Bettnässen und Patch-Work Familie

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Bettnässen und Patch-Work Familie

Beitrag #1 von suspiria » 05 Mai 2017 10:54


Hallo. Ich bin (derzeit noch) alleinerziehende Mutter zweier Kinder, die beide leider Nachts noch nicht ganz trocken sind. Mein Sohn ist 9, meine Tochter fast 13. Ich war mit beiden schon bei verschiedenen Ärzten und wir haben die üblichen Therapien ausprobiert, bisher leider erfolglos. Mit meiner Tochter war ich auch mal beim Homöopathen, das verordnete Mittel hat sie aber gar nicht vertragen. Das Bettnässen ist eher schlimmer geworden, außerdem war sie sehr unausgeglichen und ängstlich, solange ich es ihr gegeben habe. Die Beiden leiden unter primärer Enuresis, sie waren noch nie trocken. Der Vater der Beiden hat auch bis ins Schulalter eingenässt und auf seiner Seite der Familie gibt es aus zwei Cousins mit dem gleichen Problem. Es gibt also eine familiäre Vorbelastung. Unser Kinderarzt hält deshalb psychologische Gründe daher auch für unwahrscheinlich, er meint solange es nicht andere Anhaltspunkte für psychologische Probleme gibt, ist ein Besuch beim Kinderpsychologen unnötig. Meine Große war vor einigen Jahren wegen eines anderen Problems auch schon für etwa ein Jahr in therapeutischer Betreuung. Die Therapeutin meinte damals auch das der Stress wegen des Bettnässen eher die Ursache für psychologische Probleme ist, als umgekehrt. Im Moment versuchen wir eher uns von der Situation das Leben nicht zu sehr vermiesen zu lassen und warten darauf das es irgendwann hoffentlich von selbst besser wird.

Warum ich mich melde, ist folgendes. Ich hab vor einem halben Jahr jemanden kennengelernt und jetzt, wollen wir zusammenziehen. Meine neue Partnerin hat selber eine 10jährige Tochter. Wir haben schon viel Zeit miteinander verbracht und die Kinder verstehen sich soweit sehr gut, das Bettnässen war aber bisher nicht Thema. Meine Partnerin weiß davon aber ihre Tochter noch nicht. Da wir hier in Berlin auch kurzfristig keine bezahlbare, größere Wohnung finden werden, müssen sich dann auch zwei der Kinder ein Zimmer teilen, entweder die beiden Mädchen, oder eben meine Beiden. Wir sind uns nicht sicher was da die bessere Variante ist und wie wir das Thema generell am besten angehen, damit es dann keine Probleme gibt. Vielleicht hat hier im Forum ja schon wer ähnliche Situationen erlebt und kann uns Tipps geben?
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Re: Bettnässen und Patch-Work Familie

Beitrag #2 von Mylenium » 05 Mai 2017 11:14


Na wirkliche Tips kan nich da nicht geben, aber ganz allgemein sind Kinder bei solchen Sachen viel robuster und offener, als die Erwachsenen ihnen meist zugestehen. Ich würde mir da eher Gedanken um den allgemeinen Zickenkrieg wegen der erzwungenen Enge machen und die üblichen "Pia ist doof." Geschichten unter Kindern machen. Bezüglich des Bettnässens sollte man vielleicht erstmal alles getrennt halten und eben der 10-jährigen in ihrem Zimmer 'ne Geschichte vorlesen, während die anderen beiden ihre Buxe für die Nacht angelegt kriegen und ins Bettchen hüpfen. Ich würde diesen Prozess aber offen halten, also so, dass die 10-jährige schon mitkriegt, dass was passiert und dass sie notfalls dann auch ihre Neugier befriedigen kann. Langfristig wird sich das sowieso irgendwie hinbiegen. Eventuell wäre es vielleicht auch hilfreich, mal einen entspannten Info-Nachmittag zu machen, wenn alle bei Laune sind. Auch 'ne Begleitung zum Urologen könnte sicher das Verständnis für die problem der Geschwister verbessern... Aber wie gesagt, ich schreibe das nur so mit Abstand eher theoretisch. Als schwuler Mann hab ich imemr nur mit fremden Kindern zu tun, nicht mit den eigenen.

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Beitrag #3 von adrian82 » 07 Mai 2017 22:55


@ salü Suspiria, ein vielsagender Name !

Wegen dem Schlafen - wenn es denn sein muss zusammenzuziehen - würde ich dringend raten, Deine eigenen Kinder nicht auseinanderzunehmen.

DAs Bettnässen der Grossen an sich muss nicht psychologisch therapiert werden. Vielfach ist es einfach eine Schwäche, die gegebenenfalls organisch gestützt werden soll, oder ausgehalten. Es können andere übersinnliche Signale sein, die man nicht erklären und auch nicht weghexen kann. Viele Krankheiten sind symptomatisch für irgendein moralisches Übel - das nicht beim Betroffenen liegt und auch nicht in der Familie, sondern das einfach angezeigt wird in irgend einem Menschen nach Wahl der Vorsehung.

Ich habe das ausführlich studiert.

Für den Kleinen gilt natürlich dasselbe, aber weil Du ihn noch nicht mit Sysiphus behandelt hast, kann dazu noch nichts Gescheites gesagt werden.

Warum bist Du nicht mehr mit dem Mann zusammen (oder hattest gar nie einen?) - das kann auch ein Hintergrund sein für das Bettnässen. Das unnatürliche Fehlen des Vaters kann sehr wohl eine versteckte Ursache sein, weil der Familienzusammenhalt nicht nur aus Brot und Bett besteht, sondern in der liebevollen Zuneigung. Wenn der Zeuger fehlt, schlägt das irgendwo durch.
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Re: Bettnässen und Patch-Work Familie

Beitrag #4 von Sebald » 09 Mai 2017 08:57


Guten Morgen!

adrian82 hat geschrieben:@ salü Suspiria, ein vielsagender Name !

Warum bist Du nicht mehr mit dem Mann zusammen (oder hattest gar nie einen?) - das kann auch ein Hintergrund sein für das Bettnässen. Das unnatürliche Fehlen des Vaters kann sehr wohl eine versteckte Ursache sein, weil der Familienzusammenhalt nicht nur aus Brot und Bett besteht, sondern in der liebevollen Zuneigung. Wenn der Zeuger fehlt, schlägt das irgendwo durch.


....also diese Sicht der Dinge scheint mir echt aus der Zeit gefallen. Wo liest man denn sowas? - Wahrscheinlich konnten sich die Foundingfathers von Anthroposophie und/oder Psychoanalyse eine gleichgeschlechtliche Beziehung schlicht nicht vorstellen oder nicht mal denken...

Von einer 'Seelenzergliederung' der lieben Kleinen (um mal beim Jargon zu bleiben), sieht 'Suspiria' ja eben genau ab.

Die Tips vom 'Mylenium' finde ich wertvoll. Gerade auch der Hinweis, dass Kinder durchaus robust sind und solche Dinge eher interessiert als schockiert wahr nehmen. Also wenn ich da jetzt an meinen ersten Landschulaufenthalt in der 5. denke: Da gab es in meinem Zimmer auch einen Jungen, der nachts eingenässt hat. Das war für uns überhaupt kein Thema. Null. Aber zugegeben, dass ist schon ein Weilchen her.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #5 von adrian82 » 09 Mai 2017 10:05


....also diese Sicht der Dinge scheint mir echt aus der Zeit gefallen. Wo liest man denn sowas? - Wahrscheinlich konnten sich die Foundingfathers von Anthroposophie und/oder Psychoanalyse eine gleichgeschlechtliche Beziehung schlicht nicht vorstellen oder nicht mal denken...


@sebald
Was bedeutet das, ich komme echt nicht draus: foundingfathers, anthroposophie und psychoanalyse mit Homosex....

Ich meine es ernst, und spielte überhaupt nicht auf die Beiwohnung an, sondern auf das Fehlen des Mannes, was eben kausal ist.
Adrian
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Re: Bettnässen und Patch-Work Familie

Beitrag #6 von Sebald » 09 Mai 2017 10:45


Hallo Adrian,

das führt jetzt vom eigentlichen Problem etwas ab... - Aber...

Zunächst: Von "Beiwohnung" habe ich nichts geschrieben. Nur von "Beziehung".

Und ich würde halt gerne die Herkunft deiner Einschätzung wissen, von der ich glaube, dass sie auf einer sehr konservativen, sprich: veralteten Sichtweise beruht.

Wenn es so wäre, wie du meinst, dann könnte man von Glück sagen, wenn nicht alle Kinder von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften irgendein psychisches 'Problem' haben. Beziehungsweise: Nur die Kinder lesbischer Partnerschaften, weil hier ja das männliche Element fehle.

Dieses Fehlen wird von dir als "unnatürlich" (!) eingestuft. Du sprichst überdies gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit Kindern den Status der Familie ab. Und - wenn man jetzt ganz negativ liest - unterstellst du sogar, dass erst das Vorhandensein des Vaters "liebevolle Zuneigung" ermögliche.

Das sind starke Aussagen von dir, die ich schon etwas mehr begründet gesehen hätte.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #7 von adrian82 » 09 Mai 2017 11:40


@ sebald
Konservativ oder veraltet sind unpassende Schlagwörter. Es gibt eine Ewigkeit und die besteht im Wort Gottes.

Mit Beiwohnung wollte ich das Wort Konkubinat oder ähnliches umschiffen, gerade um diese Leute nicht abzuqualifizieren mit dieser moralischen Keule (K). Aber natürlich, ein Kind kommt nie von einer Frau, irgendwo muss ein Mann sein. Und Familien ohne Mann sind eben unnatürlich, da kommt kein Ross daran vorbei.

Das lesbisch oder nicht lesbisch ist in diesem Zusammenhang irrelevant: was fehlt ist der Vater. Im übrigen habe ich nichts zum Zusammenwohnen der beiden gesagt, was aus Not erklärbar ist. Aber für die seelische Förderung der Kinder dient es wohl nicht. Die Vaterschaft zeigt sich im Mädchen und die Mutterschaft im Sohn. Beides gehört zusammen. Auch bei den Tieren gibt es Männlein und Weiblein, und Tiere sind ganz natürlich und brauchen diesen ideologischen Diskurs nicht.

Willst Du etwa sagen, dass die Einteilung der Natur in Geben und Nehmen veraltet ist? Der Mensch als Krone der Schöpfung trägt halt seine Spuren aus einer gestörten Ordnung.
Adrian
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Re: Bettnässen und Patch-Work Familie

Beitrag #8 von Sebald » 09 Mai 2017 12:40


Nee, Adrian,

irgendwie kapiere ich jetzt ein paar Formulierungen nicht. Vor allem nicht diese hier:

adrian82 hat geschrieben:Die Vaterschaft zeigt sich im Mädchen und die Mutterschaft im Sohn.



Vor allem aber berühren Deine Formulierungen Glaubensbestände. Und über die lässt sich nicht mehr diskutieren. Entweder man glaubt - oder tut es nicht. (Einzuwenden wäre übrigens, dass es Homosexualität im Tierreich durchaus gibt...)

Aber mal in's Praktische übersetzt: Die Enuresis der Tochter ist für Dich also ein Symptom dafür, dass etwas in der Patchwork-Familie fehlt oder nicht rund läuft.

Welche Konsequenz soll die Fragestellerin jetzt bitte daraus ziehen? In sich gehen? Die ganze Sache vergessen und mit den Kindern zum Erzeuger zurückkehren?

Das kann es ja wohl nicht sein...

Beste Grüße, Sebald
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Beitrag #9 von adrian82 » 09 Mai 2017 14:35


@ Sebald
Du kommst der Sache auf die Spur.

Ich will ja hier nicht den Moralapostel spielen, aber Überzeugungen wird man wohl schreiben dürfen, sonst hat das Forum keinen Zweck: sich gegenseitig zu helfen. Und da gehören halt nicht beachtete Sichtweisen dazu.

Pinkeln heisst nicht dass in der patchworkfamilie als solcher etwas schief ist, aber Wasserlassen als solches zeigt die Sünde an, das Hintenraus die Absolution.

Warum: vorne sieht man und kann mit dem Willen bestimmen, hinten sieht man nicht und vergisst. Das ist eine Allegorie.

Ähnliches kannst du beim Rauchen der Frauen beobachten: es bedeutet die Befreiung der Frau, sie stösst die schlechte Luft aus.

Die Welt ist voll solcher Symbolhandlungen, über die ich hier natürlich nicht den Doktor machen will.

Aber du hast es erfasst: die Frau muss in SICH gehen und fragen, wo der Wurm liegt. Rennen zu Doktoren und Therapeuten hilft nur beschränkt.
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Beitrag #10 von adrian82 » 09 Mai 2017 14:39


@ Sebald
Habe Deine Frage nach Elternschaft vergessen zu beantworten.

Gott macht die Seele, und diese unsichtbare Weiblichkeit zeigt sich in der Frau, darum sagen die Amerikaner manchmal baby zur Frau, nicht als Geringschätzung, sondern weil baby von balbulare = stammeln, unreif reden, kommt. Das Mädchen zeigt die Abhängigkeit der Seele (auch der Männer) von einem starken Partner, und das ist der Mensch (auch die Frauen).

Die Schöpfung bringt das Leben hervor, und die Krone ist der Mensch, dargestellt im Sohn (weil dieser zeugen kann). Darum zeigt sich die Mutterschaft als Weitergabe des irdischen Lebens im Sohn, welcher seinerseits weiter zeugen kann, aber nur in einer Frau.

So sind Mann und Frau aufeinander angewiesen - und "gleich" : abhängig von den biologischen Naturgesetzen.
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