Windelhose oder nicht?

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Beitrag #21 von eckhard11 » 04 Dez 2004 16:13


Hallo Leute,

ich bin aufgestanden ( aber nicht für lange .... )

@ Mehlbox :

Nein, Andreas, ich packe mich nicht zu stark ein. ( Wenn ich an die - waschbare - Joschiwindel denke, dann komme ich mir mit den Windeln vor wie in einem leichten Sommertüchlein )
Aber für eine Urinmenge von z.B. 500 cm³ braucht es doch schon mehrere Baumwollwindeln, da die ja keinen Absorber haben. Die von mir ausprobierten Windeln haben eine Größe von 30 x 37 cm und sehen so aus wie größere, beige Putztücher, ohne irgendwelche Rücken oder ähnliches...... Ganz einfache, popelige Baumwollwindel oder -tücher.
Mit dem Auswaschen ist es auch so eine Sache : Obwohl es sich um meinen eigenen Schleim handelt, empfände ich es als unangenehm. Außerdem riecht der Schleim ziemlich stark.
Würdest Du gern ein Taschentuch mit der Hand auswaschen, in welches Du gerade richtig reingerotzt hast und welches ganz stark nach Urin riecht ??? :puke:
Da ist mir eine Vorlage zum Auffangen lieber. Zusammengerollt und ab in die Tonne....

Der Joschi - Slip ist schon sehr groß. Aber da die Bunde sehr schmal sind und ich nicht permanent in derselben Lage schlafe, geht doch häufiger Nässe durch.

@ Chris :

Ich habe mir die Suprima 1217 bei Jonas im Shop angesehen ( www.inkon-takt.de )

Die scheint mir durch die breiten Bunde doch vernünftiger zu sein.
Habe mir gerade bei Jonas eine bestellt.


Jetzt leg ich mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Vorlage für den Schleim

Beitrag #22 von Chris » 05 Dez 2004 15:41


Hallo Eckhard,

mir kam da noch eine Idee, für Kleinkinder gibt es so etwas wie ein Vlies als Einlage für das Wickeln mit Stoffwindeln, das ist ganz ähnlich wie das Deckvlies bei den Vorlagen und Windeln und kostet weniger als 1 ct. Die sind als Zwischenlage für Stuh bei Babys gedacht und du bekommst sie entweder bei den Dromärkten, oder bei Windelservices für Babys auf der Rolle.

leg dich wieder hin

Chris
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Beitrag #23 von frosch » 07 Dez 2004 18:50


HALLO ALLE!
Irgendwie sind wir bei dem Thema: Windelhose oder nicht... etwas in die technische Vermeidung von Überschwemmungen geraten.
Wertvolle Begegnungen im Chat nicht nur in den letzten Tagen haben mir viel Verständnis für meine Einnäss-Situation entgegengebracht. Auch andere stecken also im Teufelskreis der Windel. Wollen zwar eigentlich ohne klarkommen, doch zahlen diesen Preis ebenfalls mit Schlafstörungen, innerer Unruhe und Unausgeglichenheit. Nur logisch, dass dann der Griff zur Windel wieder am nächsten liegt. Doch so geht alles wieder von vorne los.
Ich könnte schreien, geht es einigen von Euch auch so? Wie sind Eure Erfahrungen? Gebt ihr dem nach oder habt Ihr vielleicht eine aussichtsvolle Strategie den Kampf zu gewinnen.
Manchmal denke ich schon, dass die recht haben, die sagen, man sollte ein gutes Verhältnis zu seinem Hilfsmittel entwickeln und es einfach annehmen. Wohin aber mit den Schuld- und Versagensgefühlen? Wohin?

Liebe Grüße, und Danke fürs Lesen.

René
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Beitrag #24 von eckhard11 » 08 Dez 2004 09:23


Ich könnte schreien, geht es einigen von Euch auch so? Wie sind Eure Erfahrungen? Gebt ihr dem nach oder habt Ihr vielleicht eine aussichtsvolle Strategie den Kampf zu gewinnen.
Manchmal denke ich schon, dass die recht haben, die sagen, man sollte ein gutes Verhältnis zu seinem Hilfsmittel entwickeln und es einfach annehmen. Wohin aber mit den Schuld- und Versagensgefühlen? Wohin?


Hallo Frosch,

genau hier liegt das Problem.....

Warum sollte ich überhaupt “Schuld - und Versagensgefühle” bei einer Behinderung aufbauen, für die ich gar nichts kann ?
Ich habe weder ein Schuldgefühl noch fühle ich mich als Versager, nur weil ich - aufgrund einer plötzlich auftretenden Krankheit - in die Hose pinkel.
Ich bin doch deswegen kein Anderer geworden. Ich bin noch immer genauso intelligent, humorvoll, cholerisch, gemein, ironisch und vertrauenswürdig wie vordem.
Was also hat sich für mich geändert ? Außer daß ich seither zu unterbinden versuche, meine Hose oder mein Bett trocken zu halten ????? Absolut nichts !!

Falls trotzdem “Schuld - und/oder Versagensgefühle” auftauchen sollten : Ab mit denen in die unterste Schublade. Da liegen lassen und vergessen. Wie eine alte Vorlage ... :lol: :lol:

Einen anderen Rat kann ich Dir nicht geben.

Ich leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Akzeptanz von Hilfsmitteln

Beitrag #25 von Sirius » 08 Dez 2004 10:56


Hallo Rene,

kann mich Eckhard nur anschließen. Ich würde jedoch weniger von Schuldgefühlen (wem gegenüber denn? - wenn überhaupt gegen sich selbst) als eher von Versagensängsten sprechen.
Da ist vielleicht sogar eine Krankheit/Operation einfacher zu verarbeiten, auch wenn die Auswirkungen wesentlich drastischer sein können, da die Ursache genau benannt werden kann. Friss oder stirb, eine andere Alternative gibt es hier nicht.

Wenn es aber so geht wie mir vor ein paar Monaten, dass erst einmal ohne ersichtlichen Grund das Bett mehrfach in der Woche nass geworden ist, dann rüttelt dies schon ordentlich an dem Bild, was man so von sich hat: Ein erwachsener Mensch, der mitten im Leben steht und glaubt, seine Probleme und Sorgen im Griff zu haben. Und dann wird nach cirka 37 Jahren das Bett unkontrollierbar nass. Es war so, als ob einer der Grundvoraussetzungen am öffentlichen Leben teilzunehmen abhanden gekommen wäre. Ich genüge auf einmal nicht mehr der Norm, die ja bekanntlich sagt, dass „Mann“ nachts trocken zu sein hat.

Auf die entsprechenden Hilfsmittel bin ich gekommen, da gerade während der Wartezeit auf den ersten Termin beim Urologen mehrere Dienstreisen im Kalender verzeichnet waren. Was ist mir peinlicher: Ein nasses Hotelbett oder die Nacht mit einer Windel verbringen? Aber schon diese Fragestellung macht den schwierigen Umgang mit Hilfsmittels deutlich. Warum sollte mir das Hilfsmittel denn peinlich sein? Ich weiß um mein Problem, und solange die Ursache nicht hundertprozentig aus der Welt geschafft ist, nehme ich doch sinnvoller weise entsprechende Hilfsmittel zur „Hilfe“. Eigentlich eine logische Schlussfolgerung. Das man mit seinem Problem nicht überall mit der Tür ins Haus fällt, ist klar, aber warum dieses Versteckspiel?

Sehr geholfen haben mir hier die Gespräche mit meiner Frau und vor allem mit Freunden. Nicht das es in meinem Bekanntenkreis inkontinente Personen hätte, aber der natürliche Umgang mit dem Problem – vor allem dann, wenn wir über Nacht geblieben sind – hat mir sehr geholfen. Ich war nach wie vor derselbe, wurde genauso ernst und für voll genommen wie vorher. Das am nächsten Morgen eine nasse Windel im Hausmüll entsorgt werden musste, war völlig irrelevant. Ganz zu schweigen von dem Schutzlaken, welches erst am nächsten Morgen rausgesucht und mitgegeben wurde. Ich habe Anteilnahme und Hilfsbereitschaft erfahren.

Dieser offene Umgang mit meinem Problem, hat es mir leichter gemacht, das Hilfsmittel als solches zu akzeptieren und nicht als Erniedrigung oder Herabsetzung meiner Person zu deuten.

Helfen kann man also nur dem, der den Anderen auch die Möglichkeit dazu gibt.

Cu Sirius
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Beitrag #26 von eckhard11 » 08 Dez 2004 12:53


....Nicht das es in meinem Bekanntenkreis inkontinente Personen hätte......


Als ich nach der OP so Mitte Dezember letzten Jahres das erste Mal meine Stammkneipe aufsuchte, war ich - auch tagsüber - noch inko. Daher hatte ich mir eine Schultertasche gekauft, in welcher ich Vorlagen und Schlüpfer mitnahm. ( So für alle Fälle... )
Mein Bekanntenkreis, ( all die Säufer, die am Thresen immer an derselben Stelle stehen, wenn man kommt ), hänselte mich, ob ich denn neuerdings meine Brötchen schon mit in die Kneipe nähme.
Ich öffnete die Tasche und leerte den Inhalt auf dem Thresen aus. Dann erklärte ich den Leuten, warum ich diese Teile mitführen würde und wie und warum es zu meiner Inko gekommen ist.
Daraufhin herrschte gleich Ruhe im Lande.
Kurz darauf hatten wir alle eine rege Diskussion über Inkontinenz.
Da ich so offen mit diesem Thema umging, fühlten sich wohl Einige ermutigt und gaben zu, schon mehrfach des Nachts Urin verloren zu haben, wenn sie nicht durch den Blasendruck vorher aufgewacht sind.
Zwei Leute waren dabei, die jede Nacht mindestens 3 mal zum Pinkeln aufstehen mußten. ( Denen habe ich selbstverständlich dringend angeraten, einen Urologen aufzusuchen, da es bei mir genauso angefangen hatte ).
Von ca. 12 Diskussionsteilnehmern waren es wohl um die fünf, welche Probleme mit dem Harnhalten hatten. In einer “normalen” Gesprächsrunde hätten die das natürlich niemals zugegeben....
Ich will damit aufzeigen, daß sicherlich viel mehr Männer ( es waren nur Männer in der Runde ) Probleme mit dem Harnhalten haben, als uns gemeinhin von irgendwelchen “Fachleuten” erzählt wird. Ich erinnere nur an den Prof. Dr. Hannappel in der Sendung “Rundum gesund” am 15.11.04, in welcher dieser Herr behauptete, es gäbe nur recht wenige Männer - und dies auch nur ältere Männer - die Probleme mit der Blase hätten. :aerger:

Schon in unserer Runde waren es fünf Mann von zwölfen......
Solange von Fachidioten derlei Unsinn in öffentlichen Medien kundgetan wird, haben wir natürlich Schwierigkeiten. :aerger:
Junge Inko´s gibt es nach der Meinung dieses Professors an der Uni Köln, Fachabteilung Urologie, nicht.
Denny16, das wäre doch ein Fall für Dich. Übrigens, Denny : Guter Beitrag im Forum “ Wie läuft eine Abklärung einer Inkontinenz ab ?” Ich bin erstaunt und begeistert.

Ich leg mich wieder hin .sleep:
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