht und sich dann ausgiebig übergeben.Ich habe in unserem Gespräch ihn soweit an das Thema Schutz heran geführt das wir jetzt nach einer effektiven "Saugeinlage schauen werden.Mit Tena wollte ich ihm nicht gleich kommen weil ich denke das er dann ziemlich vor den Kopf gestossen wäre. Einen Arztbesuch lehnt er weuterhin ab....er ist mal von einer Treppe gefallen und konnte kaum atmen wir durften keinen Rettungswagen holen..er ist über ein Stunde da liegen geblieben und hat sich dann auf die Couch geschleppt.Würde ich doch einen Arzt rufen hätte ich bestimmt einen Berserker zu Hause gehabt!
In den letzten 8 Jahren war er nie beim Arzt..(bei den Geburten der Kinder war er aber dabei).Ich glaube das es für ihn schon eine Erleichterung war zu hören das er nicht der einzige Mann ist der dieses Problem hat. Nach aussen hin ..im Job als auch im Freundeskreis ist er immer so tough und gesteht sich keine Schwächen ein und ich bin froh das ich langsam einen tieferen Zugang zu ihm bekommen (rein auf das Thema Bettnässen bezogen).
Ich kann wohl im Moment nicht mehr tun als ihn zu lieben und ihm zur Seite zu stehen.Er selbst sieht ja das wir unser Leben durch das Bettnässen einschränken mussten..auf Motorradtreffen zelten wir nicht mehr weil er Angst hat morgens in einem nassen Schlafsack aufzuwachen.Im Mai woll wir ohne die 3 Kiddies für ein Wochenende nach DK fahren und dann im Wohnmobil schlafen..ich denke das dies ein guter Zeitpunkt ist um noch einmal in Ruhe das Gespräch mit ihm zu suchen.
Euch danke ich für eure Offenheit und euren Zuspruch..es ist gut zu wissen das man nicht alleine ist.
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Zuspruch

Beitrag #7 von Stutzer » 25 Feb 2004 08:27


Hallo Mone, Hallo Gerd

Wenn ich deine Schilderungen so lese finde ich auch einwenig mich darin. Das liegt wohl an den negativen Erfahrungen die ich mit Ärzten gemacht habe, Komisch gelle?

Ich habe noch ein wenig nachgeforscht um die Thematik Bettnässen noch zu vertiefen. Dabei bin ich auf eine nicht unwichtige Tatsache gestoßen die das Bettnässen bei Erwachsenen plausibel macht.

Die "Dorntherapeuten" sehen in dem Bettnässen eines Erwachsenen einen direkten Zusammenhang mit der Fehlstellung der Lendenwirbel. In dem Fall ganz besonders der Wirbel L3, es wäre als schon wichtig zu sehen ob dein Mann an einem Rückenleiden leidet. Da wären z.B. Rückenschmerzen in der unteren Lendenwirbelsäule, Hexenschuss, Ischiasschmerzen, Skoliose, Bandscheibenschaden oder Vorfall und der gleichen mehr eine mögliche Ursache für das Bettnässen.

So wie du deinen Gerd beschreibst ist er ein Mensch der es grundsätzlich ablehnt einen "normalen" Mediziner aufzusuchen, ich kann das sogar verstehen und erkenne das es aber wichtig ist solche Dinge wie einen Treppensturz mit zeitweiliger Ateminsufieziens dringend untersuchen zu lassen.
Sollte es möglich sein das dein Mann an einer degenerativen Veränderung der Wirbelsäule leidet ist es wichtig das genau eingrenzen zu lassen und vor allem den Lebensablauf der Erkrankung anzupassen.

Aber nun auch noch ein Paar Worte des Lobes.
Toll gemacht, du hast es geschafft ihn zum Öffnen seines Geistes zu bringen. Hier heißt es jetzt wie du schon bewiesen hast, weiteres Fingerspitzengefühl anzuwenden.
Für den Urlaub im Wohnmobil stellt sich mir die Frage ob es euer eigenes ist? Bin ja garnicht neugierig :mrgreen:
Wenn nicht wäre es sinnvoll mit ihm vorher über adäquate Hilfsmittel zu sprechen. Denn so eine Matratze kann recht teuer werden.

Deinem Mann ist es Peinlich wenn es geschieht, es zweifelt an seiner Männlichkeit und seinem Selbstwertgefühl. Dazu kommt das Ihr Kinder habt, so sieht er sich sehr wahrscheinlich als minderwertig an und möchte auf jeden Fall sein Problem vor seiner Umwelt verstecken.
Hierzu kann ich aus eigener Erfahrung sagen das die Umwelt nicht weis was er hat, sie würde auch nicht negativ reagieren, denn mal ehrlich, wer hat noch nie ins Bett gemacht?
Wenn er erst einmal so weit ist das er sich seiner Umwelt öffnen kann, wird er schnell feststellen wie viele Menschen ganz ehrlich und offen mit der Thematik umgehen.

Ich wünsche dir und deinem Mann alles Erdenklich gute und hoffe euch ein wenig weitergeholfen zu haben.

Mal sehen was so kommt. Ihr dürft auch gerne mailen
Bis dahin
Bis dahin wünsche ich dir viel Glück und verbleibe

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Betroffener

Beitrag #8 von Gerd » 25 Feb 2004 14:49


Hallo Mone,

als Betroffener Bettnässer kann ich auch auf eine einfühlsame Partnerin bauen. Bei mir fing alles mit einer Blasenentzündung vor einem halben Jahr an, die ich zum Glück auskurierte, aber als parellel dazu das Bettnässen sich hinzugesellte, da war ich ganz schön geschockt. Die vielen Hinweise hier auf den Seiten und das Vertrauen meiner Partnerin haben geholfen zumindest im Kopf frei zu werden. Natürlich habe ich einen Urologen aufgesucht und er diagnostizierte das Bettnässen auf Stress und Psyche in der ich momentan stecke. Wenn ich jetzt mal wieder merke, dass die Welt um mich herum droht einzufallen, dann sorge ich mit entsprechenden Inkontinenzslip nächtens vor. Ich habe dadurch zwei Vorteile, zum einen schlafe ich die Nacht besser durch, denn ich denke nicht ständig "Hoffentlich bist du morgen früh nicht nass" und zum anderen bin ich happy, wenn morgens alles i.O. ist, denn dann schlagen meine ergriffenen Maßnahmen (Sport/autog.Training) positiv an.
Sicherlich ist auch etwas dran was Lutz mit dem Wirbel erwähnt hat, ich habe Probleme mit dem Ischiasnerv/Rückenmuskulatur (deshalb auch der Sport, spezielle Rückengymnastik)
Wie ich sehe, so hat dein Mann ja sich dir gegenüber geöffnet und mit der Zeit kannst du vielleicht doch ihn für einen Arzt überzeugen, denn alles was du hier oder in der Literatur liest sind Empfehlungen, gut gemeinte Ratschläge, die eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen können.
Ich drück euch die Daumen damit ihr es gemeinsam schafft! Falls dein Mann in der Anonymität des Web sich mit mir mal austauschen möchte, dann kann er sich auch gern per Mail mit mir in Verbindung treten.
Gruß Gerd
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Beitrag #9 von frosch » 25 Feb 2004 16:22


Hallo Mone!

Hier sind schon so viele wertvolle Tips gegeben worden, dass ich mich frage, ob ich eigentlich noch thematisch etwas beisteuern kann. Aber: Ich kann!
Ich bin das ganze Leben vom Bettnässen begleitet worden. Manchmal fand ich es ganz schrecklich, ab und zu konnte ich mich gewisserweise besser arrangieren. Ich habe aber einen ganz großen Fehler gemacht! Ich habe mich selbst als Person wegen des Nässens abgewertet. Als Scheidungs- und Adoptionskind habe ich ohnehin stets Probleme mit meinem Selbstwertgefühl gehabt. Als Kind hatte ich auch Druck von den Eltern, die zwar alles versucht haben (Klingelhose, Therapie, nachts wecken usw.) um mir zu helfen, die aber wegen Ihrer eigenen Rat- und Hilflosigkeit auch wütend wurden. Als Jugendlicher war das Nässen eine Vollkathastrophe, denn ich fing an, mich für das andere Geschlecht zu interessieren. Es musste lange ein Traum bleiben, bis ich eine Partnerin fand, mit der ich mich traute darüber zu reden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Offenheit einen am Weitesten bringt. Nach und nach habe ich gelernt, dass Bettnässen ganz isoliert von meiner sonstigen Persönlichkeit zu betrachten. Ich habe erkannt, ja, ich habe Stärken und ja, ich habe auch Schwächen. Bei meiner jetzigen Partnerin ist alles wunderbar. Das Thema Bettnässen läuft ganz nebenbei und glücklicherweise sammle ich immer mehr trockene Nächte. Aber auch wenn es wieder stärker wird, oder auch die Tagprobleme wieder kommen sollten: Wir sind gewappnet und lassen unsere Partnerschaft nicht unter dem ins Bett machen leiden. Ich wünsche mir so sehr, liebe Mone, dass Dein Mann sein Bettnässen nicht überbewertet und seine seelische Gesundheit nicht darunter leidet, so wie es bei mir war. Ich möchte mich dem Angebot anschließen und stehe mit meiner E-Mail-Adresse für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Alles Gute!
Lieber Gruß an alle! René
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